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2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 44 - 53

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_44

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 35 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors Kapitelübersicht 2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 2.1.1 Antike . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 2.1.2 Frühmittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 2.1.3 Hoch- und Spätmittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 2.1.4 Frühe Neuzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 2.1.5 Moderne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 2.2 Theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung von Nonprofit- Organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 2.2.1 Theoretische Erklärungsansätze im Überblick . . . . . . . . . . . . . . . . 44 2.2.2 Theorie des Marktversagens/Staatsversagens ( Heterogenitäts theorie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 2.2.3 Theorien des Kontraktversagens und der Konsumentenkontrolle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 2.2.4 Theorien des Unternehmertums . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 2.2.5 Grenzen ökonomischer Theorien im Lichte neuer Herausforderungen für Nonprofit-Organisationen . . . . . . . . . . . . 51 2.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Zentrale Quellen zu Kapitel 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Lernziele Kapitel 2: Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit Management • Sie kennen die historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors in Deutschland in ihren Grundzügen. • Sie können die wichtigsten theoretischen Erklärungsansätze zur Entstehung von Nonprofit-Organisationen erläutern und ihren Erklärungsgehalt diskutieren. 2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors 2.1.1 Antike Die Wurzeln der heutigen Nonprofit-Landschaft werden in der einschlägigen Literatur im Wesentlichen im 19. Jahrhundert gesehen; in der Zeit der Ablösung der ständischen Gesellschaft durch die moderne Bürgergesellschaft (Anheier Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 36 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors36 et al. 2007). Die Folgenden vier Abschnitte des Lehrbuchs zeigen jedoch, dass viele der heute immer noch gültigen Werte und Normen des Nonprofit-Sektors bereits sehr viel früher entstanden sind. So sind dessen Wurzeln in Deutschland bereits in der griechisch-römischen Antike (ca. 1400 AC bis 600 AD) erkennbar. Dort gab es schon Stiftungen und Vereine, die unter anderem soziale oder bildungspolitische Ziele verfolgten. Auch die Ursprünge von Sport- und Geselligkeitsvereinen sowie erster Museen können in dieser Zeit ausgemacht werden (Bolkenstein 1979; Diem 1960; Pomian 1998; Vieregg 2008). Die Nonprofit-Organisationen der Antike entsprechen dabei jedoch nur bedingt unserem heutigen Verständnis. Soziale Stiftungen dienten in erster Linie der Verehrung von Göttern, Helden und Verstorbenen; Vereine konnten sowohl staats- als auch privatrechtlich organisiert sein (Bolkenstein 1979). Das Konzept einer juristischen Person war noch nicht existent, so dass zur Sicherstellung der Erfüllung des Stiftungszwecks oftmals der Stadtstaat als Verwalter des Stiftungsvermögens fungierte (Hands 1968; Pickert 2005). Die damaligen Museen waren Tempel, in denen Opfergaben ausgestellt und bewundert wurden (Vieregg 2008). In Kriegszeiten führte man diese Ausstellungsstücke jedoch wieder in den Kreislauf ökonomischer Aktivitäten zurück, um mit diesem von den Göttern gewährten Darlehen eine Gefahr für das Vaterland abzuwenden (Pomian 1998, S. 