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Vladimir Gryshchenko, Ulrich Lotz, 3.5 Zusammenfassung und Ausblick in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 62 - 64

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_62

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Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 57 3.5 Zusammenfassung und Ausblick 57 •– Das maximale Verlustrisiko aus dem anhaltenden Engagement sowie eine Beschreibung der bei der Schätzung angewandten Methode; •– Der Gesamtbetrag der nicht abgezinsten Zahlungen, die an den Erwerber aufgrund des anhaltenden Engagements (z. B. Rückkaufoption) zu leisten sind einschließlich einer Übersicht über die vertraglichen Restlaufzeiten; •– Gewinn bzw. Verlust aus dem Transfer der Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Übertragung u. a. aufgrund der Änderung des Fair Value des anhaltenden Engagements, 65 •– Zeitpunkt des Transfers. Sofern die Erträge aus dem Verkauf von finanziellen Vermögenswerten nicht gleichmä- ßig über das Geschäftsjahr realisiert wurden, ist hinzuweisen, auf welchen Zeitraum (z. B. die letzten fünf Tage vor Ende der Berichtsperiode) der überwiegende Teil der Verkäufe entfiel und welche Gewinne bzw. Verluste damit erzielt wurden. Dadurch sollen bilanzpolitisch getriebene Verkäufe kurz vor Ablauf des Geschäftsjahres vom Abschlussadressaten erkannt werden. Tab. 3.2: Überblick über die Anhangangaben nach IFRS 7 Die oben dargestellte Übersicht über die erweiterten Anhangangaben des überarbeiteten IFRS 7 zeigt deutlich auf, dass die Erweiterung der Angabepflichten in erster Linie den Fall einer vollständigen Ausbuchung aus der Bilanz des Übertragenden betrifft. Zusätzliche Angabepflichten erwachsen nunmehr aus sämtlichen vertraglich fundierten Continuing Involvements des Verkäufers – auch wenn diese keine Abbildung in seiner Bilanz finden. Zur Identifizierung vorhandener Continuing Involvements ist eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Vertragswerk der jeweiligen Verbriefungstransaktion in jedem Fall geboten. Da der Standard eine Anwendung auf alle Transfers von finanziellen Vermögenswerten unabhängig von dem Zeitpunkt der Übertragung vorschreibt, müssen sämtliche am Bilanzstichtag noch bestehenden anhaltenden Engagements des Originators in den Anhangangaben entsprechend erfasst werden.656 3.5 Zusammenfassung und Ausblick Mit der Verabschiedung des IFRS 10 werden die bestehenden Konsolidierungsvorschriften des IAS 27 und der SIC-12 durch ein einheitliches sowohl auf Zweck- als auch Nicht-Zweckgesellschaften anwendbares Konsolidierungskonzept ersetzt. Dieses enthält zwar auch Elemente des aus SIC-12 bekannten Risk-and-Reward-Ansatzes in Form von variablen 65 Vgl. IFRS 7.B38. 66 Vgl. IFRS 7.42A. 3.5 Zusammenfassung und Ausblick Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 58 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer58 Rückflüssen, die alleinige Übernahme der Mehrheit der Rückflüsse aus einer Zweckgesellschaft führt nunmehr jedoch nicht zwangsläufig zur Konsolidierung, falls der Investor keine Entscheidungsmacht über die Zweckgesellschaft besitzt und diese Macht nicht dazu nutzen kann, die Höhe der Rückflüsse zu beeinflussen. Vor allem die letztere Voraussetzung könnte bei den mittels eines Autopiloten gesteuerten Zweckgesellschaften zur Verneinung der Beherrschungsvermutung führen. Um eine einheitliche und sachgerechte Umsetzung in der Praxis zu gewährleisten, bedarf es daher in Bezug auf Zweckgesellschaften weiterer Klärung sowie Anwendungshilfen. Aufgrund der strengen Anforderungen, die IAS 39 bzw. IFRS 9 an den Übergang der Risiken und Chancen stellt, ist davon auszugehen, dass in einem Großteil der üblichen ABS-Strukturen ein Übergang im Wesentlichen aller Chancen und Risiken nicht gegeben ist. In vielen Fällen dürfte sogar ein Zurückbehalten im Wesentlichen aller Chancen und Risiken beim Übertragenden vorliegen. Nach Auffassung des IASB soll der restriktive Charakter der Ausbuchungsregelungen einer möglichen Reduktion des Konsolidierungskreises infolge der Anwendung von IFRS 10 entgegenwirken. Für einen Abgang von Vermögenswerten aus der Konzernbilanz wird es künftig sowohl der Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken (Risk-and- Reward-Ansatz) als auch der Widerlegung der Control-Vermutung nach IFRS 10 durch den Originator bedürfen. Ferner ist anzumerken, dass mit der Verabschiedung des IFRS 10 die Bestrebungen des deutschen Gesetzgebers, eine Annäherung an die IFRS in puncto Konsolidierung von Zweckgesellschaften durch die Übernahme des Risk-and-Reward-Ansatzes in § 290 HGB zu erreichen, für vorläufig gescheitert erklärt werden müssen. Die retrospektive Anwendungspflicht des IFRS 1067 wird von Unternehmen eine erneute Prüfung ihrer sämtlichen bereits bestehenden und neuen Beziehungen zu Zweckgesellschaften auf das Vorliegen der Beherrschung und somit der Konsolidierungspflicht erfordern. Abschließend sei auch auf einen nicht zu unterschätzenden Aufwand bei der Informationsbereitstellung im Zusammenhang mit den neuen Angabepflichten nach IFRS 12 und IFRS 7 hingewiesen. 67 Vgl. IFRS 10.C2. Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 59 Kapitel 4 Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9 von Dr. Ralf Struffert 4.1 Einleitung Mit der Verabschiedung von IFRS 9 Financial Instruments zur Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte im November 2009 und der Ergänzung um die Klassifizierung und Bewertung finanzieller Verbindlichkeiten im Rahmen der Veröffentlichung einer überarbeiteten IFRS-9-Fassung im Oktober 2010 wurde die erste Projektphase zur Ablösung von IAS 39 abgeschlossen.68 Insgesamt ist vorgesehen, die Regeln zur Ablösung von IAS 39 im Rahmen mehrerer Phasen mit verschiedenen Schwerpunkten zu erarbeiten. Neben der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten handelt es sich dabei um die Themengebiete Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen (Phase II), Hedge Accounting (Phase III) sowie Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten (Phase IV).69 In der ersten Phase wurden insbesondere auch spezifische Regeln zur bilanziellen Abbildung von Verbriefungstranchen beim Investor formuliert. Treiber waren dabei nicht zuletzt die Probleme, die sich im Zuge der Finanzkrise mit Blick auf Verbriefungstitel und deren bilanzielle Abbildung zeigten. 68 Zu den Wechselwirkungen von IFRS 9 mit IAS 39, IFRS 7 und IAS 32 vgl. Deloitte, iGAAP 2011, S. 3010 f. 69 Zur Phase „Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen“ werden nach dem Entwurf aus November 2009 und der Ergänzung aus Januar 2011 für das erste Halbjahr 2012 nochmals eine Überarbeitung und ein erneuter Standardentwurf erwartet. Siehe dazu Abschnitt 3. Der Standardentwurf zu Sicherungsbeziehungen wurde in zwei Teile gespalten. Der erste Teil zum allgemeinen Hedge Accounting Modell (insb. Micro Hedge Accounting) wurde bereits Ende 2010 veröffentlicht. Die Herausgabe des Entwurfs zum Macro Hedge Accounting wurde für das erste Halbjahr 2012 angekündigt. Dann wird auch mit einer Finalisierung der Vorschriften zum allgemeinen Hedge-Accounting-Modell gerechnet. Vgl. Arbeitsplan des IASB, abrufbar unter: http://www.ifrs.org/Current+Projects/IASB+Projects/IASB+Work+Plan.htm. 4 Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9 4.1 Einleitung

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland