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Kontrollfragen zum 4. Teil in:

Klaus Herdzina, Stephan Seiter

Einführung in die Mikroökonomik, page 158 - 160

11. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3630-3, ISBN online: 978-3-8006-4346-2, https://doi.org/10.15358/9783800643462_158

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Kapitel C: Kritik und Erweiterungen der Theorie des Angebotes 147 auch vorkommen, dann ist auch beim Güterangebot die im 2. Teil als vergleichsweise einfach dargestellte Aggregation der individuellen Angebote zum Marktangebot mit Schwierigkeiten behaftet. Aus alledem ergibt sich aber, dass es im 5. Teil, in dem die Preisbildung auf Gütermärkten darzustellen ist, nunmehr zunächst notwendig ist, die jeweiligen Marktkonstellationen genauer zu analysieren. Kontrollfragen zum 4. Teil 1. Nennen Sie die Prämissen der Theorie des Güterangebotes, insbesondere die darin unterstellte Zielsetzung der Unternehmung. Zeigen Sie in diesem Zusammenhang auf, welche Analyseschritte vorzunehmen sind, und begründen Sie, warum die Theorie als Marginaltheorie des Angebotes bezeichnet wird. 2. Ist es richtig, dass die vorliegende Angebotstheorie auf Grund ihrer Prämissen nur auf Einproduktunternehmen angewendet werden kann? 3. Was versteht man unter einer Produktionsfunktion? Wann spricht man von einer substitutionalen Produktionsfunktion? Inwieweit liegt in der hier verwendeten Produktionsfunktion auch eine gewisse Komplementarität der Faktoren vor? 4. Beschreiben Sie die drei Arten der Faktorvariation und erläutern Sie die in ihnen enthaltenen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. 5. Erläutern Sie die Begriffe Isoquante, Isokostenlinie und Minimalkostenkombination sowie die ihnen entsprechenden Konzepte der Indifferenzkurvenanalyse. Zeigen Sie generelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Indifferenzkurvenanalyse und dem Minimalkostenkonzept auf. 6. Erläutern Sie anhand der Minimalkostenkombination den Zusammenhang zwischen der Grenzproduktivität eines Faktors und seinem Kostensatz. Zeigen Sie dabei auch auf, inwiefern Lohnerhöhungen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auslösen können. 7. Vergleichen Sie die Ausstoßänderungen (die jeweilige Gestalt der Ertragsfunktion) bei proportionaler und partieller Faktorvariation. Welche eher technischen Argumente sprechen für den jeweiligen Kurvenverlauf? 8. Sind bei proportionaler Faktorvariation auch nicht lineare Ertragskurven vorstellbar? Erklären Sie in diesem Zusammenhang den Begriff Skalenerträge. 9. Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen der Minimalkostenkombination und der proportionalen Faktorvariation. Kann eine Unternehmung, wenn sie eine Produktionsausdehnung durchführen möchte, immer auf die proportionale Faktorvariation zurückgreifen? Inwiefern betreibt ein Automobilproduzent, der 100 zusätzliche Fahrzeuge verkaufen kann und daher produzieren muss, proportionale Faktorvariation, inwiefern betreibt er partielle Faktorvariation? 10. Stellen Sie dar, wie man von der Produktionsfunktion zur Ertragsfunktion, zur monetären Ertragsfunktion und schließlich zur Kostenfunktion gelangt. Wodurch unterscheiden sich monetäre Kosten von Realkosten? 148 4. Teil: Die Theorie des Angebotes 11. Was versteht man unter variablen Kosten, fixen Kosten, Gesamtkosten, Grenzkosten und Stückkosten? 12. Fertigen Sie eine Zeichnung an, in der Sie für den Fall einer partiellen Faktorvariation die Kurve des Gesamtertrages sowie die entsprechende Gesamt-, Grenz- und Stückkostenkurve abbilden. 13. Bei der Produktion eines Gutes X ergeben sich zunächst degressiv und dann progressiv ansteigende Gesamtkosten. Welche Art von Faktorvariation und welcher Ertragsverlauf liegt vor? 14. Was versteht man unter dem Betriebsoptimum? Warum schneidet die Grenzkostenkurve die Stückkostenkurve im Betriebsoptimum? 15. Erklären Sie den Begriff des Unternehmensgleichgewichts. Leiten Sie in diesem Zusammenhang die generelle und die spezielle Gewinnmaximierungsbedingung ab. 16. Zeichnen Sie eine Gesamterlös-, eine Grenzerlös- und eine Stückerlöskurve für den Spezialfall, dass die Unternehmung keinen Einfluss auf den Marktpreis hat. 17. Verknüpfen Sie die Zeichnungen aus Frage 12 und Frage 14 und ermitteln Sie das Gewinnmaximum. 18. Zeigen Sie vor dem Hintergrund der vorherigen Überlegungen auf, wie eine gewinnmaximierende Unternehmung auf Änderungen des Marktpreises reagiert. Welche Kostenkurve ist als Angebotskurve der Unternehmung zu interpretieren? 19. Wann stimmen Betriebsoptimum und Gewinnmaximum überein? Erläutern Sie in diesem Zusammenhang die sog. Preisuntergrenze. 20. Erklären Sie den Begriff Kapazitätsgrenze. Wie verläuft die Angebotskurve an der Kapazitätsgrenze? Bei welcher Art von Faktorvariation ergibt sich eine Kapazitätsgrenze und bei welcher ergibt sie sich nicht? 21. Stellen Sie anhand von Ertrags- und Kostenkurven dar, wie sich ein technischer Fortschritt sowie Änderungen der Faktorpreise auf die Lage der Angebotskurve auswirken. 22. Zeigen Sie ferner auf, dass eine Kapazitätserweiterung zu einer Rechtsverschiebung der Angebotskurve führt. 23. Verdeutlichen Sie sich noch einmal den Prämissenkatalog der einfachen Marginaltheorie des Güterangebotes und überlegen Sie, was man noch berücksichtigen müsste, wenn man das Angebotsverhalten eines Warenhauskonzerns erklären wollte. 24. Was spricht dafür, dass sich auch bei proportionaler Faktorvariation sinkende Ertragszuwächse, steigende Grenzkosten und damit steigende Angebotskurven einstellen? 25. Wie verläuft die Angebotskurve einer Unternehmung, wenn diese auf der Grundlage einer Stückkostenkalkulation Erlösmaximierung mit bzw. ohne die Bedingung der Erzielung eines Mindestgewinns realisieren möchte? Kapitel A: Marktgleichgewicht im homogenen Polypol 149 5. Teil: Die Theorie des Marktgleichgewichts Kapitel A: Marktgleichgewicht im homogenen Polypol 5. Teil Die Theorie des Marktgleichgewichts Nach der Darstellung der Theorie der Nachfrage und der Theorie des Angebotes gilt es nunmehr, die Gesetzmäßigkeiten der Preisbildung auf den Gütermärkten zu erörtern. Dies geschieht zunächst im Rahmen der Theorie des Marktgleichgewichts. Diese Theorie basiert auf der Annahme, dass sich die Nachfrage- und die Angebotskurven wegen der Gültigkeit der ceteris-paribus-Bedingung im Untersuchungszeitraum nicht verschieben. Nur gelegentlich werden Verschiebungen der Kurven und damit sog. Marktprozesse angedeutet. Eine ausführliche Theorie der Marktprozesse folgt im 6. Teil. Die nunmehr zu behandelnde Marktgleichgewichtstheorie zeigt, wie sich aus Nachfrage- und Angebotsfunktion ein Marktgleichgewicht herleiten lässt, d. h. eine Situation, in der die Pläne der Nachfrager und die Pläne der Anbieter durch die Preisbildung aufeinander abgestimmt sind. Die Marktgleichgewichtstheorie handelt also von der Ausgleichsfunktion des Preises. Wie bereits die Nachfrage- und die Angebotstheorie, so kann auch die Marktgleichgewichtstheorie einmal als Bedingungstheorie und zum anderen als explikative Theorie verstanden werden. Die Marktgleichgewichtstheorie ist in erster Linie als Bedingungstheorie konzipiert, wobei sie Bedingungen in zweierlei Hinsicht formuliert: – erstens Bedingungen für die Existenz (und Stabilität) eines Marktgleichgewichts, – zweitens Bedingungen für eine gesamtwirtschaftlich besonders günstige Lage des Marktgleichgewichts im Hinblick auf Konsumentenversorgung und Faktorallokation. Nur wenn die von der Theorie formulierten Bedingungen in der Realität vorliegen, kann die Theorie auch als explikative, d. h. als eine die Realität erklärende Theorie verwendet werden. Sofern die von der Theorie formulierten Bedingungen in der Realität nicht gegeben sind, gibt die Theorie aber zumindest Auskunft darüber, in welcher Weise die Gegebenheiten der Realität zu modifizieren sind, um ein Marktgleichgewicht bzw. das gesamtwirtschaftlich besonders günstige Marktgleichgewicht zu realisieren oder sich ihm anzunähern. Wie am Ende des 4. Teils mehrfach angedeutet, werden die Wirtschaftspläne der Haushalte und Unternehmungen maßgeblich von der Marktsituation, in welcher sich die Wirtschaftssubjekte befinden, beeinflusst. Bei der Herleitung der Nachfrage- und der Angebotskurve wurde bislang durchweg eine Marktsituation unterstellt, in welcher weder Nachfrager noch Anbieter den Preis des Gutes beeinflussen können. Da aber auch andere Marktsituationen denkbar sind und in der Realität vorkommen, gilt es zunächst, eine Klassifikation der verschiedenen

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Zusammenfassung

Mikroökonomie leicht und verständlich

Dieses Lehrbuch bietet eine verständliche Darstellung eines zentralen Teilgebiets der Ökonomik. Da Inhalt und Aussagewert der Mikroökonomik häufig dadurch unklar bleiben, dass die Studenten zuviel rechnen müssen und dabei nicht mehr genügend zum Denken kommen, wird die Algebra in nur sparsamer Dosierung eingesetzt. Dafür stellt das Buch die grundlegenden Fragestellungen und Modelle umso klarer und lesefreundlicher dar und unterstützt das Lernen mit zahlreichen Kontrollfragen.

* Grundlagen

* Einführung in die Nachfrage- und Angebotstheorie

* Theorie der Nachfrage

* Theorie des Angebots

* Theorie des Marktgleichgewichts

* Theorie der Marktprozesse

Das Lehrbuch beantwortet unter anderem folgende Fragen:

* Warum und in welcher Menge fragen Haushalte bestimmte Güter nach?

* Welche Ziele verfolgen Unternehmen?

* Wann ist ein Marktpreis stabil?

* Welche Marktform ist effizient?

* Fördert Wettbewerb den technischen Fortschritt?

Die Autoren

Prof. Dr. Klaus Herdzina ist Professor an der Universität Hohenheim.

Prof. Dr. Stephan Seiter ist Professor an der ESB Business School an der Hochschule Reutlingen.