24). Die Nonprofit-Organisationen der damaligen Zeit waren also sehr mit dem griechisch-römischen Staat sowie den vorherrschenden religiösen Vorstellungen verknüpft. Auch das Aufkommen des Christentums änderte an diesem Sachverhalt zunächst wenig. Die Gründung der Diakonie innerhalb der christlichen Gemeinden bedeutete zwar eine neue, auf der Norm der Brüderlichkeit basierende Art der Nonprofit-Tätigkeit (Bauer 1999). Dennoch sind auch hier der religiöse sowie staatliche Einfluss manifest. Motiviert von den neutestamentlichen sieben Werken der Barmherzigkeit sowie dem Doppelgebot der Liebe, versuchten die Gemeindemitglieder in der Diakonie ihre Nächsten immer mit dem Notwendigsten zu versorgen. Hierfür führten sie die Position der hauptamtlichen Diakone ein und gründeten im dritten und vierten Jahrhundert erste Hospitäler. Insbesondere während der Zeit der Christenverfolgung wurde das diakonische Prinzip sehr konkret gegenüber Christen und Nicht-Christen angewandt, was zum einen den Hass auf das Christentum verstärkte, gleichzeitig aber auch Bewunderung hervorrief und später zur Tolerierung der christlichen Religion im römischen Reich durch Kaiser Konstantin führte. Am Ende des vierten Jahrhunderts hatte sich das Christentum schließlich als Staatsreligion etabliert. Die Diakonie wurde nun zum Instrument der Politik und übernahm im Auftrag des römischen Kaiserreichs die Aufgabe der Armenfürsorge. Dieser religiös motivierten Nonprofit-Tätigkeit lag ein klares staatspolitisches Kalkül zu Grunde: Die Versorgung der Opfer der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse sollte einen Aufstand dieser Bevölkerungsgruppen verhindern und somit zur Stabilisierung des in das Wanken geratenen römischen Reiches beitragen (Flierl 1992). Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 37 2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors 37 Theorieblock: Caritas und Diakonie Die Begriffe Caritas und Diakonie sind heutzutage im Kontext der freien Wohlfahrtspflege sehr bekannt. Der Caritasverband ist für die soziale Arbeit der katholischen Kirche zuständig. Das Diakonische Werk ist sein Pendant auf der evangelischen Seite. Doch was verbirgt sich konkret hinter diesen Begriffen? Welche Auswirkungen haben diese Prinzipien auf Ihre Arbeit? Die Logos beider Verbände können darauf eine gute Antwort geben. Ob „Flammenkreuz“ bei der Caritas oder „Kronenkreuz“ bei der Diakonie, soziale Einrichtungen, die sich mit einem der beiden Zeichen schmücken, dokumentieren damit ihre Verbundenheit mit einer christlichen Kirche. Caritas und Diakonie bezeichnen von ihrem Ursprung her die gleiche Sache: Beiden geht es um die Beziehung zu anderen Menschen und um das Verhältnis zu Gott. Während sich die Caritas auf das lateinische „carus“ mit der Bedeutung „lieb“, „wertvoll“, „teuer“ bezieht, hebt die Diakonie den Dienst (griechisch „diakonia“) hervor. Beide orientieren sich dabei am Vorbild Jesu, leisten individuelle Hilfe und setzen sich für strukturelle gesellschaftliche Veränderungen ein. Ihr Engagement ist immer auch mit christlicher Verkündigung verbunden. Darauf deutet das Kreuz im Logo der beiden Verbände hin. Die zwölf Flammen um das Kreuz der Caritas nehmen die Verbindung zu alten Traditionen auf. Ein leuchtender Strahlenkranz kennzeichnet seit der Antike Göttliches. Die Krone der Diakonie will ebenso das Kreuz hervor heben, leitet sich formal aber vom „M“ der Vorgängerorganisation „Innere Mission“ ab. Mit den Farben wird diese Bedeutung noch verstärkt. Die Caritas wählte Rot, die Farbe der Liebe. Die Diakonie entschied sich für das himmlische Blau, das im modernen Farbempfinden zusammen mit reinem Weiß hohe Werte symbolisiert. Die Logos von Caritas und Diakonie sind also die Markenzeichen