Content

8.2 Innerbetriebliche Leistungsrechnung und Bestandsrechnung in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 1000 - 1002

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_1000_1

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 981 Status: Imprimatur 8 Leistungsrechnung 8.1 Grundlagen Die bisher beschriebene Kostenrechnung vermag in erster Linie Informationen über den bewerteten, sachzielbezogenen Güterverbrauch (Kosten) zu liefern. Daher sollte die Kostenrechnung um eine Leistungsrechnung erweitert werden, so dass der gesamte Unternehmensprozess einschließlich der Gütererstellung wertmäßig abgebildet werden kann. Mit dem Begriff Leistung wird die bewertete, sachzielbezogene Gütererstellung im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit in einer Periode umschrieben (s. Teil B, Abschn. 2.2, S. 791 ff.). In einer Leistungsrechnung sind somit die betrieblichen Leistungen für die Zwecke der Güterdisposition und zur Ermittlung kurzfristiger Erfolge (s. Teil B, Kap. 9, S. 987 ff.) zu erfassen sowie zeitlich und sachlich abzugrenzen. Ziel ist hierbei die Ermittlung der Höhe der tatsächlich angefallenen (Leistungsrechnung) bzw. geplanten (Planleistungsrechnung) bewerteten Gütererstellungen für Entscheidungs- und Kontrollzwecke. Abzugrenzen ist der Leistungsbegriff von dem des Erlöses, der das Entgelt für die an den Markt abgegebenen, vom Betrieb erstellten Leistungen im Sinne des wertmäßigen Umsatzes der Periode darstellt (Männel, Bedeutung der Erlösrechnung, S. 633 f.). Entsprechend der zeitlichen Zuordnung von Erlösen und der Verwendung der Güter für absatzbestimmte oder innerbetriebliche Zwecke kann die Leistungsrechnung, wie in der Abbildung auf S. 982 dargestellt, in eine Erlösrechnung, eine Bestandsrechnung für erstellte Güter und eine innerbetriebliche Leistungsrechnung gegliedert werden (Schildbach/Homburg, Kosten- und Leistungsrechnung, S. 170). 8.2 Innerbetriebliche Leistungsrechnung und Bestands rechnung Die innerbetriebliche Leistungsrechnung erfolgt im Rahmen der Kostenstellenrechnung, wobei die mit Kosten bewerteten innerbetrieblich erstellten Güter der Hilfskostenstellen gemäß spezifischer Schlüsselgrößen den nachgeordneten Kostenstellen zugeordnet werden. Gütererstellung und Güterverzehr entsprechen sich wertmäßig, so dass die Kostenstellenrechnung (Verrechnung der sekundären Kosten) als Leistungsrechnung für nicht absatzbestimmte Güter angesehen werden kann (vgl. Teil B, Abschn. 3.2.4, S. 836 ff.). 8 Leistungsrechnung982 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 982 Status: Imprimatur Halb- und Fertigfabrikate sowie zu aktivierende innerbetriebliche Güter sind wert- und mengenmäßig zu erfassen (Bestandsrechnung), so dass Bestandserhöhungen durch Aktivierung bzw. Aufwandsentlastung Leistungen darstellen, Bestandsminderungen dagegen als Aufwendungen in die Kostenrechnung eingehen können. Die Gütermenge kann z. B. mit Hilfe der Methoden der Werkstoffkostenerfassung ermittelt (vgl. Teil B, Abschn. 3.1.2.1, S. 803 ff.) oder alternativ mit Anschaffungs- und Herstellungskosten, Tagespreisen sowie Verrechnungspreisen bewertet werden (vgl. Teil A, Abschn. 11.2, S. 399 ff.). Sofern die Bestandsrechnung auf Werten der Kostenrechnung basiert (z. B. Ermittlung der Herstellungskosten), erübrigt sich eine spezielle Leistungsrechnung. Wird der Wertansatz dagegen vom Absatzpreis ausgehend retrograd ermittelt (z. B. verlustfreie Bewertung, s. Teil A, Abschn. 11.2.1, S. 407), dann stellt dies eine methodische Annäherung an die Erlösrechnung und die mit ihr verbundene Problematik der kalkulatorischen Größen dar. In diesem Fall ist eine eigenständige Leistungsrechnung erforderlich. Bei der Berechnung der Leistungshöhe in der Leistungsrechnung können jedoch – wie in der Kostenrechnung – kalkulatorische Größen (unabhängig von Zahlungsvorgängen) Eingang in die Wertansätze finden. Leistungsrechnung Leistungen, denen erstellte Güter zu Grunde liegen, die unmittelbar zu Erlösen geführt haben (endgültig realisierte Leistungen) Leistungen, denen erstellte Güter zu Grunde liegen, die nicht unmittelbar zu Erlösen geführt haben (nicht endgültig realisierte Leistungen) mit Einnahmen bewertete abgesetzte Güter (Absatzleistungs-, Leistungsoder Erlösrechnung) mit Kosten oder künftigen Einnahmen bewertete absatzbestimmte fertige oder unfertige Güter (Zwischen- oder Absatzlagerbestandsrechnung) mit Kosten oder künftigen Einnahmen bewertete innerbetriebliche Güter, die in späteren Perioden verbraucht werden (in die Absatzlagerbestandsrechnung integrierte Bestandsrechnung für „aktivierte“ innerbetriebliche Güter) in der Regel mit Kosten bewertete innerbetriebliche Güter, die in der Periode ihrer Erstellung verzehrt werden (Sekundärkostenoder innerbetriebliche Leistungsrechnung) Erlösrechnung Bestandsrechnung für erstellte Güter innerbetriebliche Leistungsrechnung Systeme der Leistungsrechnung 8.3 Erlösrechnung 983 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 983 Status: Imprimatur 8.3 Erlösrechnung Die Erlösrechnung als wichtigster Teilbereich der Leistungsrechnung betrachtet die monetäre Realisation betrieblicher Leistungen am Markt. Es werden also nur diejenigen Leistungen in die Berechnung mit einbezogen, denen mit Absatzpreisen bewertete Güter zu Grunde liegen. Die erzielten Umsatzerlöse sind das Produkt aus Absatzmenge und Absatzpreis der verschiedenen Produktarten. Analog zur Kostenrechnung lässt sich die Erlösrechnung in eine Erlösarten-, Erlösstellen- und Erlösträgerrechnung gliedern, die alle das Ziel verfolgen, die Erlöse zu erfassen, die Erlösentstehung nach Absatzmärkten zu gliedern sowie die Erlöse ihren einzelnen Erlösträgern zuzuordnen. Aufgabe der Erlösartenrechnung ist es, die Erlösarten, klassifiziert nach unterschiedlichen Absatzpreiskonditionen (z. B. Rabatte, Skonti) der abgesetzten Produkte, zu erfassen. Der schließlich realisierte Gesamterlös eines Gutes bzw. einer Leistung setzt sich dann regelmäßig aus mehreren Erlösarten zusammen. Die Zuordnung der einzelnen Erlösarten kann, ausgehend vom Basiserlös als dem Grund- bzw. Listenpreis, nach den folgenden drei Erlöskategorien erfolgen: Erlösmehrungen, Erlösminderungen sowie Erlösberichtigungen (Schildbach/ Homburg, Kosten- und Leistungsrechnung, S. 174): Erlösmehrungen sind beispielsweise Aufpreise auf den Listenpreis für Sonderanfertigungen oder sonstige, über die Grundleistung hinausgehende, erbrachte Leistungen. Erlösminderungen umfassen in erster Linie gewährte Preisnachlässe, Erlösberichtigungen dagegen alle risikobedingten Korrekturen auf die ursprüngliche Erlössumme. Erst durch die Berücksichtigung aller einfließenden Erlösarten kann der Nettoerlös als aussagefähige Größe für die Erlösrechnung gewonnen werden (Ewert/ Wagenhofer, Interne Unternehmensrechnung, S. 674 f.): Basiserlös + Erlösmehrungen ./. Erlösminderungen ./. Erlösberichtigungen = Nettoerlös Erlösarten Erlösmehrungen Erlösminderungen Erlösberichtigungen Aufpreise auf den Listenpreis Rabatte Boni Skonti Korrekturen bei Mängeln, Fehllieferungen etc.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.