Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung in:

Gerhard Scherrer

Konzernrechnungslegung nach HGB, page 373 - 387

Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4298-4, ISBN online: 978-3-8006-4299-1, https://doi.org/10.15358/9783800642991_373

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 365 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 367 Status: Druckdaten A. Darstellung der Konzern-Segmentberichterstattung I. Grundlagen der Segmentberichterstattung Die Segmentberichterstattung ist ein ergänzendes Element zum Jahresabschluss und zum Konzernabschluss. • Nach 264 Abs. 1 Satz 2 HGB haben die gesetzlichen Vertreter einer kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaft, die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet ist, haben den Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel zu erweitern, die mit der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang eine Einheit bilden; sie können den Jahresanschluss um eine Segmentberichterstattung erweitern. • Nach § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Kapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel. Der Konzernabschluss kann um eine Segmentberichterstattung erweitert werden. Die zuvor entsprechend der IAS eingeführte Verpflichtung zur Segmentberichterstattung ist aufgehoben worden. Die maßgebenden Standards für die Segmentberichterstattung sind zunächst aus den IAS 14 in das HGB ohne Ausarbeitung übernommen worden und später in ein ergänzendes nationales Wahlrecht durch die DRS 3 ausgestaltet worden. Der Schwerpunkt der folgenden Darstellung orientiert sich an DRS 3. Segmentberichterstattung sind in Ansätzen des § 285 Nr. 4 HGB für den Jahresabschluss und des § 314 Abs. 1 Nr. 3 für den Konzernabschluss vorgeschrieben. Danach erfolgt die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen sowie nach geographisch bestimmten Märkten, soweit sich unter Berücksichtigung der Organisation des Verkaufs von für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit der Kapitalgesellschaft bzw. des Konzerns typischen Erzeugnissen und die für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit der Kapitalgesellschaft bzw. des Konzerns typischen Dienstleistungen, die Tätigkeitsbereiche und geographisch bestimmten Märkte untereinander erheblich unterscheiden. Die folgende Darstellung als erläuternder Bericht der Segmentberichterstattung auf der Grundlage der Vorgaben durch des DRS 3 beschränkt sich auf die Segmentberichterstattung als Teil des Konzernrechnungslegungsrechts nach nationalem Recht. Bei Konzernrechnungslegung nach IFRS ist die Segmentberichterstattung nach IFRS vorzunehmen. 1. Zwecksetzungen der Segmentberichterstattung Die Segmentberichterstattung soll wie angeführt als Ergänzung des Konzernjahresabschlusses der Information der Rechnungslegungsadressaten des Mutterunternehmens, Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 368 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 368 der Tochterunternehmen und der Gemeinschaftsunternehmen dienen. Sie soll Informationsberechtigten in die Lage versetzen: • den Erfolg des Unternehmens bzw. des Konzerns besser zu verstehen, • die zukünftigen Zahlungsüberschüsse besser zu prognostizieren und • ein besser fundiertes Urteil über das Unternehmen bzw. den Konzern als Ganzes abgeben zu können. Die Segmentberichterstattung ist als Ergänzung zu den Daten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gedacht und soll die angeführten Zwecke zusammen mit den übrigen Abschlussdaten erfüllen. Nach DRS 3 als ergänzendes Rechnungslegungsrecht hat die Segmentberichterstattung das Ziel, Informationen über die wesentlichen Geschäftsfelder eines Unternehmens bzw. eines Konzerns zu geben. Sie soll den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Einschätzung der Chancen und Risiken der einzelnen Geschäftsfelder verbessern. 2. Grundsätze der Segmentierung Als einheitliche Grundsätze der Segmentierung nach nationalem Rechnungslegungsrecht gelten neben den Hinweisen in §§ § 285 Nr. 4 HGB für den Jahresabschluss in § 314 Abs. 1 Nr. 3 HGB für den Konzernabschluss die DRS 3. Auf der Basis der speziellen Regelungen gelten die Grundsätze der Segmentierung, auf die die Standards zur Segmentberichterstattung abstellen. Die Grundsätze sind wie folgt: • Grundsatz der Segmenthomogenität. Er besagt, dass alle Segmente in Bezug auf das Abgrenzungskriterium in sich homogen und gegenüber anderen Segmenten heterogen sein müssen. Dies gilt vor allem für den Risiko- und Chancen-Ansatz, nach dem die einzelnen Segmente jeweils eine Risiko-Chancen-Struktur aufweisen sollen, die sich von der Risiko-Chancen-Struktur anderer Segmente unterscheidet. • Grundsatz der Segmentwesentlichkeit. Der Grundsatz soll gewährleisten, dass nur über Segmente berichtet wird, die für das Unternehmen wirtschaftlich von Bedeutung sind. Der Grundsatz der Wesentlichkeit soll verhindern, dass über eine Vielzahl von unwesentlichen Segmenten die wesentlichen Einflüsse auf den Erfolg des Unternehmens untergehen und von den Rechnungslegungsadressaten nicht erkannt werden. • Grundsätze der Ein- und Mehrdimensionalität von Segmenten eines Unternehmens bzw. eines Konzerns. Der Grundsatz der Dimensionalität unterscheidet: Eindimensionale (einstufige) Segmentierung. Bei diesen erfolgt die Segmentberichterstattung nach einem oder nach mehreren Kriterien, wobei ein Zusammenhang zwischen den Kriterien nicht hergestellt wird. Sind Segmentkriterien die Produktart und die geographische Absatzregion, so werden bei der eindimensionalen Segmentierung die Segmente nach den Kriterien der Produktart und der geographische Absatzregion unabhängig voneinander dargestellt. Mehrdimensionale (mehrstufige, kombinatorische) Segmentierung ordnet die Segmente nach mehreren Kriterien gleichzeitig in Form einer Matrix oder einer „Baumstruktur“. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 369 Status: Druckdaten A. Darstellung der Konzern-Segment berichterstattung 369 Obwohl die mehrdimensionale Segmentierung der eindimensionalen Segmentierung überlegen ist, besteht keine Verpflichtung zu ihrer Anwendung. • Grundsätze der Disaggregation von Daten und des fiktiv selbstständigen Unternehmens: Nach dem Grundsatz der Disaggregation wird das zusammengefasste Zahlenmaterial des Gesamtabschlusses in einzelne Segmente zerlegt. So wird z.B. der Umsatzerlös in die Umsatzerlöse nach einzelnen Produktbereichen oder Produkten aufgeteilt. Nach dem Grundsatz des fiktiv selbstständigen Unternehmens bzw. Konzerns werden die einzelnen Segmente so behandelt, als würden sie selbstständige Unternehmen darstellen, die sowohl Lieferungen und Leistungen an unternehmensfremde Dritte als auch an andere Segmente erbringen. Bei dem Verfahren stimmt die Summe der Umsatzerlöse der einzelnen Segmente nicht mehr mit dem Gesamtumsatzerlös überein, da die unternehmensinternen Umsatzerlöse mehrfach gezählt werden. • Grundsätze der teilweisen und vollständigen Segmentierung: Bei teilweiser Segmentierung werden lediglich ausgewählte Einzelgrößen, wie z.B. die Umsatzerlöse, die Beteiligungserträge, die Investitionen oder der Jahresüberschuss, segmentiert. Demgegenüber werden bei der vollständigen Segmentierung alle Größen des Jahresabschlusses, d.h. der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, in Segmente aufgeteilt. Bei der vollständigen Segmentierung treten Zurechnungsprobleme insbesondere bei der Zuordnung der Vermögensgegenstände, der Schulden und des Eigenkapitals auf. Daher stellen sowohl die Standards als auch die Praxis ausschließlich auf teilweise Segmentierung ab. 3. Definitionen der Elemente der Segmentberichterstattung Für die notwendigen Elemente der Segmentberichterstattung gelten weitgehend die nach DRS 3 im Folgenden angeführten Begriffe: • Segment: Ein Segment ist ein abgrenzbarer Bereich eines Unternehmens, der sich auf unterschiedliche Faktoren erstrecken kann, z.B. auf den regionalen Bereich (Filiale), den Investitionsbereich (Fertigungsstätten im Inland, im EU-Bereich), den Absatzbereich (Umsatzerlöse aus unterschiedlichen Produktarten, aus unterschiedlichen Regionen, bei unterschiedlichen Kunden). Wichtige Segmentierung ist die umsatzorientierte Segmentierung nach Produktarten und nach geographischen Bereichen. • Operatives Segment: Ein operatives Segment ist nach DRS 3 der Teil eines Unternehmens bzw. eines Konzerns, – der geschäftliche Tätigkeiten entfaltet, die potenziell oder tatsächlich zu externen bzw. intersegmentären Umsatzerlösen führen, und – der regelmäßig von der Leitung des Unternehmens bzw. des Konzerns überwacht wird, um seine wirtschaftliche Lage zu beurteilen. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 370 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 370 Als operatives Segment gilt nach DRS 3 auch ein Segment, das seine Leistung ausschließlich oder überwiegend an andere operative Segmente abgibt. • Anzugebende Segmente: Dies sind nach DRS 3 Operative oder zusammengefasste operative Segmente, die eines der Größenmerkmale gemäß DRS 3 Tz. 15 erfüllen oder die von der Leitung des Unternehmens bzw. des Konzerns als anzugebendes Segment bestimmt worden ist. • Sonstige Segmente: Es handelt sich nach DRS 3 um alle operativen Segmente, die nicht ein einzugebendes Segment oder nicht mit anderen operativen Segmenten zu einem anzugebenden Segment zusammengefasst worden sind. • Produktorientiertes Segment: Ein produktorientiertes Segment ist eine Teileinheit eines Unternehmens bzw. eines Konzerns, das/der anhand gleicher oder ähnlicher Produkte oder Dienstleistungen abgegrenzt werden kann. Nach Kundengruppen abgegrenzte Segmente gelten nach DRS 3 als produktionsorientierte Segmente. • Abgrenzungsmerkmale eines Produktorientierten Segments sind nach DRS 3 insbesondere: – die Gleichartigkeit der Produkte und Dienstleistungen, – die Gleichartigkeit der Produktions- oder Dienstleistungsprozess, – die Gleichartigkeit der Kundengruppen, – die Gleichartigkeit der Methoden des Vertriebs oder der Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen und – geschäftszweigbedingte Besonderheiten, z.B. für Kreditinstitute, Versicherungen oder für öffentliche Versorgungsbetriebe. • Geographisches Segment: sind nach DRS 3 abgrenzbare Bereiche oder Einheiten eines Unternehmens die nach einem spezifischen regionalen Umfeld abgegrenzt werden kann. • Abgrenzungsmerkmale für ein geographisches Segment sind nach DRS 3 insbesondere: – Gleichartigkeit der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, – Nähe der Beziehungen zwischen Tätigkeiten in unterschiedlichen geographischen Regionen, – räumliche Nähe der Tätigkeiten zu einander, – spezielle Risiken von Tätigkeiten in einem bestimmten Gebiert, – Gleichartigkeit der Außenhandels- und Devisenbestimmungen, – gleichartiges Währungsrisiko. • Segmenterträge: Segmenterträge sind Umsatzerlöse bzw. sonstige Erträge die aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens bzw. des Konzerns direkt dem Segment zuordenbar sind sowie der für das Segment durch Schlüsselung bestimmte (maßgebliche) Teil der Umsatzerlöse bzw. sonstigen betrieblichen Erträge des Unternehmens bzw. des Konzerns, der auf einer vernünftigen Basis dem Segment zugerechnet werden kann. Segmenterträge betreffen die externen Umsatzerlöse an Kunden als auch die internen Umsatzerlöse gegenüber anderen Segmenten. In die Segmenterträge einzubeziehen sind die typischen Umsatzerlöse. Hierzu rechnen jedoch nicht: Außerordentliche Posten, Zinsen und Dividenden von anderen Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 371 Status: Druckdaten A. Darstellung der Konzern-Segment berichterstattung 371 Segmenten, Gewinne oder Verluste aus Finanzanlagen oder Gewinne aus der Begleichung von Schulden. • Segmentaufwendungen sind nach DRS 3 die einem Segment direkt oder nach einem sachgerechten Schlüssel zuordbare Aufwendungen. Sie umfassen externe und intersegmentäre Aufwendungen. Sie stellen Aufwendungen dar: – die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Segments resultieren und die dem Segment direkt zuordenbar sind, und – die als anteilige Aufwendungen auf vernünftiger Grundlage dem Segment zugerechnet werden können. • Segmentergebnis: Es ergibt sich aus Segmenterträgen abzüglich der Segmentaufwendungen eines Unternehmens bzw. eines Konzerns. Das Segmentergebnis eines Konzerns schließt nach DRS 3 die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter ein. • Segmentvermögen: Es sind diejenigen operativen Vermögensgegenstände, die bei der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Segments