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1 Einführung in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Betriebliche Steuerpolitik, page 158 - 159

3. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3697-6, ISBN online: 978-3-8006-4432-2, https://doi.org/10.15358/9783800644322_158

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Teil II: Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik 1 Einführung Dieser Teil des Buches behandelt schwerpunktmäßig Probleme der Steuerbilanzpolitik. Hierbei handelt es sich um den Spezialfall der betrieblichen Steuerpolitik1, der sich mit der optimalen Gestaltung der Steuerbilanz beschäftigt2. Zur Beantwortung der hierbei auftretenden Fragen bedarf es der Kenntnis der für die Steuerbilanzpolitik verfügbaren Gestaltungsmöglichkeiten. Derartige Aktionsparameter der Steuerbilanzpolitik werden in Gliederungspunkt 2 behandelt. Im Rahmen der Steuerbilanzpolitik kommt es zu zeitlichen Gewinnverlagerungen und damit auch zu entsprechenden Einkommensverlagerungen. Zeitliche Einkommensverlagerungen kann es aber nicht nur im Rahmen der Steuerbilanzpolitik, vielmehr auch bei einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG sowie im Rahmen der Ermittlung anderer Einkünfte als der Gewinneinkünfte geben. Aktionsparameter einer derartigen zeitlichen Einkommensverlagerungspolitik werden in Gliederungspunkt 3 behandelt. Zur Durchführung steuerbilanzpolitischer Maßnahmen bedarf es nicht nur der Kenntnis einschlägiger Aktionsparameter, sondern auch der Zielfunktion, die der Steuerbilanzpolitik zugrunde liegt. Auf die Zielfunktion soll in Gliederungspunkt 4 eingegangen werden. Breiten Raum wird hierbei die Diskussion der Frage einnehmen, welche vereinfachenden Vorteilskriterien sich aus der für die Steuerbilanzpolitik allgemein gültigen Zielfunktion ableiten lassen. Auf Besonderheiten bei Verlusten soll in Gliederungspunkt 5 eingegangen werden. Anschließend sollen in Gliederungspunkt 6 spezielle Gestaltungsmaßnahmen einer Einlagen- und Entnahmenpolitik, mit deren Hilfe das steuerbilanzielle Ergebnis beeinflusst werden kann, behandelt werden. In dem abschließenden Gliederungspunkt 7 soll in äußerst knapper Form auf Zusammenhänge zwischen der Steuerbilanzpolitik einerseits und der Handelsbilanzpolitik andererseits eingegangen werden. 1 Zur Definition der betrieblichen Steuerpolitik s. Teil I, Gliederungspunkt 2.1. 2 Zur Definition der Steuerbilanzpolitik vgl. auch Dieckmann, K., Steuerbilanzpolitik, 1972, S. 66; Börner, D./Krawitz, N., Steuerbilanzpolitik, 1977, S. 38; Brönner, H./Bareis, P., Bilanz, 1991, I, Rn. 48; Marten, K.-U./Klopsch, E., Steuerbilanzpolitik, 1994, S. 1910; Hinz, M., Grundlagen, 1995, S. 63; Scheffler, W., Entwicklungsstand, 1998, S. 409; Winnefeld, R., Bilanz-HB, 2006, C, Rz. 690; Kußmaul, H., Steuerlehre, 2008, S. 135 ff. 2 Aktionsparameter der Steuerbilanzpolitik 2.1 Überblick Aktionsparameter der Steuerbilanzpolitik können sowohl bei der Bilanzierung als auch der Bewertung bestehen. Es gibt also Gestaltungsmöglichkeiten sowohl bei der Frage, was überhaupt in der Bilanz anzusetzen ist als auch bei derjenigen, welcher Wert den in der Bilanz anzusetzenden Posten beizumessen ist. Aktionsparameter der Steuerbilanzpolitik können sich sowohl aus Wahlrechten als auch aus Ermessensspielräumen ergeben3. Ein Wahlrecht besteht z. B. dann, wenn der Bilanzierende kraft ausdrücklicher gesetzlicher Regelung zusätzlich zu einer AfA nach § 7 Abs. 1 EStG eine Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG in Anspruch nehmen kann. Ein Ermessensspielraum ist z. B. regelmäßig bei der Schätzung der voraussichtlichen Nutzungsdauer einer Maschine für Abschreibungszwecke vorhanden. Ermessensspielräume bestehen auch in den Fällen, in denen zu einem bestimmten Problem die Rechtslage ungeklärt ist. Derartige Situationen sind keinesfalls selten. In diesen Fällen kann die Unternehmensleitung ihre steuerbilanzpolitischen Entscheidungen nicht hinausschieben, bis vielleicht in zwei, fünf oder zehn Jahren eine Klärung durch den Gesetzgeber oder den BFH herbeigeführt sein wird. Gehandelt, d. h. bilanziert und bewertet werden muss vielmehr jetzt. Rechtliche Überlegungen helfen somit in derartigen Entscheidungssituationen nicht weiter. Vielmehr liegt hier ein betriebswirtschaftliches Problem vor, und zwar handelt es sich um eine Entscheidung unter Unsicherheit. Bilanzierungs- und Bewertungsentscheidungen können aufgrund der Maßgeblichkeit in Handels- und Steuerbilanz häufig nur einheitlich getroffen werden4. Eine Entscheidung über steuerbilanzpolitische Aktionsparameter beinhaltet somit vielfach zugleich auch eine Entscheidung über handelsbilanzpolitische Aktionsparameter. 3 Zur Definition der steuerlichen Wahlrechte und Ermessensspielräume s. Teil I, Gliederungspunkt 2.1. Zur Charakterisierung von Wahlrechten und Ermessungsspielräumen im Rahmen der Bilanzpolitik vgl. auch Marettek, A., Ermessensspielräume, 1976, S. 515 ff.; Siegel, T., Wahlrecht, 1986, S. 416 ff.; Klein, H.-D., Konzernbilanzpolitik, 1989, S. 91 ff.; Küting, K./Weber, C.-P., Bilanzanalyse, 2006, S. 37 ff.; Winnefeld, R., Bilanz-HB, 2006, C, Rz. 693 ff.; Kußmaul, H., Steuerlehre, 2008, S. 139 ff. 4 Zur Maßgeblichkeit s. Schneeloch, D., Besteuerung, 2008, S. 208 f. sowie ergänzend z. B. Dziadkowski, D./Henselmann, K., in: Beck HdR, B 120; Herzig, N., in: HdR, 1995, I, Rn 194 ff.; Federmann, R., Bilanzierung, 2000, S. 182 ff., Bitz, M./Schneeloch, D./Wittstock, W., Jahresabschluß, 2003, S. 385 ff.; Schön, W., Steuerliche Maßgeblichkeit, 2005, § 1 ff.; Bareis, P., Maßgeblichkeit, 2008, S. 31 ff.

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References

Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Band 2 dieses zweibändigen Werkes behandelt die Steuerplanung aus der Sicht der einzelnen Unternehmen – das Kerngebiet der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre. Dabei geht es vor allem um methodische Grundlagen, die Steuerbilanzpolitik, die Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sowie um die steuerlichen Aspekte bei der Rechtsformwahl und beim Rechtsformwechsel. Die Neuauflage beruht auf dem im Sommer 2009 geltenden Rechtsstand. Berücksichtigt sind somit bereits die Anfang 2009 in kraft getretenen Erbschaftsteuerreform, das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz 2009 sowie das im Rahmen des Konjunkturpakets II erlassene Gesetz zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilität in Deutschland mit dem veränderten Einkommensteuertarif des Jahres 2010.

* Grundlegende Zusammenhänge und Instrumentarium der betrieblichen Steuerpolitik

* Steuerbilanzpolitik, sonstige zeitliche Einkommensverlagerungspolitik

* Berücksichtigung von Steuern im Rahmen von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen

* Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel

* Lösungen zu den Aufgaben

Das Buch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen, Angehörige steuerberatender Berufe, Unternehmensberater und Juristen.

Der Autor

Prof. Dr. Dieter Schneeloch, Steuerberater, ist o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen.