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Borislav Goranov, Peter Mach, Thomas Moosbrucker, 5.2 Risikoanalyse in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 81 - 82

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_81_1

Bibliographic information
Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 77 Kapitel 5 Bewertung von ABS-Transaktionen von Borislav Goranov, Peter Mach und Dr. Thomas Moosbrucker 5.1 Einleitung Vor dem Hintergrund illiquider Märkte für ABS-Transaktionen, wie sie in den vergangenen Jahren insbesondere bei US-amerikanischen oder spanischen Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) zu beobachten waren, hat die Mark-to-Model-Bewertung dieser Transaktionen vor allem im Hinblick auf ihre Bilanzierung an Bedeutung gewonnen105. Wenn sowohl für eine zu bilanzierende Transaktion als auch für vergleichbare Transaktionen kein beobachtbarer Marktpreis vorliegt, dann bietet sich zum einen bei der Bilanzierung zum Fair Value (IFRS) bzw. zum beizulegenden Zeitwert (HGB) und zum anderen bei der Impairment-Berechnung (IFRS) bzw. Bestimmung von Einzelwertberichtigungen (HGB) ein Discounted-Cashflow (DCF-)Verfahren an. Im Folgenden werden zunächst die Risiken beschrieben, die auf den Wert einer ABS- Transaktion einwirken. Anschließend wird die Vorgehensweise beim DCF-Verfahren dargestellt, bevor in der Zusammenfassung ein Resümee gezogen wird. 5.2 Risikoanalyse Die folgenden Risiken beeinflussen im Wesentlichen den Wert einer ABS-Transaktion aus Sicht des Investors.    Kreditrisiken •• Adressausfallrisiko: Das Risiko des Ausfalls von Kreditnehmern im Besicherungsportfolio, •• Bonitätsrisiko: Die Gefahr einer Verschlechterung der Bonität der Kreditnehmer, 105 Für Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen von ABS-Transaktionen war die Mark-to- Model-Bewertung schon vor der Finanzkrise von hoher Bedeutung. 5 Bewertung von ABS-Transaktionen 5.1 Einleitung 5.2 Risikoanalyse Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 78 5 Bewertung von ABS-Transaktionen78 •• Kontrahentenrisiko: Das Risiko eines Ausfalls der Vertragspartei beim Eingehen von Swap-, Forward-, Put-, Call-, Vorverkaufsrecht-, Garantie- oder Abnahmeverpflichtungen innerhalb der Verbriefungstransaktion zur Absicherung anderer Risiken. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Servicer der ABS-Transaktion seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Das Kontrahentenrisiko kann ebenfalls in Ausfall- und Bonitätsrisiko unterteilt werden.    Marktpreisrisiken •• Prepayment-Risiko: Das Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung seitens der Kreditnehmer und das damit verbundene Reinvestitionsrisiko, •• Zinsänderungsrisiko: Zinsänderungen können, je nach Art der Verzinsung (fest/variabel), die Zinszahlungen im Besicherungsportfolio und die Zinszahlungsströme der ABS-Tranche selbst beeinflussen. Darüber hinaus wirkt das Zinsänderungsrisiko über die Diskontierung der Zahlungsströme sowie indirekt durch seinen Einfluss auf das Prepaymentrisiko auf den Wert der ABS- Transaktion ein, •• Liquiditätsrisiko: Das Risiko, die ABS-Transaktion aufgrund illiquider Märte nicht veräußern zu können, •• Sonstige Marktpreisrisiken: Immobilienpreise wirken bspw. auf die Höhe der Verlustschwere bei Ausfall einzelner Kreditnehmer in Besicherungsportfolios von RMBS oder CMBS ein.    Der Verbriefungstransaktion inhärente Risiken •• Strukturierungsrisiko: Das Risiko, dass die eingebauten internen und externen Credit Enhancements nicht wie vorgesehen bzw. nicht in ausreichendem Umfang wirken, •• Rechtsrisiko: Verbriefungstransaktionen sollen nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die rechtliche Übertragung diverser Risiken ermöglichen. Da die Transaktionen teilweise komplex strukturiert sind, entstehen unterschiedliche rechtliche Risiken. 5.3 DCF-Verfahren Die Bewertung einzelner Tranchen einer ABS-Transaktion per DCF- Verfahren umfasst im Wesentlichen drei Schritte: 1. Bestimmung der erwarteten Zahlungsströme im Besicherungsportfolio (Zins, Tilgung, Sonstige). Hierbei werden im Wesentlichen Zinsänderungsrisiken, Prepayment-Risiken sowie erwartete Verluste durch das Adressausfallrisiko in Betracht gezogen. 5.3 DCF-Verfahren

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland