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Aufgabe 8.12: Unternehmensbewertung nach den DCF-Verfahren in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul, Gerd Waschbusch

Investition in Übungen, page 256 - 258

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3659-4, ISBN online: 978-3-8006-4881-8, https://doi.org/10.15358/9783800648818_256

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 235 MWGK: Marktwert des Gesamtkapitals; MWFK: Marktwert des Fremdkapitals; APV: Adjusted Present Value-Ansatz (Methode des angepassten Barwerts); TCF: Total Cashflow-Ansatz; FCF: Free Cashflow-Ansatz; CF,WACC: Erwartungswert der Cashflows für Eigen- und Fremdkapitalgeber in der Periode t; CE;'ACC: Erwartungswert der Cashflows für Eigen- und Fremdkapitalgeber am Ende des Planungshorizonts; k: gewogener durchschnittlicher Kapitalkostensatz; rEK: Erwartungswert der Rendite der Eigentümer; rpK: Erwartungswert der Rendite der Fremdkapitalgeber; s: Steuersatz für Ertragsteuern auf Unternehmerebene; i: risikoloser, landesüblicher Zins; rM: Erwartungswert der Rendite aus der Anlage des Geldes im "Marktportfolio"; ß: Maß für die Risikoklasse des Unternehmens. Aufgabe 8.12: Unternehmensbewertung nach den DCF- Verfahren67 Ein Unternehmen erwartet in den nächsten vier Jahren folgende Cashflows, die sowohl den Eigenkapitalgebern als auch den Fremdkapitalgebern vorbehalten sind: t 1 2 3 4 Cashflow 400.000 200.000 300.000 350.000 (EUR) Das Eigenkapital des Unternehmens beläuft sich zum Zeitpunkt t = 0 auf 700.000 EUR. Der risikolose, landesübliche Zinssatz beträgt 8 % p. a., der Risikozuschlag der Eigenkapitalgeber 4 % p. a. 67 Stark modifiziert entnommen aus Kußmaul, Heinz: Ermittlung der künftigen Vorteilsströme im Barwertkonzept zur Fundamentalanalyse, in: Der Steuerberater 1999, S. 147. 236 Investition in Übungen Zum Zeitpunkt t = 0 wird Fremdkapital zu folgenden Konditionen aufgenommen: Auszahlungsbetrag (Marktwert des Fremdkapitals): 300.000 EUR; Fremdkapitalkostensatz: 6 % p. a.; Laufzeit: 4 Jahre; endfällige Tilgung. Berechnen Sie den Marktwert des Eigenkapitals des Unternehmens nach dem Bruttoansatz (WACC-Ansatz) sowie nach dem Nettoansatz! Vernachlässigen Sie dabei sowohl die Steuerwirkungen als auch das Zirkularitätsproblem im Rahmen der Ermittlung des Marktwerts des Eigenkapitals! Lösung Bruttoansatz (Entity-Value): Es wird zunächst der Marktwert des Gesamtkapitals berechnet. Anschließend ist der Marktwert des Fremdkapitals davon in Abzug zu bringen, um den Marktwert des Eigenkapitals zu berechnen. Den gewichteten Kapitalkostensatz (W ACC) berechnet man als k=(008+004). 700.000 +006. 300.000 =102 % , , 700.000 + 300.000 ' 700.000 + 300.000 ' Der Marktwert des Gesamtkapitals lautet: MWGK = 400.000.1,102- 1 + 200.000 .1,102-2 + 300.000 .1,102-3 + 350.000 .1102-4 + 350.000 , 0,102· (l + 0,102)4 = 3.315.865,64 EUR Somit berechnet sich der Marktwert des Eigenkapitals als: MWEK = MWGK - MWFK = 3.315.865,64 - 300.000 = 3.015.865,64 EUR Nettoansatz (Equity-Value): Beim Nettoansatz ist die Bedienung der Fremdkapitalgeber im Rahmen obiger Cashflow-Größen zu eliminieren. Es ergibt sich der Netto-Cashflow, der zu diskontieren ist. Als Diskontierungszinssatz ist der Eigenkapitalkostensatz in Höhe von 12 % p. a. zu verwenden. Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 237 t CF (EUR) Fremdkapitalzinsen Netto-CF Barwerte und Tilgung (EUR) (EUR) (EUR) 1 400.000 18.000 382.000 341.071,43 2 200.000 18.000 182.000 145.089,29 3 300.000 18.000 282.000 200.722,03 4 350.000 318.000 32.000 20.336,58 L 707.219,33 MWEK = 707.219,33+ 350.000 = 2.560.813,73 EUR 0,12·(1+0,12)4 Der Marktwert des Eigenkapitals beträgt 2.560.813,73 EUR. Bei der Berechnung der 2. Phase wurde dabei nicht mit dem Netto-Cashflow in Höhe von 32.000 EUR gerechnet, sondern mit dem Brutto-Cashflow in Höhe von 350.000 EUR. Dies liegt daran, dass das aufgenommene Fremdkapital nur eine begrenzte Laufzeit von vier Jahren aufweist. Aufgabe 8.13: Unternehmensbewertung nach den DCF- Verfahren68 Ein mittelständischer Fabrikant von Tanzsportschuhen, Alleineigentümer der Foxtrott GmbH, beabsichtigt aufgrund von Nachfolgeproblemen den Verkauf seines Unternehmens. Da Sie als Geschäftsführer der Quickstep AG schon lange die Ausweitung ihres Fertigungsprogramms anstreben, erwägen Sie, dem Alleineigentümer der Foxtrott GmbH ein Kaufangebot zu unterbreiten. Die Foxtrott GmbH erwidert Ihr Interesse und stellt Ihnen zu Ihrer Information einige Planzahlen für die nächsten Jahre aus der eigenen Buchhaltung zur Verfügung (siehe nachstehende Tabelle). 68 Geringfügig modifiziert entnommen aus Schierenbeck, Henner: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, Übungsbuch, 9. Aufl., München/Wien 2004, S. 136-138 und S.537-541.

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Zusammenfassung

Investition in Übungen.

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