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E. Literatur und Übungsfragen in:

Bernhard Swoboda, Rolf Weiber

Grundzüge betrieblicher Leistungsprozesse, page 48 - 50

Marketing, Innovation, Produktion, Logistik und Beschaffung

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4631-9, ISBN online: 978-3-8006-4632-6, https://doi.org/10.15358/9783800646326_48

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E. Literatur und Übungsfragen 33 werden, inklusive des Bestandes in der Auslage und den Schaufenstern der Stores. Das Ziel dabei besteht darin, den Informationskreislauf zwischen den Endkunden und den vorgelagerten Prozessen Design, Beschaffung, Produktion und Distribution so schnell und direkt wie möglich zu gestalten, um strategischen Nutzen daraus zu ziehen. - „Stick to a rhythm across the entire chain“: Bei Zara sind schnelles Timing der Prozesse und Synchronität vorbildlich und von zentraler Bedeutung. Diesbezüglich kann die strategische Gestaltung der Supply Chain dahingehend charakterisiert werden, als dass finanzielle Mittel in alle Bereiche investiert werden, die dazu beitragen, die Reaktionsgeschwindigkeit, Flexibilität und Effizienz der Supply Chain als Ganzes weiterzuentwickeln und zu verstärken. - „Leverage your capital assets to increase supply chain flexibility“: Zara hat hohe Kapitalinvestitionen in Produktions- und Distributionskapazitäten getätigt und nutzt diese zur Steigerung der Effizienz und Flexibilität der Supply Chain vor dem Hintergrund einer starken Kundenorientierung. Selbst neue und für die Fashion- Branche charakteristische schwankende Kundenbedürfnisse können so kurzfristig identifiziert und in einen Wettbewerbsvorteil verwandelt werden. Komplexere und exklusivere Produkte mit hohem Fashion-Anteil werden als Kernkompetenz inhouse gefertigt, in den Stores positioniert und sorgen für einen Imagetransfer auf das gesamte Sortiment. Die Vertikalisierung und daraus folgend das „design-on-demand“ bzw. Quick-Response bilden die Kernerfolgsfaktoren, wodurch Zara in der Lage ist, aktuelle Trends und Kundenwünsche direkt umzusetzen. Hier wurde deutlich, dass nicht einzelne Schnittstellen oder Prozesse optimiert werden, sondern die Supply Chain insgesamt konfiguriert wird. Aus den auf diese Weise generierten Leistungen resultiert ein Imagetransfer auf die gesamte Kollektion und eine USP am Markt. Die Konsequenz sind kurzfristige Erfolge, wie die erzielbaren höheren Verkaufspreise sowie geringere Abschriften – für 80-85% der verkauften Produkte wird der volle Verkaufspreis realisiert –, Umsatzwachstum und trotz höherer Kosten auch ein Gewinnwachstum. Langfristig liegt die USP in dem nur schwer nachzuahmenden Geschäftsmodell. In Anbetracht dieser Basis sowie der jüngsten Erfolge hebt Zara für die Zukunft auch beim Wachstum den Faktor „speed“ hervor. Das Unternehmen plant die Anzahl der Outlets weiter deutlich zu steigern. Des Weiteren wird die Erschließung weiterer Ländermärkte im stationären Geschäft und im Online-Geschäft angestrebt. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Zara seine revolutionäre und internationale Entwicklung organisatorisch und wettbewerbsstrategisch fortsetzen wird. E. Literatur und Übungsfragen Basisliteratur Bea, F.X.; Friedl, B.; Schweitzer, M. (Hrsg.) (2009): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Band 1: Grundfragen, 10. Aufl., Stuttgart. Bea, F.X.; Friedl, B.; Schweitzer, M. (Hrsg.) (2005): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Band 2: Führung, 9. Aufl., Stuttgart. Bea, F.X.; Friedl, B.; Schweitzer, M. (Hrsg.) (2006): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Band 3: Leistungsprozess, 9. Aufl., Stuttgart. Schierenbeck, H.; Wöhrle, C.B. (2012): Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 18. Aufl., München Wien. 34 Erstes Kapitel: Grundlagen, Abgrenzungen und Sichtweisen Swoboda, B.; Jager, M.; Meierer, M. (2008): Dekonstruktion von Wertschöpfungsketten – Ausprägungen, Strukturierungsoptionen und Entscheidungsschritte, in: Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 37. Jg., Nr. 10, S. 532-539. Wöhe, G.; Döring, U. (2010): Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 24. Aufl., München. Vertiefungsliteratur Brockhoff, K. (2002): Geschichte der Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., Wiesbaden. Brockhoff, K. (1999a): Forschung und Entwicklung – Planung und Kontrolle, 5. Aufl., München. Christopher, M. (1998): Logistics and Supply Chain Management, 2. Aufl., London. Porter, M.E. (2010): Wettbewerbsvorteile – Spitzenleistungen erreichen und behaupten, 7. Aufl., Frankfurt a.M. Schierenbeck, H.; Wöhrle, C.B. (2012): Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 18. Aufl., München Wien. Zentes, J.; Swoboda, B.; Morschett, D. (2004): Internationales Wertschöpfungsmanagement, München. Übungsfragen 1. Stellen Sie den Wertkettenansatz von Porter dar, und zeigen Sie Unterschiede zum modifizierten Wertkettenmodell auf. Diskutieren Sie anschließend kritisch die Zweckmä- ßigkeit der in diesem Buch vorgenommenen Modifikationen. 