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8.2 Entwicklungsstufen von Partnerschaften in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 218 - 219

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_218

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 212 8 Nonprofit-Partnerschaften212 8.2 Entwicklungsstufen von Partnerschaften Innerhalb einer Nonprofit-Partnerschaft werden verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen, die in Abbildung 8-2 im Überblick dargestellt sind. In die Entstehungsstufe einer Partnerschaft fallen sämtlich Aktivitäten, die eine Nonprofit-Organisation durchführen muss, damit eine Entscheidung zu dem letztlich verbindlichen Nonprofit-Partner fallen kann. Häufig erfolgt zunächst eine Analyse der strukturellen Charakteristika potenzieller Partnerorganisationen, beispielsweise zur Branche, Größe oder zu den Kompetenzen des potenziellen Partners (Berger/Cunningham/ Drumwright 2004). Ferner spielt auch das ehemalige Verhältnis der beteiligten Organisationen eine Rolle. Eine vertrauensvolle Interaktion der letzten Jahre lässt beispielsweise darauf schließen, dass eine engere Nonprofit-Partnerschaft auch in Zukunft erfolgreich verlaufen wird (Rondinelli/ London 2003). Letztlich ist die Entstehung einer Nonprofit-Partnerschaft auch durch die Ziele und Motive der Partner geprägt. Organisationen unterschiedlicher Sektoren verfolgen in der Regel unterschiedliche Motive, wie beispielsweise die Erschließung finanzieller Einnahmequellen (Nonprofit-Organisationen), Knowhow Zuwachs (öffentliche Organisationen) oder die Imagepflege (Unternehmen). Die darauffolgende Implementierungsstufe einer Nonprofit-Partnerschaft wird in der einschlägigen Literatur in vier Phasen unterteilt (Seitanidi 2010). In der ersten Phase erfolgt die verbindliche Selektion des Partners. Die zweite Phase widmet sich der Gestaltung der Partnerschaft, das heißt der Definition von gemeinsamen Zielen, Projekten oder sonstigen Maßnahmen (z. B. Websitegestaltung, Medienkommunikation usw.) zur Umsetzung der Zusammenarbeit. Die dritte Phase beschreibt die Institutionalisierung der Partnerschaft durch den Aufbau von Organisationsstrukturen und -prozessen, die letztlich in der vierten Phase meist auch Anpassungsprozessen unterlegen sind; sei es durch Konflikte, die während der Partnerschaft aufgetreten sind oder auch durch Veränderungen des Umfeldes, die eigene Anpassungen erforderlich machen. Entwicklungsstufen von Nonprofit Partnerschaften Stufe 1: Entstehung Stufe 2: Implementierung Stufe 3: Ergebnis Strukturelle Charakteristika der Partner Beziehung vor der Partnerschaft Motive der beiden Partner Selektion Akzeptanz und Gestaltung Institutionalisierung Veränderung als Prozess Organisationale Ergebnisse Soziale Ergebnisse Gesellschaftliche Ergebnisse Gesamtheitliche Betrachtung der Partnerschaft Konflikt Veränderung Abbildung 8-2: Übersicht der Entwicklungsstufen von Nonprofit Partnerschaften (Quelle: In Anlehnung an Seitanidi 2010) Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 213 8.3 Corporate-Nonprofit-Partnerschaften 213 Nachdem sich die Nonprofit-Organisation für eine Partnerschaft entschlossen und diese implementiert hat, gelangt die Partnerschaft in die Ergebnisstufe, wobei in der einschlägigen Literatur drei verschiedene Ergebniskategorien differenziert werden (Kanter 1999; Seitanidi 2010): • Organisationale Ergebnisse der Partnerschaft: Ergebnisse für die Organisation werden in der US-amerikanischen Forschung als „organizational outcomes“ bezeichnet. Für Nonprofit-Organisationen kann dies die Einflussnahme auf andere Sektoren, für öffentliche Organisationen ein Know-how Zuwachs sein. Für Unternehmen ergeben sich beispielsweise Ergebnisse, wie eine umweltfreundliche Produktion oder Kontakte zu Nonprofit-Experten. • Soziale Ergebnisse der Partnerschaft: Soziale Ergebnisse, im Englischen als „social outcomes“ bezeichnet, sind Ergebnisse einer Partnerschaft, die sich aus dem Tätigkeitsbereich bzw. aus der Mission der Nonprofit-Organisation heraus ergeben. Dabei kann es sich um die Fortsetzung der Tätigkeiten für einen bestimmten Zweck, z. B. Verteilung von Medikamenten in Entwicklungsländern, durch die finanzielle Unterstützung eines Unternehmens oder die Verstärkung des Personals durch Freiwilligenarbeit der Unternehmen handeln. • Gesellschaftliche Ergebnisse der Partnerschaft: Ergebnisse für die Gesellschaft oder „societal outcomes“ umfassen letztlich jene Wirkungen einer Nonprofit-Partnerschaft, die für die Gesellschaft als Ganzes entstehen. Die Zusammenarbeit in einer Partnerschaft kann beispielsweise zur Reduktion von Arbeitslosigkeit in einer bestimmten Region eines Landes führen (Provan/Milward 2001). 8.3 Corporate-Nonprofit-Partnerschaften 8.3.1 Begriffliche Grundlagen und Forschungsbereiche Corporate-Nonprofit-Partnerschaften stellen eine Form der intersektoralen Partnerschaften dar, die Nonprofit-Organisationen eingehen können. Diese werden in der deutschsprachigen Nonprofit-Forschung auch mit (teilweise englischsprachigen) Begriffen wie, „Kooperationen zwischen Profit- und Nonprofit-Organisationen“ (Meffert/Holzberg 2009), „Civil-Private Partnerships“ (Prinzhorn 2010) oder „soziale Kooperationen“ (Damm/Lang 2001), bezeichnet. In der US-amerikanischen Forschung werden mehrheitlich die Begriffe „crosssector partnerships“ (Bryson/Crosby/Middleton Stone 2006; Seitanidi 2010), „social partnerships“ (Waddock 1988), „cross-sector alliances“ oder „cross-sector relationships“ (Wymer/Samu 2003) verwendet. D ef in it io n Was versteht man unter einer Corporate-Nonprofit-Partnerschaft? Unter einer Corporate-Nonprofit-Partnerschaft versteht man die bewusste Zusammenarbeit einer oder mehrerer gewinnorientierter Unternehmen mit einer oder mehreren Nonprofit-Organisationen. Die Partnerschaft beinhaltet den Einsatz von Ressourcen, wie Zeit und finanzielle Mittel, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, das in Verbindung mit einer Nonprofit-Mission steht und ohne die Partnerschaft nicht oder nur schlechter realisierbar wäre.

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg