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Andrea Jördens, The Petra Papyri V. Edited by Antti Arjava, Jaakko Frösén, and Jorma Kaimio. With Contributions by Matias Buchholz, Traianos Gagos (†), Ahmad M. al-Jallad, Maarit Kai-mio, Ludwig Koenen, Marjo Lehtinen (†), Tiina Purola, and Marja Vierros. Plates pre-pared by Maija Holappa. in:

Gnomon, page 18 - 22

GNO, Volume 93 (2021), Issue 2, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2021-2-18

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C.H.BECK, München
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G. Heinemann: Strobel/Wöhrle (Hrsgg.), Angewandte Epistemologie 114 älteren, animistischen Weltverständnisses. Andererseits fiel mir eine gewisse Unsicherheit in der Identifizierung des «basalen metaphorischen Modells» (239) der frühen griechischen bzw. der neuzeitlichen Wissenschaft auf. An einer Stelle (234 Anm. 36) deutet Lattmann selbst an, dass das adikia/dikê-Modell Anaximanders (ich ergänze: ebenso dikê = eris bei Heraklit) nicht auf das biologische Modell reduziert werden kann. Warum nicht von vornherein damit rechnen, dass die frühe griechische Wissenschaft unterschiedliche metaphorische Modelle konstruiert, kombiniert und rekombiniert? Und ebenso die neuzeitliche Wissenschaft, deren Maschinenmetaphern Lattmann leider unerwähnt lässt? Der Band enthält einige ausgezeichnete Beiträge (meine Favoriten sind Sandstad und Dunsch). Insgesamt zeigt er eher die Vielfalt als den Zusammenhang der mit dem Stichwort ‘angewandte Epistemologie’ angesprochenen Themen. Kassel Gottfried Heinemann * The Petra Papyri V. Edited by Antti Arjava, Jaakko Frösén, and Jorma Kaimio. With Contributions by Matias Buchholz, Traianos Gagos (†), Ahmad M. al-Jallad, Maarit Kaimio, Ludwig Koenen, Marjo Lehtinen (†), Tiina Purola, and Marja Vierros. Plates prepared by Maija Holappa. Amman: American Center of Oriental Research . XXIII, S. In dem fünften und letzten Band der Papyri aus dem jordanischen Petra legt die finnische Forschergruppe um Antti Arjava, Jaakko Frösén und Jorma Kaimio nunmehr knapp weitere Texte vor, die im Dezember in einem Nebenraum der spätantiken Kirche gefunden wurden und mehr oder weniger sicher zu interpretieren sind, ergänzt um eine Zusammenstellung von ‘Single Words’ ( – ), die sich auf nicht mehr zuzuordnenden Fragmenten entziffern ließen. Die detailreichen Ausführungen zum ‘People of Petra’ ( – , Antti Arjava) sowie zum Griechischen ( – , Marja Vierros) und Arabischen ( – , Ahmad M. al-Jallad) sind dabei zugleich als Résumé der bisher gewonnenen Erkenntnisse zu betrachten. Beigegeben ist überdies ein Gesamtindex zu allen in der Reihe publizierten Texten ( – ), während für anderes wie Fundgeschichte und Restaurierungsarbeiten oder die Rekonstruktion der Familienverhältnisse des Protagonisten Theodoros, Sohn des Obodianos, auf die Vorgängerbände zurückzugreifen ist (vgl. zu ersterem nur P. Petra I, ff bzw. ff, zu letzterem ebd. f, mit den Korrekturen in P. Petra III, ). Passend zum . Jahrestag des in Amman gegründeten American Center of Oriental Research findet damit eine der aufsehenerregendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte auf dem Gebiet der Papyrologie ihren würdigen Abschluß, die mit den von Zbigniew T. Fiema geleiteten Ausgrabungen des Komplexes in den frühen er Jahren begann. Völlig unerwartet traten dabei in einem Seitenraum neben der Westapsis Dutzende karbonisierter Papyrusrollen zutage. Dort waren sie gegen Ende des . Jh. oder zu Beginn des . Jh. einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen, ohne jedoch vollständig zu verbrennen, da ähnlich wie bei dem Gauarchiv im ägyptischen Thmuis oder auch der nochmals berühmteren ‘Villa dei Papiri’ in Herculaneum die Sauerstoffzufuhr noch im Verlauf des Prozesses zum Erliegen kam. Für die Bearbeitung dieses diffizilen Materials wurden neben US-amerikanischen Gelehrten, GNOMON 2/93/2021 A. Jördens: Arjava et al. (edd.), The Petra Papyri V 115 namentlich Ludwig Koenen und Traianos Gagos von der Universität Michigan, daher schon früh die im Umgang damit besonders erfahrenen Kollegen der Universität Helsinki beigezogen. Wie gerade auch der hier vorgelegte Band nochmals eindrucksvoll bestätigt, sollte sich dies in jeder Hinsicht als Glücksgriff erweisen. Trotz aller Anstrengungen ließen sich freilich nicht mehr alle der anfangs auf etwa Rollen geschätzten Papyri retten und in eine Edition überführen. Ungeachtet der schweren Beschädigungen, die die oft mehrere Meter langen, inzwischen stark verklumpten und nur noch mühsam in ihre Bestandteile zerlegbaren Rollen erlitten, und des oft extrem fragmentarischen Erhaltungszustands ist dies bei rund zwei Dritteln dennoch so weit gelungen, daß daraus substantielle Aussagen zu Format, Inhalt und Sprache zu gewinnen waren. Nicht einmal zehn Jahre nach ihrer Entdeckung konnten mit P. Petra I – bereits erste Texte vorgelegt werden, denen rasch weitere Bände folgten, nämlich im Jahr P. Petra III – , P. Petra IV – , der zuvor übersprungene P. Petra II und endlich der hier zu besprechende P. Petra V – . Mit der Fülle und vor allem der Art der darin vermittelten Informationen wurde unsere Kenntnis der Verhältnisse in der Hauptstadt der Provinz Palaestina Tertia Salutaris im . Jh. auf eine völlig neue Basis gestellt. Vor allem ist nichts von einem vermeintlichen Niedergang zu verspüren, der, befördert durch eine Reihe schwerer Erdbeben, früheren Annahmen zufolge dem so raschen Vordringen der Araber in den er Jahren den Boden bereitet hätte. Im Mittelpunkt der jetzt in P. Petra V publizierten Texte steht erneut der vor seinem Eintritt in den Klerus als εὐδοκιμώτατος titulierte, nach dem Jahr vom Diakon zum Archidiakon avancierte Theodoros, Sohn des Obodianos, der aus einer recht wohlhabenden Familie stammte. Auch wenn genaue Daten in den Dokumenten vielfach verloren sind, ist über seinen inzwischen relativ gut bekannten Lebenslauf nicht selten eine gewisse zeitliche Einordnung zu gewinnen. Mit Hilfe der regelmäßig beigelegten Ehrentitel kann dies mitunter auch bei anderen Persönlichkeiten gelingen. Als Beispiel sei nur Patrikios, Sohn des Ailianos genannt, der als λαμπρ(ότατος) πρωτεύων mit Dusarios, Sohn des Valens, wohl im Jahr / einige Landstücke tauscht ( ). Jahre später besitzt er dagegen den Rang eines μεγαλοπρεπέστατος κόμες, als Dusarios diese Landstücke endlich auf den eigenen Namen steuerlich registrieren läßt ( ). Letzteres geschah offenbar bereits in der Absicht, sie an unseren Protagonisten Theodoros weiterzuveräußern, wovon wir durch die von ihm im Folgejahr beantragte erneute Umregistrierung erfahren (P. Petra III , . . ). Bis dahin hatte Dusarios die Steuern allem Anschein nach über den früheren Eigentümer entrichtet, was einer durchaus verbreiteten Praxis entsprach. Dies war etwa auch bei dem wohl vom . . datierenden Antrag auf Umregistrierung der Fall, in dem Theodoros seinerseits von einer solchen, erneut schon einige Jahre andauernden ‘mittelbaren’ Steuerzahlung spricht. Das betreffende Landstück war schon aus dem wiederum ein Jahrzehnt späteren P. Petra III ( . . ) bekannt, mit dem er noch am Tag des (Weiter-)Verkaufs einen Antrag auf Umregistrierung zu Lasten des neuen Eigentümers stellte. Im Fall des Theodoros ist die Deponierung der Papyri in dem genannten Nebenraum sicherlich mit seinem Amt zu verbinden, was außer nahezu Urkunden aus seinem engeren persönlichen Umfeld und dem seiner Familie ein weiteres Dutzend Dokumente aus dem kirchlichen Kontext betraf. Darunter fallen etwa die schon als P. Petra