2. Nennen Sie das wesentliche Ziel der Marktbearbeitungs-Prozesse. 3. Erläutern Sie die Wettbewerbsstrategien nach Porter unter Zuhilfenahme einer Zeichnung, und nennen Sie zu jeder Strategie ein Beispiel. 4. Erläutern Sie das Nettonutzenprinzip zunächst allgemein und konkretisieren Sie dieses Prinzip anschließend sowohl aus Nachfrager- als auch aus Anbietersicht. Stellen Sie weiterhin den klassischen Zielkonflikt bei den Interessen von Anbietern und Nachfragern dar. 5. Welche drei Prinzipien kennzeichnen nach Gutenberg einen Betrieb? 6. Ein Unternehmen fertigt ein Produkt zu variablen Kosten von 2 Euro/Stück und Fixkosten von 60 Euro. Am Markt wird das Produkt für 5 Euro verkauft. Berechnen Sie den Break-Even-Punkt! 7. Ein Unternehmen verlangt für sein Produkt einen Preis von 20 Euro. Die variablen Kosten pro Mengeneinheit (ME) betragen 10 Euro und die Fixkosten betragen pro Periode 40.000 Euro. a. Bei welcher Absatzmenge können durch den Stück-Deckungsbeitrag (db = Preis – variable Kosten) gerade die Fixkosten gedeckt werden? b. Wie hoch ist der Gewinn bei einer Absatzmenge von 6.000 ME? c. Das Unternehmen möchte für zusätzliche Werbung 10.000 Euro ausgeben. Um wie viel muss sich die Absatzmenge gegenüber b. erhöhen, wenn der dort erzielte Gewinn wieder erreicht werden soll? d. Welche Kritikpunkte sprechen gegen die Break-Even-Analyse? Zweites Kapitel Marktbearbeitungs-Prozess: Marketing als Wertschöpfungsaktivität A. Gegenstand Eine Betrachtung des Managements von Leistungsprozessen setzt in modernen Unternehmen an dem zentralen Engpass an, dem Absatz. Da zugleich der traditionelle Absatz heutzutage durch ein modernes Marketing-Management abgelöst wurde, i.S. der Planung, Koordination und Kontrolle aller auf gegenwärtige und potentielle Märkte und Kunden ausgerichteten Aktivitäten, stehen nachfolgend die Grundlagen des Marketings im Vordergrund der Betrachtung. Ansatzpunkte bilden dabei die Entwicklung sowie die Ziele und die Bedeutung des Marketings im Sinne einer bestmöglichen Abstimmung der Marketingmaßnahmen auf die Bedürfnisse der Kunden sind fundierte Kenntnisse über das Kundenverhalten erforderlich. Käuferverhaltensforschung sowie die Marktforschung sind die Ansatzpunkte zur Generierung der benötigten Informationen. Hierauf fußen marktorientierte Unternehmen ihre Visionen, ihre strategische Marketingplanung und ihren Marketing-Mix, was nachfolgend ausführlicher betrachtet wird. Zugleich wird den Analysen der Umwelt und des Unternehmens ein breiterer Raum eingeräumt, dem Gedanken einer marktorientierten Führung von Unternehmen folgend. Den Abschluss des Kapitels bildet eine Fallstudie, die die Marketing-Prozesse der Sparkassen unter besonderer Berücksichtigung der kommunikationspolitischen Entscheidungen verdeutlicht, bevor sich Hinweise für vertiefende Literaturquellen und Übungsfragen anschließen. B. Einführende Grundlagen I. Von der Absatzwirtschaft zum marktorientierten Führungskonzept Die Entwicklung des Marketings kann am Begriff Absatz ansetzend erläutert werden. Absatz ist die physische und dispositive Weiterleitung von Gütern an andere Institutionen (Wirtschaftspartner) in arbeitsteiliger Wirtschaft. In diesem Sinne ist Absatz eine entgeltliche Güterübertragung und in jedem Wirtschaftssystem zu finden, d.h. wirtschaftssystemindifferent. Die Aufgaben des Absatzes sind dementsprechend die Sicherstellung der Distribution durch geeignete Vertriebswege und Vertriebsorgane sowie die Information potentieller Abnehmer über Verfügbarkeit und Qualität der angebotenen Leistungen. Eingebettet ist dieses grundlegende Verständnis in die Absatzwirtschaft, die mikroökonomisch als ein betrieblicher Funktionsbereich (der die physische Weiterleitung von Gütern zum Gegenstand hat, d.h. die Bündelung der absatzmarktorientierten Aktivitäten des Unternehmens, i.S. von Distribution) und makroökonomisch als Gesamtheit der Institutionen, die sich mit

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Zusammenfassung

Leistungsprozesse erfolgreich gestalten

Dieses Werk ist nach dem Muster kunden- und marktorientierter Unternehmen aufgebaut und geht von der Absatzmarktbetrachtung aus. Es führt in die grundlegenden Ansätze und Methoden des modernen Managements der Leistungsprozesse ein, erklärt Zusammenhänge in der Praxis und vermittelt zugleich das grundlegende betriebswirtschaftliche Wissen. Das Buch richtet sich an Studierende und Entscheidungsträger.

Schwerpunkte

- Markt- und prozessorientierte Wertschöpfungserstellung und Leistungsprozesse

- Gestaltung der Marktbearbeitungs-Prozesse: Marketing, Innovation und deren Interdependenzen

- Gestaltung der Supply Chain-Prozesse: Produktion, Logistik, Beschaffung und deren Interdependenzen