12 Eigenverbrauch in:

Gerhard C. Girlich

Buchführung in der Praxis, page 197 - 199

Kontenrahmen, Umsatzsteuer, Anlagevermögen, Betriebsausgaben, Gewinnberechnung

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3926-7, ISBN online: 978-3-8006-3927-4, https://doi.org/10.15358/9783800639274_197

Series: Vahlen Praxis

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Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 203 12 Eigenverbrauch Alle betrieblich veranlassten Aufwendungen werden als Betriebsausgabe erfasst. Wenn aber Betriebsausgaben für private Zwecke verwendet werden (= Eigenverbrauch ) – z. B. privates Telefonat auf Betriebskosten oder Privatfahrt mit dem Firmenfahrzeug – muss eine Korrektur erfolgen, da Privatvorgänge den Gewinn des Unternehmens nicht mindern dürfen. Bei der doppelten Buchführung erfolgt die Korrektur durch die Buchung des Eigenverbrauchs auf ein Ertragskonto. Praxis-Beispiel: Eigenverbrauch Barbara Bike betreibt in Bamberg einen Fahrradshop . Ihren Gewinn ermittelt Sie mit Hilfe des BVV. a) Telefon-Eigenverbrauch Bike zahlt monatlich 50 Euro zzgl. Umsatzsteuer für eine Telefonflatrate; den privaten Anteil schätzt sie auf 40 %. b) Waren-Eigenverbrauch Bike schätzt, dass sie im Monat Waren für 40 Euro für sich selbst verwendet. c) Pkw-Eigenverbrauch Bike benutzt zulässigerweise den betrieblichen Pkw auch für Privatfahrten. Es entstanden für den Pkw folgende Aufwendungen: AfA (1/6 v. 24.000 €) 4.000 € Kfz-Steuer 200 € lfd. Kfz-Kosten 2.340 € Kfz-Reparatur 540 € Die Jahresfahrleistung beträgt 20.000 km. Davon entfallen auf die Privatfahrten (laut dem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch) 6.000 km. Der Bruttolistenneupreis betrug 23.400 €. Folgende Lösung würde sich nach SKR04 anbieten: a) Telefon-Eigenverbrauch Der Telefoneigenverbrauch beträgt 40 % von 600 € = 240 € Die Umsatzsteuer hierauf beträgt 19 % von 240 € = 45,60 € So buchen Sie richtig: (2100) 285,60 € / (4640) 240,00 € (3806) 45,60 € b) Waren-Eigenverbrauch Der Wareneigenverbrauch im Jahr beträgt 40 € x 12 Monate = 480 € Die Umsatzsteuer hierauf beträgt 19 % v. 480 € = 91,20 € So buchen Sie richtig: (2100) 571,20 € / (4686) 480,00 € (3806) 91,20 € Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 204 12 Eigenverbrauch204 c) Pkw-Eigenverbrauch Für die Ermittlung des Pkw-Eigenverbrauches gibt es grundsätzlich zwei Methoden: 1. Fahrtenbuchmethode Diese Methode setzt ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch voraus. Liegt dieses vor, so ergibt sich der Privatanteil durch Ermittlung der exakten Kosten, die durch die Privatfahrten entstanden sind: 30 % von (4.000 € + 200 € + 2.340 € + 540 €) = 2.124 € Die Umsatzsteuer wird nur auf die Kosten erhoben, für die Sie vorher Vorsteuer bekommen haben: 19 % x [30 % von (4.000 € + 2.340 € + 540 €)] = 392,16 € So buchen Sie richtig: (2100) 2.516,16 € / (4640) 2.124,00 € (3806) 392,16 € 2. 1 %-Methode Bei dieser Methode wird der Privatanteil an Hand des (Händler-) Bruttolistenpreises pauschal ermittelt: 1 % x 23.400 € x 12 Monate = 2.808 € Die Umsatzsteuer wird pauschal mit 19 % x 80 % v 2.808 € = 426,82 € ermittelt. So buchen Sie richtig: (2100) 3.234,82 € / (4640) 2.808,00 € (3806) 426,82 € CD-Tipp Für Zweifelsfragen zum Pkw-Eigenverbrauch finden Sie auf der CD-ROM zum Buch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums: Gehen Sie in das Kapitel 12 – Eigenverbrauch und aktivieren Sie die Datei BMF zur privaten Pkw-Nutzung.pdf. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 205 13 Jahresabschluss 13.1 Anfangsbilanz Zu Beginn eines jeden Wirtschaftsjahres muss die Anfangsbilanz erstellt werden. • Wenn das Unternehmen bereits im Vorjahr existiert hat, ist die Schlussbilanz des Vorjahres auch die Anfangsbilanz des laufenden Jahres; die Schlussbestände der Buchungskonten werden über die Saldenvortragskonten (#9000 bis #9009) in das neue Jahr vorgetragen. • Wenn das Unternehmen im Vorjahr noch nicht existiert hat, muss zum Unternehmensstart eine Anfangsbilanz (eine so genannte Eröffnungsbilanz) mittels Inventur erstellt werden . 13.2 Laufende Buchhaltung Während des Jahres müssen die Geschäftsvorfälle auf die einzelnen Konten verbucht werden – darüber haben wir ausführlich gesprochen: • Kontenrahmen Wir haben festgestellt, dass es teilweise schwierig ist, das geeignete Buchungskonto zu finden und die Übersicht über die vielen Buchungskonten zu behalten. Deshalb gibt es in der Praxis vorgegebene Kontenrahmen; die gängigsten sind der SKR 03 und der SKR 04. In Kapitel  7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen haben wir über den Aufbau der Kontenrahmen und das Auffinden von Buchungskonten detailliert erläutert. • Buchungsjournal (Grundbuch ) Um den Überblick über die Geschäftsvorfälle zu behalten, gibt es das Buchungsjournal . Es ist eine chronologische Übersicht über die verbuchten Geschäftsvorfälle. • Buchungskonten (Hauptbuch ) Auch mittels eines Buchungskontos erhalten Sie einen guten Überblick über die verbuchten Geschäftsvorfälle. Die Buchungskonten sind eine sachliche Übersicht; das Buchungsjournal eine chronologische Übersicht. Folgende Angaben sollten sich auf einem Buchungskonto wiederfinden: – Datum: An welchem Tag hat sich der Geschäftsvorfall ereignet. – Belegnummer: Nummerieren Sie die Belege durch, um diese leichter wiederzufinden.

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Zusammenfassung

Buchführung in der Praxis

Dieser aktuelle Ratgeber liefert einen praxisorientierten Einstieg in die Grundlagen der doppelten Buchführung. Ausgehend von einem Unternehmensgründer werden die theoretischen Grundlagen kurzweilig vermittelt. Durch die zahlreichen Praxisbeispiele und Schaubilder ist das Werk besonders anschaulich.

Buchführung auf den Punkt gebracht:

– Zahlreiche Übungen und Beispiele aus der Buchführungspraxis

– Von Einzelbelegen zum vorläufigen Jahresergebnis: So berechnen Sie Einnahmen und Ausgaben

– Auf CD-ROM: Excel-Tools zu Abschreibung, Gewinn- und Verlustermittlung, AfA-Tabellen und DATEV-Kontenrahmen