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4.7 Anzahl der Aktionsparameter und Handeln gemäß den Vorteilskriterien in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 203 - 204

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_203

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166 Teil II: Steuerbilanzpolitik kommt es dann zu einem „Sprung“. Vor der Tarifsenkung ist anhand einer auf dem bisherigen Recht beruhenden Gleichwertigkeitskurve, nach der Tarifsenkung hingegen anhand einer auf dem neuen Recht basierenden vorzugehen. Zwischen dem letzten Jahr mit altem und dem ersten Jahr mit neuem Tarif ist dann der Abstand zwischen den einander gleichwertigen Einkommen größer als in den übrigen Jahren. 4.6.3 Tariferhöhungen Erfolgt eine Tariferhöhung, so ist es wiederum sinnvoll, zwischen den beiden aus dem letzten Gliederungspunkt bekannten Fällen zu unterscheiden, nämlich dem, dass vor und nach der Tarifsenkung lineare und dem, dass progressive Tarifverläufe eine Rolle spielen. Nachfolgend soll lediglich auf den ersten dieser beiden Fälle eingegangen werden. Im ersten Fall kann die Situation dann relativ leicht beurteilt werden, wenn sich die mögliche Steuerverlagerung nur in dem Jahr vor und in dem Jahr nach der Tariferhöhung auswirkt. Hier ist eine Steuerverlagerung dann vorteilhaft, wenn der durch die Steuerverschiebung erzielbare Nettozinseffekt größer ist als die im zweiten Jahr sich ergebende Steuermehrbelastung. Wesentlich schwieriger lässt sich der Vor- oder Nachteil einer Steuerverlagerung dann beurteilen, wenn sich die Steuerverlagerung in mehr als zwei Jahren auswirkt. Beispiel Eine GmbH hat im Rahmen der Gewinnermittlung für das Jahr 1 die Möglichkeit, eine Sonderabschreibung von 10 T€ vorzunehmen oder hierauf zu verzichten. Ende des Jahres 1 beschließt der Rat der Stadt, in der die X-GmbH ihren Sitz hat, den Gewerbesteuerhebesatz von 420 % auf 450 % zu erhöhen. Hier ist die Steuerersparnis im Falle einer Inanspruchnahme der Sonderabschreibung geringer als bei einem Verzicht auf eine derartige Maßnahme. Diesem Nachteil stehen Zinsvorteile während mehrerer Jahre gegenüber. Die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit einer Gewinnachverlagerung in Fällen der hier dargestellten Art dürfte regelmäßig nur mit Hilfe eines Steuerbarwertvergleichs möglich sein. Hierbei ist die Ermittlung des Differenzenbarwerts ausreichend. 4.7 Anzahl der Aktionsparameter und Handeln gemäß den Vorteilskriterien Es erhebt sich die Frage, ob die Einkommensverlagerungsmöglichkeiten (Aktionsparameter) so einfach überschaubar sind, dass ein Handeln gemäß den hier abgeleiteten Vorteilskriterien überhaupt sinnvoll erscheint. Das beinhaltet, dass der zu erwartende Planungsertrag den entsprechenden Planungsaufwand übertrifft. Zur Prüfung dieser Frage wird wiederum zwischen den beiden Fallgruppen unterschieden, dass die Vorteilhaftigkeit einer Einkommensverlagerung beurteilt werden kann 1. allein nach dem Nettozinssatz der Supplementinvestitionen, 2. anhand der zutreffenden Gleichwertigkeitsskala bzw. -kurve. 4 Barwertminimierung und Ersatzkriterien 167 Ist der Nettozinssatz Vorteilskriterium, so ist bei einem positiven Nettozinssatz die maximale Einkommensnachverlagerung zugleich die optimale Handlungsweise. Der Grund liegt darin, dass es hier stets nur darum geht, den niedrigstmöglichen Wert der Aktiva und den höchstmöglichen Wert der Passiva zu bestimmen. Bei der Bestimmung dieser Werte ergeben sich i. d. R. keine Ermittlungs-, sondern höchstens Rechtsprobleme. Derartige rechtliche Probleme beeinträchtigen aber die Steuerplanung dann nicht, wenn der Steuerpflichtige von zwei oder mehreren vertretbaren Rechtspositionen diejenige einnimmt, die die größte Einkommensnachverlagerung ermöglicht. Anders verhält es sich hingegen in der zweiten Fallgruppe. Optimale Steuerbilanzpolitik ist hier - wie in Gliederungspunkt 4.4 abgeleitet - nur in Ausnahmefällen identisch mit einer maximalen Einkommensnachverlagerung. Aus diesem Grunde muss darauf geachtet werden, dass nicht durch Einkommensverlagerungen vorteilhaftere Anpassungsmaßnahmen in späteren Zeiträumen verhindert werden. Es liegt die Annahme nahe, dass die Lösung des Problems mit den hier aufgezeigten Mitteln nur mit einem unangemessen großen Zeitaufwand möglich sei. Eine derartige Annahme geht aber i. d. R. fehl. In den meisten Fällen ist die Zahl der Aktionsparameter nämlich aus den nachfolgenden Gründen eng begrenzt und daher leicht übersehbar. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang zunächst, dass es sich im Allgemeinen um Steuerpflichtige handelt, die keine oder nur vergleichsweise kleine Betriebe besitzen. Groß- und Mittelbetriebe führen i. d. R. nicht über Jahre hinaus zu Einkünften innerhalb des Progressionsbereichs der Einkommensteuer. Im Normalfall dürften hier die Einkünfte in einem Plafond liegen, in Ausnahmefällen auch darunter, dann aber häufig in der Verlustzone. Wird davon ausgegangen, dass Anpassungen der Einkommen an Gleichwertigkeitsskalen bei Groß- und Mittelbetrieben i. d. R. nicht in Betracht kommen, so bleiben Steuerpflichtige übrig, die im Allgemeinen nur über eine eng begrenzte Zahl von Aktionsparametern verfügen. Das ist vor allem deshalb der Fall, weil ein großer Teil der im Zeitablauf entstehenden Aktionsparameter bereits durch in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen „verbraucht“ ist. Das gilt z. B. grundsätzlich für alle Aktionsparameter bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die bereits am letzten Bilanzstichtag zum Betriebsvermögen gehört haben. Ihr Wertansatz ist durch die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die voraussichtliche Nutzungsdauer und - falls ausnahmsweise Wahlmöglichkeiten bestehen - Absetzungsmethode bestimmt. Die Zahl der tatsächlich verfügbaren Aktionsparameter dürfte daher in aller Regel überschaubar sein. 4.8 Erbschaft- und schenkungsteuerliche Konsequenzen und Gesamtwirkungen Bisher sind ausschließlich ertragsteuerliche Folgen der Steuerbilanzpolitik betrachtet worden. Neben diesen können auch erbschaft- bzw. schenkungsteuerli-

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.