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Borislav Goranov, Peter Mach, Thomas Moosbrucker, 5.4 Zusammenfassung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 88 - 89

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_88

Bibliographic information
Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 84 5 Bewertung von ABS-Transaktionen84 5.3.3 Risikoadjustierte Diskontierung der Zahlungsströme der ABS-Tranchen Der Zinssatz für die Diskontierung der Zahlungsströme (Schritt 3) ergibt sich additiv aus dem Basiszins und einer Marge. Der Basiszins lässt sich laufzeitabhängig aus der Swap-Kurve der entsprechenden Währung ableiten. Eine Marge kann aus beobachteten Marktpreisen von ABS-Tranchen mit vergleichbarem Besicherungsniveau berechnet werden. Darüber hinaus lassen sich marktgerechte Diskontmargen aus den Preisen verschiedener Indizes extrahieren. Beispielsweise reflektieren die ABX-Indizes die Risikoeinschätzung des Marktes bzgl. ABS-Tranchen von Subprime- RMBS verschiedener Jahrgänge und Ratings. Eine implizite Annahme bei Verwendung dieser Quellen besteht darin, dass aus Marktpreisen abgeleitete Diskontmargen neben unerwarteten Adressausfallrisiken auch Liquiditätsrisiken und Kontrahentenrisiken berücksichtigen. 5.4 Zusammenfassung Die Mark-to-Model-Bewertung von ABS-Transaktionen hat vor dem Hintergrund illiquider Märkte stark an Bedeutung gewonnen. Während die Bewertung von CMBS oft eine Einzelkreditanalyse erfordert und CBOs in der Regel mithilfe von Kopula-Modellen bewertet werden können, bietet sich für den Großteil der ABS-Transaktionen ein Verfahren an, welches konzeptionell CreditRisk+ ähnelt und auf die direkte Modellierung von Ausfällen, Verwertungserlösen und vorfälligen Tilgungen abstellt. Fortgeschrittene Ansätze sehen eine statistische Modellierung der Bewertungsparameter vor, während einfachere Ansätze auf historische Werte bzw. Expertenschätzungen abstellen. Fortgeschrittene Ansätze sind mit hohen Kosten verbunden und bieten sich vor allem für gro- ße Banken und Vermögensverwalter an. Bei allen Ansätzen ist eine Analyse der Sensitivität des Bewertungsergebnisses in Bezug auf die Bewertungsparameter sinnvoll. 5.4 Zusammenfassung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 85 Kapitel 6 Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen von Philipp Burmester, Katharina Koring und Dr. Gaby Trinkaus 6.1 Einleitung Im Zuge der globalen Finanzmarktkrise wurden die regulatorischen Vorschriften für Verbriefungen bedeutend erhöht. Auf internationaler Ebene waren sich die G-20-Staaten in Pittsburgh einig, dass die internationalen Finanzmärkte erheblich an Transparenz gewinnen und einer stärkeren Aufsicht unterliegen müssen. Das Ergebnis war unter anderem ein Konsens, Verbriefungsprodukte stärker zu regulieren. Im Wesentlichen wurde dieser Plan in Europa durch die Änderung der Bankenund Kapitaladäquanzrichtlinie (CRD II und III) umgesetzt. Bereits zum 31.10.2010 musste die CRD II in nationales Recht implementiert werden sowie Teile der CRD III zum 1.1.2011. Die wesentlichen Änderungen traten zum 31.12.2010 in Kraft und gelten für neue Transaktionen, die nach dem 1.1.2011 zum ersten Mal durchgeführt wurden, sowie für revolvierende Transaktionen, bei denen nach dem 31.12.2014 neue Forderungen hinzukommen bzw. bestehende ersetzt werden. Auf nationaler Ebene finden sich die wesentlichen Änderungen in der Solvabilitätsverordnung (SolvV) sowie im Kreditwesengesetz (KWG) wieder. Als signifikanteste Änderung gilt der sogenannte Selbstbehalt für Originatoren. Dieser wurde in § 18a KWG festgehalten und schreibt vor, dass Finanzinstitute, die in eine Verbriefungstransaktion investieren möchten, sicherstellen müssen, dass der Originator, Sponsor oder ursprüngliche Kreditgeber dieser Verbriefungstransaktion einen mindestens 5 %-igen materiellen Nettoanteil einbehält bzw. nach Ende der durch § 64m Abs. 4 KWG eingeführten Übergangsphase 10 % ab dem 31.12.2014. Zur Erfüllung des Selbstbehalts werden dem Originator, Sponsor oder ursprünglichen Kreditgeber nach § 18a Abs. 1 KWG vier Optionen vorgegeben, die nicht miteinander kombiniert werden dürfen. Der Selbstbehalt ist über die gesamte Dauer der Transaktion aufrechtzuerhalten. Der Selbstbehalt kann erfüllt werden, wenn mindestens 5 % (bzw. nach der Übergangsphase 10 %) des Nominalwerts 6 Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen 6.1 Einleitung

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland