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Ausblick: Was sich im Fach so tut: Entwicklungstendenzen der Controlling-Schwerpunkte in Wissenschaft und Praxis in:

Ernst Troßmann

Controlling als Führungsfunktion, page 329 - 330

Eine Einführung in die Mechanismen betrieblicher Koordination

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4288-5, ISBN online: 978-3-8006-4289-2, https://doi.org/10.15358/9783800642892_329

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Was sich im Fach so tut: Ausblick: Entwicklungstendenzen der Controlling- Schwerpunkte in Wissenschaft und Praxis Auch Jahrzehnte nach der Bildung erster Controlling-Stellen in der Wirtschaftspraxis und Einrichtung der ersten Controlling-Lehrstühle an Universitäten ist Controlling nach wie vor ein betriebswirtschaftliches Modegebiet. Das bringt einerseits ein großes Interesse an diesem (schönen) Fach mit sich, andererseits aber auch immer wieder neue Versuche, unter seinem Namen Methoden anzuwenden und Strategien durchzusetzen, die mit einer seriösen Fachauffassung nicht immer in Einklang zu bringen sind. Nun ist es gerade im Controlling nicht ganz einfach, fachwissenschaftlich wertvolle Entwicklungen von bloßen effektheischenden Schlagwörtern, die bisweilen von einem kleineren Teil der auftragssuchenden Beraterpraxis stammen, auseinanderzuhalten. Denn auch durchaus wertvolle und weiterführende Ansätze werden im Controlling oft in einer allzu starken Wissenschaftsvermarktung und mit besonders klingenden Namen ins Gespräch gebracht. In der Vergangenheit sind zahlreiche Controlling-Themen zunächst eher marktschreierisch eingeführt worden, wurden dann aber fundiert behandelt und haben schließlich wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt gebracht – wenn auch nicht in dem „umwälzenden“ und „revolutionären“ Maße, wie das manche großspurige Neuheitsankündigung zunächst glauben machen wollten. Zu solchermaßen in den vergangenen Jahren in die Diskussion eingebrachten Themen gehören die Prozesskostenrechnung (das Activity Based Costing), das Target Costing, die Balanced Scorecard, das Business Reengineering, die wertorientierte Unternehmungsführung mit ihren typischen Steuerungskennzahlen, wie dem Shareholder Value, dem Economic Value Added oder dem Cash Value Added, die zugehörigen „Werttreiberbäume“ und das „Werttreibermanagement“, die Idee des Beyond Budgeting, der Customer- Value-Ansatz und vieles andere mehr. Die Wirkung solcher an Schlagwörtern orientierten Diskussion liegt sehr oft auch darin, dass die lösungssuchende Unternehmungspraxis, angeregt durch neue Namen und Erfolgsversprechungen, die angepriesene Methode mit gro- ßem Engagement einsetzt. Wo traditionelle Methoden skeptisch und zurückhaltend begleitet würden, ndet der „radikal neue“ und „umwälzende“ Ansatz durchsetzungsfreudige, vorbehaltlose Unterstützer und Förderer. Dies ist indessen für den praktisch tätigen Controller eine wertvolle Beobachtung. Sie weist ihn darauf hin, auf welche Weise ein (gutes) klassisches Instrument erfolgreich auch dort eingesetzt werden kann, wo ungünstige Vorurteile dies schwierig machen. Das Neue und Hilfreiche liegt in diesen Fällen weniger in der inhaltlichen Herangehensweise als in einer guten und treffenden neuen Umsetzungsgroße Aufmerksamkeit für das Controlling Nutzen für die Controllingarbeit 320 Ausblick idee. Dies aber muss ein Controller wissen und nutzen. Zur Erfüllung seiner Koordinationsaufgabe muss er nicht nur das geeignete Instrument nden, sondern auch einen brauchbaren Weg zu dessen Umsetzung und Akzeptanz. Der in der Beraterpraxis und umsetzungsorientierten Literatur vorherrschende „laute“ Teil des Controlling ist das eine. Das andere ist die wissenschaftliche Seite des Controlling, die sich eher unauffällig und in kleinen Schritten weiterentwickelt. Umwälzende große Erkenntnissprünge sind hier, ebenso wie in vergleichbaren anderen Gebieten, kaum zu erwarten, wohl aber die ständige Verbesserung und das weitere Ausfeilen des theoretischen Controlling-Wissens und der anwendungsorientierten Controlling-Instrumente. Forschungsgebiete mit großen Entwicklungsfortschritten sind beispielsweise die Ansätze zur Gestaltung von Anreizsystemen bei verschiedenen Anwendungskonstellationen, die adäquate, wirkungsvolle und fundierte Integration langfristiger Effekte in kurzfristig wirkende Instrumente sowie die Feinuntersuchung von Ansätzen zur wertorientierten Unternehmenssteuerung. Daneben wird der Anwendungsbereich eines wissenschaftlich fundierten Controlling zunehmend auf Branchen, Unternehmungstypen und Produktionen ausgedehnt, für die bis vor kurzem noch wenig Spezialanwendungswissen bestand. Controlling bleibt insgesamt eine lebendige, vielfältige und deshalb besonders interessante betriebswirtschaftliche Teildisziplin. wichtige Forschungsgebiete Resümee Der Ausblick in einem Satz: Controlling ist ein sehr wichtiges und zugleich sehr schönes Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre.

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Zusammenfassung

Koordination von Führungsprozessen

Dieses Buch gibt Ihnen eine grundlegende Einführung in das Controlling und seine Methoden. Dabei wird Controlling als eine Funktion der Führungsunterstützung verstanden: Controller sorgen dafür, dass Führungsprozesse in Unternehmen koordiniert verlaufen. "Controlling als Führungsfunktion" stellt dazu effektive Mechanismen vor. Zahlreiche Anwendungsbeispiele zeigen unmittelbar die Umsetzung in Unternehmen, beleuchten aber auch mögliche Fehlerquellen in der Praxis.

Aus dem Inhalt:

- Funktionsweise der Controlling-Werkzeuge

- Die Rolle des internen und externen Rechnungswesens

- Planungsmethoden und Planungssysteme aus Controlling-Sicht

- Die Kontrollfunktion im Controlling

- Zusammenhänge zwischen Controlling, interner Revision, internem Kontrollsystem und Compliance-Aufgaben

- Kennzahlen als universelles Standardinstrument im Controlling

- Führungsaspekte von Berichtssystemen

- Festlegung, Vorgabe und Kontrolle von Budgets

- Motivations- und Anreizsysteme

- Wertorientierte Unternehmenssteuerung

- Vergleich verschiedener Controlling-Philosophien

Über den Autor:

Prof. Dr. Ernst Troßmann leitet den Lehrstuhl Controlling an der Universität Hohenheim. Er vertritt eine gleichermaßen wissenschaftsbasierte und anwendungsorientierte Konzeption des Faches.