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A. Gegenstand in:

Bernhard Swoboda, Rolf Weiber

Grundzüge betrieblicher Leistungsprozesse, page 230 - 230

Marketing, Innovation, Produktion, Logistik und Beschaffung

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4631-9, ISBN online: 978-3-8006-4632-6, https://doi.org/10.15358/9783800646326_230

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Siebentes Kapitel Supply Chain-Prozess: Beschaffung als Wertschöpfungsaktivität A. Gegenstand Anders als die Logistik wird die Beschaffung heutzutage zwar breiter in Standardwerken der ABWL behandelt, jedoch wurde sie als strategische Wertschöpfungsfunktion von Unternehmen im Wettbewerb viele Jahre hindurch oftmals nur i.S. eines „operativen Einkaufs“ behandelt. Nachfolgend wird, ansetzend auf der traditionellen Sicht, eine moderne Auffassung von Beschaffung vertreten. Hierzu ist ebenso ein grundlegendes Verständnis dieses Wandels und der Entwicklungstendenzen der „strategischen“ Beschaffung sowie deren Ziele und betrieblichen Bedeutung unerlässlich. Eine Konzeptualisierung von betrieblichen Beschaffungsprozessen erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Entscheidungstatbeständen in der Beschaffung. Hierzu gehören zunächst die strategischen Grundsatzentscheidungen bzgl. der Eigenerstellung oder des Fremdbezuges der benötigten Bedarfe. Dem folgen wichtige Entscheidungen über die grundsätzlichen Strategien einer Beschaffung, welche die darauf folgende prozessuale Ausgestaltung der Beschaffung determinieren. Letztere umfassen idealtypische, in vielen Unternehmen anzutreffende Phasen eines Beschaffungsentscheidungsprozesses. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine Fallstudie, welche die Gestaltung der Beschaffung im Konsumgüterbereich verdeutlicht. Es schließen sich Hinweise für vertiefende Literaturquellen und Übungsfragen an. B. Einführende Grundlagen I. Grundbegriffe und Ziele Im traditionellen Sinne werden unter Beschaffung alle Tätigkeiten des Betriebes verstanden, die die Gewinnung der Mittel zum Ziel haben, denen sich der Betrieb zur Erstellung/Verwertung seiner Produkte bedient. Beschaffung i.w.S. bezieht sich auf Finanzen (Geld und Kapital), was Aufgabe der Finanzwirtschaft ist, auf Arbeitskräfte (unselbstständige Arbeit, dispositiver Faktor), was der Personalwirtschaft obliegt, und der Werkstoffe (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe), was Aufgabe der Einkaufsabteilung ist. Beschaffung i.e.S. bezieht sich auf die Gewinnung der Betriebsmittel (Grundstücke, Gebäude, Großanlagen), was v.a. (früher) Leitungsorganen oblag, und der Gewinnung der Werkzeuge sowie Betriebsstoffe (Maschinen), was (früher) einzelne Abteilungen durchführten. Beschaffung i.e.S. umfasst demnach alle unternehmens- und marktbezogenen Tätigkeiten zur Versorgung des Unternehmens mit Waren, (direktem und indirektem) Material, Dienstleistungen, Rechten sowie Maschinen und Anlagen aus „unternehmensexternen“ Quellen mit dem Ziel, zum Erreichen nachhaltiger Wettbewerbsvorteile beizutragen (vgl. Kaufmann 2001, S. 39f.).

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Zusammenfassung

Leistungsprozesse erfolgreich gestalten

Dieses Werk ist nach dem Muster kunden- und marktorientierter Unternehmen aufgebaut und geht von der Absatzmarktbetrachtung aus. Es führt in die grundlegenden Ansätze und Methoden des modernen Managements der Leistungsprozesse ein, erklärt Zusammenhänge in der Praxis und vermittelt zugleich das grundlegende betriebswirtschaftliche Wissen. Das Buch richtet sich an Studierende und Entscheidungsträger.

Schwerpunkte

- Markt- und prozessorientierte Wertschöpfungserstellung und Leistungsprozesse

- Gestaltung der Marktbearbeitungs-Prozesse: Marketing, Innovation und deren Interdependenzen

- Gestaltung der Supply Chain-Prozesse: Produktion, Logistik, Beschaffung und deren Interdependenzen