der Nächstenliebe. Quelle: http://www.kirche-von-morgen.de 2.1.2 Frühmittelalter Mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches und der einsetzenden Völkerwanderung im vierten und fünften Jahrhundert zerbrach auch die Organisation der römischen Staatskirche und die Diakonie. In dieser Zeit des Wandels sorgten einzelne Personen (z. B. Severinus, Benedikt von Nursia und Gregor der Große) dafür, dass Normen, wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe, nicht untergingen. Ihr Engagement in der privaten Wohltätigkeit kann als richtungsweisend für die spätere Entstehung der freien Wohlfahrtspflege bezeichnet werden (Flierl 1992). Mit dem Beginn des Frühmittelalters (ca. 600 bis 1050) im fünften und sechsten Jahrhunderts verlagerte sich die politische Macht allmählich nach West- und Mitteleuropa. Waren zunächst die Merowinger das herrschende Geschlecht, wurden diese schließlich um ca. 750 von den Karolingern verdrängt. Karl und Otto dem Großen gelang es mit dem Fränkischen Reich ein stabiles Staatswesen aufzubauen. Beide betrachteten sich als theokratische Herrscher und gingen enge Bündnisse mit der Kirche ein. Insbesondere Otto I. nutzte Reichsbischöfe Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 38 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors38 und Priester, die er als königliche Lehnsherren einsetzte, um sein Reich neu zu strukturieren und legte so den Grundstein für die mittelalterliche Feudalherrschaft (Kinder/Hilgemann/Hergt 2000; Peters 2008). Die hierdurch entstandene religiös-politische Einheit führte nicht nur zu einem Bedeutungsgewinn der Kirche, die nun wieder als aktives Instrument staatlicher Sozialpolitik wirkte (Flierl 1992). Vielmehr, auch bedingt durch die Lehren des Kirchenvaters Augustinus, der den Dualismus einer weltlichen Zivilgesellschaft und eines Gottesstaates begründete (Adloff 2005; Colas 2004; Schmidt 2007), bildete sich nun auch eine verstärkte Jenseitsorientierung im Christentum aus. Diese mündete nicht zuletzt in ein Verbundsystem von „caritas“ und „memoria“: Wohlhabende, die sicherstellen wollten, dass sie nach ihrem Tod das persönliche Seelenheil erlangten, überließen ihr Vermächtnis Klöstern oder sogenannten „Kirchensprengeln“ (heute: Diözesen) zur Gründung von Einrichtungen der Armen-, Alten- und Krankenpflege. Im Gegenzug erwarteten die Spender von den kirchlichen Institutionen, dass diese in bestimmten Abständen eine Messe für sie lasen und regelmäßig im Gebet ihrer gedenken würden. Diese Stiftungen für das Seelenheil waren während des gesamten Mittelalters präsent (Zimmer/Priller 2007). Zudem wurden im gleichen Zeitraum auch von vermögenden Grundherren zur Missionierung der Landbevölkerung Kirchenstiftungen errichtet (Borgolte 1992). Nonprofit-Organisationen waren im Frühmittelalter allerdings nicht nur im sozialen Bereich angesiedelt. Auch Vorläufer des Museums sind in dieser Epoche zu finden. So wurden Andenken von Pilgerfahrten bereits von den Merowingern in Hofkapellen aufbewahrt. Diese Reliquien standen in engem Zusammenhang mit dem Märtyrer- und Heiligenkult des Christentums und waren zentraler Bestandteil der kirchlichen Schatzkammern im Mittelalter. Da von ihnen eine besondere Schutzfunktion für den einzelnen sowie für Städte und Königreiche ausging, strebten Könige und Fürsten danach, möglichst viele dieser sogenannten „Heiltümer“ (veraltete Bezeichnung für Reliquien) zu besitzen und auszustellen. Karl dem Großen wird diesbezüglich eine der größten Sammlungen nachgesagt. Aber auch andere Bestandteile des mittel alterlichen Könighortes und -besitzes gelten als spezifische Vorläufer der heutigen Museen. Hierzu zählen beispielsweise Herrschaftszeichen (Throne, Kronen und Zepter), Gewänder und Stoffe, sowie Waffen und Schmuck (Vieregg 2008). 