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1.3 Ersteller des Businessplans in:

Marcus Oehlrich

Betriebswirtschaftslehre, page 29 - 30

Eine Einführung am Businessplan-Prozess

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4545-9, ISBN online: 978-3-8006-4546-6, https://doi.org/10.15358/9783800645466_29

Bibliographic information
10 1 Businessplan und Business Planning sammenhang eine Art Gratwanderung, da sie einerseits durch eine allzu förmliche Gestaltung nicht den Eindruck erwecken sollte, über inhaltliche Schwächen hinweg zu täuschen, andererseits durch einen unförmlichen Ausdruckstil aber auch nicht die Kompetenz des Autors in Frage gestellt werden darf. In Hinblick auf die zu adressierende Zielgruppe gilt die Regel, möglichst verständlich zu schreiben und spezifische Fachjargons zu vermeiden. Grundsätzlich kann man sich dabei an den Prinzipien orientieren, die auch für wissenschaftliche Arbeiten gelten. Als Beispiel sei genannt, dass alle Behauptungen mit Quellen zu belegen sind und dass Abbildungen und Tabellen eine Legende bzw. korrekte Achsenbeschriftungen und Größenangaben zu enthalten haben.5 Kußmaul/Junker (2002) weisen darauf hin, dass ein gutes Layout für einen potenziellen Eigen- oder Fremdkapitalgeber bereits ein Indiz für die inhaltliche Qualität des Businessplans sein kann. Aus diesem Grund sollte auch in das Layout ein angemessener Zeitaufwand investiert werden. Typische Fehler sind hierbei: • ein lückenhaftes Deckblatt, • ein fehlendes Inhaltsverzeichnis, • eine fehlende oder unkorrekte Seitennummerierung, • unsaubere oder schiefe Grafiken bzw. Kopien, • ein schlechtes Schriftbild, • zu viele unterschiedliche Schriftarten und • eine fehlende oder mangelhafte Bindung. 1.3 Ersteller des Businessplans Nach der Beschreibung der Inhalte des Businessplans soll nun der Ersteller des Businessplans in den Mittelpunkt gerückt werden. Wie erläutert wurde, dient der Businessplan allgemein der Umsetzung eines neuen Vorhabens. Dies bedeutet aber nicht, dass es sich bei dem Vorhaben um eine Existenzgründung handelt und der Ersteller des Businessplans selbst ein Existenzgründer ist. Vielmehr stellt sich auch in bereits existierenden Unternehmen laufend die Frage, welche neuen Vorhaben realisiert werden können. In Anlehnung an die Eigentümerfunktion kann daher grundsätzlich zwischen selbstständigen und unselbstständigen Gründungen unterschieden werden. Eine selbstständige Gründung ist dann gegeben, wenn der Gründer erst nach erfolgter Gründung in dem neuen Unternehmen eine Vollzeitbeschäftigung findet. Zudem ist eine Gründung als selbstständig zu betrachten, wenn das Unternehmen rechtlich ungebunden von sonstigen Institutionen entscheiden kann. Eine unselbstständige Gründung liegt hingegen vor, wenn eine Unternehmensgründung als Bestandteil des Aufgabenumfangs der Gründungsperson im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses erfolgt. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Geschäftsführer eine Tochtergesellschaft gründet. In größeren Unternehmen obliegt die Vorbereitung von Unternehmensgründungen der Abteilung Corporate Development (Unternehmensentwicklung), die als Stabsabteilung 5 Hier sei auf das Buch „Wissenschaftliches Arbeiten: Technik – Methodik – Form“ von Manuel René Theisen in der neuesten Auflage verwiesen. OehlrichBWL.pdf 34 29.01.2013 08:18:28 1.4 Ziele und Adressaten des Businessplans 11 (s. Abschnitt 5.3) der Unternehmensleitung zugeordnet ist. Die Tätigkeit stellt eine Kombination aus Management Consulting und Investment Banking dar. Eine weitere Unterscheidung von Gründungsformen ist die zwischen originären und derivativen Gründungen. Hierbei geht es um den Umfang der betrieblichen Strukturen zum Gründungszeitpunkt. Im Falle einer originären Gründung existieren noch keine betrieblichen Strukturen. Von Vorteil ist hierbei die Tatsache, dass keine Restriktionen vorgegeben werden können, allerdings gibt es auch keine Erfahrungswerte, auf die sich die neue Organisation stützen könnte. Liegt eine derivative Gründung vor, so wurden wesentliche Teile der Mutterorganisation übernommen. Diese Gründungsform kommt vornehmlich durch Akquisitionen, Fusionen oder Umgründungen zustande (Abschnitt 5.6), wobei die Mutterorganisation wesentlich an Identität verliert, die sich zuvor beispielsweise durch den Firmennamen oder die Organisationsstruktur ausgedrückt hatte. Tab. 2 verdeutlicht die sich aus den beiden Unterscheidungen ergebenden vier alternativen Gründungsformen.6 Im Falle einer Fusion, Übernahme oder Umgründung wird in der gängigen Literatur auch von einer unechten Gründung gesprochen, da lediglich der Umfang der Geschäftstätigkeit verändert wird. Generiert ein bestehendes Unternehmen eine neue Organisation, so wird diese unselbstständig-originäre Gründung als Konzern- oder Betriebsgründung bezeichnet. Die betriebliche Existenzgründung stellt einen Ausnahmefall innerhalb der unselbstständig-derivativen Gründungen dar, da hier lediglich die berufliche Veränderung des Gründers fokussiert wird. Im Rahmen der selbstständig-originären Gründung erfolgt eine Unternehmensgründung, die mit einem neuen Unternehmensaufbau verknüpft ist und nur durch die eingebrachten Ressourcen (Fachpersonal) oder Unterstützungsleistungen angetrieben wird. 1.4 Ziele und Adressaten des Businessplans Die Ziele und Adressaten eines Businessplans können grundsätzlich danach unterschieden werden, ob sie intern oder extern sind. Dabei bedeutet eine interne Ausrichtung, dass der Businessplan auf die Initiatoren und die bereits vorhandenen Partner des Unternehmens gerichtet ist. Die Ausrichtung auf mögliche Kunden und Kapitalgeber spiegelt die externe Sicht wider. Besonders dem externen Bereich kommt – insbesondere im Zusammenhang mit der Gewinnung von Eigen- und Fremdkapital – eine große Bedeutung in- Derivative Gründung Originäre Gründung Unselbstständige Gründung Fusion, Übernahme, Umgründung Konzern- bzw. Betriebsgründung Selbstständige Gründung Betriebliche Existenzgründung Unternehmensgründung Tab. 2: Gründungsformen6 6 Quelle: Szyperski/Nathusius (1999), S. 27. OehlrichBWL.pdf 35 29.01.2013 08:18:28

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Zusammenfassung

Dieses Lehrbuch vermittelt eine verständliche Einführung in die Betriebswirtschaftslehre mit einem Schwerpunkt auf den Managementfunktionen. Die Besonderheit besteht darin, dass es die betriebswirtschaftlichen Funktionen nicht getrennt voneinander darstellt, sondern die Praxiszusammenhänge, z.B. zwischen der Organisation und dem Strategischen Management, deutlich macht. Dies gelingt dadurch, dass der Erstellungsprozess eines Businessplans gemeinsame Grundlage ist.

Aufbau

1. Businessplan und Business Planning

2. Geschäftsmodell, Zielsystem und Strategie

3. Analyse von Markt, Kunden und Konkurrenten

4. Gestaltung der Wertschöpfung

5. Unternehmensstruktur

6. Rechnungswesen

7. Finanzierung, Shareholder Value und Wertmanagement

8. Businessplan