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5.2 Der Einfluss verschiedener Steuerarten auf die Investitionsentscheidung in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Investition, page 177 - 181

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3658-7, ISBN online: 978-3-8006-4434-6, https://doi.org/10.15358/9783800644346_177

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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5.2 Der Einfluss verschiedener Steuerarten auf die Investitionsentscheidung 153 ? die im Anschaffungspreis für ein konkretes, investitionsbezogenes Wirtschaftsgut auf die erwerbende Unternehmung überwälzten Steuern, ? die durch den Anschaffungsvorgang ausgelösten Steuern, ? Grund- und Kfz-Steuer auf das Investitionsobjekt sowie ? die vom jeweiligen Periodengewinn, der infolge des Investitionsprojektes entsteht, abhängigen Ertragsteuern (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer) sowie der auf Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer anfallende Solidaritätszuschlag eine wesentliche, das Investitionsprojekt u.U. stark beeinflussende Rolle und dürfen daher bei der Vorteilhaftigkeitsbetrachtung nicht vernachlässigt werden.277 Zu berücksichtigen ist aber, dass eine Erfassung des Steuereinflusses in Investitionsrechnungsmodellen nicht nur im Rahmen der Zahlungsgrößen zum Ausdruck kommt, sondern auch über den Ansatzpunkt Kalkulationszinssatz; es muss konsequenterweise eine Korrektur des Kalkulationszinssatzes erfolgen.278 Der Einfluss verschiedener Steuerarten auf die Investitionsentscheidung 5.2 Der Einfluss verschiedener Steuerarten auf die Investitionsentscheidung 5.2.1 Die Ertragsteuern Eine Berücksichtigung der vom Periodengewinn abhängigen Ertragsteuern in der Investitionsrechnung ist besonders problematisch, da ? die durch ein einzelnes Projekt ausgelöste Gewinnänderung zugrunde gelegt werden muss; ? die der Steuer unterliegenden Periodengewinne im Allgemeinen nicht mit den Einzahlungsüberschüssen der einzelnen Perioden übereinstimmen; ? der einkommen- bzw. körperschaftsteuerpflichtige Gewinn aufgrund der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungs- und Kürzungsvorschriften nicht mit dem gewerbesteuerpflichtigen Gewinn übereinstimmt; ? bei der Einkommensteuer zum einen wegen des progressiven Tarifs eine Abhängigkeit der Steuerbelastung nicht nur vom Gewinn des untersuchten Investitionsprojekts gegeben ist, sondern auch vom Gesamtgewinn der Unternehmung, von dessen Aufteilung auf die Kapitaleigner sowie von deren sonstigen Einkünften und von deren persönli- 277 Vgl. dazu u.a. Adam, Dietrich: Investitionscontrolling. 3. Aufl., München/Wien 2000, S. 163; Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 101; Busse von Colbe, Walther/Laßmann, Gert: Betriebswirtschaftstheorie. Band 3. 3. Aufl., Berlin 1990, S. 65-66; Mellwig, Winfried: Die Erfassung der Steuern in der Investitionsrechnung – Grundprobleme und Modellvarianten. In: Das Wirtschaftsstudium 1989, S. 35; Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 69. 278 Vgl. Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 75. 