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14.1 Generelle Regelung in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 609 - 610

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_609

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 589 Status: Imprimatur 14 Erfolgsverbuchung und Rechtsform 14.1 Generelle Regelung Der durch den Jahresabschluss ermittelte Periodenerfolg (Gewinn bzw. Verlust) wächst grundsätzlich dem Eigenkapital des Unternehmens zu. Die buchtechnische Behandlung dieses Vorgangs ist damit zum einen vom rechtsformspezifischen Ausweis des Eigenkapitals in der Bilanz und zum anderen von der Anzahl der am Erfolg beteiligten Gesellschafter abhängig. Während bei einem Einzelunternehmen der Erfolg unmittelbar dem Eigentümer zuzurechnen ist, muss bei einem Gesellschaftsunternehmen vor Verbuchung des Erfolgs eine Verteilung auf die Gesellschafter stattfinden, wobei sowohl die gemäß der jeweiligen Rechtsform zum Ausdruck kommenden Beteiligungsverhältnisse als auch vorhandene vertragliche Vereinbarungen zu berücksichtigen sind. Die rechtliche Unternehmenskonstruktion ist folglich nicht nur durch Motive bei der Unternehmensgründung (Kapitalbeschaffung, Haftung, Steuerpolitik; vgl. im Einzelnen Teil C, Abschn. 2.1, S. 1014 ff.) und durch die Absichten der Unternehmensführung (Unabhängigkeit, Mehrheits- und Mitbestimmungsverhältnisse) bestimmt, sondern sie begründet darüber hinaus in ganz wesentlichem Ausmaß den Entscheidungsrahmen für die Erfolgsverteilung und Gewinnverwendung. Dies wird insbesondere durch die rechtsformabhängigen Vorschriften des Handels- bzw. Gesellschaftsrechts über die Erfolgsverteilung deutlich. Diese Regelungen beinhalten allerdings dort weitgehend dispositives Recht, wo dem Gesellschaftsvertrag die Einbringung individueller Regelungen überlassen bleibt und dieser den eingeräumten Gestaltungsspielraum auch ausfüllt (Gewinnverteilungsregelung bei OHG und KG); sie repräsentieren dagegen dort zwingendes Recht, wo juristisches Eigentum und wirtschaftliche Verfügungsgewalt aufgrund eines emanzipierten Managements auseinander fallen. Hierbei sind sowohl die grundsätzlich uneinschränkbaren Anteilseignerinteressen zu wahren als auch die Gläubiger, wegen der beschränkten Haftung der Anteilseigner, vor überzogenen Ausschüttungen zu schützen (Gewinnverteilung bei AG und GmbH). Beim Eigenkapital- und Ergebnisausweis bedarf es einer Differenzierung zwischen der Einzelunternehmung und den Personengesellschaften einerseits und den Kapitalgesellschaften andererseits. Während für Einzelunternehmen und Personengesellschaften neben den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung keine spezifischen Ausweisvorschriften bestehen, unterliegen Kapitalgesellschaften generell den einheitlichen Regelungen der §§ 266 Abs. 3 Pos. A und 272 HGB sowie weiteren rechtsformspezifischen Vorschriften, wie beispielsweise den §§ 150, 152 und 158 AktG. 14 Erfolgsverbuchung und Rechtsform590 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 590 Status: Imprimatur Aus dem umfangreichen Katalog der Rechtsformen werden die für die Erfolgsverbuchung besonders charakteristischen ausgewählt. Dabei ist nicht beabsichtigt, die Darstellung an Einzelproblemen, sondern vielmehr an den generellen Merkmalen der buchtechnischen Erfolgsbehandlung zu orientieren. 14.2 Die Erfolgsverbuchung bei der Einzelunternehmung und bei Personengesellschaften In Ermangelung entsprechender gesetzlicher Regelungen hat sich der Ausweis des Eigenkapitals an den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung auszurichten. § 247 Abs. 1 HGB schreibt lediglich einen gesonderten Eigenkapitalausweis und eine hinreichende Gliederung vor (s. hierzu auch Bundessteuerberaterkammer, Ausweis, S. 5 ff.). Allerdings liegt es nahe, dass auch Personengesellschaften, die nicht gemäß § 264a HGB die Regeln für Kapitalgesellschaften zu beachten haben, sich bezüglich des Ausweises des Eigenkapitals an den Regeln, die für Gesellschaften i. S. v. § 264a HGB gelten, orientieren. Diese Regelungen können als allgemeine Grundsätze für Personengesellschaften gelten (vgl. Förschle/Hoffmann, Bilanzkommentar, § 247 HGB, Rn. 150, Hütten/ Lorson, § 247 HGB, Rn. 29 ff.). Die Ergebnisverwendung bei diesen Rechtsformen ist zwar prinzipiell handelsrechtlich geregelt, die Gesellschafter können aber im Gesellschaftsvertrag die Gewinnverwendungskompetenzen frei vereinbaren. Im Folgenden wird daher der Eigenkapitalausweis sowie die Ergebnisverwendung für die einzelnen Rechtsformen gesondert dargestellt. 14.2.1 Die Erfolgsverbuchung bei der Einzelunternehmung Merkmal der Einzelunternehmung ist die Vereinigung sämtlicher Eigentümerrechte an der Firma in der Hand einer Person. Der Einzelunternehmer haftet für die Verbindlichkeiten seines Unternehmens grundsätzlich allein und unbeschränkt, also auch mit seinem außerhalb des Betriebes verbliebenen Privatvermögen. Da er allein das gesamte Eigenkapitalrisiko trägt, steht auch ausschließlich ihm der Gewinn des Unternehmens zu und treffen nur ihn entstehende Verluste. Das Eigenkapitalkonto des Einzelunternehmers wird deshalb in der Regel als variables Konto geführt: Es nimmt sowohl die Transaktionen zwischen Betriebs- und Privatsphäre in Form von Einlagen und Entnahmen auf als auch das Periodenergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit in Form von Gewinngutschriften oder Verlustlastschriften. Führen umfangreiche und über mehrere Perioden auftretende Verluste zu einem die Einlage übersteigenden negativen Kapitalkonto, so ist dieses auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen und kann rechnerisch als Gegenposten zu den nicht gedeckten Verbindlichkeiten interpretiert werden.

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.