2.1.3 Hoch- und Spätmittelalter Die Bedeutung der Religion für die Entwicklung von Stiftungen, Hospitälern und Museen sowie Universitäten war auch noch im Hoch- und Spätmittelalter (ca. 1051 bis 1500) präsent. Einrichtungen der „caritas“ und „memoria“ prägten das Bild der Stiftungslandschaft weiterhin. Mittelalterliche Herrscher stellten immer noch Reliquien aus. Im 11. Jahrhundert kam es zudem zu einer erneuten christlich-klösterlichen Hospitalbewegung (Flierl 1992). Da Universitäten – alle deutschen Universitäten des Mittelalters waren Stiftungsuniversitäten – primär dem Lobe Gottes und der Verbreitung des Glaubens dienen sollten, war auch der Lebensrhythmus der dort arbeitenden Wissenschaftler zutiefst kirchlich geprägt (Scholastik) (Borgolte 1992). Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 39 2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors 39 Erst mit der Entwicklung der Stadtwirtschaft, in der sich neben der Landwirtschaft Handel und Handwerk etablierten (Blum 2004), traten zu den alten geistigen Idealen neue weltliche Leitbilder. Die Hilfe für den Mitbürger wurde nicht mehr als Akt der Nächstenliebe gesehen. Vielmehr galt sie als Mittel, das Ansehen der Stadt zu erhöhen und ihren Wohlstand zur Schau zu stellen. Zu diesem Zweck übernahmen die Städte schrittweise den Einfluss in klösterlichen Einrichtungen und begannen, sofern nicht von reichen Bürgern getan, selbst Spitäler zu stiften und soziale Hilfsprogramme durchzuführen (Flierl 1992). Minicase: Bürgerspital Würzburg Johannes von Steren (ca. 1270–1329), ein Würzburger Patrizier ministerialischer Herkunft, überließ um 1316 ein Anwesen am bis heute traditionellen Standort zur Aufnahme pflegebedürftiger Menschen und begründete damit die Stiftung, seit dem 16. Jahrhundert Bürgerspital genannt. In einer Urkunde vom 23. Juni 1319, auch Schiedsbrief genannt, bestätigte Fürstbischof Gottfried von Hohenlohe die teilweise Exemtion des „Neuen Spitals“ und die Verwaltung durch drei bürgerliche Pfleger. Mit der schnell anwachsenden Zahl der Stadtbevölkerung wurde es nötig, dass sich die Bürger an der bisher allein von der Kirche getragenen Sozialfürsorge beteiligten. Am 2. Januar 1321, sofort nach dem Eintreffen der päpstlichen Bestätigung der Stiftungsgründung, erfolgte die wirtschaftliche Ausstattung des neuen Spitals durch die Stifterfamilie. Für die Spitalbewohner wurden jährlich 30 Malter Roggen zur Verfügung gestellt. Die Stifterfamilie garantierte dauerhaft diese Naturalversorgung durch Pfandverschreibung an 13 Morgen Weinbergen im Sand und am Lindach, deren spätere Übertragung sie zusätzlich in Aussicht stellte. Gleichzeitig übertrug sie für den Spitalbetrieb jährliche Zinseinnahmen in Höhe von drei Pfund Würzburger Pfennigen an verschiedenen anderen Pfandobjekten. Ebenso überließen Johannes von Steren und seine Ehefrau Mergardis auch drei Häuser, von denen eines sofort in den Spitalbetrieb einbezogen wurde „zur Aufnahme neu ankommender bedürftiger Gesunder“ (Hospizzweck). Drei Gartengrundstücke und ein „zu den Rosen“ genannter Hof rundeten die Nachdotation ab. Den Betrieb des Spitals alleine zu finanzieren reichte die Finanzkraft der Stifterfamilie nicht aus. Der Gründungsakt um 1316 war die Initialzündung einer von der Bürgerschaft getragenen Sozialstiftung, so wie es das älteste „Siegel des Neuen Spitals der Bürgerschaft von Würzburg“ (um 1340) schon dokumentiert. Zahlreiche Zustiftungen sicherten den Betrieb des „Neuen Spitals“ und die Versorgung der „Insassen“. Vor allem Frauen haben schon zwei Jahre nach dem Tod des Stifters die Tradition einer nicht abreißenden Kette von bürgerlichen Zustiftungen begründet. Die größte Zustiftung in der Geschichte