5 Die Berücksichtigung der Steuern und Geldentwertung154 chen Verhältnissen, und zum anderen nicht entnommene Gewinne auf Antrag einem ermäßigten Steuersatz unterliegen; ? die Höhe der Gewerbesteuer entscheidend vom Hebesatz bestimmt wird;279 ? die Gewerbesteuer bei Personengesellschaften dergestalt berücksichtigt wird, dass sich die tarifliche Einkommensteuer des Gesellschafters gem. § 35 EStG um das 3,8fache des anteiligen Gewerbesteuermessbetrages vermindert (Gewerbesteueranrechnung). Auch ist aus diesen Aspekten ersichtlich, dass die üblicherweise getroffene Unterstellung eines einheitlichen Ertragsteuersatzes, der noch dazu meist als über die Laufzeit des Investitionsprojekts konstant angenommen wird, grundsätzlich problematisch ist. Der bei der Investitionsrechnung zu berücksichtigende Körperschaftsteuersatz beträgt seit der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform 2008 einheitlich 15 % zzgl. Solidaritätszuschlag. Hinsichtlich des Gewerbesteuersatzes ist der Hebesatz zu berücksichtigen, dessen mögliche Bandbreite durch § 16 Abs. 4 S. 2 GewStG nach unten auf 200 % begrenzt ist. Selbst wenn fiktiv davon ausgegangen wird, dass ein Einzelunternehmer ausschließlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, erfolgt eine Festlegung des Einkommensteuersatzes und des auf die Einkommensteuer erhobenen Solidaritätszuschlags nicht nur durch die mit einem Investitionsprojekt erwirtschafteten Periodengewinne, sondern auch durch die ohne Realisierung dieses Projektes erzielten Periodenergebnisse. Da Letztere aber wiederum maßgeblich durch die gesamte Unternehmungspolitik beeinflusst werden, liegt der jeweils von der Höhe des in einem bestimmten Jahr erwirtschafteten Periodenergebnisses abhängige Einkommensteuersatz und damit auch die Belastung mit Solidaritätszuschlag erst fest, wenn Entscheidungen über die zukünftige Unternehmungstätigkeit getroffen wurden. Da hierüber aber erst in sinnvoller Weise entschieden werden kann, wenn Kenntnis über die Einkommensteuersätze der zukünftigen Perioden besteht, kann eine zufriedenstellende Lösung eigentlich nur mittels einer die steuerliche Seite berücksichtigenden Simultanplanung erzielt werden. Nichtsdestoweniger wird in der betrieblichen Praxis im Allgemeinen der Versuch unternommen, eine Erleichterung dadurch zu erreichen, dass der zukünftige Unternehmungserfolg der einzelnen Perioden ohne Berücksichtigung von Einzelheiten der Investitionspolitik prognostiziert und der aus der zur Diskussion stehenden Investition resultierende Grenzeinkommensteuersatz in dem als Entscheidungsbasis dienenden Investitionsrechnungsmodell verwendet wird. Bei Personengesellschaften zeigen sich über die sowieso schon komplexe Entscheidungsund Problemsituation bei Einzelunternehmungen hinaus zusätzliche Probleme, da sich für die einzelnen Gesellschafter wegen unterschiedlicher Gewinnanteile, unterschiedlicher anderer Einkünfte und unterschiedlicher persönlicher Verhältnisse u.U. stark differierende persönliche Grenzeinkommensteuersätze ergeben können. Wird mit dem höchsten der für 279 Vgl. dazu u.a. Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 75; Blohm, Hans/Lüder, Klaus/Schaefer, Christina: Investition. 9. Aufl., München 2006, S. 105-108; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 87-88; Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 69-70; Weigel, Winfried: Steuern bei Investitionsentscheidungen. Wiesbaden 1989, S. 18-26; Wöhe, Günter/Bieg, Hartmut: Grundzüge der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. 4. Aufl., München 1995, S. 355. 5.2 Der Einfluss verschiedener Steuerarten auf die Investitionsentscheidung 155 die einzelnen Gesellschafter maßgebenden Grenzsteuersätze gerechnet, so orientiert man die Investitionsentscheidung an der individuellen Steuerbelastung des höchstbesteuerten Gesellschafters. Legt man der Rechnung den durchschnittlichen Grenzeinkommensteuersatz aller Gesellschafter zugrunde, so erfolgt eine Orientierung an der Steuerbelastung eines fiktiven „Durchschnittsgesellschafters“. Festzustellen bleibt aber, dass die Verwendung eines noch so grob geschätzten Ertragsteuersatzes in der Investitionsrechnung in jedem Fall einer Vernachlässigung der