4 Einführung in die Einkommensteuer in:

Gerhard C. Girlich

Buchführung in der Praxis, page 46 - 54

Kontenrahmen, Umsatzsteuer, Anlagevermögen, Betriebsausgaben, Gewinnberechnung

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3926-7, ISBN online: 978-3-8006-3927-4, https://doi.org/10.15358/9783800639274_46

Series: Vahlen Praxis

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Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 49 4 Einführung in die Einkommensteuer Bevor wir uns weiter mit der doppelten Buchführung beschäftigen, sollten wir uns kurz darüber unterhalten, was mit dem im Rahmen der Buchhaltung ermittelten Gewinn steuerlich passiert. Nach der Durchsicht dieses Kapitels können Sie die folgenden Fragen beantworten: • Welche Steuer haben Sie auf den ermittelten Gewinn zu bezahlen? • Wie hoch werden die Steuern liegen? 4.1 Wer muss Einkommensteuer bezahlen? Bei der persönlichen Steuerpflicht (=  Wer muss Einkommensteuer bezahlen?) sind grundsätzlich zwei Arten der Einkommensteuerpflicht zu unterscheiden (siehe Abbildung 35). unbeschränkte Steuerpflicht (§ 1 Abs. 1 EStG) beschränkte Steuerpflicht (§ 1 Abs. 4 EStG) Versteuerung aller in- und ausländischen Einkünfte Versteuerung nur der inländischen Einkünfte Abbildung 35 : Die zwei Arten der Einkommensteuerpflicht Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland wohnen oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt (= sich mehr als 6 Monate im Inland aufhalten) in der Bundesrepublik Deutschland haben sind mit ihrem Welteinkommen in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Der Steuerpflichtige muss alle seine in- und ausländischen Einkünfte in Deutschland versteuern. Personen, die weder in der Bundesrepublik Deutschland wohnen noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben, sind mit den Einkünften in Deutschland beschränkt einkommensteuerpflichtig, die sie in Deutschland erzielen. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 50 4 Einführung in die Einkommensteuer50 Praxis-Beispiel: Beschränkte Einkommensteuerpflicht Herr Wollschaf lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zürich. In der Schweiz erzielt er keinerlei Einkünfte . In Deutschland vermietet er mehrere Wohnblocks; aus der Vermietung erzielt er Einkünfte i. H. v. 200.000 Euro. Er hält sich pro Jahr für 12 Tage in Deutschland auf. Aus der Vermietung der Wohnblocks erzielt Herr Wollschaf in Deutschland Einkünfte. Obwohl Herr Wollschaf in Deutschland weder seinen Wohnsitz noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist er mit den Vermietungseinkünften in Deutschland beschränkt Einkommensteuerpflichtig. 4.2 Für was muss Einkommensteuer bezahlt werden? In Deutschland unterscheiden wir sieben Einkunftsarten. Zuerst aber eine kurze Begriffsbestimmung : Definition: Einkünfte Einkünfte sind die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben. Ausgaben bei Einkünften aus LuF, selbstständiger Tätigkeit und Gewerbebetrieb werden als Betriebsausgaben bezeichnet. Praxis-Beispiel: Einkünfte Norbert Nashorn betreibt einen Einzelhandel in Stuttgart . Sein Jahresumsatz beträgt 100.000 Euro. Für den Kauf von Waren muss er 60.000 Euro ausgeben . Sein Jahresumsatz aus dem Einzelhandel sind seine Betriebseinnahmen, die Ausgaben i. H. v. 60.000 Euro für die Waren sind die Betriebsausgaben. Somit erzielt er Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Höhe von 40.000 Euro (= Gewinn). Besteuert werden bei der Einkommensteuer grundsätzlich nur Vermögensmehrungen (z. B. Gewinne, Zinsen, Mieten). Nur ganz wenige Vermögensmehrungen (z. B. Schenkung, Lottogewinn) unterliegen nicht der Einkommensteuer ; es wird von so genannten nicht steuerbaren Vermögensmehrungen gesprochen (siehe Abbildung 36). Bestimmte Vermögensmehrungen unterliegen zwar der Einkommensteuer, der Fiskus verzichtet aber auf eine Versteuerung – hierbei handelt es sich um so genannte steuerfreie Einnahmen (z. B. Arbeitslosengeld, Reisekostenerstattung bei Arbeitnehmern). Bei den steuerbaren Vermögensmehrungen werden in der Bundesrepublik Deutschland sieben Einkunftsarten unterschieden (siehe Abbildung 37). Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 51 4.2 Für was muss Einkommensteuer bezahlt werden? 51 Abbildung 36 : Vermögensmehrungen § 2 Abs. 2 Nr. 1–3 EStG Land- und Fortwirtschaft Gewerbebetrieb selbstständige Arbeit nichtselbstständiger Arbeit Kapitalvermögen Vermietung und Verpachtung sonstige Einkünfte § 2 Abs. 2 Nr. 4–7 EStG Steuerbare Vermögensmehrungen Gewinneinkünfte Überschusseinkünfte Abbildung 37 : Einkunftsarten der steuerbaren Vermögensmehrungen Die Einkünfte werden in Deutschland folgendermaßen unterteilt: • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG): Beispiele sind Bauernhof, Forstbetrieb, Weinbauer, Obstbauer • Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (§ 18 EStG): Diese Einkünfte sind bekannter unter dem Begriff „freiberufliche Tätigkeit“ . Zu dieser Einkunftsart gehören die Einkünfte von Ärzten, Zahnärzten, Heilpraktikern, Notaren etc. (so genannte „Katalogberufe “) und die Einkünfte aus wissenschaftlicher (z. B. Erfinder), künstlerischer (z. B. Maler, Musiker), schriftstellerischer, unterrichtender (z. B. Dozent, Fahrlehrer) und erzieherischer (z. B. Tagesmutter) Tätigkeit. • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG): Alle Einkünfte aus unabhängigen Tätigkeiten, die keine selbstständigen oder land- und forstwirtschaftliche Einkünfte sind (z. B.Handwerker, Produktionsbetrieb, Einzelhandel). • Arbeitslohn (§ 19 EStG): Tätigkeit wird unselbstständig für einen Arbeitgeber ausgeübt. • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG): Zinseinkünfte (z. B. Anleihezinsen, Tagesgeldzinsen) und Dividenden. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 52 4 Einführung in die Einkommensteuer52 • Einkünfte aus der Vermietung (§ 21 EStG): Hierunter fallen die Einkünfte aus der Vermietung von Grundstücken und Grundstücksteilen (z. B. Eigentumswohnung). • Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG): Hierzu zählen u. a. die Einkünfte aus Renten (u. a. Altersrente , Rente aus einer Lebensversicherung ) und Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften (z. B. Kauf und Verkauf von Aktien und Immobilien innerhalb einer bestimmten Frist; daher bisher auch als Spekulationsgeschäfte bezeichnet). An die einzelnen Einkunftsarten knüpfen sich unterschiedliche Konsequenzen, deshalb ist es wichtig, die einzelnen Einkünfte zu unterteilen. So unterliegen beispielsweise nur die Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Gewerbesteuer ; die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft und selbstständiger Tätigkeit unterliegen hingegen nicht der Gewerbesteuer. 4.3 In diesen Schritten ermitteln Sie die Einkommensteuer Um die Einkommensteuer ermitteln zu können, muss zuerst die Höhe des zu versteuernden Einkommens (z. v. E.) bestimmt werden: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft + Einkünfte aus Gewerbebetrieb + Einkünfte aus Selbstständigkeit + Einkünfte aus Arbeitslohn + Einkünfte aus Vermietung + Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften + sonstige Einkünfte (z. B. aus Renten) = Summe der Einkünfte (S. d. E.) – Altersentlastungsbetrag – Entlastungsbetrag für Alleinerziehende – Freibetrag für Land- und Forstwirte = Gesamtbetrag der Einkünfte (G. d. E.) – Verlustabzug nach § 10d EStG – Sonderausgaben – außergewöhnliche Belastungen = Einkommen (E) – Kinderfreibetrag = zu versteuerndes Einkommen (z. v. E.) Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 53 4.3 In diesen Schritten ermitteln Sie die Einkommensteuer 53 Sonderausgaben : Nach zahlreichen „Steuerreformen“ sind nur noch einige wenige private Aufwendungen als Sonderausgabe abzugsfähig : • bestimmte Versicherungen • Unterhaltszahlungen • Kirchensteuer • Berufsausbildungskosten • Spenden Außergewöhnliche Belastungen : Als außergewöhnliche Belastungen können folgende Aufwendungen angesetzt werden: • Behindertenpauschbetrag • Beschäftigung einer Haushaltshilfe • Pflegepauschbetrag • Unterhaltskosten • sonstige außergewöhnliche Belastungen (z. B. verschriebene Medikamente, Kosten für Zahnersatz und Brillen) CD-Tipp Auf Ihrer CD-ROM zum Buch finden Sie in Kapitel 4 – Einkommensteuer als weitere Informationen eine Informationsbroschüre des Bundesfinanzministeriums zur Einkommensteuer sowie die wichtigsten Formulare für Gewerbetreibende. Nachdem das z. v. E. bestimmt ist, kann an Hand der Einkommensteuertabellen die Einkommensteuer bestimmt werden. Hierbei ist zu beachten, dass für Singles, Verwitwete und Geschiedene die Grundtabelle (GT) und für Verheiratete die Splittingtabelle (SpT) gilt. Verheiratete können aber auch die getrennte Veranlagung beantragen (erste Seite des Mantelbogens); dann gilt auch für sie die Grundtabelle. In den Tabellen ist jedem z. v. E. ein Einkommensteuerbetrag zugeordnet. Praxis-Tipp Im Web-Angebot des Bundesministeriums der Finanzen können Sie die Höhe der Einkommensteuer für Ihr zu versteuerndes Einkommen ausrechnen. Gehen Sie auf folgende Seite: https://www.abgabenrechner.de/ekst/? Praxis-Tipp Ein zu versteuerndes Einkommen bis 8.004 Euro bei Ledigen und bei Verheirateten bis 16.016 Euro ist steuerfrei (Grundfreibetrag), d. h. für den Grundfreibetrag fällt keine Einkommensteuer an . Die Einkommensteuer ist eine progressive Steuer, d. h. nicht jeder Euro wird gleich besteuert (siehe Abbildung 38). Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 54 4 Einführung in die Einkommensteuer54 Abbildung 38 : Einkommensteuertarif Die mit Hilfe der Tabelle ermittelte (festzusetzende) Einkommensteuer , ist (meist) nicht identisch mit der zu zahlenden Einkommensteuer, da während des Jahres Einkommensteuer-Vorauszahlungen geleistet werden (Kapitalertragsteuer, Lohnsteuer, Einkommensteuer-Vorauszahlungen). Steuer lt. Tabelle: Steuermäßigungen (z. B. best. Spenden) Einkommensteuer-Vorauszahlungen Lohnsteuer = zu zahlende Steuer Praxis-Beispiel: Steueranrechnung Till Tiger (Ledig) hat 2009 ein z. v. E. von 22.000 Euro (Steuer lt. GT: 3.310 Euro). Für seine Autowerkstatt hat er 2.000 Euro an Steuer vorausbezahlt . Für seine Arbeitnehmertätigkeit bei einem Autohaus wurden ihm 2.000 Euro Lohnsteuer einbehalten. Steuer lt. Tabelle 3.310 Euro – Einkommenssteuervorauszahlungen 2.000 Euro – Lohnsteuer 2.000 Euro = Erstattung 690 Euro 4.4 Wie werden Verluste behandelt? Bei einem negativen Gesamtbetrag der Einkünfte (G. d. E) beträgt die Einkommensteuer für dieses Jahr 0 Euro. Der negative Gesamtbetrag der Einkünfte kann aber mit einem positiven Gesamtbetrag der Einkünfte des Vorjahres oder der Folgejahre verrechnet werden, was zu einer niedrigeren Steuer im Verrechnungsjahr führt. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 55 4.5 Wird die Einkommensteuer verzinst? 55 Praxis-Beispiel: Verluste Zeta Zebra hat im Jahr 2008 einen G. d. E. von –56.000 Euro . Im Jahr 2007 betrug der G. d. E. 10.000 Euro. Im Jahr 2009 betrug der G. d. E. 6.000 Euro; im Jahr 2010 beträgt er 50.000 Euro. Abbildung 39: Verlustrücktrag und Verlustvortrag Verlustrücktrag nach 2007: In 2007 werden 10.000 Euro zurückgetragen, sodass der G. d. E. 0 Euro beträgt. Ein negativer G. d. E. darf hierbei nicht entstehen. Der verbleibende negative G. d. E. von –46.000 Euro wird vorgetragen. Verlustvortrag auf 2009: In 2009 mussten 6.000 Euroverrechnet werden. Der Restbetrag von 40.000 Euro wird weiter vorgetragen. Verlustvortrag auf 2010: Die restlichen 40.000 Euro werden in 2010 verrechnet. Die Feststellung des Verlustvortrages erfolgt automatisch durch das Finanzamt; es wird ein eigener Bescheid erlassen; der so genannte Verlustfeststellungsbescheid . 4.5 Wird die Einkommensteuer verzinst? Verzinst wird ein Erstattungsanspruch bzw. eine Nachzahlung nur, wenn die Erstattung bzw. Festsetzung der Nachzahlung 15 Monate nach Entstehung der Einkommensteuer erfolgt. Praxis-Beispiel: Verzinsung Till Tiger gibt seine Einkommensteuererklärung 2011 erst am 15.09.2013 ab. Die Einkommensteuerveranlagung, die erst im Dezember 2013 abgeschlossen wird, ergibt eine Nachzahlung von 5.000 Euro . Der Bescheid ergeht am 15.01.2014. Tiger zahlt die Steuerschuld am selben Tag. Entstehung der Einkommensteuer: Die Einkommensteuer 2011 entsteht mit Ablauf des 31.12.2011. Beginn der Verzinsung: 15 Monate nach Entstehung, d. h. ab dem 01.04.2013. Ende der Verzinsung: Eine Verzinsung erfolgt bis zum Erlass des Bescheides. Die Abgabe der Einkommensteuererklärung beendet den Zinslauf nicht! Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 56 4 Einführung in die Einkommensteuer56 Höhe der Zinsen: Monatlich fallen 0,5 % Zinsen an. Hier sind 9 Monate voll abgeschlossen (April bis Dez 2013), ein Monat ist angefangen (Januar 2014). Somit ist die Nachzahlung für 9 Monate zu verzinsen: 0,5 % x 9 Monate x 5.000 Euro = 225 Euro 4.6 Wird die Doppelbelastung mit Gewerbesteuer vermieden? Um bei Gewerbetreibenden eine Doppelbelastung mit Einkommensteuer und Gewerbesteuer zu vermeiden, kann der Gewerbetreibende (einen Teil der) Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anrechnen. Seit 2008 ist der 3,8-fache GewSt-Messbetrag auf die tarifliche Einkommensteuer anzurechnen (bis 2007: 1,8-facher GewSt-Messbetrag). Allerdings wird maximal bis zur tatsächlich gezahlten Gewerbesteuer angerechnet. Praxis-Beispiel: Gewerbesteuer Der ledige G. Grünwald betreibt in Günzburg ein Einzelhandelsgeschäft . Der Gewinn in 2011 beträgt 70.000 Euro. Das Finanzamt hat eine tarifliche Einkommensteuer von 19.100 Euro und einen Gewerbesteuermessbetrag von 190 Euro festgesetzt. Die tarifliche Einkommensteuer ermäßigt sich um das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrages (§ 35 EStG): 3,8 x Gewerbesteuermessbetrag = 3,8 x 190 Euro = 722 Euro (begrenzt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer). Somit muss G. Grünwald nicht 19.100 Euro Einkommensteuer zahlen, sondern nur 18.378 Euro. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 57 5 Einführung in die Umsatzsteuer Als Nächstes müssen wir uns kurz über die wichtigste betriebliche Steuer unterhalten: Die Umsatzsteuer ist nicht nur die größte Einnahmequelle des Staates, sondern auch die Steuer, mit der Sie in der Buchhaltung am häufigsten zu tun haben. Wer wenn nicht Sie – als BuchhalterIn – sehen alle Rechnungen und müssen beurteilen, ob alles gesetzeskonform abläuft. Praxis-Hinweis Bitte erschrecken Sie nicht, aber die Umsatzsteuer ist eine sehr formalistische Steuer. 5.1 Die Umsatzsteuer in der Bundesrepublik Deutschland Der offizielle Name der Steuer ist Umsatzsteuer; lediglich der Volksmund spricht von Mehrwertsteuer . Fakt ist: Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer meinen ein und dieselbe Steuer. Die Umsatzsteuer (USt) ist mit einem Anteil von ca. 30 % am gesamten Steueraufkommen die wichtigste Steuer in Deutschland. Gemäß Art. 106 Grundgesetz (GG) steht diese Steuer sowohl dem Bund, als auch den Bundesländern zu. Einen kleinen Anteil am USt-Aufkommen erhalten die Gemeinden. Die Umsatzsteuer ist im Umsatzsteuergesetz (UStG), in der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung (UStDV) und dem Umsatzsteueranwendungserlass (USt-AE) geregelt. Praxis-Tipp Im Internet finden Sie die Gesetze auf folgender Seite: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/ustg_1980/ Da das Gesetz und die Durchführungsverordnung sehr allgemein gehalten sind, werfen sie mehr Fragen auf, als sie klären. Es gibt daher noch weitere Möglichkeiten, um sich über die Umsatzsteuer zu informieren : • In den Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF ), die im Bundessteuerblatt (BStBl I) veröffentlicht werden, nimmt das BMF zu offenen Fragen Stellung. Hierbei handelt es sich aber lediglich um die Auffassung der Finanzverwaltung, ohne dass diese für die Gerichte bindend ist.

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Zusammenfassung

Buchführung in der Praxis

Dieser aktuelle Ratgeber liefert einen praxisorientierten Einstieg in die Grundlagen der doppelten Buchführung. Ausgehend von einem Unternehmensgründer werden die theoretischen Grundlagen kurzweilig vermittelt. Durch die zahlreichen Praxisbeispiele und Schaubilder ist das Werk besonders anschaulich.

Buchführung auf den Punkt gebracht:

– Zahlreiche Übungen und Beispiele aus der Buchführungspraxis

– Von Einzelbelegen zum vorläufigen Jahresergebnis: So berechnen Sie Einnahmen und Ausgaben

– Auf CD-ROM: Excel-Tools zu Abschreibung, Gewinn- und Verlustermittlung, AfA-Tabellen und DATEV-Kontenrahmen