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2.1 Die betriebliche Einordnung der Investitionsrechnung in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Investition, page 53 - 58

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3658-7, ISBN online: 978-3-8006-4434-6, https://doi.org/10.15358/9783800644346_53

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Investitionsrechnung und Entscheidungen über Investitionen 2 Die betriebliche Einordnung der Investitionsrechnung und Entscheidungen über Investitionen62 2.1 Die betriebliche Einordnung der Investitionsrechnung 2.1.1 Die Einordnung der Investitionsrechnung innerhalb des Investitionsprozesses Die Begriffe Investitionsrechnung, Investitionsplanung und Investitionsprozess stehen zwar von ihrer thematischen und intentionalen Grundausrichtung her eng miteinander in Beziehung, dürfen aber dennoch nicht als gleichbedeutend angesehen werden. Die Investitionsrechnung wird nämlich als Instrument im Rahmen der Investitionsplanung eingesetzt, welche wiederum eine Phase innerhalb des Investitionsprozesses darstellt. Systematisch logisch zerlegen lässt sich ein Investitionsprozess im Allgemeinen – wie in Abbildung 12 (Seite 30) – in ? eine Planungsphase, ? eine Realisations- oder Durchsetzungsphase sowie ? eine Kontroll- und Überwachungsphase, wobei teilweise eine weitere Untergliederung der ersten Phase in die Planungsstufen ? Problemstellungsphase, ? Suchphase, ? Beurteilungsphase, ? Entscheidungsphase 62 Wesentliche Passagen dieses Abschnitts und der folgenden Abschnitte sind entnommen aus Kußmaul, Heinz: Grundlagen der Investition und Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1995, S. 99-103, S. 135-139 und S. 179-183; Kußmaul, Heinz: Statische Verfahren der Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1995, S. 221-227 und S. 259-263; Kußmaul, Heinz: Dynamische Verfahren der Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1995, S. 302-308, S. 348-353, S. 381-389 und S. 428-436; Kußmaul, Heinz: Berücksichtigung der Steuern und Geldentwertung in der Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1995, S. 463-473; Kußmaul, Heinz: Berücksichtigung der Steuern und Geldentwertung in der Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1996, S. 16-22; Kußmaul, Heinz: Berücksichtigung der Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen. In: Der Steuerberater 1996, S. 63-67 und S. 104-112; Kußmaul, Heinz: Investitionsprogrammentscheidungen. In: Der Steuerberater 1996, S. 151-154, S. 189-195 und S. 223-230; Kußmaul, Heinz: Gesamtbewertung von Unternehmen als spezieller Anwendungsfall der Investitionsrechnung. In: Der Steuerberater 1996, S. 262-268, S. 303-312, S. 350-358 und S. 395-402; Kußmaul, Heinz: Investitionsrechnung. In: Saarbrücker Handbuch der Betriebswirtschaftlichen Beratung, hrsg. von Karlheinz Küting, 4. Aufl., Herne 2008, S. 161-250; Kußmaul, Heinz: Darstellung der Discounted Cash- Flow-Verfahren – auch im Vergleich zur Ertragswertmethode nach dem IDW Standard ES 1 –. In: Der Steuerberater 1999, S. 332-347 sowie Kußmaul, Heinz: Darstellung der Shareholder Value- Ansätze. In: Der Steuerberater 1999, S. 382-390. 2 Investitionsrechnung und Entscheidungen über Investitionen30 vorgenommen wird.63 (1) Problemstellung (2) Suche nach realisierbaren Alternativen (3) Beurteilung der Alternativen in monetärer sowie nichtmonetärer Hinsicht (4) Treffen einer Entscheidung Planungsphase Realisationsphase Kontrollphase Abbildung 12: Prozessphasen bei Investitionsentscheidungen64 63 Vgl. dazu u.a. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 14; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 21; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 7-9; Olfert, Klaus/Reichel, Christopher: Investition. 10. Aufl., Ludwigshafen (Rhein) 2006, S. 61-82. 64 Modifiziert entnommen aus Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 7. 2.1 Die betriebliche Einordnung der Investitionsrechnung 31 Am Beginn der Planungsphase steht das Erkennen des Problems bezüglich einer möglichen Investition und daran anschließend die Formulierung der Problemstellung (sogenannte Problemstellungsphase). In dieser ersten Stufe entsteht die Idee zur Durchführung einer bestimmten Investition. Dies setzt voraus, dass der Investor eine Mangellage erkennt und überzeugt ist, diesen Zustand beseitigen zu können. Deshalb muss er zunächst seine Ausgangssituation analysieren und außerdem Kenntnis über die Ziele seiner Investitionstätigkeit besitzen; nur auf diese Weise können nämlich Entscheidungskriterien abgeleitet werden, die es dem Investor gestatten, eine der zur Verfügung stehenden Investitionsalternativen als die zweckmäßigste bzw. optimale Handlungsweise zu bestimmen. In der zweiten Stufe der Planungsphase sucht der Entscheidungträger nach Möglichkeiten zur Beseitigung des erkannten Mangels (sogenannte Suchphase). Nach einer erfolgten Auflistung und Bezeichnung der ihm zur Auswahl stehenden Alternativen wird er deren Konsequenzen zu ermitteln versuchen, wobei aufgrund seiner Zielsetzung bereits eine Vorauswahl getroffen werden kann, bei der nicht realisierbare oder offensichtlich unbrauchbare bzw. ineffiziente Lösungen von vornherein ausscheiden. Da es sich bei den verschiedenen zu selektierenden Möglichkeiten immer um zukünftige Ereignisse handelt, macht die Ermittlung der Handlungskonsequenzen den Einsatz von Prognose- und Schätzungsverfahren notwendig. Die bei der Bestimmung dieser Daten auftretenden Probleme bilden einen zentralen Problembereich der Investitionstheorie. Im Bedarfsfall müssen alternative Zukunftsentwicklungen unterstellt, quantifiziert und verarbeitet werden. In der dritten Stufe der Planungsphase erfolgt eine Bewertung der nach der Vorauswahl verbleibenden Investitionsalternativen (sogenannte Beurteilungsphase). Nur auf diese Projekte findet die Investitionsrechnung im eigentlichen Sinne überhaupt Anwendung; die Alternativen werden hinsichtlich der monetären Ziele des Entscheidungsträgers und unter Zugrundelegung der hierfür relevanten Daten in eine kardinale Reihenfolge gebracht. Die grundlegende Vorbedingung dafür ist aber, dass alle Handlungsmöglichkeiten nach derselben Investitionsberechnungsmethode beurteilt werden. Daneben wird eine Beurteilung der Alternativen hinsichtlich der nicht-monetären Ziele vorgenommen; diese wird ohne Heranziehung von Investitionsrechenverfahren durchgeführt. Im Rahmen der eigentlichen Entscheidung (sogenannte Entscheidungsphase; vierte Stufe innerhalb der Planungsphase) erfolgt – unter Heranziehung der Investitionsrechnungsergebnisse sowie unter Ergänzung durch verschiedene als Imponderabilien bezeichnete weitere Einflussgrößen – eine Verdichtung der Ergebnisse der vorangegangenen Stufe zu einem endgültigen Werturteil und daran anschließend eine Aussonderung aller nicht-optimalen Alternativen. Sofern nicht bereits in der Beurteilungsphase eine Eingliederung der Investitionsplanung in die Gesamtplanung explizit berücksichtigt wurde, muss zusätzlich eine Abstimmung mit der Gesamtplanung, insbesondere mit der Finanzplanung, vorgenommen werden. Der Finanzplanung kommt besondere Bedeutung zu, da Investitionen einen Kapitalbedarf induzieren und deshalb vor ihrer Realisation zu klären ist, ob dieser gedeckt werden kann. In der Realisationsphase findet die Durchführung der Investition entsprechend dem Beschluss statt. Finanzwirtschaftlich betrachtet ist sie nur insoweit von Interesse, als hier die – 2 Investitionsrechnung und Entscheidungen über Investitionen32 für die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Projektes entscheidenden bzw. ausschlaggebenden – Anfangsauszahlungen anfallen. In der Kontrollphase wird ein Soll-/Ist-Vergleich durchgeführt. Dieser Soll-/Ist-Vergleich wird sinnvollerweise nicht – wie Abbildung 12 (Seite 30) vermuten lässt – erst nach Abschluss der Realisationsphase durchgeführt. Vielmehr sollte bereits während der Realisationsphase eine Gegenüberstellung des geplanten bzw. erwarteten Zielerreichungsgrades mit dem tatsächlich realisierten Ergebnis stattfinden, d. h., die erwarteteten Konsequenzen, die zur Entscheidung bezüglich einer bestimmten Alternative geführt haben, werden mit den tatsächlich eingetretenen Konsequenzen verglichen. Bei Abweichungen von den Planungswerten müssen rechtzeitig geeignete Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden; für die Investitionsrechnung ergibt sich somit eine neue Problemstellung. Mit dem Übergang von der Kontroll- zur Planungsphase schließt sich damit der Kreis des Investitionsprozesses.65 Obwohl in der Kontrollphase bisweilen Investitionskontrollrechnungen eingesetzt werden, liegt das eigentliche Anwendungsgebiet der Investitionsrechnung jedoch in der Planungsphase. 