Steuerbelastung bei Investitionsentscheidungen vorzuziehen ist. Darüber hinaus haben Einzelunternehmer und Gesellschafter einer Personengesellschaft die Möglichkeit gem. § 34a EStG, nicht entnommene Gewinne auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen statt mit ihrem persönlichen progressiven Einkommensteuersatz mit einem ermäßigten Steuersatz i. H. v. 28,25 % zu besteuern. Somit müsste bereits zum Investitionszeitpunkt über die Verwendung der erwirtschafteten Gewinne entschieden werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass bei einer Entnahme in späteren Jahren eine Nachversteuerung erfolgt.280 Das Problem des Anfalls von Ertragsteuern und damit der Pflicht zur Berücksichtigung in der Investitionsrechnung stellt sich allerdings nur dann, wenn in einer Periode ein zu versteuernder Gewinn erwirtschaftet wurde. Die Ein- bzw. Auszahlungen der einzelnen Planungsperioden entsprechen aber nicht den Betriebseinnahmen bzw. den abzugsfähigen Betriebsausgaben derselben Perioden, aus denen sich die steuerpflichtigen Gewinne dieser Perioden errechnen. Der Grund für diese Abweichung liegt vor allem – wenn auch nicht ausschließlich – in den steuerlich relevanten Größen Abschreibungen (Absetzungen für Abnutzung, aber auch Sonderabschreibungen) und (langfristige) Rückstellungen. Während bei den Abschreibungen die bilanztechnische Aufwandsverrechnung nach der Auszahlung vonstatten geht, erfolgt im Falle der Rückstellungen die Aufwandsverrechnung vor dem Auszahlungsvorgang.281 Da die Finanzierungswirkung der Bildung von Rückstellungen unabhängig von der Realisierung einzelner Investitionsmaßnahmen ist282, finden Rückstellungen im Gegensatz zu den Abschreibungen im Allgemeinen keine Berücksichtigung in der modelltheoretischen Darstellung von Investitionsprojekten. 5.2.2 Die gewinnunabhängigen Steuern Da Betriebsgrundstücke einen Tatbestand zur Erhebung von Grundsteuer verkörpern (§ 2 GrStG), ist diese Steuerart ebenfalls in die Investitionsrechnung mit einzubeziehen. 280 Vgl. die sog. Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG. Sofern Gewinne in der Einzelunternehmung bzw. in der Mitunternehmerschaft einbehalten werden, können sie auf Antrag mit 28,25 % zzgl. SolZ besteuert werden. Eine spätere Entnahme dieser Gewinne führt zu einer Nachversteuerung i. H. v. 25 % zzgl. SolZ; vgl. Kußmaul, Heinz: Betriebswirtschaftliche Steuerlehre. 5. Aufl., München 2008, S. 302. 281 Vgl. dazu insbesondere Bieg, Hartmut: Die Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Verwendung in der Praxis. In: Der Steuerberater 1985, S. 75-76; Blohm, Hans/Lüder, Klaus/Schaefer, Christina: Investition. 9. Aufl., München 2006, S. 105-108; Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 69-70; Wöhe, Günter/Bieg, Hartmut: Grundzüge der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. 4. Aufl., München 1995, S. 355. 282 Vgl. u.a. Wöhe, Günter/Bieg, Hartmut: Grundzüge der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. 4. Aufl., München 1995, S. 355. 5 Die Berücksichtigung der Steuern und Geldentwertung156 Bezieht eine Unternehmung Wirtschaftsgüter von einem Umsatzsteuerpflichtigen gegen Entgelt, so sind diese mit Umsatzsteuer belastet. Die dabei zu zahlende sogenannte „Vorsteuer“ ist auf der Rechnung gesondert auszuweisen und kann bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmungen von der eigenen Umsatzsteuerschuld abgesetzt werden. Da die jeweils in Rechnung gestellten Vorsteuern bzw. die Umsatzsteuerschuld im Rahmen der Rechnungsbeträge zu Aus- bzw. Einzahlungen geführt haben und der Saldo dieser beiden Größen im Voranmeldezeitraum zu einer Umsatzsteuerzahllast bzw. -erstattung führt, beeinflusst die Umsatzsteuer – abgesehen von geringen zeitlichen Verzögerungen – die für die Investitionsrechnung entscheidenden Aus- und Einzahlungen nicht. Bei Unternehmungen, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, erhöhen sich durch die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer die Anschaffungskosten, so dass dort mit einer entsprechend höheren Anschaffungsauszahlung und im Falle abnutzbarer Investitionsobjekte in den Folgeperioden mit niedrigeren Ertragsteuerzahlungen infolge erhöhter Abschreibungsbeträge zu rechnen ist. In der Investitionsrechnung umsatzsteuerpflichtiger Unternehmungen können Nettorechnungsbeträge (nach Abzug der Vorsteuer bzw. nach Abzug der den Kunden in Rechnung gestellten Mehrwertsteuer) als Aus- bzw. Einzahlungen angesetzt werden, da dadurch dem Charakter des umsatzsteuerlichen Voranmeldungsverfahrens entsprochen wird. Steuern, die die Beschaffung eines Investitionsobjekts belasten (z.B. Grunderwerbsteuer), gehen als Auszahlungen in die Investitionsrechnung ein. Gemäß ihrer buchtechnischen Behandlung wirken sich diese Steuern auch auf die Gewinnsteuerzahlungen aus. Sowohl in der Handels- als auch in der Steuerbilanz müssen sie als Bestandteil der Anschaffungskosten (sogenannte Anschaffungsnebenkosten) aktiviert werden. Eine Veränderung der Gewinnsteuerzahlungen kann damit grundsätzlich erst während der Nutzungszeit erfolgen; dabei sind folgende Fälle zu unterscheiden: ? Können für das beschaffte Investitionsobjekt Abschreibungen verrechnet werden, so erfolgt eine Verteilung der Anschaffungsnebenkosten und der Abschreibungen auf die Jahre der Nutzung des Investitionsobjekts. Letztere mindern entsprechend dem Abschreibungsverlauf den steuerpflichtigen Gewinn. ? Besteht keine steuerliche Abschreibungsmöglichkeit auf das Investitionsobjekt, so wirken sich die aktivierten Anschaffungsnebenkosten erst in der Periode des Verkaufs des Wirtschaftsgutes auf den steuerpflichtigen Gewinn aus. Lassen sich die auf die Unternehmung im Preis des Investitionsobjekts (sowie in den späteren Auszahlungen) überwälzten Steuern nicht ermitteln, so stellt sich das Problem der Zweckmäßigkeit der Berücksichtigung dieser Steuern in der Investitionsrechnung nicht; sie stellen einen Bestandteil des Angebotspreises dar und gehen als Auszahlungen von selbst in die Rechnung ein.283 283 Vgl. dazu insbesondere Wöhe, Günter/Bieg, Hartmut: Grundzüge der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. 4. Aufl., München 1995, S. 359-360. 5.3 Die Erfassung der Steuern in der Investitionsrechnung 157 Die Erfassung der Steuern in der Investitionsrechnung 5.3 Die Erfassung der Steuern in der Investitionsrechnung 5.3.1 Die Modifizierung des Kalkulationszinssatzes Eine Erfassung des Steuereinflusses erfolgt in den diversen geeigneten Modellen der Investitionsrechnung u.a. im Kalkulationszinssatz; eine Korrektur des Kalkulationszinssatzes, der einer Investitionsentscheidung im Fall der Nichtberücksichtigung von Steuern zugrunde liegt, um die Steuerwirkung ist deshalb erforderlich. Bei der Verwendung der Kapitalwertmethode wird ein vollkommener und für den Investor unbeschränkter Kapitalmarkt unterstellt, d.h., es besteht die Möglichkeit, Kapital in beliebiger Höhe zu einem bestimmten, einheitlichen Zinssatz (Kalkulationszinssatz) sowohl anzulegen als auch aufzunehmen. Dieser Zinssatz ist bestimmt entweder durch die Verzinsung der bestmöglichen Anlagealternative oder aber durch die vorteilhafteste Kapitalbeschaffungsmöglichkeit (vgl. dazu nochmals Abschnitt 4.1.2.1.4). Die im Falle der Finanzierung über Eigenkapital als Referenzzinssatz angesetzte Verzinsung der bestmöglichen Anlagealternative unterliegt aber der Belastung mit Ertragsteuern. Der Kalkulationszinssatz vor Steuern (i) ist im Falle der Einbeziehung von Ertragsteuern in die Investitionsrechnung also um die durch den Ertragsteuersatz ser bewirkte Renditeminderung (i ? ser) zu kürzen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Alternativinvestition innerhalb des Gewerbebetriebs erfolgt und ebenfalls dem Ertragsteuersatz ser unterliegt. Sofern sie im Privatvermögen erfolgt, ist bei der Kürzung nicht die Gewerbesteuer zu berücksichtigen.284 Wenn es sich in diesem Fall um eine Finanzinvestition handelt, so kommt grds. nicht der persönliche Einkommensteuersatz sek, sondern der Abgeltungsteuersatz i.H.v. 25 % (zzgl. SolZ) zur Anwendung.285 Auf die angesprochene Kürzung kann lediglich in solchen Fällen verzichtet werden, in denen die Alternativanlage steuerbefreit ist oder die Besteuerung keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung hat (vgl. Abschnitt 5.1). Bei einer Finanzierung über Fremdkapital, bei der sich der Kalkulationszinssatz am tatsächlich zu zahlenden effektiven Sollzinssatz orientiert, ist zu beachten, dass die gezahlten Fremdkapitalzinsen in voller Höhe (i. d. R. Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer) oder zumindest teilweise (Gewerbesteuer; Einkommen- und Körperschaftsteuer bei Greifen der Zinsschranke286) bei der steuerlichen Bemessungsgrundlage als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. 284 Vgl. Perridon, Louis/Steiner, Manfred: Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Aufl., München 2007, S. 72-73. 285 Erträge aus Kapitalanlagen – wie bspw. Zinserträge – unterliegen einem Abgeltungsteuersatz i.H.v. 25 % und können auf Antrag mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert werden; vgl. Kußmaul, Heinz: Betriebswirtschaftliche Steuerlehre. 5. Aufl., München 2008, S. 254-258. 286 Nach der in § 4h EStG und § 8a KStG geregelten Zinsschranke kann der Betriebsausgabenabzug von Zinsaufwendungen unter bestimmten Umständen teilweise eingeschränkt werden; vgl. dazu Kußmaul, Heinz/Ruiner, Christoph/Schappe, Christian: Die Einführung einer Zinsschranke im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008. In: Arbeitspapiere zur Existenzgründung, hrsg. von Heinz Kußmaul, Band 25, Saarbrücken 2008.

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References

Zusammenfassung

Zu Beginn dieses Lehrbuches wird auf die grundlegenden Prinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft eingegangen. Daran schließt sich die umfangreiche Auseinandersetzung mit der Investition (und hier vor allem mit den Verfahren der Investionsrechnung) an. Dabei werden alle theorie- und praxisrelevanten Facetten behandelt. Zur Veranschaulichung der Inhalte dient ein durchgehendes Beispiel. Im letzten Kapitel wird sich mit Fragen der Unternehmensbewertung (inkl. DCF-Verfahren) auseinandergesetzt.

- Einführendes Lehrbuch in die Verfahren der Investitionsrechnung

- Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

- Zusammenhänge und finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien

- Einordnung von Investitionsrechnung und Investitionsentscheidungen

- Statische und dynamische Verfahren der Investitionsrechnung

- Dynamische Verfahren der Investitionsrechung

- Bestimmung der optimalen Nutzungsdauer und des Ersatzzeitpunktes von Investitionen

- Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen

- Investitionsprogrammentscheidungen

- Entscheidungen über Finanzinvestitionen

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

Ingo Nautsch in "Die Bank" zur Vorauflage der Bände.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Investitionsproblemen.