des Bürgerspitals erfolgte im Jahre 1340 durch die Brüder Rüdiger und Wölflin Teufel mit der Übertragung ihres Besitzes im Dorf Laub und durch die Robert und Margret Krick-Stiftung im Jahre 2000. Quelle: http://www.buergerspital.de Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 40 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors40 2.1.4 Frühe Neuzeit Die Jahre der frühen Neuzeit (ca. 1501 bis 1800) konstituierten eine Zeit tiefgreifender Veränderungen in Religion, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. So führte die von Martin Luther 1517 initiierte Reformation nicht nur zu einer Spaltung der katholischen Kirche. Vielmehr wurde dadurch auch ein Grundstein für zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen gelegt, da weltliche Normen und Maßstäbe wie die Freiheit des Menschen immer mehr an Gewicht gewannen. Insbesondere Calvins Prädestinationslehre, die weltlichen Erfolg als Zeichen der Gnade Gottes wertete, legitimierte das gewinnorientierte Wirtschaften (Blum 2004). Auf der politischen Ebene kam es während dieses Zeitalters zu ersten Zentralisierungstendenzen in Europa. Es bildeten sich konstitutionelle und absolutistische Regime, die gemeinhin als Ursprung des modernen Staates betrachtet werden. In diesem Prozess der Machtkonzentration und Durchsetzung des Gewaltmonopols wuchsen die Gesellschaften immer mehr zusammen und differenzierten sich zusehends vom Staat. Auch Politik, Recht und Wirtschaft bildeten nach und nach eigene Subsysteme innerhalb der Gesellschaft. Diese Ausdifferenzierung führte zu einer vermehrten Abstimmung zwischen den Gesellschaftsmitgliedern und schaffte Freiräume für eine verbesserte innergesellschaftliche Organisation (Adloff 2005). In der Tat können in der Zeit vom ausgehenden 15. bis zum 18. Jahrhundert insbesondere im Bildungsbereich erste, unabhängig von zünftischen, monarchischen oder korporativen Bindungen existierende Formen der bürgerlichen Selbst organisation angetroffen werden. Humanistisch gesinnte Gelehrte formten sogenannte Sodalitäten; Vereinigungen, die wissenschaftliche Pläne diskutierten und dem Scholastizismus der Universitäten skeptisch gegenüber standen. Auch Sprachgesellschaften sind diesem Bereich hinzuzuzählen (Wex 2004). Darüber hinaus bildeten sich im 18. Jahrhundert mit den Freimaurerlogen und Illuminatenorden politische Vereinigungen heraus. Während erstere insbesondere für die Verbreitung aufklärerischen Gedankenguts verantwortlich waren, müssen letztere direkt als politische Vereinigungen gesehen werden. Die Illuminaten waren stets darauf bedacht, ihren Einfluss zu vergrößern und Organisationen gezielt zu unterwandern. Am Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich auch frühe politische Strömungen wie der Liberalismus, Konservativismus und Radikalismus etabliert. Menschen, die sich diesen Bewegungen zugehörig fühlten, begannen erste Gruppierungen zu formen, die als Vorboten der heutigen Parteien angesehen werden können (Wex 2004). In dieser Phase der bürgerlichen Selbstorganisation lassen sich auch die direkten Vorläufer der freien Wohlfahrtspflege und heutigen Museen erkennen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Armut in weiten Teilen Deutschlands so groß, dass die Städte allein nicht mit dem Problem der Bettelei fertig wurden. Private Initiativen, wie die Franckeschen Anstalten und die Hamburgische Patriotische Gesellschaft, versuchten, diesem Problem aktiv entgegen zu wirken. Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 41 2.1 Historische Entwicklung des Nonprofit-Sektors 41 2.1.5 Moderne Die Moderne (ca. 1801 bis heute), insbesondere das 19. Jahrhundert, gilt gemeinhin als der Zeitraum, in der sich aus den verschiedenen vereinzelt existierenden Nonprofit-Organisationen schließlich der Nonprofit-Sektor in seiner Gesamtheit konstituierte (Anheier et al. 2007). Die durch die Industrialisierung und Verstädterung bedingte weitere Ausdifferenzierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichte dem aufstrebenden Bürgertum weitere Formen der Selbstorganisation. Insbesondere das typisch deutsche Vereinswesen entwickelte sich damals äußerst dynamisch, z. B. durch die Gründung von Turn-, Gesangs-, Gesellen-, Konsum- und Arbeiterbildungsvereinen. Das 19. Jahrhundert gilt somit als Blütezeit dieser Organisationsform. Ein großer Teil der bürgerlichen Eliten war in irgendeiner Form ehrenamtlich in ihr aktiv oder trug zu ihrer Finanzierung bei. Besonders war dies in den Stadtstaaten zu erkennen, wo sich Handelsbürger konzentrierten. In Frankfurt am Main gab es beispielsweise die Senckenbergischen Stiftungen (Bürgerhospital und medizinisch-wissenschaftliche Stiftung mit Bibliothek), die Städelsche Stiftung (Kunstschule und Museum), den Polytechnischen Verein (Fortbildung von Arbeitern, Sparkasse für kleine Leute), das Rothschildsche Judenhospital (das allerdings nur zahlenden Mitgliedern offenstand), die Waisenhausstiftung sowie eine Armenküche und eine Schule, die beide von den bürgerlichen Damen des Frauenvereins betrieben und finanziert wurden (Roth 1996). Auch auf die im Zuge des Kapitalismus aufkommende soziale Frage wurde mit Vereinsgründungen reagiert, so dass der „Verein“ immer mehr zum Träger sozialer Einrichtungen und Aufgaben wurde, indem er den Staat bei der Lösung der sozialen Probleme entlastete. Hieraus sollte sich später das für Deutschland typische duale System der Wohlfahrtspflege entwickeln (Flierl 1992; Wex 2004). Hier liegt auch der Ursprung dafür, dass weite Teile des Nonprofit-Sektors in Deutschland hinsichtlich ihrer Finanzierungsstruktur stark von der öffentlichen Hand abhängig sind, während sich in anderen westlichen Industrienationen (z. B. USA, Schweden, Dänemark, Spanien, Portugal, Tschechische Republik) Nonprofit-Organisationen zu einem großen Teil über Gebühren und Einnahmen aus Philanthropie finanzieren (Salamon/Sokolowski/List 2004). Ferner entstand in dieser Zeit eine Vielzahl von Nonprofit-Organisationen durch die Vermischung von neuen institutionellen Formen, wie beispielsweise freiwilligen Vereinigungen und Anstalten/Körperschaften des öffentlichen Rechts, mit Elementen der mittelalterlichen Ständegesellschaft (Anheier et al. 2007). Die Kammern und Innungen, deren Wurzeln in den berufständischen Organisationen der Gilden und Zünfte liegen, sind hierfür nur ein Beispiel (Zimmer/Priller 2007). Durch diese Zusammenführung ergab sich eine bis heute wohl für Deutschland als charakteristisch zu bezeichnende politisch-institutionelle Kompromissstellung des Nonprofit-Sektors: Auch wenn viele freiwillige Vereinigungen Träger der bürgerlichen Ideale von Freiheit und Demokratisierung waren, reichen die Wurzeln des Nonprofit-Sektors doch weit in die Gesellschaft des Alten Reiches und der damit verbundenen politischen Ordnung zurück (Anheier et al. 2007). Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 42 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors42 Minicase: Portrait Evangelisches Stift Freiburg Vor 150 Jahren wurde das Evangelische Stift von dem Fabrikanten Carl Mez gegründet. Es war seine persönlichste Gabe an die Gemeinschaft der evangelischen Christen in Freiburg. Aus Anlass seiner silbernen Hochzeit im Jahre 1859 hatten seine Söhne ihm einen ersparten Betrag „zur Stiftung einer Wohltätigkeitsanstalt“ überreicht. Er kaufte ein stattliches Wohnhaus in der „Pfaffengasse“ 785, heute Herrenstra- ße 7, zu welchem ein Garten und auch Rebgelände gehörten und vor allem ein eigener