Content

I. Begriffliche Abgrenzungen in:

Thomas Foscht, Bernhard Swoboda, Joachim Zentes

Handelsmanagement, page 710 - 711

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4265-6, ISBN online: 978-3-8006-4425-4, https://doi.org/10.15358/9783800644254_710

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
668 Fünftes Kapitel: Die Gestaltung der Supply Chain Abbildung 5.48: Lieferanten-Scoring-Modell Bewertungskriterien Gewichtung Lieferant A Lieferant B 0 … 1 Punkte Punkte 1 … 10 gewichtet 1 … 10 gewichtet Pull-Leistungen - Durchschnittliche Umschlagsgeschwindigkeit der Herstellerware - Marktanteil - Bekanntheit - Umfang der Werbung - Qualität der Werbung - Preisattraktivität - Produktqualität 0,10 0,05 0,05 0,15 0,05 0,10 0,10 10 5 5 7 9 2 4 1,00 0,25 0,25 1,05 0,45 0,20 0,40 5 2 3 3 5 9 7 0,50 0,10 0,15 0,45 0,25 0,90 0,70 Push-Leistungen - Werbekostenzuschüsse - Listungsgelder - Marge 0,15 0,05 0,10 3 6 1 0,45 0,30 0,10 5 6 8 0,75 0,30 0,80 Unterstützende Leistungen - Lieferzeit - Lieferzuverlässigkeit 0,05 0,05 4 2 0,20 0,10 7 2 0,35 0,10 Gesamtpunktzahl 4,75 5,35 Quelle: in Anlehnung an Arnold 2004, S. 187. E. Warenwirtschaftliche Informationsprozesse I. Begriffliche Abgrenzungen Zur Steuerung der Warenströme und der Finanzströme und zugleich zur Ableitung von Steuerungs- bzw. Koordinationsinformationen für Marketing- und Controllingaufgaben, so in den Bereichen Category Management oder Wirkungscontrolling, haben im Handel die Warenwirtschaftssysteme (WWS) eine herausragende Bedeutung.1 Im Kontext der Diskussion von Warenwirtschaftssystemen werden meist die Begriffe der Handelsinformationssysteme sowie der Enterprise-Resource-Planning-Systeme diskutiert, die jedoch mit Warenwirtschaftssystemen nicht gleichgesetzt werden können. Bei beiden handelt es sich um weiter gefasste IT-System-Konzepte, die in Handelsunternehmen in enger Verbindung mit den Warenwirtschaftssystemen stehen. Die Handelsinformationssysteme beziehen sich auf den Bereich der Informationslogistik von Handelsunternehmen. Sie sind insofern gegenüber den Warenwirtschaftssystemen weiter gefasst, als dass sie nicht nur die Informationssysteme beinhalten, die mit den physischen Warenströmen in engem Kontext stehen, sondern sie beziehen sich auf alle Informationssysteme eines Handelsunternehmens (Becker/Schütte 2004). Auch Enterprise-Resource- Planning-Systeme (ERP-Systeme) sind den Warenwirtschaftssystemen übergeordnete Systeme. Hierbei handelt es sich um integrierte Anwendungssysteme, bei denen der Anspruch darin liegt, möglichst alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben eines Unternehmens in einem System zusammenzufassen. ERP-Systeme sind i.d.R. zunächst branchenübergreifend konzipiert und können anhand umfangreicher Customizing-Möglichkeiten auf die Bedürfnisse 1 Vgl. hierzu in umfassender Form Hertel/Zentes/Schramm-Klein 2011, S. 241ff. und die dort angegebene Literatur. E. Warenwirtschaftliche Informationsprozesse 669 der jeweiligen Branchen bzw. Unternehmen zugeschnitten werden. Bei ERP-Systemen für den Handel handelt es sich um universelle betriebliche Standardsoftware-Systeme, die durch die Integration von handelsspezifischen Funktionalitäten als spezifische Branchenlösungen auf den Handel ausgerichtet werden (Schütte/Vering 2004). Sie werden zumeist in die Komponenten „Human-Resource“, „Finance“ und „Logistics“ unterteilt. Der Begriff der ERP-Systeme bezieht sich also in übergeordneter Form auf Systeme, die prinzipiell für alle Branchen denkbar sind. Warenwirtschaftssysteme sind oftmals Bestandteile solcher ERP- Systeme für den Handel. In der dargestellten Systematik beziehen sie sich auf den Teilbereich „Logistics“ in Handelsunternehmen. Im Folgenden wird die Funktionsweise von Warenwirtschaftssystemen skizziert. Zugleich werden ausgewählte Fragen der Informationslogistik und Einsatzmöglichkeiten von Managementunterstützungssystemen im Handel diskutiert. II. Teilprozessmodelle von Warenwirtschaftssystemen Warenwirtschaftssysteme können als Modelle der Kerngeschäftsprozesse von Handelsunternehmen interpretiert werden. Sie bestehen aus vier Ebenen bzw. Teilprozessmodellen (vgl. auch Hertel 1999, S. 4ff.), welche in Abbildung 5.49 dargestellt sind. Abbildung 5.49: Aufbau der Warenwirtschaftssysteme im Handel Quelle: Hertel/Zentes/Schramm-Klein 2011, S. 245; in Anlehnung an Hertel 1999, S. 6. 1. Warenprozessmodell: Auf der untersten Ebene stellt das Warenwirtschaftssystem ein Modell der Warenprozesse, also der physischen Warenflüsse, dar. Die Warenprozesse wie z.B. Entladen, Einlagern, Kommissionieren, Transport usw. werden dabei in einem IT-System abgebildet. Es wird dabei implizit davon ausgegangen, dass der IT-Einsatz ein unverzichtbarer Bestandteil eines WWS ist. Dies ist grundsätzlich nicht erforderlich, denn eine solche Abbildung des physischen Warenflusses könnte prinzipiell ebenso auch auf Karteikarten oder in sonstiger Weise erfolgen. Allerdings lassen W ar en pr oz es ss ys te m Wareneingang Lager/Filiale Warenausgang W ar en w irt sc ha fts sy st em (o pe ra tiv ) Wareneingang Lager Warenausgang Warenprozessmodell Dispositionsprozessmodell Abrechnungsprozessmodell M an ag em en tu nt er st üt zu ng ss ys te m Planung Steuerung Controlling Bestellung Bestandsführung BewertungBe-/Entlastung W ar en flü ss e B I-P ro ze ss eb en e

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Modernes Handelsmanagement.

Zentes/Swoboda/Foscht, Handelsmanagement

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4265-6

Handelsmanagement komplett

Handelsunternehmen bauen ihre Wertschöpfungstiefe sowohl »up-stream« als auch »down-stream« aus. Auch Industrieunternehmen gestalten ihre Wertschöpfungsarchitekturen zunehmend um: Durch absatzmarktorientierte Vertikalisierung werden auch sie zu »Händlern«. Das Buch führt in die neuen Ansätze und Methoden des modernen Handelsmanagements ein und erklärt die Zusammenhänge in der Handelspraxis.

Handelsmanagement in der Praxis

Diese Ansätze und Methoden des Handelsmanagements werden vorgestellt:

* Strategien, Betriebs- und Vertriebstypen des Handels

* Optionen des Absatzmarketing

* Gestaltung der Supply-Chain

* Konzepte der Führung in Handelsunternehmen.