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Aufgabe 8.5: Ertragswertverfahren in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul, Gerd Waschbusch

Investition in Übungen, page 245 - 247

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3659-4, ISBN online: 978-3-8006-4881-8, https://doi.org/10.15358/9783800648818_245_1

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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224 Investition in Übungen Aufgabe 8.4: Zukunftserfolgswertmethode Charakterisieren Sie die Zukunftserfolgswertmethode als neueres Verfahren der Unternehmensbewertung! Lösung Während 1m Rahmen der traditionellen Verfahren der Unternehmensbewertung eine Orientierung an einem objektivierten Unternehmenswert erfolgt, zielt die Zukunftserfolgswertmethode weitgehend auf einen auf subjektiven Erwartungen basierenden Gesamtwert des Unternehmens ab. Der hinter dieser Methode stehende Grundgedanke stützt sich auf die traditionelle Ertragswertmethode. Im Gegensatz zur traditionellen Ertragswertmethode wird hier bei der Berechnung des Unternehmenswerts jedoch nicht auf die Zahlenwerte hinsichtlich der zukünftig erzielbaren Gewinne zurückgegriffen, die bei normaler Unternehmerleistung realistisch erscheinen; vielmehr kann hier unter Berücksichtigung gewisser Bewertungsrestriktionen eine Heranziehung von Werten erfolgen, die der entsprechende Bewerter aus subjektiven Überlegungen heraus dem Unternehmens geschehen und somit den Entnahmeerwartungen beimisst. Aufgabe 8.5: Ertragswertverfahren Der in der Gastronomie tätige Herr Fleischer möchte sein Unternehmen zu Beginn des Jahres 06 verkaufen. Er rechnet mit einem Kalkulationszinssatz von 10 % p. a. und einer Restlebensdauer von acht Jahren. Das Unternehmen könnte dann für 15 Mio. EUR Iiquidisiert werden. Die Einzahlungsüberschüsse (Gewinne) der vergangenen 5 Jahre beliefen sich auf: Jahr Gewinn (TEUR) 01 1.400 02 1.270 03 1.085 04 920 05 825 Welchen Wert hat das Unternehmen, wenn Herr Fleischer das Ertragswertverfahren anwendet? Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 225 Lösung Der Ertragswert eines Unternehmens ergibt sich aus der Summe aller abgezinsten zukünftigen Nutzenzugänge, die sich der Käufer bzw. Verkäufer aus dem Unternehmen verspricht. Der Ertragswert orientiert sich dabei am nachhaltig erzielbaren Unternehmenserfolg, der bei normaler Unternehmenstätigkeit zu erwarten ist. Hierbei besteht jedoch die Problematik der Unsicherheit der Zukunftsdaten. Zur Ermittlung des Ertragswerts erfolgt daher eine Orientierung an Vergangenheitswerten und Unterstellung ihrer Gültigkeit für die Zukunft. Berechnung des durchschnittlichen Gewinns (G) für die abgelaufenen fünf Geschäftsjahre: G 1.400+1.270+1.085+920+825 1 100 TEUn (h Z· d Z· = = . r. 0 ne Ins- un Inses- 5 zinseffekt) Bei Annahme einer begrenzten Lebensdauer des Unternehmens und konstanter jährlicher Gewinne ergibt sich der Ertragswert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Liquidationserlöses wie folgt: EW=G. (I+i)" -I +L .(l+i)-" i. (l + i)TI TI Die verwendeten Symbole bedeuten dabei Folgendes: EW: Ertragswert des Unternehmens; G: Konstanter jährlicher Gewinn; i: Kalkulationszinssatz; Ln: Liquidationseinzahlung (-erlös) des Unternehmens, falls Ln > 0, bzw. Liquidationsauszahlung, falls Ln < 0; n: Erwartete (Rest-)Lebensdauer des Unternehmens; t: Periode (t = 0, 1, 2, ... , n). Hier: EW = 1.100· RBF(i = 10 %/n = 8 Jahre) + 15.000 .1,1-8 = 1.1 00·5,334926 + 15.000·1,1-8 = + 12.866,03 TEUR Der Ertragswert beläuft sich auf 12.866,03 TEUR. 226 Investition in Übungen Aufgabe 8.6: Substanzwertverfahren Der Gastronomiebetrieb des Herrn Fleischer weist ein bilanziertes Vermögen in Höhe von 11.500 TEUR aus. Auf der Passivseite stehen Wertberichtigungen auf Forderungen und Anlagen in Höhe von 3.000 TEUR, ein Betrag, der dem bisher eingetretenen Wertverzehr exakt Rechnung trägt. Würden alle aktivierten Vermögensgegenstände heute neu beschafft, müsste Herr Fleischer 13.000 TEUR ausgeben. Um dem bisher eingetretenen Wertverzehr Rechnung zu tragen, müssen von diesem Betrag 3.000 TEUR als Wertminderung abgesetzt werden. Der Wert der nicht bilanzierungsfähigen immateriellen Vermögensgegenstände lässt sich auf 1.500 TEUR veranschlagen. Wie hoch ist der a) (Teil-)Reproduktions(neu)wert, b) Teilreproduktions( alt) wert, c) Gesamtreproduktionswert, d) Wert des Unternehmens nach dem Substanzwertverfahren, e) Kapitalisierungsmehrwert, f) originäre Firmenwert? Hinweis: Der Ertragswert des Unternehmens wurde bereits in der vorangegangenen Aufgabe 8.5 auf Seite 224 berechnet. Lösung Teilaufgabe a) Der (Teil-)Reproduktions(neu)wert ergibt sich aus der Summe der Anschaffungs- bzw. Wiederbeschaffungskosten aller bilanzierten materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände zum Zeitpunkt der Bewertung (Neuzustand) und beträgt hier 13.000 TEUR. Teilaufgabe b) Der Teilreproduktions(alt)wert (= Substanzwert) ergibt sich aus der Summe der Anschaffungs- bzw. Wiederbeschaffungskosten aller bilanzierten materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände zum Zeitpunkt der Bewertung (Neuzustand), vermindert um die tatsächlichen Wertminderungen und beträgt hier 13.000 TEUR - 3.000 TEUR = 10.000 TEUR.

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Zusammenfassung

Investition in Übungen.

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