2.1.2 Die Investition als Teil der betrieblichen Gesamtplanung Aufgabe der langfristigen Planung eines Betriebs ist der Versuch der Beseitigung eines in einem betrieblichen Teilbereich (Beschaffungs-, Produktions-, Absatz-, Verwaltungs- oder Finanzierungsbereich) eventuell bestehenden Engpasses. Kurzfristige Pläne (Planungsperiode i. d. R. kürzer als ein Jahr) müssen dagegen diesen Engpasssektor als gegeben und nahezu unveränderlich ansehen. Die daraus entstehende Notwendigkeit, alle kurzfristigen Pläne am Minimumsektor auszurichten, wird als Ausgleichsgesetz bzw. -prinzip der Planung bezeichnet.66 Die Ausrichtung der Investitionsplanung ist im Allgemeinen langfristiger Natur, da mit der Durchführung von Investitionen das Geschehen in anderen unternehmerischen Teilbereichen (z. B. im Beschaffungs- und Produktionsbereich) für einen längeren Zeitraum vorbestimmt wird. Eine Änderung der durchgeführten Maßnahmen (z. B. Liquidierung betrieblich genutzter Maschinen bei gleichzeitigem Kauf neuer Produktionsanlagen) kann oftmals nur unter Inkaufnahme erheblicher finanzieller Verluste vollzogen werden, da der Reversibilitätsgrad von bereits getätigten Investitionen i. d. R. gering ist. Soweit Investitionen fixe Kosten verursachen, resultiert aus ihnen eine Erstarrung der Kostenstruktur. Dieser Effekt erlangt insbesondere dann Bedeutung, wenn durch die Investition die Anlageintensität we- 65 Vgl. v.a. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 14-17; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 21-23; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 7-9; Olfert, Klaus/Reichel, Christopher: Investition. 10. Aufl., Ludwigshafen (Rhein) 2006, S. 61-82. 66 Vgl. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 17; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 24. 2.1 Die betriebliche Einordnung der Investitionsrechnung 33 sentlich zunimmt, da dann die Gewinnschwelle in Bereiche höherer Umsätze verlagert wird.67 Des Weiteren ist eine Abstimmung der Investitionspolitik mit anderen betrieblichen Bereichen notwendig, da sämtliche lang- und kurzfristigen Planungen einer Unternehmung über den Finanzplan in engem Zusammenhang miteinander stehen und somit eine gegenseitige Beeinflussung gegeben ist. Investitionsprojekte, die im Regelfall viel Kapital binden, konkurrieren in besonderer Weise mit anderen Unternehmungsbereichen um die i. d. R. knappen liquiden Mittel. Bei der Aufstellung der unternehmungsbereichspezifischen Teilpläne ist jede einzelne Betriebsabteilung bestrebt, die ihr im Rahmen der Gesamtplanung zugeteilte Aufgabe möglichst optimal zu lösen. Jedoch bedeutet eine optimale Lösung vom Standpunkt eines einzelnen Betriebsbereichs aus nicht immer zugleich auch eine optimale Lösung der Gesamtaufgabe. Aufgabe der Betriebsleitung ist es daher, eine Koordinierung der Teilpläne zu erreichen, um im Interesse des Gesamtbetriebes bzw. des Investors eine optimale Lösung zu finden.68 Nimmt man eine Analyse des Phasenschemas des Investitionsentscheidungsprozesses vor, so lässt sich erkennen, dass neben den in der Investitionsrechnung ausschließlich verwendeten finanzwirtschaftlichen Kriterien noch eine Vielzahl anderer Einflussgrößen eine Investitionsentscheidung beeinflussen; die Investitionsrechnung stellt also nur „einen Baustein im gesamten Entscheidungsprozess dar“.69 Da lediglich der quantifizierbare Teil der zur Verfügung stehenden Informationen in der Investitionsrechnung berücksichtigt wird, kann sie zur Vorbereitung von Entscheidungen über zur Auswahl stehende Handlungskonsequenzen eingesetzt werden. Sie soll den Entscheidungsträger bestmöglichst unterstützen, eine rational richtige Entscheidung zu treffen; eine Präjudizierung von Entscheidungen kann hingegen nicht von ihr verlangt werden. Aus diesem Grund ist von wesentlicher Bedeutung, dass der Entscheidungsträger Kenntnis über das Zustandekommen des Ergebnisses der Investitionsrechnung erlangt. Dies setzt die Beurteilungsfähigkeit der Zuverlässigkeit der in die Berechnung eingehenden Prognosedaten sowie des zu verwendenden Investitionsrechenverfahrens seitens des Entscheidungsträgers voraus; insbesondere muss er über dessen Schwächen und die damit verbundene Begrenztheit der Aussagefähigkeit des Ergebnisses Bescheid wissen.70 67 Vgl. dazu u.a. Altrogge, Günter: Investition. 4. Aufl., München/Wien 1996, S. 1-4; Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 17; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 24. 68 Vgl. dazu insbesondere Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 17-18. 69 Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 8. 70 Vgl. Bieg, Hartmut: Betriebswirtschaftslehre 1: Investition und Unternehmungsbewertung. 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1997, S. 18; Büschgen, Hans E.: Betriebliche Finanzwirtschaft – Unternehmensinvestitionen. Frankfurt a. M. 1981, S. 25-27; Kruschwitz, Lutz: Investitionsrechnung. 12. Aufl., München 2009, S. 8. 2 Investitionsrechnung und Entscheidungen über Investitionen34 2.2 Die Entscheidungen über Investitionen 2.2.1 Die Ziele der Investoren Vor der eigentlichen Entscheidung des Investors über ein zu realisierendes Investitionsprojekt ist es erforderlich, die späteren Konsequenzen des Vorhabens im Rahmen der Investitionsrechnung möglichst exakt zu bestimmen, zu beurteilen und gegen spätere Konsequenzen anderer Handlungsalternativen abzuwägen. Bestehen mehrere sinnvoll realisierbare Alternativen, so sollte diejenige ausgewählt werden, die der Zielpräferenzstruktur des Entscheidungsträgers am nächsten kommt. Aus diesem Grund ist schon bei der Auswahl der anwendbaren Methoden der Investitionsrechnung zu beachten, dass mit ihr eine an den Zielen des Investors orientierte Beurteilung der Projekte möglich sein muss. Deshalb besteht das Erfordernis, dass der Entscheidungsträger Kenntnis über seine Zielstruktur besitzt und diese in klarer, mathematisch umsetzbarer Weise formuliert wird. Während nicht-monetäre Zielsetzungen, die durchaus eine bedeutende Rolle bei der Entscheidungsfindung über zur Auswahl stehende Alternativen spielen können (vor allem dann, wenn sich der Investor bezüglich quantitativer Elemente nahezu indifferent in seiner Wahl zwischen mindestens zwei Handlungsmöglichkeiten verhält), keine Berücksichtigung im Rahmen der Investitionsrechnung finden, gehen monetäre Zielvorstellungen primär in folgenden Ausprägungen in das Entscheidungskalkül der Investitionsrechnung ein:71 ? Vermögensstreben, ? Einkommensstreben, ? Wohlstandsstreben. Ist eine Vermögensakkumulation Grundlage der Überlegung, so strebt der Investor ein möglichst hohes Vermögen am Ende des Planungszeitraumes an. Daneben möchte er in jedem der Planungszeiträume einen vorab in seiner Höhe eindeutig festgelegten Geldbetrag zu Konsumzwecken aus seinem Vermögen entnehmen (Nebenbedingung). Der Entnahmebetrag kann im Zeitablauf konstant bleiben oder aber variieren, d. h., er kann steigen, fallen, schwanken oder auch für jede Periode mit null angesetzt werden. In Abgrenzung dazu möchte der Entscheidungsträger bei Streben nach Einkommen möglichst hohe jährliche Konsumentnahmen erhalten. Es ist deshalb erforderlich, dass das zum Ende des Planungszeitraums gewünschte Endvermögen als Nebenbedingung mit einem festen Betrag angesetzt wird, der wertmäßig auch null sein kann. In diesem Fall sind die Investitionsvorhaben nach der Höhe des aus ihnen erzielbaren Entnahmeniveaus zu bewerten. Auch hier kann unterstellt werden, dass die Konsumentnahmen in zeitlicher Hinsicht einen konstanten, steigenden, fallenden oder wechselnden Verlauf aufweisen sollen. Zu beachten ist jedoch unbedingt, dass der hier dargelegte Einkommens- (= Entnahme-)begriff nicht den des Steuerrechts oder den Gewinnbegriff aus dem Handels- und Steuerrecht widerspiegelt. 71 Vgl. insbesondere Schneider, Dieter: Investition, Finanzierung und Besteuerung. 7. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 65-67.

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References

Zusammenfassung

Zu Beginn dieses Lehrbuches wird auf die grundlegenden Prinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft eingegangen. Daran schließt sich die umfangreiche Auseinandersetzung mit der Investition (und hier vor allem mit den Verfahren der Investionsrechnung) an. Dabei werden alle theorie- und praxisrelevanten Facetten behandelt. Zur Veranschaulichung der Inhalte dient ein durchgehendes Beispiel. Im letzten Kapitel wird sich mit Fragen der Unternehmensbewertung (inkl. DCF-Verfahren) auseinandergesetzt.

- Einführendes Lehrbuch in die Verfahren der Investitionsrechnung

- Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

- Zusammenhänge und finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien

- Einordnung von Investitionsrechnung und Investitionsentscheidungen

- Statische und dynamische Verfahren der Investitionsrechnung

- Dynamische Verfahren der Investitionsrechung

- Bestimmung der optimalen Nutzungsdauer und des Ersatzzeitpunktes von Investitionen

- Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen

- Investitionsprogrammentscheidungen

- Entscheidungen über Finanzinvestitionen

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

Ingo Nautsch in "Die Bank" zur Vorauflage der Bände.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

Für Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bachelor für das Fach Investition & Finanzierung an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Das Buch bietet aber auch Praktikern zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Investitionsproblemen.