eingesetzt sind und entweder direkt oder auf vernünftiger Grundlage dem Segment zugerechnet werden können. • Segmentschulden: Sie sind aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens bzw. des Konzerns entstandene Verbindlichkeiten, die direkt oder auf einer vernünftigen Grundlage dem Segment zugerechnet werden können. II. Feststellung der berichtspflichtigen Segmente 1. Primäre und sekundäre Segmente Beim Management-Ansatz wird formal auf die interne Organisation und die Managementstruktur eines Unternehmens sowie das System der internen Berichterstattung für die Bestimmung von primären Segmenten abgestellt. Dabei soll die interne Organisations- und Managementstruktur eines Unternehmens bzw. eines Konzerns und sein System der internen Berichterstattung für die Bestimmung der primären und sekundären Segmente zugrunde gelegt werden. Ist die Organisations- und Managementstruktur eines Unternehmens bzw. eines Konzerns und sein System der internen Berichterstattung weder an den einzelnen Produkten und Dienstleistungen oder an den Gruppen von verwandten Produkten und Dienstleistungen, noch an geographischen Bereichen orientiert, so hat die Leitung und das Management des Unternehmens bzw. des Konzerns zu bestimmen, ob die Risiken und Chancen des Unternehmens bzw. des Konzerns eher mit den Produkten und Dienstleistungen oder eher mit den geographischen Gebieten, in denen das Unternehmen tätig ist, verbunden sind. Entsprechend werden entweder Geschäftssegmente oder geographische Segmente als primäre bzw. sekundäre Segmente festgelegt. Nach dem Risiko-Chancen-Ansatz bestimmen nach DRS 3 der Ursprung und die Art der Risiken und Chancen eines Unternehmens bzw. eines Konzerns darüber, ob primäre Segmente Geschäfts- bzw. Produktsegmente oder geographische Segmente sind. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 372 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 372 • Werden die Risiken und Chancen eines Unternehmens maßgeblich von Unterschieden in den Produkten und Dienstleistungen bestimmt, so sind primäre Segmente Geschäftssegmente, sekundäre Segmente geographische Segmente. • Im umgekehrten Fall, in dem die Risiken und Chancen maßgeblich durch den Sachverhalt, dass das Unternehmen in unterschiedlichen Ländern oder geographischen Regionen tätig ist, bestimmt werden, sind primäre Segmente die geographischen Segmente, sekundäre Segmente Gruppen von verwandten Produkten oder Dienstleistungen. Sind die Risiken und Chancen eines Unternehmens bzw. eines Konzerns sowohl von Unterschieden in den Produkten und Dienstleistungen als auch von Unterschieden in den geographischen Regionen, in denen das Unternehmen bzw. der Konzern tätig ist, bestimmt, so sind als primäre Segmente die Geschäftssegmente, als sekundäre Segmente die geographischen Segmente der Segmentberichterstattung zugrunde zulegen. 2. Wirkung der Größenmerkmale der Segmente Die Segmentberichterstattung wird nur für wesentliche Segmente gefordert. Bei der Abgrenzung der Wesentlichkeit von Segmenten wird auf Anteile (Prozentsätze) abgestellt. Ein Segment ist danach als ein berichtspflichtiges (anzugebendes) Segment aufzufassen, wenn es zumindest eines der im folgenden angeführten Kriterien erfüllt (DRS 3): • die Segmentumsatzerlöse aus Verkäufen an externe Kunden einschließlich der Innenumsatzerlöse mit anderen Segmenten betragen 10 % oder mehr der gesamten externen und internen Umsatzerlöse aller Segmente; oder • das Segmentergebnis als Segmentgewinn oder Segmentverlust macht 10 % oder mehr der Gesamtergebnisse aller Segmente, die keinen Verlust machen, oder 10 % oder mehr der Gesamtergebnisse aller Segmente, die keinen Gewinn machen; oder • die Segmentvermögensgegenstände betragen 10 % oder mehr der Vermögensgegenstände aller Segmente. Zwei oder mehr Segmente, die im wesentlichen ähnlich sind, können zu einem einzigen Segment zusammengefasst werden. Segmente sind ähnlich, wenn sie ähnliche langfristige finanzielle Renditen aufweisen und in allen Bestimmungsgrößen ähnlich sind. Liegt ein Segment unter den maßgeblichen Größengrenzen, gelten nach DRS 3 die folgenden Grundsätze: • Das Segment kann ungeachtet seiner Größe als