12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung in:

Michael Frenkel, Klaus Dieter John

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, page 249 - 257

7. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3763-8, ISBN online: 978-3-8006-4307-3, https://doi.org/10.15358/9783800643073_249

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 245 12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung 1. Gegenstand der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung schließt an die sektoralen Finanzierungssalden für eine abgelaufene Periode an, wie sie sich aus den Vermögensänderungskonten ergeben. Durch Gegenüberstellung der Finanzierungssalden der einzelnen Sektoren wird der Beitrag der Sektoren zum Sparen und der gesamtwirtschaftlichen Vermögensbildung aufgezeigt. Darauf aufbauend besteht die Hauptaufgabe der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung darin, die nach Arten spezifizierten Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einzelnen Sektoren, die mit den sektoralen Finanzierungssalden verbunden sind, darzustellen. Daraus ergeben sich z. B. Informationen darüber, in welche Sektoren beispielsweise die gesparten Mittel der privaten Haushalte während eines bestimmten Zeitraums geflossen sind und in welcher Form die Finanzierungsmittel den anderen Sektoren bereitgestellt wurden. Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung ist damit eine Stromrechnung, die die Informationen der Inlandsproduktsberechnung ergänzt. Eng verknüpft mit der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung ist die Erfassung der ebenfalls nach Arten gegliederten Bestände der Sektoren an finanziellen Aktiva und Passiva zu bestimmten Zeitpunkten. Es bietet sich an, diese Bestände für den Anfang und das Ende der Rechnungsperiode zu ermitteln, auf die sich die Finanzierungsrechnung bezieht, da die Finanzierungsströme zwischen zwei Zeitpunkten notwendigerweise mit den Bestandsveränderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten übereinstimmen. Diese Ergänzung liefert Angaben über den Umfang und die Struktur von Forderungen und Verbindlichkeiten der einzelnen Sektoren. Sowohl die Bestände als auch die Ströme liefern Informationen über die Finanzierung der Sektoren durch Eigenmittel und über die finanzielle Verflechtung der verschiedenen Sektoren. Darüber hinaus geben sie Aufschluss über die Reaktion im Finanzierungsverhalten einzelner Sektoren auf wirtschaftspolitische, insbesondere geldpolitische Maßnahmen. 12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 246 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR246 2. Sektorale Sachvermögensbildung, Ersparnis und Finanzierungssalden In der Bundesrepublik wird die Finanzierungsrechnung von der Bundesbank erstellt. Den Ausgangspunkt der Finanzierungsrechnung bildet die sektorale Struktur der Ersparnis, der Investitionen und der sich hieraus ergebenden Finanzierungssalden. Zur genaueren Betrachtung der nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Sektoren bestehenden finanziellen Verflechtungen ist es im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sinnvoll, eine detailliertere Untergliederung der Sektoren vorzunehmen als dies im Grundschema der Inlandsproduktsberechnung erfolgt. So bietet es sich insbesondere bei den Unternehmen an, zwischen den finanziellen Bereichen und den nichtfinanziellen Bereichen zu unterscheiden. Zu den sogenannten finanziellen Sektoren zählen Banken (=  Bundesbank und Kreditinstitute), Bausparkassen und Versicherungen, zu den nichtfinanziellen Bereichen die Produktionsunternehmen und die Wohnungswirtschaft. Diese stärkere Differenzierung ist in der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sinnvoll, da die finanziellen Sektoren durch ihre Leistungen bzw. Produkte entscheidend bei der Veränderung von Vermögens- und Verbindlichkeitenpositionen mitwirken. Ihre Produkte stellen die vielfältigen Formen dar, in denen sich die inländischen Forderungen und Verbindlichkeiten der einzelnen Sektoren niederschlagen. Erst die Existenz der finanziellen Unternehmen und ihre Funktion als finanzielle Vermittler bzw. Finanzintermediäre macht es möglich, dass die Formen und Fristigkeiten von Geldvermögensanlagen und Kreditaufnahme der übrigen Sektoren voneinander abweichen können. So erwerben Kreditinstitute beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere für ihren eigenen Bestand, die sie durch Hereinnahme von Termin- und Spareinlagen finanzieren. Ein Fokus der Finanzierungsrechnung liegt auf der Sachvermögensbildung und ihrer Finanzierung. Tabelle 12-1 gibt einen Überblick über die Entwicklung von gesamtwirtschaftlicher Sachvermögensbildung und Ersparnis in Deutschland seit 1991. Die in der Tabelle dargestellte Sachvermögensbildung umfasst die Nettoinvestitionen (= Nettoanlageinvestitionen und Vorratsänderungen) sowie den seit der ESVG 95 ebenfalls zum Sachvermögen zählenden Nettozugang an nichtproduzierten Vermögensgütern (vor allem Lizenzen). Die Struktur der Tabelle zeigt, dass der Sachvermögensbildung eines Sektors die Finanzierung aus der Ersparnis des gleichen Sektors gegenübersteht. Die Differenz aus Ersparnis und Sachvermögensbildung ergibt den sektoralen Finanzierungssaldo. Die Daten zeigen für den Berichtszeitraum regelmäßig positive Finanzierungssalden der privaten Haushalte. Er betrug 2009 rund 150 Mrd. Euro. Der hohe Saldo ist allerdings nicht nur Ausdruck umfangreicherer Spartätigkeit, sondern auch geringerer Investitionstätigkeit. In letzterer schlug sich die geringe Bautätigkeit der privaten Haushalte nieder, die den bedeutendsten Teil der privaten Investition ausmacht. Bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften wird die für Deutschland in den zurückliegenden Jahren relativ geringe Investitionstätigkeit deutlich. Gemessen Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 247 12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung 247 am BIP kommen hierin auch im historischen und internationalen Vergleich niedrige Investitionsaktivitäten zum Ausdruck. Dieses niedrige Niveau wurde bereits im Zusammenhang mit Tabelle 6-4 erläutert. Die durchgeführten Investitionen wurden von den entsprechenden Unternehmen in erheblichem Umfang durch eigene Ersparnisse finanziert. Zuletzt ergab sich hierdurch sogar ein positiver Finanzierungssaldo bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften. Beim