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6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 404 - 426

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_404_1

Series: Finance Competence

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6. Fremdfinanzierung 6.1 Vorbemerkungen In den vorangegangenen Kapiteln haben wir uns mit der Fremdfinanzierung im Rahmen der Investitionsrechnung, der Finanzplanung, der Unternehmensbewertung, und der Abgrenzung von der Eigenfinanzierung befasst. Die Faktoren, die die Wahl zwischen verschiedenen Finanzierungsquellen beeinflussen, waren Gegenstand des Abschnitts 5.2. Im Kapitel 6 stellen wir nun die Instrumente der Fremdfinanzierung (Abschnitt 6.2), Marktdaten zu Zinssätzen und Ausfallraten (Abschnitt 6.3), die Bewertung von Fremdkapitaltiteln (Abschnitt 6.4) sowie das Zinsänderungs- (Abschnitt 6.5) und das Ausfallrisiko (Abschnitt 6.6) dar. 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 6.2.1 Überblick Abbildung 6-1 zeigt im Überblick, in welcher Form Unternehmen allgemein und Banken im Speziellen fremdfinanzieren können. Auch der Bund tritt als Fremdkapitalnehmer bzw. Schuldner auf; damit beschäftigen wir uns in Abschnitt 6.2.2. Die Fremdfinanzierung von Unternehmen haben wir nach Fristigkeit und Gläubigern aufgeteilt. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 387 6. Fremdfinanzierung388 Eine kurze Beschreibung der Instrumente enthalten Tabelle 6-1 und Tabelle 6-2. Eine ausführliche Beschreibung ist nicht das Ziel dieses Buches. Insofern kann auf Lehrbücher zur Finanzierung, wie Drukarczyk (2008) oder Perridon/ Steiner/Rathgeber (2009), verwiesen werden.145 Lieferantenkredit Lieferant gewährt ein Zahlungsziel (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Erhaltene Anzahlung Vorauszahlung von Kunden Einrichtungskredit Wird z.B. von Brauereien oder Mineralölgesellschaften zur Einrichtung bzw. Ausstattung von Gaststätten oder Tankstellen gewährt. 145 Diese Bücher sind auch die Quellen für Abbildung 6-1, Tabelle 6-1 und Tabelle 6-2; vgl. Drukarczyk (2008), S. 249–271; Perridon/Steiner/Rathgeber (2009), S. 395–453. kurz-/mittelfristig Von Nichtbanken bereitgestellt: Lieferantenkredit Erhaltene Anzahlung Einrichtungskredit Factoring Forfaitierung Genussschein Euronotes Commercial Paper Asset Backed Securities (ABS) Von Banken unmittelbar bereitgestellt: Kontokorrentkredit Lombardkredit Diskontkredit Von Banken mittelbar bereitgestellt: Akzeptkredit Avalkredit mittel-/langfristig Von Nichtbanken bereitgestellt: Schuldscheindarlehen Gesellschafterdarlehen Industrieobligation, Unternehmensanleihe bzw. -schuldverschreibung Zero Bonds Floating Rate Note Medium Term Note Indexanleihe Doppelwährungsanleihe Optionsanleihe Wanderschuldverschreibung einschließl. Zwangswandelanleihen Gewinnschuldverschreibung Hybridanleihe Von Banken bereitgestellt oder arrangiert: Bankdarlehen (evtl. als revolvierende Kreditlinie bzw. -fazilität) Finanzierung von Unternehmen Banken Spar- und Termineinlagen Über die EZB: Spitzenrefinanzierungsfazilität, Hauptrefinanzierung, längerfristige Refinanzierung Verbindlichkeiten ggü. anderen Kreditinstituten Wertpapierpensionsgeschäft Commercial Paper Anleihe Pfandbrief Hypothekenpfandbrief Kommunalobligation Collateralized Debt Obligation (CDO) Mortgage Backed Security (MBS) Abbildung6-1: Instrumente der Fremdfinanzierung im Überblick Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 388 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 389 Factoring Forderungsverkauf Forfaitierung Vgl. Factoring; im Auslandsgeschäft eingesetzt. Genussschein Flexibel ausgestaltbares Instrument, das durch z. B. gewinnabhängige Verzinsung auch dem Eigenkapital ähnliche Züge aufweisen kann und auch langfristigen Charakter haben kann. Euronotes Rahmenvereinbarung zwischen Unternehmen und Kreditinstitut über eine Daueremission; Platzierung am Kapitalmarkt über Banken; ggf. Abnahme durch Banken; Laufzeit zwischen sieben Tagen und zwei Jahren. Commercial Paper Vgl. Euronotes; keine Abnahmepflicht der Banken. Asset Backed Securities (ABS) Verkauf und Verbriefung von Forderungen über ein Special Purpose Vehicle (Zweckgesellschaft) an Investoren. Kontokorrentkredit Durch Bank(en) eingeräumte Kreditlinie Lombardkredit Beleihung zu verpfändender marktgängiger Vermögensgegenstände (z.B. Anleihen, Waren, Edelmetalle). Diskontkredit Ankauf von Wechseln; Zinsen für die Zeit von Ankauf bis Fälligkeit (Diskont). Akzeptkredit Kreditinstitut akzeptiert auf sich selbst gezogenen Wechsel des Kunden. Avalkredit Bürgschaft oder Garantie einer Bank für Verpflichtung des Kunden Tabelle6-1: Kurz-/mittelfristige Instrumente der Fremdfinanzierung Schuldscheindarlehen Großkredit gewährt durch Nichtbanken, wie z.B. Versicherungsunternehmen oder Pensionskassen. Gesellschafterdarlehen Kreditgeber sind die Gesellschafter des kreditnehmenden Unternehmens. Industrieobligation Unternehmen platziert Anleihe am Kapitalmarkt (Unternehmensanleihe). Zero Bond Es fallen keine laufenden Zinszahlungen an, Zins- und Zinseszinszahlungen erfolgen zusammen mit der Rückzahlung des Nominalwerts am Laufzeitende. Floating Rate Note Anleihe mit variabler Verzinsung; Zinssatz setzt sich aus einem variablen Referenzzins (i.d.R. LIBOR oder EURIBOR) und einem risikoabhängigen Spread (Marge) zusammen. Medium Term Note Vgl. Euronotes bzw. Commercial Paper; mittel- und langfristige Laufzeiten möglich. Indexanleihe Zins und Tilgung orientieren sich an einem Index (z.B. Aktienindex). Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 389 6. Fremdfinanzierung390 Doppelwährungsanleihe (Multi Currency Note) Mittelaufbringung und -rückzahlung erfolgt in unterschiedlichen Währungen. Optionsanleihe Beinhaltet eine Option, die während der Laufzeit eingelöst werden kann. Die Anleihe besteht unabhängig von Optionsausübung weiter. Wandelschuldverschreibung (Convertible Debt) Anleihe kann während einer Wandlungsfrist zu einem vorher festgelegten Verhältnis in Aktien eingetauscht werden. Gewinnschuldverschreibung (Income Debt) Die Zinszahlungen sind ganz oder teilweise an den Gewinn (Jahresüberschuss) des Unternehmens gekoppelt. Hybridanleihe Nachrangige Anleihe, deren Ausgestaltung zu einer Einordnung zwischen Eigen- und Fremdkapital führt. Bankdarlehen Klassischer Kredit (Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstitut) Tabelle6-2: Mittel-/langfristige Instrumente der Fremdfinanzierung 6.2.2 Bundeswertpapiere Die Tabellen Tabelle 6-3 und Tabelle 6-5 stellen die vom Bund ausgegebenen Wertpapierarten zusammen.146 Die zugrundeliegende Zinsberechnung (Zahlungstermine und Methode) variiert etwas. In den meisten Fällen liegen eine jährliche Verzinsung und eine taggenaue Berechnung auf Basis der Methode actual/actual vor. Die Schreibweise der Zinstagezählung (Day count convention) basiert auf dem Prinzip „Anzahl Tage pro Monat/Anzahl Tage pro Jahr“. Actual/actual berücksichtigt also die konkrete Anzahl der Tage pro Monat (28, 29, 30, 31) und pro Jahr (365, 366). 30/360 geht hingegen grundsätzlich von 30 Tagen pro Monat und 360 Tagen pro Jahr aus; diese etwas unpräzise Methode wird z. B. bei Anleihen USamerikanischer Unternehmen eingesetzt.147 Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes und auch der oben besprochene Kreditvertrag folgen der Methode actual/360. 146 Entnommen aus http://www.bundeswertpapiere.de/fileadmin/Material_Deutsche_ Finanzagentur/PDF/Broschüren/Bundeswertpapiere_auf-einen-blick_farbig.pdf; abgefragt am 07.07.2010. 147 Vgl. Fabozzi (2005), S.83. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 390 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 391 Mindestauftrag Zinszahlung Zinsberechnungsmethode Laufzeit Rückzahlung Bundesobligationen („Bobl“) Börse: kein Mindestauftrag 110 € im Direkterwerb bei der Finanzagentur (Tenderverfahren: Mindestgebot 1 Mio. €) jährlich actual/ actual 5 Jahre zum Nennwert Bundesanleihen („Bund“) Börse: kein Mindestauftrag (Tenderverfahren: Mindestgebot 1 Mio. €) 10 bzw. 30 Jahre Bundesschatzanweisungen („Schatz“) Börse: kein Mindestauftrag (Tenderverfahren: Mindestgebot 1 Mio. €) jährlich nachträglich 2 Jahre Unverzinsliche Schatzanweisungen („Bubill“) Börse: kein Mindestauftrag (Tenderverfahren: Mindestgebot 1 Mio. €) Abzinsung Nennwert – Zinsen = Kaufpreis actual/360 6 Monate Inflationsindexierte Anleihe („ILB“) Börse: kein Mindestauftrag (Tenderverfahren: Mindestgebot 1 Mio. €) jährlich nachträglich, auf Basis des indexierten Zinssatzes actual/ actual 10 Jahre abhängig von Inflationsentwicklung, mindestens zum Nennwert Inflationsindexierte Obligationen („ILB“) 5 Jahre US-Dollar- Anleihe („USD Bund“) Börse: kein Mindestauftrag jährlich nachträglich 30/360 5 Jahre zum Nennwert Tabelle6-3: Bundeswertpapiere I Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 391 6. Fremdfinanzierung392 Excel bietet in finanzmathematischen Funktionen wie RENDITE oder KURS, mit denen wir uns noch beschäftigen werden, die Möglichkeit, die entsprechende Zinstagberechnung einzustellen. Die Excel-Hilfe listet folgende Varianten auf: 0 oder nicht angegeben 30/360 USA (NASD) 1 taggenau/taggenau 2 taggenau/360 3 taggenau/365 4 30/360 Europa Die Unterschiede zwischen den Varianten kann man anhand der Excel-Funktionen ZINSTERMTAGVA und ZINSTERMTAGE verdeutlichen: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 A B C Zinsrechnung Beispiel 1 Abrechnung 01.03.2007 Fälligkeit 31.01.2010 Basis Anzahl der Zinstage, die seit dem letzten Zinstermin vergangen sind. 0 31 =ZINSTERMTAGVA($B$5;$B$6;1;$A9) 1 29 =ZINSTERMTAGVA($B$5;$B$6;1;$A10) 2 29 =ZINSTERMTAGVA($B$5;$B$6;1;$A11) 3 29 =ZINSTERMTAGVA($B$5;$B$6;1;$A12) 4 31 =ZINSTERMTAGVA($B$5;$B$6;1;$A13) Beispiel 2 Abrechnung 31.01.2008 Fälligkeit 01.03.2010 Basis Anzahl der Zinstage in 2008 einer Anleihe, deren Fälligkeit nach 2008 liegt. 0 360 =ZINSTERMTAGE($B$18;$B$19;1;$A9) 1 366 =ZINSTERMTAGE($B$18;$B$19;1;$A10) 2 360 =ZINSTERMTAGE($B$18;$B$19;1;$A11) 3 365 =ZINSTERMTAGE($B$18;$B$19;1;$A12) 4 360 =ZINSTERMTAGE($B$18;$B$19;1;$A13) Erstgenannte Funktion zählt die Zinstage seit dem letzten Zinstermin bis zum Abrechnungstermin (B5). Der nächste Zinstermin wird berechnet, indem vom Fälligkeitstermin (B6) unter Berücksichtigung der Häufigkeit der Zinszahlung innerhalb Jahres – wie der dritte Parameter in ZINSTERMTAGVA zeigt, haben wir eine Zinszahlung pro Jahr unterstellt – zurückgerechnet wird. Dass eine Zinszahlung im Jahr der Regelfall ist, verdeutlicht Tabelle 6-4. In Spalte A habe ich die Alternativen zur Zinstagzählung eingetragen. Wie man sieht, zählen die Varianten 1, 2 und 3 taggenau, denn die Summe der Tage im Februar zuzüglich Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 392 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 393 des ersten Tags des Folgemonats ist 29. Variante 0 und 4 hingegen unterstellen, dass der Februar 30 Tage hat. Die unterschiedlichen Annahmen zur Zahl der Tage pro Jahr verdeutlicht das zweite Beispiel auf Basis der Funktion ZINSTERMTAGE. Diese Funktion ermittelt die Anzahl der Tage pro Zinsperiode, in die der Abrechnungstermin fällt. Dem Jahr 2008, einem Schaltjahr, weist lediglich die Methode taggenau/ taggenau (actual/actual) 366 Tage zu. Worin liegt der Unterschied der Varianten 0 und 4? Beispiel 3 liefert – unter Rückgriff auf die Funktion BRTEILJAHRE, welche den Anteil der unterstellten Anzahl der Tage an den 360 Tagen pro Jahr berechnet – die Antwort: Alternative 0 geht zwar grundsätzlich von 30 Tagen pro Monat aus. Wenn aber der Beginn des Zeitraums (B31) auf einen Kalendertag kleiner 30 fällt und das Ende (B32) auf einen 31., dann wird der 31. nicht auf den 30. korrigiert. Im Beispiel 3 geht Basis 0 also von 60 Tagen (B39) aus, Basis 4 hingegen verkürzt grundsätzlich Monate mit 31 Tagen auf 30 und unterstellt daher 59 Tage (B40). 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 A B C Beispiel 3 Abrechnung 01.11.2008 Fälligkeit 31.12.2008 Basis 0 0,166667 =BRTEILJAHRE($B$31;$B$32;A35) 4 0,163889 =BRTEILJAHRE($B$31;$B$32;A36) Multipliziert mit der Anzahl Tage pro Jahr (360) 0 60 =B35*360 4 59 =B36*360 Dieses Thema beschließend kann man anmerken, dass jede Abweichung von der Methode actual/actual erstaunt, aber Konventionen bzw. Traditionen geschuldet ist, die sich lange vor der massenhaften Verbreitung von Hard- und Software und damit vor der schnellen und taggenauen Berechnung von Kursen und Renditen etabliert hatten. Zurück zu den in aufgelisteten Bundeswertpapieren. Anfang Juni 2010 standen beeindruckende 1.056 Mrd. € dieser Fremdkapitalinstrumente zuzüglich 9 Mrd. USD-Bundesanleihen aus.148 In der zugehörigen Excel-Datei sind neben dem Betrag auch Kategorie, Laufzeit, Fälligkeit und Zinssatz aufgelistet. Excel-Tipp 48: Daten filtern Um Daten intensiver zu ordnen, als es die Funktion „Sortieren“ zulässt, bietet Excel Daten/Sortieren_und_Filtern/Filtern an. Der relevante Bereich inklusive der Spaltenüberschriften ist zu markieren. Das Ergebnis sieht so aus: 148 http://www.deutsche-finanzagentur.de/fileadmin/Material_Deutsche_Finanzagentur/PDF/Aktuelle_Informationen/Ausstehende_Bunds.pdf; abgefragt am 02.06.2010. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 393 6. Fremdfinanzierung394 Nun lässt sich durch Öffnen der Dropdown-Liste leicht nach Belieben sortieren. Interessant könnte z.B. ein Ordnen nach der Fälligkeit sein: Beliebige Fälligkeiten können nun ausgewählt werden. Anhand der Option „Datumsfilter“ beispielsweise kann man die Daten weiter kategorisieren bzw. sortieren. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 394 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 395 Nebenbei: Im Originaldatensatz sind die Beträge in € enthalten; über „Zellen formatieren“ habe ich das Zahlenformat als „Benutzerdefiniert“ als Milliarden mit einer Kommastelle festgelegt (#.##0,0…; vgl. Excel-Tipp 28). Die Sortieren- bzw. Filtern-Funktion ist sicher nützlich, die Pivot-Tabelle (PivotTable, vgl. Abschnitt  3.5.2.2) leistet aber mehr, da die Daten auch z. B. zu Mittelwerten oder Summen verarbeitet werden können. An dieser Stelle wollen wir uns dem PivotChart zuwenden. Excel-Tipp 49: PivotChart Die Funktion zur Erstellung von PivotCharts verbirgt sich unter Einfügen/Pivot- Table/PivotChart. Zuvor ist der relevante Datenbereich zu markieren. Das erste Dialogfeld sieht so aus: Wenn man an der empirischen Bedeutung der im Datensatz abgebildeten Bundeswertpapiere interessiert ist, könnte es sich anbieten, die Volumina der einzelnen Instrumente zu summieren: Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 395 6. Fremdfinanzierung396 Das Ergebnis inklusive automatisch generiertem Chart ist: Vermutlich ist es sinnvoll, diesen Chart dann durch Formatierungen etwas aufzuhübschen. Deutlich wird, dass Bundesanleihen mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens ausmachen, inflationsindexierte Anleihen und inflationsindexierte Obligationen sind von eher geringer Bedeutung, da diese Instrumente noch vergleichsweise „jung“ sind. Tabelle 6-4 enthält die Emissionsbedingungen der in Tabelle 6-3 aufgelisteten Bundeswertpapiere.149 149 Entnommen aus http://www.bundesbank.de/download/kredit/kredit-emissionsbedingungen.pdf. 185 87 618,5 32 134 0 100 200 300 400 500 600 700 Bobl Bubill Bund ILB Schatz B et ra g (in M rd .€ ) Abbildung6-2: Volumina Bundeswertpapiere Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 396 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 397 Bundesministerium der Finanzen Bekanntmachung der Emissionsbedingungen für Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes vom 20. November 2007 Begebung: Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes werden im Tenderverfahren über die „Bietergruppe Bundesemissionen“ begeben. Für die Tenderverfahren gelten die „Verfahrensregeln für Tender bei der Begebung von Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes“. Emissionsvolumen: Das Gesamtvolumen einer Emission (Zuteilungsbetrag und Marktpflegebetrag) wird vom Bund jeweils nach Abschluss des Tenderverfahrens festgelegt. Der Bund behält sich vor, das Emissionsvolumen während der Laufzeit der Bundeswertpapiere durch Aufstockung weiter zu erhöhen. Nennbeträge: Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes haben eine Stückelung von 0,01 Euro und können in beliebigen Nennbeträgen gehandelt und übertragen werden. Nominalzinssatz, Laufzeit, Zinsberechnung: (1) Der Nominalzinssatz, die Laufzeit und der Zinslaufbeginn der Bundeswertpapiere ergeben sich aus der jeweiligen Tender-Ausschreibung. (2) Die Zinsen werden bei Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzanweisungen jährlich nachträglich gezahlt; bei Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes ergibt sich die Verzinsung als Differenz zwischen Nennwert und Kaufpreis. Die Verzinsung endet mit dem Ablauf des dem Fälligkeitstag vorhergehenden Tages; das gilt auch dann, wenn die Leistung nach § 193 BGB bewirkt wird. (3) Die Zinsen werden bei Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzanweisungen nach der taggenauen Zinsmethode act/365 bzw. act/366, bei Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes nach der Zinsmethode act/360 berechnet. Rückzahlung: Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes werden am festgelegten Fälligkeitstag zum Nennwert zurückgezahlt. Eine vorzeitige Kündigung ist ausgeschlossen. Tabelle6-4: Emissionsbedingungen von Bundeswertpapieren Und Tabelle 6-5 nennt zur Vervollständigung noch die Bundeswertpapiere, die sich vor allem an private Anleger richten.150 150 Entnommen aus http://www.bundeswertpapiere.de/fileadmin/Material_Deutsche_ Finanzagentur/PDF/Broschüren/Bundeswertpapiere_auf-einen-blick_farbig.pdf; abgefragt am 07.07.2010. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 397 6. Fremdfinanzierung398 Mindestauftrag Zinszahlung Zinsberechnungsmethode Laufzeit Rückzahlung Tagesanleihe 50 €. Keine Mindestbetragsgrenze bei Wiederanlagen von Zinsund Tilgungsleistungen aus dem Schuldbuch immer zum 31.12., Umwandlung in Anteile actual/360 unbefristet zum Tagespreis (Nennwert + Zinsen) Bundesschatzbriefe 50 €. 52 € im Direkterwerb bei der Finanzagentur Typ A: Jährlich Typ B: Zinsansammlung (Auszahlung der Zinsen mit Zinseszinsen bei Rückzahlung des Kapitals) actual/ actual Typ A: 6 Jahre Typ B: 7 Jahre Typ A zum Nennwert Typ B zum Rückzahlungswert (Nennwert + Zinsen) Finanzierungsschätze 500 € Abzinsung (Nennwert – Zinsen = Kaufpreis) 1 Jahr und 2 Jahre zum Nennwert Tabelle6-5: Bundeswertpapiere II 6.2.3 Beispiel: Kreditvertrag Es ist eine ganze Reihe von Kriterien zur Kategorisierung von Kreditverträgen denkbar. Dies könnten beispielsweise Fristigkeit, Besicherung, Kreditnehmer, Kreditgeber oder Tilgungsart sein. Mögliche Tilgungsvarianten hatte ich bereits in Kapitel 1 dargestellt (vgl. dort Abbildung 1-9). Ein Beispiel für einen Vertrag, bei dem Kreditnehmer ein Unternehmen und Kreditgeber ein Bankenkonsortium ist, enthält in Auszügen Tabelle 6-6: Kreditvertrag der Anonym GmbH Kreditnehmer: Anonym GmbH Kreditgeber: Bankenkonsortium Kreditart: Revolvierende Kreditlinie (1) und Darlehen (2) Kreditbetrag: 55.000.000 € (1) und 70.000.000 € (2) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 398 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 399 Zweck: (1) Ablösung bestehender Kreditlinien sowie Deckung weiteren Finanzierungsbedarfs (2) Ablösung bestehender Darlehen Kreditlaufzeit: 31.12.2014 (1) und 31.12.2018 (2) Inanspruchnahme: Die Kreditinanspruchnahme ist während der Laufzeit des Vertrags jederzeit, jedoch nur innerhalb des gewährten Kreditrahmens möglich. Rückzahlung: (1) Die Rückzahlung einer jeden Tranche erfolgt am Ende der für sie geltenden Zinsperiode, jedoch spätestens am 30.12.2014. Zurückgezahlte Tranchen können während der Laufzeit gemäß den Bestimmungen des Kreditvertrages, soweit die Kreditlinie nicht gekündigt ist, erneut in Anspruch genommen werden. (2) Die Rückzahlung des Kredites erfolgt so: 2012–2018: je 2 Halbjahresraten in Höhe von je 5.000.000 € Pflichtsondertilgungen: Pflichtsondertilgungen haben zu erfolgen bei Mittelzuflüssen aus: a) ganzer oder teilweiser Veräußerung bzw. Börseneinführung b) Verkauf von Aktiva ab einem noch zu bestimmenden Verkaufserlös; und zwar aus dem Teil des Verkaufserlöses, der nicht innerhalb von 180 Tagen in betriebsnotwendige Aktiva reinvestiert wird. c) Geldaufnahme z. B. durch eine Unternehmensanleihe d) Zudem sind 75% des sog. Free Cashflows (nach den o.g. Tilgungen) als Pflichttilgung zu verwenden. Zinsmarge: Die Zinsmarge ist abhängig von der jeweiligen Verschuldung der Anonym GmbH. Die Berechnung erfolgt auf Basis des Verhältnisses der Net Debt151 zu EBITDA gemäß folgender Tabelle: Stufe Net Debt/EBITDA Zinsmarge I >= 3,00 150 Basispunkte II >= 2,50 < 3,00 125 Basispunkte III >= 2,00 < 2,50 100 Basispunkte IV >= 1,50 < 2,00 75 Basispunkte V >= 1,00 < 1,50 50 Basispunkte VI < 1,00 25 Basispunkte Bei Vorliegen eines Kündigungsgrundes erhöht sich die Marge um 200 Basispunkte. Zinssatz: Die Summe aus der Marge zuzüglich des EURIBOR für wahlweise, 1, 2, 3 Monate (nur für Fazilität 1) und 6 Monate (für Fazilität 2) Laufzeit. Die Zinsperioden über 7 Tage und 14 Tage sind auf jeweils zwei pro Monat beschränkt. Eine Zinsperiode von über 6 Monaten bedarf der gesonderten Zustimmung der Banken. Die Zinsen berechnen sich nach der Anzahl der tatsächlich abgelaufenen Tage für ein Jahr von 360 Tagen und sind zahlbar am Ende der gewählten Zinsperiode. 151 Net Debt ist hier definiert als Finanzverbindlichkeiten (Verbindlichkeiten an Kreditinstituten, Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Gesellschafterdarlehen, Wechselverbindlichkeiten) abzüglich Kasse, Bankguthaben und festverzinslichen Wertpapieren. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 399 6. Fremdfinanzierung400 Bereitstellungsprovision: Die Höhe der Bereitstellungsprovision errechnet sich aus dem zugesagten, nicht in Anspruch genommenen und nicht gekündigten Kreditbetrag und ist zahlbar vierteljährlich nachträglich. Die Bereitstellungsprovision beträgt 50 % der jeweiligen Zinsmarge. Sicherheiten: Sicherungsübereignung von Maschinen und Anlagen Front End Fee: Einmalig ist eine Front End Fee in Höhe von 2% auf den Kreditbetrag fällig, zahlbar bei Vertragsunterzeichnung. Verwaltungsprovision: Wird zwischen der als Agent fungierenden Bank und dem Kreditnehmer gemäß separater Vereinbarung festgesetzt. Tabelle6-6: Kreditvertrag – wesentliche Vereinbarungen Was fällt an diesem Vertrag auf? Zunächst einmal handelt sich um zwei Kredite. Denn zum einen hat der Vertrag ein „klassisches“ Bankdarlehen mit festem Tilgungsplan zum Inhalt. Zum anderen wird eine revolvierende Kreditlinie vereinbart, die das kreditnehmende Unternehmen innerhalb einer bestimmten Laufzeit mehrfach in Anspruch nehmen kann. Des Weiteren fällt auf, dass das Bankenkonsortium dem Engagement ein nicht unerhebliches Risiko beimisst, das sich neben der Festsetzung eines Risikozuschlags und der Vereinbarung von Sachsicherheiten auch in den sog. Pflichtsondertilgungen äußert. Letztere sind – etwas verallgemeinernd interpretiert – so definiert, dass jedweder freie Zahlungsüberschuss zur Tilgung des Darlehens eingesetzt werden muss. Eine solche Vereinbarung wird im Fachjargon auch Cash-Sweep-Klausel genannt. Wir werden uns später noch einmal mit diesem Kreditvertrag zuwenden (Abschnitt 6.6.4). Da im Absatz zum Zinssatz zwischen verschieden langen Zinsberechnungsintervallen (Zinsperioden) unterschieden wird, wollen wir hier nur ein Detail zur Zinsberechnung ansprechen. Grundsätzlich können – blendet man stetige Verzinsungen aus – Zinsperioden Tage, Wochen, Monate, Quartale, Halbjahre oder ganze Jahre umfassen. Geht man z.B. von einem Zinssatz i von 8 % p.a. aus und unterstellt Zinsperioden von einem Tag bei einer anteiligen Verzinsung von = 365tgl i i beträgt der Zins auf Tagesbasis: = = 8 % 365 0,022 %tgli Der effektive Jahreszins bei tagesgenauer Verzinsung ist dann ( )= + − =3651 0,022 % 1 8,33 %effi und übersteigt somit aufgrund der Zinseszinseffekte die 8 %. Analog könnte man auf Basis der im Vertrag genannten Zinsperioden von mehreren Tagen oder Monaten vorgehen. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 400 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 401 Excel-Tipp 50: Funktion EDATUM Mithilfe der Funktion EDATUM lassen sich ausgehend von einem „Ausgangsdatum“ in zu definierenden Intervallen (Anzahl der Zwischen-„Monate“) Folgetermine, z.B. die nächsten Zinszahlungstermine bei einem Kredit, bestimmen. Die Syntax lautet also: EDATUM(Ausgangsdatum;Monate). 6.2.4 Beispiel: Unternehmensanleihe Als Beispiel für eine Unternehmensanleihe diene die der Fraport AG. Ausgegeben wurde sie am 10.09.2009 zu einem Kurs von 99,83 %, der Kupon beträgt 5,25 % und die Laufzeit sind 10 Jahre. Der Kursfestsetzung voraus ging die sog. Offer period, in der anhand der Rückmeldungen der Investoren ein Renditeaufschlag (pricing spread, vgl. den Absatz „Method of determination …“ in Tabelle 6-7) auf den Referenzzins ermittelt wird. Dann wird der Kuponzinssatz, der in 1/8-Prozentschritten festgelegt werden kann, bestimmt, der aufgrund der genannten Prozentschritte nur zufällig exakt der ermittelten Rendite entspricht. Daher ist der Ausgabekurs entsprechend anzupassen. Diese und weitere Informationen sind in Tabelle 6-7 zusammengestellt. Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide (Issuer) 5.25 % Notes due 2019 (XS0447977801) Number of Notes: 800,000 Notes with a nominal value of € 1,000 each Issue Price: 99,832 % of the Aggregate Principal Amount Net proceeds before deduction of total expenses: € 795,856,000 Underwriting commission: 0.35% of the Aggregate Principal Amount Yield: 5.272% per annum Total Expenses of the Issue: € 55,00 Joint Lead Managers: Deutsche Bank AG, London Branch; DZ Bank AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main; Commerzbank Aktiengesellschaft; Landesbank Baden-Württemberg Issue Date: 10 September 2009 Interest: The Notes will bear interest from and including 10 September 2009 to, but excluding, 10 September 2019 at a rate of 5.25% per annum, payable annually in arrear on 10 September in each year, commencing on 10 September 2010. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 401 6. Fremdfinanzierung402 Events of Default: The Notes will provide for events of default entitling Holders to demand immediate redemption of the Notes … Cross Default: The Conditions of Issue do not contain a cross default clause in relation to non-payment of indebtedness. Offer Period and determination of Pricing Details: The Notes will be offered to investors by the Joint Lead Managers during an offer period which will commence on 25 August 2009 and will be open for until two days prior to the Issue Date. The offer period may be shortened which will be published in the Pricing Notice (as defined below). Subject to market conditions, the Issue Date may be postponed up to two weeks … During the offer period, investors may submit orders to the Joint Lead Managers. On the basis of the orders received by the Joint Lead Managers the issue price, the rate of interest, the number of notes to be issued, the aggregate nominal amount, the commissions, the yield and the expenses of the issue will be determined on the pricing date which is expected to be on or about 3 September 2009 which will be communicated to investors … Method of determination of the Issue Price and the Rate of Interest: The Rate of Interest and the Issue Price for the Notes will be determined at the time of pricing on the basis of a yield which is determined by adding a credit spread to the level of the Midswaps at the time of pricing. The pricing spread will be determined on the basis of the orders of the investors which are received by the Joint Lead Managers during the offer period. The level of the Midswaps will be determined as the average yield of the bid and ask prices of Interest-Swap Transactions (“Midswaps”) with a maturity similar to the maturity of the Notes shown on the Reuters page ICAPEURO or on any other screen page which is conventionally used to price Eurobond transactions at the time of pricing. The resulting yield will be used to determine an Issue Price (which is expected to be less than par) and a Rate of Interest (which is expected to be a percentage figure which can be evenly divided by 1/8 of a full percent. and which will be correspondingly higher if a higher Issue Price is determined and which will be correspondingly lower if a lower Issue Price is determined), all to correspond to the yield which reflects the level of the Midswaps and the pricing spread … Tabelle6-7: Auszüge aus dem Emissionsprospekt der Fraport-Anleihe152 Um die genannte Yield oder Yield to Maturity (YTM), also die Rendite von 5,272 %, nachzurechnen, modellieren wir zunächst den durch die Anleihe generierten Zahlungsstrom und wenden dann die Methoden IKV und RENDITE ein. Wir können die im Prospekt genannte Rendite bestätigen. Die (ein wenig kommentierte) Syntax der Funktion RENDITE ist: RENDITE(Abrechnung(stag); Fälligkeit; (Kupon)Zins; Kurs; Rückzahlung (in %); Häufigkeit (der Zinszahlungen pro Jahr); Basis (Zinstagezählung)). 152 Entnommen aus Fraport (2009), Pricing Notice dated 3 September 2009, S. 1–7, 69–70. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 402 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 403 9 10 11 12 13 14 15 16 17 K L M N O P Q R S T U V W 10.09. 2009 10.09. 2010 10.09. 2011 10.09. 2012 10.09. 2013 10.09. 2014 10.09. 2015 10.09. 2016 10.09. 2017 10.09. 2018 10.09. 2019 -998,32 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 =Kupon*Betrag 1000,0 =Betrag -998,32 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 52,5 1053 =SUMME(V10:V12) YTM 5,27205% =IKV(L13:V13) YTM 5,27205% =RENDITE(L9;V9;Kupon;Kurs*100;100;1) YTM* 5,26902% =XINTZINSFUSS(L13:V13;L9:V9) 365 365 366 365 365 365 366 365 365 365 =V9-U9 Die YTM, auch Effektivzins genannt, ist also nichts anderes als der interne Zinsfuß (IRR) der Zahlungsreihe, die mit einer Auszahlung in Höhe des Kurses beginnt und in der Folge aus den Kuponzahlungen und der Rückzahlung bei Fälligkeit besteht. In Zeile 16 haben wir auf Basis der Funktion XINTZINSFUSS die Rendite taggenau berechnet. Dass es eine leichte Abweichung gibt, liegt daran, dass innerhalb der Laufzeit der Anleihe zwei Schaltjahre, also längere Zeiträume bei deswegen nicht höherer Zinszahlung, liegen, die die Rendite mindern (O17, S17). Hervorzuheben ist, dass diese YTM eine versprochene Rendite ist, die einschlägige englischsprachige Literatur spricht denn auch von der „promised yield“. Ein Versprechen ist diese Rendite deshalb, weil sie auf der Annahme einer vertragskonformen Bedienung der Anleihegläubiger ausgeht und insofern das Ausfallrisiko nicht abbildet. Wir werden in Abschnitt 6.6.2 eine Modellierung vornehmen, die diese Lücke schließt. Die Anleihe wird nun seit einigen Monaten gehandelt. Nachfolgende Abbildung stellt Kurs- und (darauf basierende) YTM-Entwicklung gegenüber. Die Berechnung der YTM erfolgte anhand der RENDITE-Funktion. Klar ist, dass 3,0% 3,5% 4,0% 4,5% 5,0% 5,5% 6,0% 60 65 70 75 80 85 90 95 100 105 110 09.09.2009 09.11.2009 09.01.2010 11.03.2010 11.05.2010 Kurs Fraportanleihe YTM Fraportanleihe Abbildung6-3: Kurs und Rendite der Fraport-Anleihe Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 403 6. Fremdfinanzierung404 der Zusammenhang zwischen Kurs und Rendite invers ist: Je niedriger der Kurs, desto höher die Rendite. Ein technisches Detail noch: Die Kurse – hier haben wir auf die gebotenen Kurse (Geldkurs, bid price) am Handelstag (Schlusskurs, last price) zurückgegriffen – werden an den Märkten regelmäßig als Clean Prices quotiert. Wodurch könnten die Preise verunreinigt werden? Durch die sog. Stückzinsen, die ein Investor, der eine Anleihe innerhalb der Zinsperiode kauft, dem Verkäufer bezahlen muss, da letzterer sich diese durch das Halten der Anleihe seit dem letzten Zinstermin verdient hat. Der sog. Dirty Price ist demnach die Summe aus Clean Price und Stückzinsen. Das Attribut „Dirty“ ist missverständlich, da der Dirty Price der Marktpreis ist, den ein Käufer eben zahlen muss. Wenn man effiziente Preisbildung auf dem Anleihemarkt unterstellt, entspricht der Dirty Price dem Barwert der erwarteten Zinszahlungen und der erwarteten Rückzahlung bei Fälligkeit. Bei unserer Berechnung der Rendite der Fraport-Anleihe bestand kein Anlass zur Korrektur von Stückzinsen, da wir beginnend mit der Emission am 10.09.2009 ausschließlich mit ganzen Jahren gerechnet haben. Im Übrigen ist beim Einsatz der Funktion RENDITE keine weitere Abbildung der Stückzinsen erforderlich, da die Funktion die Stückzinsen bereits in die Berechnung einfließen lässt. Excel hält darüber hinaus die Funktionen AUFGELZINS und AUFGELZINSF bereit, die mit der Berechnung von Stückzinsen zu tun haben. So kann man mit der ersten Methode die kumulierten Stückzinsen berechnen. Allerdings kumuliert diese Funktion dann ohne weiteres Zutun über die gesamte Laufzeit, startet also die Zinsberechnung nicht nach jedem Zinstermin neu. AUFGELZINSF berechnet die Stückzinsen bis zu einem zu benennenden Fälligkeitstermin, kann also z.B. die Stückzinsen einer Nullkuponanleihe berechnen. Besser geeignet scheint mir die Funktion ZINSTERMTAGVA mit der Syntax ZINSTERMTAGVA(Abrechnung; Fälligkeit; Häufigkeit; Basis), die – wie wir oben bereits besprochen hatten – die Tage seit dem letzten Zinstermin zählt. Die Stückzinsen (SZ) folgen bei jährlicher Zinszahlung dann aus: = ⋅ ⋅ Tage seit Zinstermin 100 Zinssatz p. a. 365 bzw. 366 SZ Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 404 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 405 Einige Paragraphen der Anleihebedingungen listet Tabelle 6-8 auf. Die Anleihe ist unbesichert und nicht nachrangig. Sie ist gleichrangig zu allen anderen Verbindlichkeiten dieser Kategorie (Pari-passu-Klausel). Die sog. Negativverpflichtung (Negative pledge) regelt, dass anderen Kapitalmarktverbindlichkeiten keine Sicherheiten zugeordnet werden dürfen. Neben den Kündigungsgründen wird auch die Zinszahlung geregelt; Absatz 4 nimmt dabei Bezug auf die tatsächliche (actual) Anzahl von Zinstagen. §2: Status und Negativverpflichtung (1) Status: Die Schuldverschreibungen begründen nicht besicherte und nicht nachrangige Verbindlichkeiten der Emittentin, die untereinander und mit allen anderen nicht besicherten und nicht nachrangigen Verbindlichkeiten der Emittentin gleichrangig sind, soweit diesen Verbindlichkeiten nicht durch zwingende gesetzliche Bestimmungen ein Vorrang eingeräumt wird. (2) Negativverpflichtung: Die Emittentin verpflichtet sich, solange Schuldverschreibungen ausstehen, jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem alle Beträge an Kapital und Zinsen der Hauptzahlstelle zur Verfügung gestellt worden sind, keine Grund- und Mobiliarpfandrechte, sonstige Pfandrechte oder dingliche Sicherheiten oder sonstige Sicherungsrechte (jedes ein „Sicherungsrecht“) in Bezug auf ihr gesamtes Vermögen oder Teile davon zur Sicherung von anderen Kapitalmarktverbindlichkeiten (wie nachstehend definiert) zu gewähren, ohne gleichzeitig die Gläubiger gleichrangig an einem solchen Sicherungsrecht zu beteiligen oder ihnen ein gleichwertiges Sicherungsrecht zu gewähren; diese Verpflichtung gilt jedoch nicht für zum Zeitpunkt des Erwerbs von Vermögenswerten durch die Emittentin bereits an solchen Vermögenswerten bestehende Sicherungsrechte, soweit solche Sicherungsrechte nicht im Zusammenhang mit dem Erwerb oder in Erwartung des Erwerbs des jeweiligen Vermögenswerts bestellt wurden und der durch das Sicherungsrecht besicherte Betrag nicht nach Erwerb des betreffenden Vermögenswertes erhöht wird. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 405 6. Fremdfinanzierung406 §3: Zinsen (1) Zinssatz und Zinszahlungstage: Die Schuldverschreibungen werden bezogen auf ihren Nennbetrag verzinst, und zwar vom 10. September 2009 (einschließlich) bis zum Fälligkeitstag (wie in §5 Absatz (1) definiert) (ausschließlich) mit jährlich 5,25 %. Die Zinsen sind nachträglich am 10. September eines jeden Jahres zahlbar (jeweils ein „Zinszahlungstag“). Die erste Zinszahlung erfolgt am 10. September 2010. (2) Auflaufende Zinsen: Falls die Emittentin die Schuldverschreibungen bei Fälligkeit nicht einlöst, erfolgt die Verzinsung der Schuldverschreibungen vom Tag der Fälligkeit bis zum Tag der tatsächlichen Rückzahlung der Schuldverschreibungen in Höhe des gesetzlich festgelegten Satzes für Verzugszinsen. Der gesetzliche Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem von der Deutsche Bundesbank von Zeit zu Zeit veröffentlichten Basiszinssatz, §§288 Absatz 1, 247 Absatz 1 BGB. (3) Berechnung der Zinsen für Teile von Zeiträumen: Sofern Zinsen für einen Zeitraum von weniger als einem Jahr zu berechnen sind, erfolgt die Berechnung auf der Grundlage des Zinstagequotienten (wie nachstehend definiert). (4) Zinstagequotient: „Zinstagequotient“ bezeichnet im Hinblick auf die Berechnung eines Zinsbetrages auf eine Schuldverschreibung für einen beliebigen Zeitraum (der „Zinsberechnungszeitraum“) die tatsächliche Anzahl von Tagen im Zinsberechnungszeitraum, dividiert durch die tatsächliche Anzahl von Tagen in der jeweiligen Zinsperiode. §9: Kündigung (1) Kündigungsgründe: Jeder Gläubiger ist berechtigt, seine Schuldverschreibung zu kündigen und deren sofortige Rückzahlung zu ihrem Nennbetrag zuzüglich (etwaiger) bis zum Tage der Rückzahlung aufgelaufener Zinsen zu verlangen, falls: (a) Nichtzahlung: die Emittentin Kapital oder Zinsen oder sonstige auf die Schuldverschreibungen zahlbaren Beträge nicht innerhalb von 30 Tagen nach dem betreffenden Fälligkeitsdatum zahlt; oder (b) Verletzung einer sonstigen Verpflichtung: die Emittentin die ordnungsgemäße Erfüllung einer anderen Verpflichtung aus den Schuldverschreibungen unterlässt und diese Unterlassung länger als 30 Tage fortdauert, nachdem die Hauptzahlstelle hierüber eine Benachrichtigung von einem Gläubiger erhalten hat; oder (c) Zahlungseinstellung: die Emittentin ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt gibt oder ihre Zahlungen allgemein einstellt; oder (d) Insolvenz u.ä.: ein Gericht ein Insolvenzverfahren gegen die Emittentin eröffnet, oder die Emittentin ein solches Verfahren einleitet oder beantragt oder eine allgemeine Schuldenregelung zu Gunsten ihrer Gläubiger anbietet oder trifft, oder ein Dritter ein Insolvenzverfahren gegen die Emittentin beantragt und ein solches Verfahren nicht innerhalb einer Frist von 60 Tagen aufgehoben oder ausgesetzt worden ist; oder Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 406 6.2 Instrumente der Fremdfinanzierung 407 (e) Liquidation: die Emittentin in Liquidation geht (es sei denn, dies geschieht im Zusammenhang mit einer Verschmelzung oder einer anderen Form des Zusammenschlusses mit einer anderen Gesellschaft oder im Zusammenhang mit einer Umwandlung, sofern die andere oder neue Gesellschaft oder gegebenenfalls die anderen neuen Gesellschaften im Wesentlichen alle Aktiva und Passiva der Emittentin übernimmt oder übernehmen); oder Das Kündigungsrecht erlischt, falls der Kündigungsgrund vor Ausübung des Rechts geheilt wurde. Tabelle6-8: Auszüge aus den Anleihebedingungen der Fraport-Anleihe153 6.2.5 Beispiel: Finanzschulden Siemens AG Zum Abschluss unseres Streifzugs durch die Spielarten der verzinslichen Fremdfinanzierung stellen wir in Tabelle 6-9 die Finanzverbindlichkeiten des Siemens-Konzerns gemäß Geschäftsbericht 2009 zusammen, um zu zeigen, wieviele verschiedene Fremdkapitalinstrumente ein großes Industrieunternehmen einsetzt. Wir treffen hier eine ganze Reihe der in Tabelle 6-3 und Tabelle 6-5 gelisteten Instrumente wieder. Betrag (Mrd.) nicht gezogen Währung Zinssatz Fälligkeit Commercial-Paper Programm 0,34 5,76 EUR Commercial-Papers 0,34 EUR 0,210% – 0,230% <90 Tage Anleihen und Schuldverschreibungen 16,63 6,20 EUR Euro Medium-Term-Notes 8,80 6,20 EUR USD LIBOR + 0,150% 2006/2012 USD-Anleihe 0,50 USD LIBOR + 0,150 % 01.03.2012 5,625% 2006/2016 USD-Anleihe 0,50 USD 5,625% 01.03.2016 5,250 % 2008/2011 EUR Medium Term Note 1,55 EUR 5,250 % 12.12.2011 5,375 % 2008/2014 EUR Medium Term Note 1,00 EUR 5,375 % 11.06.2014 5,625% 2008/2018 EUR Medium Term Note 1,60 EUR 5,625% 11.06.2018 4,125% 2009/2013 EUR Medium Term Note 2,00 EUR 4,125% 20.02.2013 5,125 % 2009/2017 EUR Medium Term Note 2,00 EUR 5,125 % 20.02.2017 153 Entnommen aus Fraport (2009), Pricing Notice dated 3 September 2009, S. 52–54, 59–60. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 407 6. Fremdfinanzierung408 Betrag (Mrd.) nicht gezogen Währung Zinssatz Fälligkeit USD Medium-Term- Notes 4,25 0,00 USD (Rückkauf jederzeit möglich) 5,500 % 2006/2012 USD- Anleihe 0,75 USD 5,500 % 16.02.2012 5,750 % 2006/2016 USD- Anleihe 1,75 USD 5,750 % 17.10.2016 6,125 % 2006/2026 USD- Anleihe 1,75 USD 6,125 % 17.08.2026 Hybridschuldverschreibung 1,58 0,00 EUR 5,250 % 2006/2066 EUR- Anleihe 0,90 EUR (ab 2016 variabel) 5,250 % 14.09.2066 6,125 % 2006/2066 GBP- Anleihe 0,75 GBP (ab 2016 variabel) 6,125 % 14.09.2066 Euro-Schuldverschreibungen 2,00 0,00 EUR 5,750% €-Anleihe 2001/2011 2,00 EUR 5,750 % 01.07.2011 Schuldscheindarlehen 1,10 0,00 EUR Tranche 1 0,37 EUR EURIBOR + 0,550% 12.06.2013 Tranche 2 0,11 EUR 5,283 % 12.06.2013 Tranche 3 0,28 EUR EURIBOR + 0,700 % 12.06.2015 Tranche 4 0,33 EUR 5,435 % 12.06.2015 Kreditfazilitäten 1,00 8,45 USD 0,004 Mrd./Jahr revolvierende Kreditlinie 0,00 5,00 USD 01.03.2012 Kreditlinie 1,00 USD 01.08.2013 davon Kredit 1,00 USD LIBOR + 0,150 % 01.08.2013 davon revolvierende Kreditlinie 0,00 3,00 USD 01.08.2013 revolvierende Kreditlinie 0,00 0,45 USD 01.09.2012 Tabelle6-9: Finanzverbindlichkeiten von Siemens 2009154 154 Siemens Geschäftsbericht (2009), S. 175–178. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 408 6.3 Marktdaten 409 6.3 Marktdaten 6.3.1 Volumina Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements BIS) zeigen, wie sich der Markt an börsennotierten Fremdkapitaltiteln in Deutschland aufteilt zwischen Bundeswertpapieren, Bankschuldverschreibungen und Unternehmensanleihen.155 Deutlich wird, dass Unternehmensanleihen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Allerdings ist bei diesen Daten (und auch bei einer ähnlichen Datenreihe der Deutschen Bundesbank) unklar, ob die von ausländischen Finanzierungstöchtern inländischer Unternehmen begebenen Anleihen vollständig enthalten sind. Ende 2009 sind laut BIS Unternehmensanleihen mit einem Volumen von 345 Mrd. $ im Vergleich zu 25 Mrd. $ im Jahr 2000 notiert. Bemerkenswert ist dabei auch, dass von 2007 bis 2009 ein Anstieg stattgefunden hat von 190 auf 345 Mrd. $. Diese könnte mit der häufig beklagten, finanzkrisenbedingten Kreditklemme zusammenhängen, welche die Unternehmen dazu veranlasst haben könnte, Fremdkapital mehr über Anleihen als über Kredite aufzunehmen.156 Einen Rückgang der ausgereichten Kredite zeigt der nachfolgende Datensatz 155 Quellen: BIS-Statistik abgefragt am 02.07.2010; http://www.bis.org/qcsv/anx16a.csv; http://www.bis.org/qcsv/anx16b.csv. 156 Auf Anleihen ausgerichtete Handelssegmente, wie sie beispielsweise die Börsen Stuttgart, München und Düsseldorf eingerichtet haben, können die Emission bzw. den Handel von bzw. mit Unternehmensanleihen unterstützen. 1.548 914 345 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 Governments (D) Financial institutions (D) Corporate issuers (D) Abbildung6-4: Börsennotierte Fremdkapitaltitel (Mrd. $) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 409

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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management