berichtspflichtiges Segment bestimmt werden, sofern die Klarheit und Übersichtlichkeit der Segmentberichterstattung dadurch nicht beeinträchtigt werden. • Ist das Segment nicht als berichtspflichtiges Segment bestimmt, kann es mit einem oder mehreren ähnlichen internen Berichtssegmenten, die gleichfalls unter den Größengrenzen liegen, zusammengefasst werden. • Wird das Segment nicht als gesondertes berichtspflichtiges Segment aufgefasst oder mit anderen Segmenten in ein berichtspflichtiges Segment zusammengefasst, ist es in einen Restposten aufzunehmen. Beträgt die Summe aller externen Umsatzerlöse der berichtspflichtigen Segmente weniger als 75 % der Umsatzerlöse des Unternehmens bzw. des Konzerns, so sind zu- Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 373 Status: Druckdaten A. Darstellung der Konzern-Segment berichterstattung 373 sätzliche Segmente als berichtspflichtige Segmente zu bestimmen, selbst wenn sie die 10 %-Größengrenze nicht erreichen. Die Bestimmung weiterer Segmente als berichtspflichtige Segmente hat nach DRS 3 so lange zu erfolgen, bis mindestens 75 % der gesamten Umsatzerlöse des Unternehmens auf die berichtspflichtigen Segmente entfällt. Für die Segmentberichterstattung gilt der Grundsatz der Stetigkeit. Dabei sind nach DRS 3 die folgenden Regeln anzuwenden: • Ein Segment, das in der Vorperiode berichtspflichtiges Segment war, weil es die Größengrenzen erreicht hat, ist weiterhin, ungeachtet dessen, ob seine Erlöse, sein Ergebnis und seine Vermögensgegenstände die 10 % Größengrenzen über- oder unterschreiten, als berichtspflichtiges Segment zu behandeln, wenn das Management des Unternehmens bzw. des Konzerns das Segment als wesentlich beurteilt (DRS 3). • Wird ein Segment in der laufenden Periode als berichtspflichtiges Segment festgelegt, weil es die 10 %-Größengrenzen erstmals überschreitet, so sind die entsprechenden Daten der Vorperiode zum Zwecke des Vergleichs anzupassen. Die Vorgabe bedeutet, das Segment ist als Vergleichswert der Vorperiode als berichtspflichtiges Segment zu behandeln, auch wenn es in der Vorperiode die 10 %-Größengrenzen nicht erreicht hat. III. Segmentbilanzierungs- und Segment bewertungs methoden Die Segmentberichterstattung hat nach DRS 3 in Übereinstimmung mit den Bilanzansatz- und Bewertungsmethoden des zugrundeliegenden Abschlusses zu erfolgen. Die Beträge sind vor Konsolidierung zu ermitteln, jedoch sind innerhalb eines anzugebenden Segments Konsolidierungen vorzunehmen. Bei der Zusammenfassung von operativen Segmenten zu einem anzugebenden Segment kann nach DRS 3 von einer Konsolidierung innerhalb des anzugebenden Segments abgesehen werden, wenn die Segmentdaten davon nicht wesentlich beeinflusst werden. In Bezug auf die Abgrenzung von Segmentaufwendungen und Segmenterträgen sowie Segmentvermögensgegenständen und Segmentschulden bestehen nach DRS zwei Prinzipien: • Nach dem Prinzip der unterschiedlichen Abgrenzung ist es möglich, dass Erträge und Aufwendungen einerseits und Vermögensgegenstände und Schulden andererseits unterschiedlich abgegrenzt werden, d.h. nicht zum gleichen Segment gehören. • Nach dem Prinzip der gleichen Abgrenzung sind Segmentaufwendungen und Segmenterträge sowie Segmentvermögensgegenstände und Segmentschulden jeweils gleich abzugrenzen. Danach sind Vermögensgegenstände einem bestimmten Segment zuzuordnen, wenn die Abschreibungen oder Wertminderungen auf die Vermögensgegenstände in die Bestimmung des Segmentergebnisses eingehen. Nach DRS 3 haben die für die Segmente ausgewiesenen Vermögens- und Schuldposten sowie die Aufwendungen und Erträge miteinander zu korrespondieren. Maßgeblich ist das als zweites genannte Prinzip. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 374 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 374 Vermögensgegenstände, die gemeinsam von zwei oder mehr Segmenten verwendet werden, sind den Segmenten zuzuordnen, wenn die entsprechenden Erträge und Aufwendungen gleichfalls diesen Segmenten zugeordnet werden (ähnlich DRS 3). Das Segmentergebnis ist nach DRS 3 von der Leitung zu definieren. Dabei können geschäftszweigbedingte und standortbedingte Besonderheiten berücksichtigt werden. IV. Angabepflichten für die Segmentberichterstattung 1. Angaben zu primären Segmenten a) Segmentabgrenzung Nach DRS 3 ist jedes anzugebende Segment zu beschreiben. Die Merkmale für die Abgrenzung der Segmente und für die Zusammenfassung von operativen Segmenten sind zu erläutern. Als beschreibende Merkmale z.B. die zuordenbare Produkte oder Dienstleistungen, die Tätigkeiten oder die geographische Zusammensetzung des anzugebenden Segments. Für jedes anzugebende Segment, das nicht produktorientiert abgegrenzt ist, sind nach DRS 3 die dem Segment zuordenbaren Produkte und Dienstleistungen anzugeben. Sind in einem Segment Geschäftsfelder mit unterschiedlichen Risiken und Chancen gefasst werden, soll dies anzugeben und begründet werden. Nach DRS 3 sind für jedes anzugebende Segment sind die gemäß Tz. 31 geforderten Beträge anzugeben. Für die sonstigen Segmente sind die Beträge zusammenzufassen. Wird ein operatives Segment erstmals zu einem anderen Segment, sind neben den Informationen für den Berichtszeitraum auch die Vergleichszahlen des Vorjahres anzugeben. b) Betragsmäßige Angaben für jedes Segment Für jedes anzugebende Segment und die zusammengefassten sonstigen Segmente sind nach DRS 3 anzugeben: • Umsatzerlöse unterteilt nach Umsatzerlösen mit Dritten und mit anderen Segmenten, • Segmentergebnis sowie die darin enthaltenen Posten: – Abschreibungen, – andere, nicht zahlungswirksame Posten, – Ergebnis aus Beteiligungen, – Vermögen einschließlich der Beteiligungen, – Investitionen in das langfristige Vermögen, – Schulden. Bezüglich der nach DRS 3 angeführten Angaben zu dem Segmentergebnis sind die folgenden Alternativen zu unterscheiden: • Wird als Segmentergebnis das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgewiesen, sollen zusätzlich Zinsertrag und Zinsaufwand anzugeben sein. • Wird als Segmentergebnis das Periodenergebnis ausgewiesen, sind zusätzlich Zinsertrag, Zinsaufwand und Ertragsteuern anzugeben. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 375 Status: Druckdaten A. Darstellung der Konzern-Segment berichterstattung 375 c) Überleitungen Nach DRS 3 sind anzugeben die Gesamtbeträge der: • Segmentumsatzerlöse, • Segmentergebnisse, • Segmentvermögen, • Segmentschulden sowie • sonstigen wesentlichen Segmentposten. Sie sind auf die entsprechenden Abschlusszahlungen überzuleiten. Wesentliche Überleitungsposten sind anzugeben und zu erläutern. 2. Sonstige Angaben und Erläuterungen Soweit ein primär anzugebendes Segment nicht produktorientiert abgegrenzt ist, sind nach DRS 3 die Umsatzerlöse je Produkt- oder Dienstleistungsgruppe in einem Betrag anzugeben. Entsprechendes soll auch für das Segmentvermögen und die Investitionen in das langfristige Vermögen. Soweit ein primär anzugebendes Segment produktorientiert oder nach anderen Kriterien abgegrenzt ist, sind nach DRS 3 für die unternehmensrelevanten geographischen Regionen zumindest die Umsatzerlöse, abgegrenzt nach Standort der Kunden, sowie das Vermögen und die Investitionen in das langfristige Vermögen, abgegrenzt nach Standort des Vermögens, anzugeben. Wie bereits oben angeführt gilt eine geographische Region als unternehmensrelevant bzw. als konzernrelevant, wenn in ihr mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens bzw. des Konzernserzielt werden oder mindestens 10 % seines Vermögens belegen ist. Übersteigen die Umsatzerlöse mit einem externen Kunden 10 % der gesamten externen und intersegmentären Außenumsatzerlösen, sind nach DRS 3 zumindest die Größenordnung sowie die betroffenen Segmente anzugeben. Mutterunternehmen und in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sollen als ein Kunde gelten. Die Grundsätze für die Zusammensetzung der Segmentbeträge sowie etwaiger Aufteilungen gemeinsam genutzter Vermögenswerte und von zugeordneten Schulden sollen erläutert und das gewählte Segmentergebnis definiert werden. Zudem sind die Grundsätze für die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten anzugeben. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 376 Status: Druckdaten B. Beispiel zur Konzern-Segmentberichterstattung I. Disaggregation Bei der Segmentberichterstattung unter Anwendung des Verfahrens der Disaggregation wird das im Jahresabschluss bzw. im Konzernabschluss zusammengefasste Zahlenmaterial in einzelne Segmente zerlegt. Die Zerlegung umfasst, wie z.B. die Umsatzerlöse in die Erlöse der einzelnen Produktarten oder Produktgruppen des Unternehmens bzw. des Unternehmens in die einzelnen geographischen Absatzbereiche. 1. Umsatzerlöse ein- und mehrdimensionaler Segmentierung Bei der eindimensionalen Segmentberichterstattung erfolgt die Disaggregation der Rechnungslegungsdaten nach nur einem Kriterium (Produktarten bei Geschäftssegmenten oder Regionen bei geographischen Segmenten). Erfolgt die Segmentierung getrennt nach Geschäftssegmenten und nach geographischen Segmenten, wird ein Zusammenhang zwischen den beiden Größen nicht hergesellt. Dies erfolgt bei der mehrdimensionalen Segmentierung. Die Praxis folgt der eindimensionalen Segmentierung. a) Produktbezogene eindimensionale Segmente Die gesamten Umsatzerlöse eines Konzerns in Höhe von 224 Mill. € werden in die Umsatzerlöse der als primäre Segmente definierten Produkte 1 bis 3 aufgeteilt (Beträge in Mill. €): Umsatzerlöse Produkt 1 103 Umsatzerlöse Produkt 2 84 Umsatzerlöse Produkt 3 37 Summe der Umsatzerlöse 224 b) Regionale eindimensionale Segmente Die gesamten Umsatzerlöse des die Segmentberichtung vornehmende Konzerns in Höhe von 224 Mill. € werden in die Umsatzerlöse der als primäre Segmente definierten Absatzregionen 1 bis 3 aufgeteilt (Beträge in Mill. €): Umsatzerlöse Region EU 135 Umsatzerlöse Region USA 69 Umsatzerlöse Region Rest der Welt 20 Summe der Umsatzerlöse 224 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 377 Status: Druckdaten B. Beispiel zur Konzern-Segmentberichterstattung 377 c) Produktbezogene/regionale mehrdimensionale Segmente Die gesamten Umsatzerlöse des Konzerns in Höhe von 224 Mill. € werden in die Umsatzerlöse der als primäre Segmente definierten Produkte 1 bis 3 und die als gleichfalls primäre Segmente definierten Regionen 1 bis 3 aufgeteilt. Darüber hinaus werden die Umsatzerlöse aller Segmentkombinationen aus Produkten und Regionen ausgezeigt (Beträge in Mill. €): Regionen Umsatzerlöse Produkte 1 2 3 Summe der Umsatzerlöse UE Region EU 89 4 24 135 UE Region USA 14 34 21 69 UE Region Rest 0 8 12 20 Summe derUmsatzerlöse 103 84 37 224 2. Gewinne ein- und mehrdimensionaler Segmentierung Zur eindimensionalen Segmentberichterstattung gelten die oben angeführten Grundsätze. Die Disaggregation der Rechnungslegungsdaten erfolgt ausschließlich nach einem Kriterium, in der Regel nach Produktarten bei Geschäftssegmenten und nach Regionen bei geographischen Segmenten. Bei getrennter Segmentierung nach Geschäftssegmenten und nach geographischen Segmenten wird ein Zusammenhang zwischen den beiden Größen nicht hergesellt. Dies erfolgt bei der mehrdimensionalen Segmentierung. a) Produktbezogene eindimensionale Segmente Der gesamte Gewinn eines Konzerns in Höhe von 13 Mill. € wird lediglich in die operativen Gewinne der als primär definierten Segmente Absatzprodukte 1 bis 3 aufgeteilt: Gewinn Produkt 1 6,5 Gewinn Produkt 2 5,5 Gewinn Produkt 3 1,0 Summe der Gewinne 13,0 b) Regionale eindimensionale Segmente Der gesamte Gewinn des Konzerns in Höhe von 13 Mill. € wird lediglich in die operativen Gewinne der Segmente als primär definierte Absatzregionen 1 bis 3 aufgeteilt: Gewinn Region EU 5,5 Gewinn Region USA 7,0 Gewinn Region Rest 0,5 Summe der Gewinne 13,0 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 378 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 378 c) Mehrdimensionale Segmente Der gesamte Gewinn des Konzerns in Höhe von 33 Mill. € wird in die Gewinne der Produkte 1 bis 3 und gleichzeitig in die Gewinne der Regionen 1 bis 3 aufgeteilt. Darüber hinaus werden die Gewinne aller Segmentkombinationen aus Produkten und Regionen ausgezeigt (Beträge in Mill. €): Regionen Gewinne Produkte 1 2 3 Summe der Gewinne Gew. Region EU 5,3 1,0 – 0,8 5,5 Gew. Region USA 1,2 3,8 2,0 7,0 Gew. Region Rest 0 0,7 – 0,2 0,5 Summe der Gewinne 6,5 5,5 1,0 13 3. Vermögenswerte produktbezogener Segmentierung Soweit möglich sollen die Vermögenswerte den Geschäftssegmenten, d.h. den Produktoder Produktgruppensegmenten, und/oder den geographischen