Staat lässt sich die Ersparnis erkennen, die trotz abnehmender Nettoinvestitionen zu einer deutlichen Erhöhung des Finanzierungsdefizits beigeführt hat. 1991 1995 2000 2005 2007 2009 Sachvermögensbildung Nettoinvestitionen Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Anlagen Vorräte Finanz. Sektoren Staat Insgesamt 58,4 79,0 69,8 9,2 3,6 12,8 153,8 80,0 48,5 44,2 4,3 4,9 6,9 140,3 62,9 73,7 67,1 6,7 2,7 1,4 140,7 28,3 20,7 31,3 –10,7 –1,0 –5,6 42,4 37,9 53,5 62,6 –9,1 –1,5 –4,0 86,0 36,0 9,9 29,0 –19,1 –1,5 0,0 44,5 Nettoinvestitionen Nettozugang an nichtproduzierten Vermögensgütern Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Staat Insgesamt Ersparnis Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Finanz. Sektoren Staat Insgesamt 11,8 0,6 0,3 –0,9 0,0 135,4 12,5 14,8 –32,0 130,7 9,1 0,9 0,6 –1,5 0,0 137,7 18,8 13,2 –53,4 116,3 8,2 1,0 42,9 –52,2 –8,4 139,2 –20,5 10,7 –23,8 105,6 2,2 1,0 0,5 –1,4 0,0 174,0 42,9 23,5 –81,2 159,2 4,1 1,0 0,5 –1,4 0,0 175,1 80,0 24,4 –0,8 278,7 2,2 0,7 0,4 –1,1 0,0 186,8 30,2 27,6 –80,4 164,2 Ersparnis Finanzierungssalden Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Finanz. Sektoren Staat Insgesamt 10,2 76,4 –66,9 11,2 –43,8 –23,1 7,6 56,8 –30,2 8,3 –58,8 –24,0 6,3 75,4 –137,1 8,0 27,1 –26,7 8,4 144,7 21,8 24,5 –74,2 116,8 13,3 136,2 26,0 25,8 4,7 192,7 8,0 150,1 19,9 29,0 –79,3 119,7 Finanzierungssalden Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Finanzielle Sektoren Staat Insgesamt 5,9 –5,1 0,9 –3,4 –1,8 3,7 –2,0 0,5 –3,8 –1,5 4,4 –8,0 0,5 1,6 –1,6 7,6 1,1 1,3 –3,9 6,1 6,5 1,2 1,2 0,2 9,2 7,3 1,0 1,4 –3,9 5,8 Hinweis: Differenzen in den Summen durch Rundungen. Tab. 12-1: Gesamtwirtschaftliche Vermögensbildung und Ersparnis (in Mrd. Euro) Quelle: Deutsche Bundesbank (2010a) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 248 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR248 Die sektoralen Finanzierungssalden spiegeln für den dargestellten Zeitraum folgendes Bild wider: Den Überschüssen in den Finanzierungssalden der privaten Haushalte standen Finanzierungsdefizite des Staates und teilweise der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften gegenüber. Letzteres ist aufgrund der in Tabelle 12-1 nur für ausgewählte Jahre dargestellten Situationen nicht von dort zu entnehmen. Unter Berücksichtigung der vergleichsweise geringen Finanzierungsüberschüsse der finanziellen Sektoren verblieb insgesamt meistens ein jährlicher Überschuss. In diesem Umfang veränderte sich die Nettoauslandsposition der Bundesrepublik Deutschland. Box 12-1: Vermögensbildung und Finanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften Die Vermögensbildung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften unterlag in den letzten zwei Jahrzenten, die übersichtsartig in Tabelle 12-2 dargestellt ist, vergleichsweise starken Schwankungen. Dabei wies die Geldvermögensbildung erheblich stärkere Veränderungen auf als die Bruttoinvestitionen. Auf der Finanzierungseite stellen Abschreibungen und nichtentnommene Gewinne die Komponenten der Innenfinanzierung dar. Eine wichtige Komponente der Vermögensbildung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften war in einigen Jahren die Außenfinanzierung. Auch wenn dies die Kreditaufnahme bei den inländischen Banken einschließt, war dies mit einem verstärkten Rückgriff auf ausländische Finanzierungskomponenten und Beteiligungen verbunden. Jahr Vermögensbildung Finanzierung Statistische Differenz Insgesamt Bruttoinvestitionen Geldvermögensbildung Insgesamt Abschreibungen Nichtentnommene Gewinne Außenfinanzierung 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 270,2 236,5 242,1 250,6 407,0 361,0 247,8 312,7 424,4 251,2 198,6 177,6 197,8 200,4 224,5 227,1 202,6 210,8 254,7 213,4 71,3 58,3 43,7 49,8 182,0 133,5 44,8 101,5 169,1 37,4 259,6 245,7 247,4 251,0 385,7 357,0 240,9 283,2 396,2 233,4 119,6 139,6 149,3 156,3 165,7 178,7 183,1 190,1 201,2 203,5 12,5 –7,5 18,8 17,7 –11,0 7,4 9,8 42,9 80,0 30,2 127,6 113,6 79,3 77,0 231,0 170,8 48,1 50,1 114,9 –0,3 10,600 –9,148 –5,223 –0,393 21,288 4,032 6,895 29,540 28,182 17,851 Tab. 12-2: Vermögensbildung und Finanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (in Mrd. Euro) Quelle: Deutsche Bundesbank (2010b) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 249 12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung 249 S ek to r In lä n d is ch e n ic h tf ia n zi el le S ek to re n In lä n d is ch e fi n an zi el le S ek to re n Ü b ri ge W el t S ek to re n In sg es am t P os it io n P ri v. H au sh . u . p ri v. O rg . oh n e E rw er b sz w . N ic h tfi n an zi el le K ap it al ge se ll sc h af te n S ta at In sg esa m t M on et är e Fi n an zi n st it u te 1) S on st ig e Fi n an zin st it u te V er si ch eru n ge n 2) In sg esa m t S ac h ve rm ög en sb il d u n g u n d S p ar en N et to in ve st it io ne n B ru tt oi nv es ti ti on en en A bs ch re ib u ng en N et tz ug an g an n ic ht pr od u zi er te n V er m ög en sg üt er n Sp ar en u nd V er m ög en sü be rt ra gu ng en Sp ar en V er m ög en sü be rt ra gu ng en 36 ,0 2 15 0, 34 11 4, 32 0, 71 18 6, 83 18 0, 14 6, 69 9, 94 21 3, 43 20 3, 49 0, 39 30 ,2 0 12 ,4 7 17 ,7 3 –0 ,0 2 40 ,0 5 40 ,0 7 –1 ,1 0 –8 0, 44 –5 5, 86 –2 4, 58 45 ,9 4 40 3, 82 35 7, 88 – 13 6, 59 13 6, 75 –0 ,1 6 –1 ,1 2 3, 43 4, 55 – 27 ,3 6 25 ,5 8 1, 78 0, 06 0, 12 0, 06 – –0 ,5 0 –0 ,5 0 _ –0 ,3 9 2, 09 2, 48 – 0, 70 2, 70 –2 ,0 0 –1 ,4 5 5, 64 7, 09 – 27 ,5 6 27 ,7 8 –0 ,2 2 . . . – –1 19 ,6 6 –1 20 ,0 4 0, 38 44 ,4 9 40 9, 46 36 4, 97 – 44 ,4 9 44 ,4 9 – Fi na n zi er u ng sü be rs ch u ss /– d ef iz it 3) St at is ti sc he D if fe re n z4 ) 15 0, 10 . 19 ,8 7 17 ,8 5 –7 9, 32 . 90 ,6 5 17 ,8 5 28 ,4 8 . –0 ,5 6 . 1, 09 . 29 ,0 1 . –1 19 ,6 6 –1 7, 85 – – G el d ve rm ög en sb il d u n g W äh ru ng sg ol d u nd S on d er zi eh u ng sr ec ht e B ar ge ld u nd E in la ge n B ar ge ld u nd S ic ht ei n la ge n Te rm in ge ld er 5) Sp ar ei n la ge n Sp ar br ie fe G el d m ar kt pa pi er e R en te nw er te Fi na n zd er iv at e A kt ie n So n st ig e B et ei li gu ng en In ve st m en tz er ti fi ka te K re d it e K u rz fr is ti ge K re d it e L än ge rf ri st ig e K re d it e A np rü ch e ge ge nü be r V er si ch er u ng en 2) K u rz fr is ti ge A n sp rü ch e L än ge rf ri st ig e A n sp rü ch e A n sp rü ch e au s Pe n si on sr ü ck st el lu ng en So n st ig e Fo rd er u ng en . 49 ,8 6 14 9, 10 –1 23 ,9 1 56 ,3 0 –3 1, 62 –0 ,7 7 –4 ,5 8 . –1 ,0 0 2, 97 29 ,2 1 . . . 69 ,0 3 3, 41 65 ,6 2 7, 66 –5 ,5 3 . 47 ,7 0 62 ,8 4 –1 6, 88 1, 57 0, 17 8, 58 –4 ,7 0 –1 0, 34 73 ,7 0 18 ,9 7 –4 1, 36 12 ,4 2 –1 ,2 8 13 ,7 1 0, 36 0, 36 . . –6 7,9 2 . –3 ,5 6 30 ,0 6 –3 5, 08 1, 37 0, 09 –0 ,5 3 1, 78 0, 09 0, 00 31 ,9 5 1, 51 –2 ,1 8 3, 71 –5 ,8 9 0, 02 0, 02 . . 11 ,8 6 . 94 ,0 1 24 1, 99 –1 75 ,8 6 59 ,2 3 –3 1, 36 7, 29 –7 ,5 0 –1 0, 25 72 ,7 0 53 ,8 9 –1 0, 64 10 ,2 5 2, 43 7, 82 69 ,4 1 3, 79 65 ,6 2 7, 66 –6 1, 59 –1 1, 89 –1 40 ,5 7 –2 9, 94 –1 10 ,6 3 . . –3 6, 86 54 ,8 5 –1 0, 21 –3 ,3 9 –4 ,2 4 –1 5, 00 –1 ,6 4 2, 12 –3 ,7 6 . . . . –4 1, 01 . –5 ,9 9 –1 1, 43 5, 24 0, 01 0, 19 –0 ,4 7 89 ,4 2 0, 04 –4 3, 07 16 ,3 7 43 ,5 3 –8 ,2 7 –9 ,6 0 1, 33 . . . . –0 ,2 9 . 13 ,8 8 1, 64 11 ,6 8 0, 03 0, 53 –0 ,8 1 5, 93 . –3 ,7 3 –9 ,4 8 25 ,0 9 17 ,8 5 –3 ,3 3 21 ,1 7 . . . . 2, 74 –1 1, 89 –1 32 ,6 8 –3 9, 73 –9 3, 71 0, 04 0, 72 –3 8, 13 15 0, 19 –1 0, 17 –5 0, 19 2, 65 53 ,6 3 7,9 4 –1 0, 80 18 ,7 4 . . . . –3 8, 56 11 ,8 9 –1 14 ,0 2 –1 3, 14 –1 02 ,5 4 0, 72 0, 94 6, 21 –3 2, 38 . 12 ,2 3 3, 54 0, 16 24 ,9 1 –0 ,8 3 25 ,7 4 –5 ,0 3 –5 ,0 1 –0 ,0 2 . –2 2, 54 – –1 52 ,7 0 18 9, 12 –3 72 ,1 2 59 ,9 9 –2 9, 70 –2 4, 64 11 0, 31 –2 0, 42 34 ,7 4 60 ,0 8 43 ,1 4 43 ,0 9 –9 ,2 0 52 ,3 0 64 ,3 8 –1 ,2 2 65 ,6 0 7, 66 –1 22 ,6 9 In sg es am t 14 6, 86 37 ,4 2 40 ,9 5 22 5, 23 –2 09 ,9 5 91 ,2 6 51 ,4 7 –6 7, 22 –1 15 ,0 4 42 ,9 7 Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 250 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR250 S ek to r In lä n d is ch e n ic h tf ia n zi el le S ek to re n In lä n d is ch e fi n an zi el le S ek to re n Ü b ri ge W el t S ek to re n In sg es am t P os it io n P ri v. H au sh . u . p ri v. O rg . oh n e E rw er b sz w . N ic h tfi n an zi el le K ap it al ge se ll sc h af te n S ta at In sg esa m t M on et är e Fi n an zi n st it u te 1) S on st ig e Fi n an zin st it u te V er si ch eru n ge n 2) In sg esa m t A u ß en fi n an zi er u n g B ar ge ld u nd E in la ge n B ar ge ld u nd S ic ht ei n la ge n Te rm in ge ld er 5) Sp ar ei n la ge n Sp ar br ie fe G el d m ar kt pa pi er e R en te nw er te Fi na n zd er iv at e A kt ie n So n st ig e B et ei li gu ng en In ve st m en tz er ti fi ka te K re d it e K u rz fr is ti ge K re d it e L än ge rf ri st ig e K re d it e A np rü ch e ge ge nü be r V er si ch er u ng en 2) K u rz fr is ti ge A n sp rü ch e L än ge rf ri st ig e A n sp rü ch e A n sp rü ch e au s Pe n si on sr ü ck st el lu ng en So n st ig e V er bi nd li ch ke it en . . . . . . . . . . . –4 ,4 0 –4 ,2 9 –0 ,1 2 . . . . 1, 16 . . . . . –2 6, 70 19 ,6 0 . 5, 48 8, 11 . –1 9, 31 –3 6, 81 17 ,5 0 . . . 2, 90 9, 62 –0 ,1 9 –0 ,1 9 . . . 61 ,5 5 51 ,0 5 . . . . 4, 00 –1 0, 31 14 ,3 2 . . . . 3, 85 –0 ,1 9 –0 ,1 9 . . . 34 ,8 5 70 ,6 5 . 5, 48 8, 11 . –1 9, 72 –5 1, 42 31 ,7 0 . . . 2, 90 14 ,6 3 –2 6, 90 22 4, 78 –2 81 ,9 8 59 ,9 9 –2 9, 70 –4 6, 93 –7 0, 41 . 2, 00 6, 99 –5 ,4 9 . . . . . . 4, 23 –1 01 ,9 1 –5 ,5 8 –5 ,5 3 –0 ,0 5 . . –0 ,0 2 27 ,6 4 – 6, 02 –0 ,0 3 49 ,2 4 38 ,0 9 18 ,7 3 19 ,3 6 . . . 