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1 Zusammenhänge, Begriffsabgrenzungen und finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul, Gerd Waschbusch

Investition in Übungen, page 1 - 4

4. Edition 2021, ISBN print: 978-3-8006-6472-6, ISBN online: 978-3-8006-6473-3, https://doi.org/10.15358/9783800664733-1

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
1 Zusammenhänge, Begriffsabgrenzungen und finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien Aufgabe 1.1: Finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien Nennen Sie die finanzwirtschaftlichen Entscheidungskriterien eines Betriebs! Lösung Die finanzwirtschaftlichen Entscheidungskriterien eines Betriebs sind: − die Kapitalrentabilität mit ihren Ausprägungen der Eigenkapitalrentabilität, der Gesamtkapitalrentabilität, der Betriebskapitalrentabilität und der Rentabilität eines einzelnen Investitionsobjekts, − die Liquidität, − die Sicherheit und − die Unabhängigkeit. Aufgabe 1.2: Liquiditätsbegriffe Geben Sie einen systematischen Überblick über die verschiedenen in der betrieblichen Finanzwirtschaft verwendeten Liquiditätsbegriffe! 2 Investition in Übungen Lösung Liquidität Absolute Liquidität Relative Liquidität Eigenschaft von Vermögensobjekten (Liquidisierbarkeit) Eigenschaft von Wirtschaftssubjekten (Zahlungsfähigkeit) Natürliche, ursprüngliche Liquidität Künstliche, abgeleitete Liquidität Statische Liquidität Dynamische Liquidität Meist zeitpunktbezogen, bilanzorientiert Zeitraumbezogen, an Zahlungsreihen (Finanzplan) orientiert Abbildung 1: Systematisierung von Liquiditätsbegriffen1 Aufgabe 1.3: Aufgaben der betrieblichen Finanzwirtschaft Mit welchen Aufgaben beschäftigt sich die betriebliche Finanzwirtschaft? Lösung Die für die betriebliche Finanzwirtschaft Verantwortlichen erfassen, steuern und kontrollieren die Geldströme (Zahlungsströme) eines Unternehmens, 1 Modifiziert entnommen aus Vormbaum, Herbert: Finanzierung der Betriebe, 9. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 113. Zusammenhänge, Begriffsabgrenzungen, finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien 3 welche durch inner- und außerbetriebliche Prozesse verursacht werden.2 Zum einen ist dabei insbesondere die termingerechte Erfüllung der bestehenden Zahlungsverpflichtungen zu gewährleisten und zum anderen ist stets darauf zu achten, dass dem Unternehmen nicht durch den Bestand zu hoher liquider Mittel Erträge verloren gehen. Daraus resultieren folgende Aufgaben: − Die für die betriebliche Finanzwirtschaft Verantwortlichen haben langfristig den Finanzmittelbedarf zu erkunden, den das Unternehmen im leistungswirtschaftlichen Bereich, aber auch im finanzwirtschaftlichen Bereich hat. Sie haben Finanzmittel in ausreichendem Umfang und in der gewünschten Fristigkeit zu beschaffen, um diese dann ihrer speziellen Verwendung – etwa der Anschaffung von Realgütern oder der Beschaffung vorübergehender oder langfristiger Finanzanlagen – zuzuführen. − Der zielgerechte Ablauf der Finanzmittelbeschaffung und -verwendung setzt voraus, dass der Zahlungsverkehr kostengünstig und schnell abgewickelt werden kann, d. h., es sind nicht nur die notwendigen Vorkehrungen für den ungestörten Ablauf des Zahlungsverkehrs zu schaffen, sondern es sind auch Neuerungen, die den Ablauf langfristig verbessern können, durchzuführen. Darüber hinaus ist im finanzwirtschaftlichen Bereich das organisatorische Umfeld so zu gestalten, dass das Unternehmen seine Ziele erreichen kann. − Schließlich ist zu kontrollieren, ob die eingesetzten Instrumente zielgerecht arbeiten, ob die gewählte Organisationsstruktur sinnvoll ist, ob die Finanzierungsform noch zeitgerecht ist und ob die vorgenommenen Investitionen den Erwartungen entsprechen; falls Änderungen des Umweltzustandes eingetreten sind oder Erkenntnisse anderer Art vorliegen, können unverzüglich Anpassungsmaßnahmen vorgenommen werden. Aufgabe 1.4: Bestandteile der betrieblichen Finanzwirtschaft Mit welchen Fragestellungen befasst sich die betriebliche Finanzwirtschaft? Aus welchen Gründen erfolgt eine Zusammenfassung von Investition und Finanzierung unter dem Begriff „Finanzwirtschaft“? 2 Vgl. hierzu sowie zum Nachfolgenden Bieg, Hartmut; Kußmaul, Heinz; Waschbusch, Gerd: Investition, 3. Aufl., München 2016, S. 20–21. 4 Investition in Übungen Lösung Entsprechend der Einteilung des leistungswirtschaftlichen Bereichs eines Unternehmens in die Beschaffung von Produktionsfaktoren sowie die Produktion und den Absatz der erstellten Leistungen kann man den finanzwirtschaftlichen Bereich eines Unternehmens in die Kapitalbeschaffung (Finanzierung), die Kapitalverwendung (Investition) und die Kapitaltilgung unterteilen.3 Die Lehre der Finanzwirtschaft umfasst insofern die Theorie und die Technik der Kapitalaufbringung (einschließlich der Kapitaltilgung) und der Kapitalanlage, behandelt also sowohl Fragestellungen der Akquisition als auch der Disposition finanzieller Mittel. Die Zusammenfassung von Investition und Finanzierung unter dem Begriff „Finanzwirtschaft“ erfolgt, weil zwischen beiden Bereichen aufgrund der ausgelösten Zahlungsmittelbewegungen Interdependenzen bestehen. So entstehen ohne Mittelverwendungsmöglichkeiten keine Finanzierungsprobleme; Finanzierungsfragen lassen sich nicht abschließend klären, solange die Beziehung zur Mittelverwendung nicht berücksichtigt wird. Ebenso braucht man ohne Finanzierungsmöglichkeiten nicht über Investitionsmöglichkeiten nachzudenken; Investitionsfragen können nicht ohne Berücksichtigung der finanziellen Aspekte beantwortet werden. Vorstehendes verdeutlicht, dass innerhalb eines Unternehmens ein enger Zusammenhang zwischen Kapitalanlage und Kapitalaufbringung besteht. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der gemeinsamen Planung von Investition und Finanzierung. Investition und Finanzierung sind als ein Optimierungsvorgang anzusehen, in welchem Mittelbeschaffung und Mittelverwendung im Hinblick auf die Unternehmensziele aufeinander abzustimmen sind. 3 Vgl. hierzu sowie zum Nachfolgenden Bieg, Hartmut; Kußmaul, Heinz; Waschbusch, Gerd: Investition, 3. Aufl., München 2016, S. 20–31.

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Zusammenfassung

Univ.-Prof. Dr. Hartmut Bieg, Bereich Wirtschaftswissenschaft, Universität des Saarlandes, Saarbrücken.

Univ.-Prof. Dr. Heinz Kußmaul, Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken.

Univ.-Prof. Dr. Gerd Waschbusch, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes, Saarbrücken.

In der Lehre zeigt sich immer wieder, dass es des intensiven Einsatzes von Beispielen – vor allem aber von Übungsaufgaben – bedarf, um Studierenden ein nachhaltiges Verständnis betriebswirtschaftlicher Methoden zu ermöglichen. Investition in Übungen hilft, diese Methodenkompetenz zu erhalten und darüber hinaus – ein nicht zu vernachlässigender Effekt – sich auf Prüfungen optimal vorzubereiten.

Dieses in vierter Auflage erschienene Übungsbuch begleitet das Lehrbuch „Investition“ von Bieg/Kußmaul/Waschbusch. Es ermöglicht den Lesern, das dort ausführlich behandelte Fachgebiet der Investition anhand rechnerisch zu lösender Aufgaben zu vertiefen und damit Sicherheit beim Umgang mit den zentralen Verfahren des Investitionsmanagements zu erlangen.