IV und publizierten Fragmente, die aufgrund substantiellerer Änderungen insbesondere bei den Datumsangaben hier nochmals neuediert GNOMON 2/93/2021 A. Jördens: Arjava et al. (edd.), The Petra Papyri V 116 wurden. Neu hinzugekommen sind eine nicht mehr näher zu fassende Vereinbarung, die Theodoros im Jahr als Repräsentant eines ξενεών schließt ( ), sowie die beiden Abrechnungen (hier noch genauer als λόγος τῆς ἁγιω(τάτης) ἐκ ̣[κλησίας überschrieben) und , die sich – möglicherweise zu bloßen Notizzwecken – auf beidseitig beschrifteten Rollen finden (vgl. bzw. ). Allerdings bieten keineswegs alle an der Westwand aufgefundenen Texte derartige Anhaltspunkte, so daß man über die Gründe für die Wahl dieses Aufbewahrungsortes oftmals nur spekulieren mag. Noch weniger ist darüber bei der zweiten Gruppe von Papyri zu wissen, die sich vor der Südwand fand und nochmals stärker beschädigt wurde; hiervon wurde überhaupt nur drei Stücken eine Edition zuteil. Schon als P. Petra I wurde ein fragmentarischer Vertrag vorgelegt, der nach der ff gegebenen ‘Updated Synoptic Chronological Table’ möglicherweise aus dem Jahr datiert. Neu hinzugekommen sind jetzt die aus mehreren Dokumenten ( A–C) zusammengeklebte Liste von Landstücken , die aufgrund der Fülle arabischer Toponyme und ihrer Zuordnung zu einer bestimmten Steuerkategorie Beachtung verdient, sowie das Aktenstück , von dem nurmehr das Publikationsgebot mitsamt der Vollzugsmeldung durch den defensor civitatis Fl. Valens, Sohn des Nonnos, erhalten blieb. Angesichts des beeindruckenden Formats von immer noch cm Breite könnte man zwar zu der Annahme gelangen, daß es sich hierbei um den originalen Aushang handelte, doch scheint nicht nur das Querformat als solches, sondern, wie schon in P. Petra III, ff ausgeführt, gerade auch eine Breite von etwa cm für offizielle Schreiben üblich gewesen zu sein. Beachtung verdienen nicht zuletzt die wichtigen Beobachtungen zu den Formaten und insbesondere ihrer Korrelation zu den jeweils gewählten Schriftstilen ( f, vgl. auch ), wenngleich die begriffliche Differenzierung zwischen «texts in column format» – typischerweise Langzeilen, die wie bei bis zu cm breit sein konnten – und «transversa charta documents» wenig glücklich erscheint. Die vorzüglich im öffentlichen Bereich verwendeten Querformate sind unter den hier präsentierten Stücken eher selten vertreten. Dazu zählen neben den bereits erwähnten Anträgen auf Umregistrierung und der an Theodoros gerichtete Brief vermutlich des Statthalters ( ) sowie einer der wenigen sicher datierten Papyri, der jedoch direkt nach dem Präskript abbricht ( , . . ). Im Fall des äußerst großzügig gestalteten , der möglicherweise einen Hinweis auf eine kaiserliche Verlautbarung enthält (κατὰ τ̣ὰ θεσπισθέ ̣ν̣τα̣, Z. ), wurde die Rückseite wie üblich transversa charta in zwei Kolumnen mit Notizen zu finanziellen Transaktionen beschrieben ( ). Das bemerkenswerteste Beispiel liegt zweifellos in der wohl am . . aufgesetzten, ursprünglich cm langen donatio mortis causa vor, die im Gegensatz zu den sonst über die gesamte Breite laufenden Längszeilen ausnahmsweise in acht Kolumnen angelegt ist. Darin vermacht der schwer erkrankte Obodianos, Sohn des Obodianos, sein Vermögen zu gleichen Teilen zwei kirchlichen Einrichtungen, mit der Auflage, daraus seine Mutter zeit ihres Lebens mit Verpflegung und Kleidung zu versorgen; kleinere Legate waren zudem noch sechs weiteren Personen ausgesetzt. Hieraus mag sich erklären, warum die mittleren sechs Kolumnen sechsmal einen mehr oder weniger identischen Text bieten, während Präskript und Subskriptionen in der ersten und letzten Kolumne zur zusätzlichen Bekräftigung auch lateinische Partien enthalten. Demgegenüber erscheinen die transversa charta, also als Rotuli ausgefertigten Dokumenten, geradezu als der Regelfall. Abgesehen von Steuerquittungen ( . , vielleicht auch ) und einer Kleiderliste ( ) handelt es sich dabei in weit überwiegender Zahl um Verträge oder zumindest um entsprechende Entwürfe. Letztere wurden gerne auf dem Verso bereits verwendeter Rollen GNOMON 2/93/2021 A. Jördens: Arjava et al. (edd.), The Petra Papyri V 117 niedergelegt wie im Fall des mit ungewöhnlichen Wörtern wie καρδιογνώστης ‘der die Herzen kennt’ (Z. ) oder ψυχοφελής ‘für das Seelenheil’ (Z. ) aufwartenden Testaments , wofür man den zu diesem Zweck beschnittenen emphyteutischen Pachtvertrag nutzte. Bloße Entwürfe enthielt wohl auch die direkt darunter gelegene, beidseitig beschriftete Rolle, bei der die wenigen noch lesbaren Begriffe auf eine Schenkung an eine kirchliche Einrichtung deuten ( bzw. , hier kreuzweise durchgestrichen). Auch bei dem nur bruchstückhaft erhaltenen ging es offenbar um eine solche Stiftung, bei wie schon bei den im Zusammenhang mit Theodoros erwähnten Papyri immerhin um kirchliche Angelegenheiten. Besondere Aufmerksamkeit kommt den leider nur schlecht erhaltenen Sklavenkäufen und zu, in denen möglicherweise bereits eine spätere Freilassung ins Auge gefaßt war. Bei weitem am häufigsten ist freilich Grundbesitz Vertragsgegenstand, so außer bei dem bereits genannten Tausch von Landstücken bei der wohl vom . . datierenden Pacht eines Weingartens, deren Bedingungen aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen nochmals neugefaßt wurden ( ); bei einem fragmentarischen Kauf, der aus prosopographischen Gründen zu unseren spätesten Texten rechnet ( ); bei dem etwas rätselhaften «Document on Vineyard Taxes» ; bei einer nochmals stärker beschädigten Rolle, bei der nur das zufällig erhaltene Stichwort ἐκλή]μ̣ψεως (Z. ) auf einen Pachtvertrag verweist ( ), sowie bei der Abtretung , die bereits zu den Texten zählt, die lediglich zu Zwecken der Indizierung mit Zeilenzahlen versehen wurden. In anderen dieser Fälle sind nicht einmal mehr Aussagen zum Inhalt zu treffen, wie bei dem Vertrag , auf dessen Verso sich mit A–C drei weitere nicht mehr näher bestimmbare, aber mit auffällig vielen Namen Verstorbener durchsetzte Texte finden, oder bei . . A–C und erst recht den ‘Single Words’, aber etwa auch der schon erwähnten Steuerquittung . Im Vergleich mit dem aus Ägypten überlieferten Material ist vor allem festzuhalten, daß sich hier zwar durchaus verschiedene, aber dennoch nur bestimmte Textsorten finden, in denen kaum einmal vom tagtäglichen Handel und Wandel die Rede ist. Dies kennen wir ähnlich schon aus den früheren Bänden, die allerdings in noch stärkerem Maße als dieser innerfamiliäre Dokumente enthielten; so schlossen sie neben Schenkungen und Erbschaften nicht zuletzt auch den mutmaßlichen Ehevertrag unseres Protagonisten ein (P. Petra I , . . ). Von der gesamten Bandbreite des Alltagsschrifttums, wie sie für die ägyptische Evidenz oder auch die frühmittelalterlichen Funde aus der Kairener Genizah charakteristisch ist, kann demnach aber keineswegs die Rede sein. Vielmehr müssen wir annehmen, daß die Papyri tatsächlich bewußt in dem fraglichen Nebenraum der Kirche von Petra hinterlegt wurden, weil man ihnen anders als anderem wie etwa Privatbriefen offenbar erhöhte Bedeutung zumaß, möglicherweise auch, um später einmal wieder darauf zuzugreifen. Abgesehen davon, daß die Bedeutung dieser Zeugnisse angesichts des Fundortes und ihrer Zeitstellung für unsere Kenntnis der Verhältnisse im spätantiken Palästina kaum zu überschätzen ist, verdient die überaus sorgfältige Präsentation dieses ungewöhnlich anspruchsvollen Materials in jeder Hinsicht uneingeschränkte Bewunderung. Nicht genug zu loben ist die souveräne Erarbeitung des Textbestandes, die angesichts der vielfältigen Probleme bei der korrekten Plazierung der karbonisierten Bruchstücke und ihrer ohnehin erschwerten Lesbarkeit besondere Anforderungen stellte, verstärkt noch durch manch orthographische Eigenwilligkeiten; Ähnliches gilt für den kenntnisreichen Kommentar und die in der ‘Introduction’ präsentierte Auswertung sowohl der sozialhistorischen wie auch der sprachlichen Phänomene. Zu würdigen ist nicht minder auch die ‘technische’ Seite, beginnend bei den detaillierten Beobachtungen zu Formaten und – in drei verschiedene Kategorien eingeteilten – Händen über die stets eingehend begründeten GNOMON 2/93/2021 A. Jördens: Arjava et al. (edd.), The Petra Papyri V 118 Berechnungen des Zeilenumfangs bis hin zu der nahezu jedem Papyrus beigegebenen ‘Reconstructed Order of the Fragments’, in der Rechenschaft über die hier gewählte, grundsätzlich revidierbare Plazierung jedes einzelnen Bruchstücks abgelegt ist. Hinzu kommt die äußerst großzügige Ausstattung mit Tafeln, deren Kontrastschärfe zwar nicht durchweg zu befriedigen vermag, in denen der ‘Introduction’ zufolge ( ) jedoch das Optimum dessen vorliegt, was unter den gegebenen Bedingungen zu erreichen war. Gleichwohl bleiben einige kleinere Punkte anzumerken. , [ – ]ς χώρας: Vermutlich [τῆσδε τῆ]ς oder [τῆς αὐτῆ]ς χώρας, ebenso in Z. ; f ἐν-]|καλή[σαι: Entweder ἐγ-]|καλῆ[σαι oder – trotz des folgenden, im Formular von Petra zudem üblichen Aorists eigentlich korrekter – ἐγ-]|καλή[σειν. – , [Οὐάλης], mit der dem Komm. zufolge «curious variant [Οὐα]λ̣ε ̣ντῖνο[ς» in Z. : Auch wenn sich die auffällige Vorliebe für den lateinischen Namen Valens auf die lautliche Nähe zu einem einheimischen Namen gründen mag, bleiben die Ausführungen dazu doch einigermaßen kryptisch. – , [Αὐδυναί]ο̣υ̣: Weniger die Ergänzung des Monatsnamens an sich als vor allem die – in den Papyri gegenüber dem vertrauten Αὐδναῖος weitaus seltenere – Schreibung hätte eines Kommentars bedurft, dies in jedem Fall eher als der im Komm. zu , erörterte Ξανθικός bzw. Ξανδικός. – , Φλ(άουιος) Μαριανὸς̣ Ἰ̣ωά ̣ννης Σέ̣ργιος Να ̣ρ ̣σῆς Σοῦμμος Σ ̣ ̣[ ̣] ̣τ ̣ια ̣νὸς Μεγέ ̣θ̣ι̣ος λαμπρ(ότατος) ἄρχων: Nicht nur der wohl eher auf -τ̣ιά̣νιος endende vorletzte, sondern auch der angeblich sicher gelesene drittletzte Name sind keineswegs über jeden Zweifel erhaben. Bei diesem Papyrus bereitet überdies das Verständnis der Fundsituation und anschließenden Rekonstruktion besondere Mühe; eine Zeichnung hätte sich hier als hilfreich erweisen können. – , ὅρους «boundaries»: Zumal in Z. von einem ἅγιος τόπος die Rede ist, war vielleicht wie in , eher ὄρους ‘Wüste, Berg, Kloster’ gemeint. – 78, 3 π̣ρ ̣̣ο ̣έθη̣κ[α: Da es sich hierbei bekanntlich um den terminus technicus für Publikationsgebote handelt, hätte man gerne mehr über die Gründe für die Auswahl der beiden im Komm. angeführten Parallelen erfahren. – A, Αὐδοναίου: Wie zu , (s.o.) fehlt auch hier eine Erläuterung, so zumal angesichts des Vermerks im App. «l. Αὐδυναίου (or: Αὐδναίου)». – , ]δυνῳ: Da dieser Schreiber anders als die meisten durchaus zu Worttrennungen tendiert, spricht vieles für die Ergänzung [κιν-]|δύνῳ. – , Σ̣αειανον Σαειαν[ου: Denkbar vielleicht auch Σ̣αβανον Σαβαν[ου, vgl. etwa das β in , (Taf. LXI); 30 η ἐστίν: Vermutlich entweder ἤ oder ἥ ἐστιν. Nach alldem steht nicht zu bezweifeln, daß der in jeder Hinsicht schwergewichtige Band die Erforschung der spätantiken Alltagswelt in einer sonst weitgehend unbekannten Region wesentlich vorantreiben und sich alsbald als Standardwerk etablieren wird. Einziger wirklicher Schwachpunkt ist die hohe Anzahl an Akzentfehlern, die dem sonst so positiven Eindruck leider einigen Abbruch tut. Heidelberg Andrea Jördens GNOMON 2/93/2021

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As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.