Content

A. Gegenstand in:

Thomas Foscht, Bernhard Swoboda, Joachim Zentes

Handelsmanagement, page 45 - 45

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4265-6, ISBN online: 978-3-8006-4425-4, https://doi.org/10.15358/9783800644254_45

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Erstes Kapitel Grundlagen, Abgrenzungen und Sichtweisen A. Gegenstand Eine ganzheitliche Lehre des Handelsmanagements setzt ein umfassendes Verständnis einerseits der Probleme und andererseits der Gegebenheiten im Handel sowie der Umfeldbedingungen voraus. Hierzu gehören zunächst Kenntnisse der wichtigsten Erscheinungsformen im Handel und ihrer empirischen Relevanz und Aktualität. Zum Verständnis der aktuellen und künftigen Gegebenheiten des Handels gehört zugleich die Kenntnis der historischen Entwicklung und der gesellschaftlichen Bedeutung des Handels. Ein konzeptioneller Entwurf des Handelsmanagements erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen. Hierzu gehören sowohl die Theoriebausteine aus einer klassischen Sichtweise der Handelsbetriebslehre als auch die neueren Ansätze bzw. Konzepte, die nachfolgend erörtert werden. Den Abschluss des Kapitels bildet eine umfassende Fallstudie, welche die Wechselbeziehungen zwischen den vielfältigen Facetten eines modernen Handelsmanagements verdeutlicht. B. Ausgewählte Erscheinungsformen und Daten zum Handel I. Funktioneller und institutioneller Handel Handel wird in einem umfassenden Sinn als Austausch von wirtschaftlichen Gütern verstanden (Tietz 1993a, S. 1). In arbeitsteilig organisierten Wirtschaftssystemen werden i.d.R. Güter gegen Geld getauscht. Der Tausch Güter gegen Güter ist in diesen Systemen selten, er tritt jedoch in Form des Barter bspw. im Außenhandel, so mit Entwicklungsund Schwellenländern, auf (Zentes/Morschett/Schramm-Klein 2004, S. 9). In einerMarktwirtschaft vollzieht sich der Austausch „nach dem Willen von mindestens zwei Marktpartnern zur Erfüllung von Nutzenvorstellungen und damit zur Verbesserung ihrer jeweiligen Bedarfssituation“ (Tietz 1993a, S. 1). Anders dagegen in der Planwirtschaft. So beruht das Grundkonzept der staatlich geplanten Warenzirkulation auf den Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels: „Der sozialistische Staat plant die Produktion und die Zirkulation der Waren, organisiert den Handelsapparat, bestimmt die Zahl der notwendigen Zwischenglieder zwischen Produzenten und Konsumenten und legt rationelle Wege und Formen der Warenbewegung fest“ (Serebrjakow 1952, S. 11). Mit Bezug auf die obige weite Abgrenzung des Handels kann zunächst der Begriff des funktionellen Handels abgegrenzt werden, der auf eine Tätigkeit abstellt. Der „Ausschuss für Definitionen zu Handel und Distribution“ (2006, S. 27) definiert Handel im funktionellen Sinne (im „Katalog E“) wie folgt:

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Modernes Handelsmanagement.

Zentes/Swoboda/Foscht, Handelsmanagement

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4265-6

Handelsmanagement komplett

Handelsunternehmen bauen ihre Wertschöpfungstiefe sowohl »up-stream« als auch »down-stream« aus. Auch Industrieunternehmen gestalten ihre Wertschöpfungsarchitekturen zunehmend um: Durch absatzmarktorientierte Vertikalisierung werden auch sie zu »Händlern«. Das Buch führt in die neuen Ansätze und Methoden des modernen Handelsmanagements ein und erklärt die Zusammenhänge in der Handelspraxis.

Handelsmanagement in der Praxis

Diese Ansätze und Methoden des Handelsmanagements werden vorgestellt:

* Strategien, Betriebs- und Vertriebstypen des Handels

* Optionen des Absatzmarketing

* Gestaltung der Supply-Chain

* Konzepte der Führung in Handelsunternehmen.