Brunnen! Carl Mez bestimmte, dass die evangelische Gemeinde Freiburgs an der Verantwortung für das Stift beteiligt werden sollte und leitete in den ersten Jahren seines Bestehens das Stift zusammen mit dem Verwaltungsrat, der sich aus acht ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzte. Im Oktober 1860 begann im Hinterhaus der Pfaffengasse die Arbeit. Als evangelischer Christ und als Politiker übernahm Carl Mez (1808 – 1877) die Verantwortung in zahlreichen Ämtern, setzte sich für die verfassungsmäßig verbürgten Freiheiten und Rechte ein, als Unternehmer engagierte er sich für die soziale Sicherung seiner Arbeiterinnen und Arbeiter. Im Laufe der Jahrzehnte vergrößerte sich Grund und Boden und die Rahmenbedingungen veränderten sich. Zunächst waren es vor allem Häuser für Waisen und Jugendliche. Ab 1877 kam ein Hospiz für alte Menschen mit 52 Zimmern dazu. Bis heute ist die Altenhilfe der Schwerpunkt unserer Einrichtungen. In über 150 Jahren entwickelte sich das Evangelische Stift Freiburg zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen mit diakonischem Auftrag. Quelle: www.stift-freiburg.de Industrialisierung und aufstrebender Kapitalismus bildeten darüber hinaus die Grundlage für die Formierung von Nonprofit-Organisationen aus dem wirtschaftlichen Bereich. Die Ursprünge sowohl der Berufs- als auch der Industriegewerkschaften, aber auch der Unternehmerverbände wie z. B. des „Centralverbands Deutscher Industrieller“ datieren aus dem 19. Jahrhundert. Adressaten der Verbandsaktivitäten waren in der Regel die Staatsverwaltungen sowie die sich seit der Paulskirchenversammlung im Entstehen befindlichen Parteien und politischen Institutionen (Wex 2004). Am Ende des 19. Jahrhundertes hatte sich durch die Ausdifferenzierung des privatwirtschaftlichen Gesellschaftsrechts und seiner Organisationsformen das „institutionelle Repertoire des Nonprofit-Sektors“ (Anheier et al. 2007, S. 19) in Deutschland vollständig entwickelt. Seitdem können sich NPO als privatrechtliche Vereine, öffentlich-rechtliche Anstalten, Körperschaften und Stiftungen, aber auch als privatrechtliche Stiftungen nach bürgerlichem Recht organisieren. Auch klassische privatrechtliche Rechtsformen wie die GmbH oder die AG können die Bezeichnung „gemeinnützig“ erhalten und eignen sich so für NPO: gGmbH als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung sowie gAG als gemeinnützige Aktiengesellschaft. Diese „institutionelle Elastizität“ ermöglicht Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Interessen und Kräfte (vgl. Anheier et al. 2007). Dies erklärt wohl auch, warum sich der heutige Nonprofit-Sektor von politischen, über wirtschaftliche bis hin zu sozio-kulturellen und karitativen Organisationen erstreckt (zur jüngeren historischen Entwicklung des deutschen Nonprofit-Sektors vor und nach der Wiedervereinigung vgl. Anheier/Priller 1991; zur Rolle der deut- H elm ig/B oen igk – N onprofit M anagem ent – H erstellu ng: Frau D eu ringer Stand : 20.04.2012 Statu s: D ru ckd aten Seite 43 2.1 H isto risch e En tw icklu n g d es N o n p ro fit-Sekto rs 43 A b b ild u n g  2-1: En tw icklu n g slin ien d er N o n p ro fit-O rg an isatio n en in D eu tsch lan d Antike 1400 AC – 600 AD Frühmittelalter 601 – 1050 Hoch-/Spätmittelalter 1051 – 1500 Frühe Neuzeit 1501 – 1800 Moderne 1801 – heute Phase der religiös-staatlichen Prägung von NPO Phase der Säkularisierung von NPO Phase der Konstituierung von NPO •Religiöse Stiftungen und Vereine •Soziale Stiftungen und Vereine •Bildungsstiftungen •Diakonie •Hospitäler •Private Wohltätigkeit •Soziale Stiftungen der caritas und memoria •Christliche Hospitalbewegung •Städtische Spitäler •Private Stiftungen •Freie Fürsorge •Duales System der Wohlfahrtspflege •Hilfsorganisationen •Entwicklungshilfeorganisationen •Organisierte Selbsthilfegruppen mit karitativem Zweck •Sportvereine •Geselligkeitsvereine •Schatzhäuser •Kirchenstiftungen •Kirchliche Schatzkammern •Fürstliche Schatzkammern •Stiftungsuniversitäten •Schützenbrüderschaften •Sodalitäten •Sprachgesellschaften •Gelehrte Gesellschaften •Akademien •Patriotisch-gemeinnützige Gesellschaften •Lesegesellschaften •Museen •Sportvereine •Gesangsvereine •Freizeitvereine •Heimatvereine •Organisationen in den Bereichen Kunst/Kultur • Illuminatenorden •Politische Gruppierungen •Freimaurerlogen •Politische Parteien •Umweltorganisationen •Organisierte Bürgerinitiativen •Politische organisierte Organisationen •Zünfte •Gilden •Genossenschaften •Gesellenvereine •Konsumvereine •Arbeiterbildungsvereine •Kammern und Innungen •Gewerkschaften •Unternehmerverbände K a r i t a t i v e N P O S o z i o k u l t u r e l l e N P O P o l i t i s c h e N P O W i r t s c h a f t l i c h e N P O Z e i t a c h s e Zeitach se K aritative N PO So zio ku ltu relle N PO Po litisch e N PO W irtsch aftlich e N PO Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 44 2 Historische Entwicklung und Theorien des Nonprofit-Sektors44 schen Wohlfahrtsverbände im Kontext der Europäischen Integration auch Lange 2003). Abbildung 2-1 fasst die skizzierte Entwicklung graphisch zusammen. 2.2 Theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung von Nonprofit-Organisationen 2.2.1 Theoretische Erklärungsansätze im Überblick Theorien zur Existenz von Nonprofit-Organisationen bzw. des Nonprofit- Sektors finden sich in verschiedenen Fachdisziplinen, insbesondere in den Bereichen Ökonomie, Soziologie und Politologie (Anheier/Ben-Ner 1997). Trotz jüngerer theoretischer Weiterentwicklungen sind die volkswirtschaftlichen Theorien, die maßgeblich in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt wurden, „im Mittelpunkt des konzeptionellen Verständnisses des Nonprofit-Sektors“ (Toepler/Anheier 2005, S. 48). Theorieblock: Was ist eine Theorie? Der Begriff kommt aus dem Griechischen: théa „das Anschauen, das Angeschaute“ und horáein „sehen“. Unter einer Theorie versteht man sowohl ein widerspruchsfreies System von wissenschaftlichen Aussagen über eine (hypothetische) gesetzmäßige Ordnung, als auch über einzelne empirische Befunde eines bestimmten Erkenntnis- bzw. Objektbereichs. Einen Überblick über ausgewählte Theorien zu dem Zweck der Erklärung der Entstehung von Nonprofit-Organisationen (sog. Existenztheorien) vermittelt Abbildung 2-2. Neben den volkswirtschaftlichen Existenztheorien wurden insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren auch politikwissenschaftliche Ansätze entwickelt. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Interdependenztheorie zu nennen, die jedoch stark auf ökonomischen Argumenten basiert. So wird postuliert, dass Nonprofit-Organisationen wegen geringerer Transaktionskosten Vorläufer staatlicher Eingriffe aufgrund von Marktversagen sind. Ferner ergeben sich wegen des gleichzeitigen Philanthropieversagens, so die Vertreter der Interdependenztheorie, Synergien aus einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Nonprofit-Organisationen und Staat. Insofern wird im Rahmen dieses Denkansatzes Abstand genommen von der Annahme eines Markt- und Staatsversagenstheorie (Heterogenitätstheorie) Kontraktversagenstheorie (Theorie der Informations-Asymmetrie) und Theorie der Konsumentenkontrolle (Stakeholderansätze) Theorien des Unternehmertums Soziologische Theorien Ökonomische Theorien Politologische Theorien Abbildung 2-2: Überblick über theoretische Ansätze zur Erklärung des Vorhandenseins von Nonprofit-Organisationen (Existenztheorien)

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg