Content

Michael Salcher, Susanne Kuhn, Dominik Eckstein, 19.1 Einleitung in:

Jochen Drukarczyk, Dietmar Ernst (Ed.)

Branchenorientierte Unternehmensbewertung, page 457 - 458

3. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3654-9, ISBN online: 978-3-8006-4464-3, https://doi.org/10.15358/9783800644643_457

Bibliographic information
19 Bewertung von Logistikdienstleistern Von Michael Salcher, Susanne Kuhn, Dominik Eckstein* 19.1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 19.2 Abgrenzung von Logistikdienstleistungsunternehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 19.2.1 Logistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 19.2.2 Abgrenzungsmerkmale logistischer Dienstleistungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 19.2.2.1 Leistungsspektrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 19.2.2.2 Wertschöpfungsintegration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 450 19.2.2.3 Kapitalintensität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 451 19.2.3 Einteilung von Logistikdienstleister. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 452 19.2.3.1 Transportdienstleister. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 452 19.2.3.2 Speditionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 452 19.2.3.3 Systemdienstleister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453 19.2.3.4 Netzwerkintegratoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 454 19.2.4 Zusammenfassung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 455 19.3 Marktumfeld und Trends der Logistikbranche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 455 19.3.1 Markt für Logistikdienstleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 455 19.3.2 Trends in der Logistikbranche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457 19.4 Bewertung von Logistikdienstleister auf Basis von ertragswertorientierten Verfahren . . . . 458 19.4.1 Grundgedanke der überschussorientierten Bewertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458 19.4.2 Arten überschussorientierter Bewertungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 458 19.4.3 Branchenbedingte Charakteristika der abgeleiteten Zahlungsüberschüsse. . . . . . . . . . . 459 19.4.3.1 Operationalisierung von wertbestimmenden Faktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 459 19.4.3.2 Abbildung finanzwirtschaftlicher Werttreiber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 461 19.4.4 Branchenbedingte Kapitalkostenermittlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 466 19.4.5 Bewertung und bilanzielle Abbildung von Unternehmenskäufen in der Praxis. . . . . . . 469 19.4.5.1 Unternehmensbewertung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 469 19.4.5.2 Bilanzielle Abbildung von Unternehmenskäufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 469 19.5 Bewertung von Logistikdienstleister auf Basis von marktorientierten Verfahren. . . . . . . . . 472 19.5.1 Charakteristika der marktorientierten Bewertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 472 19.5.2 Durchführung der Bewertung mittels Multiplikatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 472 19.5.3 Kritische Würdigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 474 19.6 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 474 19.7 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 475 * Michael Salcher, Susanne Kuhn, Dominik Eckstein, Bereich Corporate Finance, KPMG AG. Michael Salcher448 19.1 Einleitung Logistikdienstleister befinden sich im Wandel. Globale Produktionsnetzwerke, Beschaffungs- und Distributionsstrukturen sowie die stetige Weiterentwicklung von Information- und Kommunikationstechnologien führten zu einer stetig zunehmenden Bedeutung von Logistikaktivitäten. Gleichzeitig machten die konjunkturellen Entwicklungen der Jahre 2008 und 2009 die immense Abhängigkeit der Logistikbranche von insbesondere internationalen Güter- und Warenströmen deutlich. Die Logistikbranche ist einer der Industriebereiche, die unter der Finanz- und Wirtschaftskrise am meisten litten. Der Markt für Logistikdienstleistungen entwickelte sich dynamisch und forderte kontinuierliche Anpassungen der Marktteilnehmer. Transportdienstleister und Speditionen erbringen klassische Logistikdienstleistungen wie Transport, Umschlag und Lagerung (kurz „TUL“). Sie konzentrieren sich auf den reinen Gütertransport oder erweitern ihr Leistungsangebot mit umfangreichen Mehrwertleistungen. Durch die zunehmende Integration in innerbetriebliche Prozesse von Unternehmen entwickeln sich Logistikdienstleister auch zu Systemdienstleistern, koordinieren logistische Aktivitäten oder übernehmen das Management ganzer Logistiknetzwerke. Nicht nur durch die EU-Osterweiterung und die Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte nahm in Europa die Anzahl an Übernahmen von Logistikdienstleistern in den vergangenen Jahren stetig zu. Auch Marktbereinigungen, Größenüberlegungen und sonstige strategische Überlegungen führten zu einer Zunahme von M&A-Aktivitäten. Allein im Zeitraum 07/2007 bis 03/2009 konnten 27 Transaktionen beobachtet werden, die ein durchschnittliches Transaktionsvolumen von über € 300 Mio. aufwiesen.1 Viele Anlässe erfordern die Bewertung von Logistikdienstleistern: Nicht nur strategische Unternehmenserwerbe, Verkäufe und Übernahmen, auch Restrukturierungen, Notverkäufe, Steuerungssysteme und rechnungslegungsorientierte Anlässe veranlassen Unternehmen, Berater, Wirtschaftsprüfer und Gutachter sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Unternehmen dieser Branche sachgerecht zu bewerten sind. Die Abgrenzung zu verwandten Bereichen des Transportsektors wie Personentransportunternehmen, z.B. Fluglinien, Reedereien, Bahnunternehmen, oder Infrastrukturunternehmen wie Häfen und Flughäfen, ist noch relativ einfach. Sind Geschäftsmodelle von Logistikdienstleistern untereinander jedoch dazu noch relativ heterogen, so stellt sich bei Bewertungen im Allgemeinen die Frage nach geeigneten Vergleichsmaßstäben, z.B. in Form von Peer Groups. In den folgenden Ausführungen werden nach einer Charakterisierung des Sektors einige wichtige Themen der Planung und Bewertung von Logistikdienstleistungsunternehmen verdeutlicht, die in der Bewertungspraxis regelmäßig auftreten. Auch folgt auf dieser Basis eine Würdigung der Anwendbarkeit von Bewertungsverfahren für Unternehmen dieser Branche. 19.2 Abgrenzung von Logistikdienstleistungsunternehmen 19.2.1 Logistik In Wissenschaft und Praxis ist zu beobachten, dass der Begriff „ Logistik“ nicht eindeutig definiert ist. Nach Ansicht vieler Autoren ist der Begriff Logistik aus dem französischen Verb „loger“ (unterbringen, wohnen) abgeleitet, beziehungsweise „logis“ (Unterbringung), das von dem lateinischen „logistrare“ (vermieten, verpachten, unterbringen) stammt.2 Es steht im Zusammenhang mit der historischen Militär-Logistik, die in Kriegszeiten die Versorgung, Quartierung und den Transport der Truppen und ihrer Ausrüstung sicherstellte. 1 Die Daten beruhen auf einer unveröffentlichten KPMG Studie. Anzahl und Transaktionsvolumen beruhen auf Übernahmen, die zu dem Zeitpunkt der Erfassung eine ausreichende Datenbasis gewährleisteten und stehen nicht unter der Gewähr der Vollständigkeit. 2 Vgl. Arnold, D./Isermann, H./Kuhn, A./Tempelmeier, H. (2008), S. 4.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Beschäftigt man sich mit der Praxis der Unternehmensbewertung, so zeigt sich, dass hier zahlreiche Spezifika vorliegen, die vom Bewerter berücksichtigt werden müssen. Diese sind zum einen in Marktpotenzialen begründet, in Lebenszyklen, in potenziellen Synergieeffekten oder in Integrationsproblemen.

Eine detaillierte Branchenkenntnis und -analyse ist Basis einer fundierten Unternehmensplanung, die wiederum maßgeblich die Qualität der Unternehmensbewertung beeinflusst.

Es gehört also zum Selbstverständnis, dass sich der Bewerter intensiv mit entsprechenden Branchen sowie deren Besonderheiten beschäftigt.

Dieses Buch wird ihm dabei wertvolle Hilfe sein.

- zur Bewertung von Unternehmen sind Branchenkenntnisse notwendig

- neue Beiträge über die Bewertung von Brauereien und von Infrastrukturprojekten wie dem Eurotunnel

- das maßgebliche Werk zur branchenorientierten Bewertung von Unternehmen

"Die Beiträge sind sehr anschaulich … Das Werk und seine einzelnen Beiträge können jedem empfohlen werden, der sich mit Fragen der Unternehmensbewertung … beschäftigt."

Peter Bömelburg, Die Wirtschaftsprüfung 2/2009

Die einzelnen Beiträge folgen einem einheitlichen und praxisorientierten Grundgerüst:

- Charakterisierung der Branche

- Ermittlung der Plandaten der Unternehmensbewertung

- Branchenspezifische Ansätze der Unternehmensbewertung

- Praxisbeispiele.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jochen Drukarczyk war Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung an der Universität Regensburg. Er hat darüber hinaus zahlreiche Gastprofessuren in England, Frankreich, Österreich und Deutschland wahrgenommen. Seine bevorzugten Arbeitsgebiete sind Bewertung, Sanierung und Analyse institutioneller Regelungen auf Kreditmärkten.

Dr. Dr. Dietmar Ernst ist Professor für Corporate Finance an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen. Ferner ist er Direktor des Deutschen Instituts für Corporate Finance (DICF).

Für Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanzierung, Rechnungslegung und Controlling, für Experten in Kreditinstituten sowie für Unternehmens-, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.