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1. Begriff und Aufgaben in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 651 - 652

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_651

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
III. Kapitalflussrechnung 639 Gewinn- und Verlust-Rechnung Jahr 1 Umsatzerlöse 600.000 Materialaufwand 300.000 Personalaufwand 230.000 Abschreibungen 20.000 Zinsaufwand 8.000 Steuern 16.800 Jahresüberschuss 25.200 Berechnen Sie eine Rentabilitätskennzahl und diskutieren Sie diese kurz. 7. Berechnen Sie eine Intensitätskennzahl und interpretieren Sie ihre Bedeutung. 8. Berechnen Sie das durchschnittliche Kundenziel in Tagen. III. Kapitalflussrechnung 1. Begriff und Aufgaben Die Kapitalflussrechnung stellt eine liquiditätsbezogene Zeitraumrechnung dar, die den Jahresabschluss ergänzt, bei der im Gegensatz zur zeitpunktbezogenen Bilanz nicht Bestände an Vermögen und Kapital, sondern Bestandsveränderungen bzw. die zugrunde liegenden Bewegungen (Umsätze) ausgewiesen werden. Während die Gewinn- und Verlustrechnung, bei der es sich ebenfalls um eine Zeitraumrechnung handelt, nur erfolgswirksame Vorgänge erfasst, beinhaltet die Kapitalflussrechnung auch die erfolgsunwirksamen Bewegungen, da die Auswahl der Vorgänge nach anderen Gesichtspunkten erfolgt. Die Kapitalflussrechnung bildet somit einen Teilbereich des liquiditätsorientierten Rechnungswesens (Finanzierungsrechnung22) und soll einen Einblick in die Finanzlage des Unternehmens gewähren, indem die Investitions- und Finanzierungsvorgänge und ihr Einfluss auf die Liquidität gezeigt werden.23 Die Bezeichnung von zeitraumbezogenen Bewegungsrechnungen erfolgt in der Literatur nicht einheitlich. Neben dem Begriff Kapitalflussrechnung werden vor allem noch Finanzflussrechnung, Zeitraumbilanz und Fondsrechnung verwendet. Teilweise finden diese Begriffe jedoch auch für spezielle Unterformen der Kapitalflussrechnung Verwendung. Im angelsächsischen Raum werden die Begriffe Funds Statement, Statement of Sources and Application of Funds, Statement of Changes in Financial Positions sowie Statement of Cashflows verwendet. In Frankreich sind die Begriffe Compte des Flux de Capital oder Tats des Ressources et Exploits de Fonds üblich. Die Erstellung von Kapitalflussrechnungen kann sowohl unternehmensintern als auch extern erfolgen und sich an Adressaten innerhalb und außerhalb der Unternehmung 22 Vgl. ausführlich Buchmann, Chmielewicz, Finanzierungsrechnung, 1990. 23 Vgl. Käfer, Praxis der Kapitalflussrechnung, 1974, S. 12 f. E. Finanzanalyse640 richten. Ferner kann die Rechnung retrospektiv, als Dokumentation vergangener Perioden, oder prospektiv, als Plan für zukünftige Perioden, aufgestellt werden.24 Prospektive Kapitalflussrechnungen werden bisher kaum veröffentlicht, obwohl sie vermutlich eine gute Entscheidungsgrundlage für die Kapitalanleger wären. Die Ausgestaltungsformen von Kapitalflussrechnungen differieren mit den Informationsbedürfnissen und -möglichkeiten der Adressaten. Kapitalflussrechnungen können prinzipiell erstellt werden 1. aus Bestandsdifferenzen (Aktiv- und Passivposten der Bilanz) oder aus Bewegungsgrößen (Umsätze auf Konten); 2. ohne Fondsbildung oder mit Fondsausgliederung. Ferner kann bei Rechnungen, die auf Bewegungsgrößen basieren, eine Beschränkung auf Umsätze der Bilanzkonten oder eine Einbeziehung der Gewinn- und Verlustrechnung und damit Gegenüberstellung der Umsätze auf Bilanz- und Erfolgskonten erfolgen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Aufstellung von Zeitraumrechnungen sind in Abbildung E 20 wiedergegeben. 2. Beständedifferenzenbilanz Bei externer Analyse bildet die Beständedifferenzenbilanz die Grundlage für die Erstellung von Kapitalflussrechnungen. Sie wird durch Saldierung der Bestände zweier aufeinander folgender Zeitpunktbilanzen gewonnen (vgl. Abbildung E 21). Die sich ergebenden Differenzen bilden die Beständedifferenzenbilanz, wobei positive Beträge Bestandsmehrungen und negative Beträge Bestandsminderungen bedeuten. Auch bei der Beständedifferenzenbilanz muss sich auf beiden Bilanzseiten die gleiche Summe ergeben. Bereits die Beständedifferenzenbilanz lässt die wichtigsten Bilanzveränderungen, wie etwa im dargestellten Beispiel die erhebliche Verringerung der flüssigen Mittel (= Schecks, Kassenbestand, Bundesbank- und Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten), deutlich erkennen. Die Gliederung entspricht derjenigen der Stichtagsbilanz. 24 Vgl. Busse von Colbe, Kapitalflussrechnung als Berichts- und Planungsinstrument, 1968.

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.