Segmenten, d.h. den Regionssegmenten, zugeordnet werden. Für die Geschäftssegmente ist dies möglich bei direkter Zuordnung eines immateriellen Vermögenswertes oder einer Sachanlage sowie bei Messung der Inanspruchnahme der von mehreren Segmenten in Anspruch genommenen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Die direkt zuordenbaren Vermögenswerte haben Anschaffungskosten von 80 Mill. € für Produkt 1, von 60 Mill. € für Produkt 2 und von 20 Mill. € für Produkt 3. Die bei der Herstellung der einzelnen Produkte von mehreren Produktarten in Anspruch genommene Fertigungsanlage hat Anschaffungskosten von 40 Mill. €. Die Fertigungsanlage wird in Anspruch genommen im Umfang von 60 % für die Herstellung von Produkt 1, von 30 % für Produkt 2 und für 10 % für Produkt 3. Die Fertigungsanlage wird auf eine geschätzte voraussichtliche Nutzungsdauer von 8 Jahren linear abgeschrieben. Die Zuordnung der Abschreibungskosten zu den Produkten 1 bis 3 stellt sich wie folgt dar (Beträge in Mill. €): Produkte Betrag zugeordnete Vermögenswerte Anschaffungskosten Abschreibungen Restbetrag Produkt 1 104 13 91 Produkt 2 72 9 63 Produkt 3 24 3 21 Summe 200 25 175 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 379 Status: Druckdaten B. Beispiel zur Konzern-Segmentberichterstattung 379 II. Fiktiv selbstständige Unternehmen Nach dem Grundsatz des fiktiv selbstständigen Unternehmens werden wie angeführt die einzelnen Segmente so behandelt, als würden sie selbstständige Unternehmen darstellen, die Lieferungen und Leistungen an unternehmensfremde Dritte an andere Segmente des gleichen Unternehmens erbringen. Durch die Einrechnung der Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen an andere Segmente stimmt die Summe der Umsatzerlöse der Segmente nicht mehr mit dem Gesamtumsatzerlös des Unternehmens überein. Das Verfahren wird wegen der Probleme der Abstimmung der Umsatzerlöse in der Regel nicht praktiziert. 1. Umsatzerlöse produktbezogener Segmentierung Ein Unternehmen bzw. ein Konzern hat drei Fertigungsbereiche A, B und C, die als jeweils fiktiv selbstständige Unternehmen betrachtet werden. Alle Produkte 1 bis 3 werden von dem fiktiv selbstständigen Unternehmen A an B, von dem fiktiv selbstständigen Unternehmen B an C und von dem fiktiv selbstständigen Unternehmen C an externe Dritte geliefert. Die Umsatzerlöse der fiktiv selbstständigen Unternehmen und die Umsatzerlöse des rechtlich selbstständigen Unternehmens bzw. des Konzerns stellen sich wie folgt dar (Beträge in Mill. €): Produkte Bereich fiktiv selbstst. Unternehmen A B C an B an C an Dritte Summe interner und externer UE UE Produkt 1 20 45 103 168 UE Produkt 2 24 52 84 160 UE Produkt 3 6 11 37 54 Summe interner Umsatzerlöse Summe externer Umsatzerlöse 50 108 0 0 0 224 382 2. Gewinne produktbezogener Segmentierung Bezüglich der Gewinne eines Unternehmens, das die drei Fertigungsbereiche A, B und C als jeweils fiktiv selbstständige Unternehmen betrachtet, gelten die obigen Ausführungen entsprechend. Die Gewinne der fiktiv selbstständigen Unternehmen und die Gewinne des rechtlich selbstständigen Unternehmens bzw. des Konzerns stellen sich wie folgt dar (Beträge in Mill. €): Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 380 Status: Druckdaten Elfter Teil: Konzern-Segmentberichterstattung 380 Produkte Bereich fiktiv selbstst.Unternehmen A B C Summe Gewinne Gew. Produkt 1 1,0 2,4 6,5 9,9 Gew. Produkt 2 1,2 3,0 5,5 9,7 Gew. Produkt 3 0,1 0,2 1,0 1,3 Summe interner Gewinne Summe externer Gewinne 2,3 5,6 0 0 0 13,0 20,9

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Konzernabschluss – darauf kommt es an.

Konzernrechnungslegung nach HGB

Dieses Werk ist als Lehr- und Nachschlagewerk konzipiert und für Studierende sowie für Praktiker bestens geeignet. Das Handbuch liefert eine umfassende und problembezogene Darstellung der Konzernrechnungslegung nach HGB, die durch Regelungen der einschlägigen internationalen Standards ergänzt wird.

Thematische Schwerpunkte

Die inhaltliche und formale Gestaltung des Konzernabschlusses sowie die weiteren Berichtserfordernisse, wie Segmentberichterstattung, Konzernlagebericht und Konzernanhang, werden praktisch erläutert.