0, 01 –2 3, 54 . . . . . . –0 ,3 1 . –0 ,1 2 . . –1 ,7 5 –2 ,5 0 0, 75 64 ,7 0 –1 ,2 2 65 ,9 2 0, 52 –1 2, 67 –3 2, 48 21 9, 25 –2 82 ,0 3 59 ,9 9 –2 9, 70 –4 6, 95 –4 3, 08 – 7,9 1 6, 96 43 ,7 5 36 ,3 4 16 ,2 4 20 ,1 1 64 ,7 0 –1 ,2 2 65 ,9 2 4, 76 –1 38 ,1 2 –1 20 ,0 3 –2 9, 94 –9 0, 09 . . –1 2, 54 82 ,7 4 –2 0, 42 21 ,3 6 45 ,0 2 –0 ,6 1 26 ,4 7 25 ,9 8 0, 49 –0 ,3 2 . –0 ,3 2 . 0, 80 –1 52 ,7 0 18 9, 12 –3 72 ,1 2 59 ,9 9 –2 9, 70 –2 4, 64 11 0, 31 –2 0, 42 34 ,7 4 60 ,0 8 43 ,1 4 43 ,0 9 –9 ,2 0 52 ,3 0 64 ,3 8 –1 ,2 2 65 ,6 0 7, 66 –1 22 ,6 9 In sg es am t –3 ,2 4 –0 ,3 0 12 0, 27 11 6, 72 –2 38 ,4 3 91 ,8 3 50 ,3 8 –9 6, 22 22 ,4 7 42 ,9 7 N et to ge ld ve rm ög en sb il du ng 6) 15 0, 10 37 ,7 2 –7 9, 32 10 8, 50 28 ,4 8 –0 ,5 6 1, 09 29 ,0 1 –1 37 ,5 1 – 1) K re d it in st it ut e ei n sc h l. D eu ts ch e B u nd es ba n k, B au sp ar ka ss en u nd G el d m ar kt fo nd s 2) E in sc h l. Pe n si on sk as se n so w ie b er u fs st än d is ch e V er so rg u ng sw er ke u nd Z u sa tz vo rs or ge ei n ri ch tu ng en 3) S p ar en u nd V er m ög en sü be rt ra gu ng en (n et to ) a bz ü gl ic h N et to in ve st it io ne n u nd N et to zu ga ng a n n ic ht pr od u zi er te n V er m ög en sg üt er n 4) N et to ge ld ve rm ög en sb il du ng a bz ü gl ic h Fi n an zi er u ng sü be rs ch u ss 5) E in sc h l. B au sp ar ei n la ge n 6) G el d ve rm ög en sb il du ng a bz ü gl ic h A u ße n fi n an zi er u ng B ei d er S u m m en bi ld u ng w u rd en in tr as ek to ra le S tr öm e n ic ht m it ta d d ie rt . Ta b . 1 2- 3: V er m ö g en sb ild u n g d er S ek to re n u n d ih re F in an zi er u n g im J ah r 20 09 Q u el le : D eu ts ch e B u n d es b an k (2 01 0 c) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 251 12. Kapitel: Die Finanzierungsrechnung 251 3. Die Veränderungen der sektoralen Forderungen und Verbindlichkeiten Die Veränderungen von finanziellen Aktiva und Passiva der einzelnen Sektoren lassen sich in Form eines detaillierten Kreditänderungs- oder Finanzierungskontos darstellen. Man erhält dann für jeden Sektor ein Finanzierungskonto, aus dem die Veränderungen der einzelnen Arten von Forderungen und Verbindlichkeiten abgelesen werden können. Eine andere Art der Darstellung der Finanzierungsströme ist die in tabellarischer Form, wie sie Tabelle  12-3 für die Bundesrepublik Deutschland zeigt. Diese Form folgt der Darstellung der Bundesbank und soll im Folgenden näher betrachtet werden. In Tabelle 12-3 sind die Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten der einzelnen Sektoren für das Jahr 2009 dargestellt. Für die in den Spalten dargestellten Sektoren sind zunächst die jeweilige Sachvermögensbildung und Ersparnis sowie der sich hieraus ergebende Finanzierungssaldo aufgeführt. Darunter sind die nach Arten gegliederten Änderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten für die verschiedenen Sektoren ausgewiesen. Die Bundesbank bezeichnet die Forderungsveränderung in ihrer Darstellung als Geldvermögensbildung und die Veränderung der Verbindlichkeiten als Außenfinanzierung. Da die Veränderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten zeigen, in welcher Weise sich der Finanzierungssaldo