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6.5 Zusammenfassung in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 195 - 196

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_195

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 189 6.5 Zusammenfassung 189 von Arnett, German und Hunt (2003) zeigte sich beispielsweise ein statistisch hoch signifi kanter Zusammenhang des Konstrukts „identity salience“ mit dem Geldspende verhalten von Alumni einer Universität. Für die Verwendung von Identi fikation und Zufriedenheit spricht ferner, dass Nonprofit-Organisationen sehr häufig mitgliederbezogene Vereinsstrukturen aufweisen und die Mitglieder der Organisation i. d. R. nicht als „externe Kunden“, sondern als Interne angesehen werden, die durch ihr persönliches Engagement für den Verein ihre per sönliche Identifikation zum Ausdruck bringen. Hieraus folgt für die Führung der Nonprofit-Organisation, dass nicht nur ein Zufriedenheitsmanagement, sondern auch ein aktives Identifikationsmanagement umgesetzt werden sollte. Liegt eine hohe Spenderzufriedenheit und -identifikation vor, so treten in der Folge zumeist auch Bindungseffekte in dem Sinne auf, dass der Spender eine höhere Bereitschaft aufweist erneut zu spenden, ggf. auch öfters spenden will und zudem positiv über die Organisation spricht. Diese drei Merkmale sind dementsprechend auch die üblicherweise verwendeten Items zur Messung des Konstrukts Spenderbindung. Unter der Annahme, dass alle Konzeptbausteine der Erfolgskette positiv verlaufen, endet die Erfolgskette letztlich mit der Schaffung einer sozialen Wertschöpfung bzw. Missionserreichung. Als soziale Werte können etwa „Gesundheit“, „Menschenrechte“ (Whitman 2008) oder die Lösung sozialer Probleme wie die Armenfürsorge (Heitzmann 2004) bezeichnet werden. 6.5 Zusammenfassung Das Fundraising Management, verstanden als Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle von Aktivitäten mit dem Ziel, finanzielle oder auch sachliche Spenden zu akquirieren, nimmt eine zentrale Stellung in den Aufgaben von Nonprofit-Organisationen ein und wird zunehmend schwieriger, weil der Wettbewerb um Privatspenden und Firmenspenden steigt. Umso bedeutender ist es für spendensammelnde Organisationen, diejenigen Mechanismen zu verstehen, die zentral auf das Spendenverhalten von Personen einwirken. In einem aktuellen Literaturüberblick wurden acht Mechanismen identifiziert, denen eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Dies sind die Dringlichkeit der Hilfe, Altruismus, psychologische Vorteile, Reputation, Kosten und Nutzen Abwägungen, Wertvorstellungen, Wirkungen der Spende sowie Werbeaktivitäten. Es ist jedoch allgemeiner Konsens, dass nicht ein einziges Motiv, sondern zumeist der Mix aus verschiedenen Mechanismen dafür verantwortlich ist, dass gespendet wird. Dementsprechend wurden in der Fundraisingforschung auch Bestrebungen unternommen, umfassendere Modelle des Spendenverhaltens abzuleiten. Ein solches Modell ist in Abbildung 6-3 dargestellt. Ferner ist im Fundraising eine Entwicklung weg vom transaktionsorientierten hin zum Relationship Fundraising festzustellen. Ersteres zielt eher auf die kurzfristige Akquisition einer Spende ab und will eher weniger eine Beziehung zum Spender aufbauen, während letzeres die Beziehung in das Zentrum stellt und dementsprechend auch Ziele wie Spenderzufriedenheit, Spenderbindung, Spenderidentifikation, Spenderrückgewinnung oder auch die Steigerung des Donor Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 190 6 Fundraising Management190 Lifetime Value verfolgt werden. Sowohl im transaktionsorientierten, als auch im Relationship Fundraising, werden die jeweiligen Fundraisingkampagnen systematisch geplant und ein Fundraisingmix abgeleitet. Der Fundraisingmix beinhaltet diejenigen, konkreten Einzelinstrumente des Fundraising, die die Organisation bzw. der zuständige Fundraiser aus den verschiedenen Sub-Bereichen des Fundraising (persönliches Fundraising, über Massenmedien, Online- Fundraising, Fundraising in Bezug auf Großspender, Unternehmen, Staat oder auch andere Nonprofit-Organisationen, wie z. B. Stiftungen) zusammenstellt. Zentrale Quellen zu Kapitel 6 Bekkers, R./Wiepking, P. (2010). A Literature Review of Empirical Studies of Philanthropy: Eight Mechanisms that Drive Charitable Giving, in: Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly, Vol. 39, September, S. 1–50. DZI (2010): Spendenbericht Deutschland 2010. Daten und Analysen zum Spendenverhalten in Deutschland, Berlin. Sargeant, A./Jay, E. (2010): Fundraising Management − Analysis, Planning and Practice, 2. Aufl., New York. Scherhag, C./Boenigk, S. (2010): Relationship Fundraising: Stand der empirischen Forschung, theoretischer Bezugsrahmen und zukünftige Forschungsfelder, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ZögU) − Journal for Public and Nonprofit Services, 33. Jg., Nr. 4, S. 354–367.

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg