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Vladimir Gryshchenko, Ulrich Lotz, 3.2 Zusammenhang zwischen Ausbuchung und Konsolidierung in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ed.)

Asset Securitisation in Deutschland, page 43 - 44

4. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4498-8, ISBN online: 978-3-8006-4499-5, https://doi.org/10.15358/9783800644995_43

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Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 38 3 Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer38 Die Überarbeitung der als zu komplex kritisierten Ausbuchungsvorschriften des IAS 39 wurde indes bis auf Weiteres zurückgestellt. Im Rahmen eines umfassenden Projekts des IASB zur Ablösung des IAS 39 wurden bestehende Ausbuchungsregeln des IAS 39.15–42 in den neuen IFRS 9 Finanzinstrumente vorerst bis auf redaktionelle Änderungen unverändert überführt.15 Statt neuer Ausbuchungsregeln entschied sich der IASB, die Anhangangaben im Zusammenhang mit der Übertragung von Vermögenswerten in IFRS 7 zu erweitern, um den Bilanzadressaten einen besseren Überblick über die beim übertragenden Unternehmen unter anderem aus Verbriefungen verbleibenden Risiken zu gewähren sowie eine weitgehende Konvergenz mit den Offenlegungsvorschriften nach US-GAAP (ASC 860 Transfers and Servicing) zu erreichen. Diese Änderungen sind bereits für am oder nach dem 1.7.2011 beginnende Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden. Für IFRS 10 und 12 wurde als Zeitpunkt der verpflichtenden erstmaligen Anwendung der 1.1.2013 festgelegt, wobei eine freiwillige vorzeitige Anwendung vorbehaltlich einer derzeit noch ausstehenden Anerkennung (Endorsement) durch die EU-Kommission gestattet ist.16 Der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 9 wird dagegen vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verschoben. Eine vorzeitige Anwendung ist bei entsprechendem Endorsement weiterhin zugelassen. Im Folgenden wird ein Überblick sowohl über die bisherigen Regelungen zur Konsolidierung und Ausbuchung als auch über die neuen Konsolidierungsvorschriften nach IFRS 10 sowie Offenlegungsvorschriften nach IFRS 12 und IFRS 7 gegeben. 3.2 Zusammenhang zwischen Ausbuchung und Konsolidierung Die IFRS sind grundsätzlich für den Einzelabschluss und den Konzernabschluss gültig. In Deutschland können Unternehmen zwar einen IFRS-Einzelabschluss freiwillig aufstellen. Dieser entbindet jedoch nicht von der Pflicht zur Aufstellung eines HGB-Abschlusses. IAS 39.15 bzw. IFRS 9.3.2.1 schreibt vor, dass die Abgangsregeln des IAS 39 bzw. IFRS 9 im Konzernabschluss auf konsolidierter Ebene anzuwenden sind. Daraus folgt, dass zunächst alle nach IAS 27 und SIC-12 bzw. IFRS 10 konsolidierungspflichtigen Tochterunternehmen zu konsolidieren 15 Vgl. IFRS 9IN8. 16 Eine vorzeitige Anwendung ist nur möglich, wenn alle fünf am 12.5.2011 herausgegebenen neuen und überarbeiteten Standards (IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 sowie IAS 27 und IAS 28) vorzeitig Anwendung finden. Lediglich IFRS 12 darf isoliert von dem restlichen Paket vorzeitig angewendet werden. 3.2 Zusammenhang zwischen Ausbuchung und Konsolidierung Vahlen – Deloitte Press – Asset Securitisation in Deutschland – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 39 3.3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften 39 sind und danach die Abgangsvorschriften des IAS 39 bzw. IFRS 9 auf den Konzern angewandt werden. Soweit die IFRS im Einzelabschluss Anwendung finden, erfolgt die Beurteilung des Bilanzabgangs selbstverständlich auf Ebene des Einzelunternehmens. Da in True-Sale-Verbriefungen im Allgemeinen eine Übertragung von Vermögenswerten auf eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Entity, SPE) stattfindet, stellt sich im Konzernabschluss zunächst die Frage, ob die Zweckgesellschaft ein konsolidierungspflichtiges Tochterunternehmen des Übertragenden darstellt. Ist dies der Fall, erfolgt die Beurteilung des Bilanzabgangs ausschließlich im Verhältnis des Konzerns (einschließlich Zweckgesellschaft) zu Dritten. Ist dies nicht der Fall, ist der Bilanzabgang im Verhältnis des Konzerns (ohne Zweckgesellschaft) zur Zweckgesellschaft zu untersuchen. Nachstehend wird daher zunächst auf die Konsolidierungsvorschriften für Zweckgesellschaften eingegangen. Im Anschluss daran folgt eine Diskussion der Abgangskriterien. 3.3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften 3.3.1 Bisherige Regelungen: IAS 27 und SIC-12 Die Verpflichtung zur Konsolidierung von Zweckgesellschaften nach IAS 27/SIC-12 wird grundsätzlich an die Existenz eines Mutter-Tochter- Verhältnisses geknüpft. Die Konsolidierungspflicht nach IAS 27 basiert als allgemeiner Rahmen auf dem so genannten Control-Konzept, d. h. der Frage, ob ein Beherrschungsverhältnis vorliegt. Beherrschung stellt nach IAS 27.4 die Möglichkeit dar, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Diese abstrakte Definition von Beherrschung wird in IAS 27.13 durch objektive Kriterien konkretisiert. Hiernach wird ein Beherrschungsverhältnis grundsätzlich dann widerlegbar vermutet, wenn das Mutterunternehmen direkt oder indirekt über mehr als die Hälfte der Stimmrechte eines Unternehmens verfügt. Ein Beherrschungsverhältnis wird unwiderlegbar angenommen, wenn das Mutterunternehmen die Hälfte oder weniger als die Hälfte der Stimmrechte an einem Unternehmen hält und zudem eine der nachfolgenden Möglichkeiten gegeben ist: a) die Möglichkeit, über mehr als die Hälfte der Stimmrechte kraft einer mit anderen Anteilseignern abgeschlossenen Vereinbarung zu verfügen, b) die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens gemäß der Satzung oder einer Vereinbarung zu bestimmen, 3.3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften

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References

Zusammenfassung

Höchste Fachkompetenz zum Thema Securitisation.

Deloitte (Hrsg.), Asset Securitisation in Deutschland

4. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4498-8

Asset Securitisation

Dieses Handbuch liefert Ihnen Antworten auf die wesentlichen, bei einer Securitisation auftretenden Praxisfragen. Neben einem Überblick über gängige Securitisation-Strukturen und die Marktentwicklung in Deutschland werden vor allem die Rechnungslegung nach HGB und IFRS aus der Perspektive sowohl des Originators als auch des Investors vorgestellt. Zudem wird auf Bewertungsfragen eingegangen. Den als Reaktion auf die Finanzmarktkrise deutlich verschärften aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Verbriefungstransaktionen wird besonderer Raum gegeben. Abgerundet wird das Buch durch Beiträge, die sich mit steuerlichen Aspekten sowie rechtlichen Fragestellungen und deren Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Alles zu Asset Securitisation:

* Der deutsche Verbriefungsmarkt – Strukturen und Entwicklungen

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Veräußerer nach deutschem Handelsrecht

* Die Bilanzierung von ABS-Transaktionen beim Originator/Veräußerer nach IFRS

* Bilanzierung von Verbriefungen beim Investor nach IFRS 9

* Bewertung von ABS-Transaktionen

* Aufsichtsrechtliche Behandlung von Verbriefungen

* Steuerliche Aspekte bei Asset-Backed-Securities-Finanzierungen

* Rechtliche Aspekte bei Verbriefungen in Deutschland