bei den jeweiligen Sektoren niederschlug, entspricht die Differenz aus Geldvermögensbildung einerseits und Außenfinanzierung andererseits den Finanzierungssalden der Sektoren. Ebenso bedingt das geschlossene Kontensystem, dass die Summe der Forderungsveränderungen mit der Summe der Veränderungen der Verbindlichkeiten identisch ist. Wie bei den Finanzierungskonten der Inlandsproduktsberechnung gilt auch in der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung, dass sich die Finanzierungssalden aller Sektoren zu Null addieren. Die Summe der Finanzierungssalden der inländischen Sektoren entspricht daher mit umgekehrtem Vorzeichen dem Finanzierungssaldo der übrigen Welt. Ist dieser positiv, so bedeutet dies, dass die deutschen Netto-Auslandsaktiva abnehmen. Dieser Betrag (in 2009 ohne die statistische Differenz (17,85 Mrd. Euro), die im oberen Teil der Tabelle bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften aufgeführt ist: –119,7 Mrd. Euro) entspricht mit umgekehrtem Vorzeichen dem Gesamtfinanzierungssaldo aller inländischen Sektoren, wie er in Tabelle 12-1 ausgewiesen ist. Die Daten zur Struktur der Geldvermögensbildung und der Kreditaufnahme zeigen für das Jahr 2009 folgende Charakteristika: Der größte Teil der Geldvermögensbildung der privaten Haushalte floss in Bargeld, Sichteinlagen, Spareinlagen und Versicherungsansprüche. Ein demgegenüber deutlich geringerer Betrag wurde für den Erwerb von Investmentzertifikaten verwendet, bei Aktien ergab sich sogar ein Abbau. Bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften kam es im Jahr 2009 aufgrund sehr geringer Nettoinvestitionen zu einem Finanzierungsüberschuss. Dieser wurde zur Bildung von Geldvermögen verwendet. Bei den öffentlichen Haushalten erfolgte die Finanzierung des Finanzierungsdefizits sowie der Geld- Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 252 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR252 vermögensbildung im Wesentlichen durch Begebung von Geldmarktpapieren und Rentenwerten, d. h. durch den Absatz von festverzinslichen Wertpapieren. Ungewöhnlich ist die Entwicklung bei den Banken gewesen. Aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gingen insbesondere hereingenommene und angelegte Termineinlagen deutlich zurück. Der Aufbau der Tabelle zur Vermögensbildung und ihrer Finanzierung bedingt, dass die Summe der neuen Forderungen innerhalb einer Vermögensart der Summe der zusätzlichen Verbindlichkeiten in derselben Vermögensart entsprechen muss. Schlüsselbegriffe: Finanzielle Sektoren Geldvermögensbildung Nichtfinanzielle Sektoren Sachvermögensbildung Sektoraler Finanzierungssaldo Finanzierungsinstitute Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 253 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 1. Umfang der Außenwirtschaftsrechnung Für praktisch alle Länder der Welt hat die Bedeutung des Außenhandels seit Ende des zweiten Weltkrieges erheblich zugenommen. So gibt es heute kaum noch eine Volkswirtschaft, die als geschlossen angesehen werden kann. Es ist daher üblich geworden, die Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern in einer gesonderten Nebenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, der Außenwirtschaftsrechnung, zu erfassen. Die Außenwirtschaftsrechnung wird in der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Bundesbank vorgenommen. Den größten Teil dieses Rechnungssystems nimmt die Zahlungsbilanz ein, in der im wesentlichen die Güter- und Kapitalströme aufgezeichnet werden. Die Zahlungsbilanz ist damit eine Stromgrößenrechnung. Sie wird ergänzt durch eine außenwirtschaftliche Bestandsgrößenrechnung, in der die Nettovermögensposition (Auslandsposition) der Inländer gegenüber den Ausländern zusammengestellt wird. Innerhalb der Auslandsposition der Inländer kommt den Währungsreserven der Zentralbank aus währungspolitischen Überlegungen besondere Bedeutung zu. Einen weiteren Bestandteil der Außenwirtschaftsrechnung bildet die Erfassung von Wechselkursen der heimischen Währung gegenüber Fremdwährungen sowie die Berechnung des Außenwerts der heimischen Währung gegenüber bestimmten Gruppen von Währungen, z. B. gegenüber denen der Handelspartner. Durch Berücksichtigung der Veränderungen des Preisniveaus im In- und Ausland werden darüber hinaus reale Außenwerte der Inlandswährung gegen- über einzelnen Währungen oder Währungsgruppen berechnet, die ein Maß für die Kaufkraft der heimischen Währung darstellen. Wichtig für eine Volkswirtschaft mit umfangreichen Handelsverflechtungen mit dem Ausland ist auch die Entwicklung der Export- und der Importpreise. Für beide Größen werden daher Preisindizes berechnet. Aus der Entwicklung des Verhältnisses der Ausfuhrpreise zu den Einfuhrpreisen kann dabei abgelesen werden, wie sich die Gütermenge, die das Inland im Austausch für eine bestimmte Menge ausländischer Güter exportieren muss, im Zeitablauf entwickelt hat. Diese Austauschrelation nennt man das reale Tauschverhältnis des Inlands gegenüber dem Ausland oder auch „terms of trade“. 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung

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References

Zusammenfassung

Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.

Dieses Buch informiert umfassend über die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Ausgehend von der theoretischen Fundierung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geht es ausführlich auf das in Deutschland (und den anderen Ländern der Europäischen Union) verwendete Gesamtrechnungssystem ESVG 95 ein. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Anwendung und den Weiterentwicklungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. So erhält der Leser nicht nur einen fundierten Überblick über die quantitativen Verhältnisse der deutschen Volkswirtschaft, er wird beispielsweise auch ausführlich über die aktuelle Diskussion um die Aussagefähigkeit des Bruttoinlandsprodukts, die Entwicklung alternativer Konzepte zur Wohlfahrtsmessung sowie die Bestrebungen informiert, die Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu quantifizieren.

Die Autoren

Prof. Dr. Michael Frenkel ist Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der WHU – Otto-Beisheim School of Management, Vallendar.

Prof. Dr. Klaus Dieter John ist Inhaber der Professur für Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Chemnitz.