1. Bestandteile der Kostenrechnung in:

Gunther Friedl, Christian Hofmann, Hans-Ulrich Küpper, Burkhard Pedell

Übungsbuch zur Kosten- und Erlösrechnung, page 11 - 68

6. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3803-1, ISBN online: 978-3-8006-4880-1, https://doi.org/10.15358/9783800648801_11

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.1 Kostenartenrechnung 1.1.1 Abschreibungen Aufgabe 1.1.1.1: Abschreibung in Bilanz und Kostenrechnung Wann und bei welchen Gütern werden in der bilanziellen Rechnung und in der Kostenrechnung Abschreibungen angesetzt? Kennzeichnen Sie die grundsätzlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen pagatorischem und kalkulatorischem Ansatz von Abschreibungen. Aufgabe 1.1.1.2: Abschreibung in Bilanz und Kostenrechnung Eine Krananlage mit einem Anschaffungswert von € 850.000,- besitzt ein voraussichtliches Nutzungspotential von 20.000 Leistungsstunden. Der Restwert beträgt am Ende der erwarteten Nutzungsdauer von zehn Jahren voraussichtlich € 50.000,-. Die Anlage wird bilanziell geometrisch-degressiv mit dem steuerlich maximal zulässigen Prozentsatz abgeschrieben. Dagegen wird die kalkulatorische Abschreibung zeit- und leistungsabhängig vorgenommen. Der Zeitabschreibung wird die Hälfte der Abschreibungsbasis zugrunde gelegt, während die andere Hälfte gemäß der Leistungsinanspruchnahme abgeschrieben wird. Die Leistungsinanspruchnahme beträgt in den ersten vier Jahren 1.500, 1.900, 2.200 bzw. 2.060 Stunden. a) Mit welchem Prozentsatz wird die Krananlage bilanziell abgeschrieben? b) Wie hoch ist die Abschreibungsquote bei der zeitabhängig vorgenommenen kalkulatorischen Abschreibung, wenn von einem linearen Abschreibungsverlauf ausgegangen werden kann? c) Berechnen Sie die bilanziellen und die gesamten kalkulatorischen Abschreibungen für die ersten vier Jahre. 2 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.1.1.3: Abschreibungsverfahren Geben Sie einen Überblick über die Verfahren der Abschreibung. Berechnen Sie diese Abschreibungen für eine Produktionsanlage mit folgenden Daten: Wiederbeschaffungskosten [€]: 10.000,- Nutzungsdauer [Jahre]: 5 Produktionsleistung [Stück/Jahr]: 4.000, 2.000, 2.000, 1.000, 1.000 Steuerlich höchstzulässiger Abschreibungsprozentsatz: 20% Aufgabe 1.1.1.4: Abschreibungsverfahren Eine Maschine mit Anschaffungskosten in Höhe von € 180.000,- soll über vier Jahre abgeschrieben werden. Der Resterlös nach Periode vier betrage € 20.000,-. Über die Nutzungsdauer von vier Jahren wird mit einer Gesamtkapazität der Anlage von 320.000 Stück gerechnet, die sich wie folgt auf die einzelnen Perioden verteilt: Periode 1 2 3 4 Stück 100.000 60.000 90.000 70.000 a) Stellen Sie jeweils einen Abschreibungsplan der gesamten Nutzungsdauer für die folgenden Abschreibungsmethoden auf: a1) lineare Abschreibung a2) geometrisch-degressive Abschreibung a3) arithmetisch-degressive (digitale) Abschreibung a4) leistungsabhängige Abschreibung. Aus dem Abschreibungsplan müssen der jeweilige Buchwert zu Periodenbeginn (BWt-1), der Restbuchwert am Periodenende (RW) sowie der jährliche Abschreibungsbetrag (at) hervorgehen. b) Kennzeichnen Sie drei verschiedene Abschreibungsursachen. Welche Abschreibungsmethode empfehlen Sie bei jeder dieser drei Ursachen? Aufgabe 1.1.1.5: Abschreibung nach Bain/Kilger Für einen LKW mit Wiederbeschaffungskosten von € 240.000,- werden eine maximale Nutzungsdauer von 10 Jahren und eine maximale Gesamtleistung von 180.000 km geschätzt. Berechnen Sie die monatlichen Abschreibungen nach dem Näherungsverfahren von Bain/Kilger bei einer Planbeschäftigung im Monat (xp) von 1.500, 2.500 und 4.000 km für eine Istbeschäftigung im Monat (xi) von 1.500, 2.500 und 4.000 km. Wie beurteilen Sie dieses Verfahren? Begründen Sie Ihre Auffassung! 1.1 Kostenartenrechnung 3 Aufgabe 1.1.1.6: Abschreibungsverfahren nach Bain Das Unternehmen Werner GmbH produziert seit seinem 20-jährigen Firmenbestehen Stahl- und Leichtmetallfelgen für die Autoindustrie. Die beiden Felgentypen werden an jeweils einer eigenen Maschine gefertigt. Bisher werden die Abschreibungen im Rahmen der Grenzplankostenrechnung als fixer Kostenbestandteil behandelt. Der Chefcontroller beschließt die Abschreibungen in Zukunft nach dem Näherungsverfahren nach Bain zu berechnen. a) Welchen Zweck erfüllt die Abschreibungsregel nach Bain im Rahmen der Grenzplankostenrechnung? Warum benötigt man dazu ein Näherungsverfahren? Zu den beiden Maschinen liegen folgende Daten vor: Maschine 1: Stahlfelgen Maschine 2: Leichtmetallfelgen Wiederbeschaffungswert 4.000.000 € 6.000.000 € Maximale Nutzungsdauer 8 Jahre 6 Jahre Maximal Gesamtleistung 1.000.000 Felgen 200.000 Felgen Es ist geplant, im nächsten Jahr 160.000 Stahlfelgen und 20.000 Leichtmetallfelgen zu produzieren. b) Berechnen Sie die jährliche Abschreibung des Folgejahres nach dem Näherungsverfahren von Bain, wenn mit Maschine 1 tatsächlich 200.000 Stahlfelgen und mit Maschine 2 tatsächlich 40.000 Felgen produziert wurden. Weisen Sie dabei die fixe und variable Abschreibung getrennt aus. c) Wie ändern sich die Ergebnisse für Maschine 1 aus Aufgabenteil b), wenn die geplante Anzahl von Stahlfelgen von 160.000 auf 200.000 steigt. Gehen Sie von dem gleichen tatsächlich realisierten Wert wie in Aufgabenteil b) aus. d) Illustrieren Sie das Näherungsverfahren nach Bain grafisch für Maschine 1 anhand der Zahlen aus Aufgabenteil b). Zeigen Sie dabei genau die Differenz zwischen den errechneten Abschreibungen nach dem Näherungsverfahren und dem tatsächlichen Wertverlust (ohne Näherungsverfahren) auf. Berechnen Sie diese Differenz für Maschine 1 sowohl für die Angaben aus Aufgabenteil b) als auch für die Angaben aus Aufgabenteil c). 4 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.1.2 Personalkosten Aufgabe 1.1.2.1: Lohn- und Gehaltsabrechnung In der Lohnbuchhaltung liegen über eine zu entlohnende Tätigkeit in der Unternehmung die in nachfolgender Tabelle angegebenen Informationen vor: Tätigkeit Fräsen und Schleifen eines Werkstücks Vorgabezeit - Fräsen Rüstzeit [min] 195 Ausführungszeit je Stück [min] 7,6 - Schleifen Rüstzeit [min] 123 Ausführungszeit je Stück [min] 3 Entlohnung Prämienzeitlohn Stundenlohn [€] 9,42 Zeitersparnisprämie [€/min] 0,12 Über den diese Tätigkeit ausführenden Arbeitnehmer sind folgende Informationen bekannt. Der Arbeiter hat an 18 Arbeitstagen mit jeweils 8 Stunden 795 Werkstücke bearbeitet (gefräst und geschliffen). Während der 18 Arbeitstage trat eine betriebsbedingte Stillstandszeit von vier Stunden auf. Der Arbeitnehmer war im abgelaufenen Monat vier Tage krank. a) Wie hoch ist der Grundlohn des Arbeitnehmers? b) Welche Vorgabezeit ergibt sich für die bearbeitete Menge, wenn für den Fräs- und den Schleifvorgang jeweils einmal die Maschine vorbereitet und eingerichtet werden musste? c) Für welche Zeit bekommt der Arbeitnehmer eine Prämie bezahlt? d) Welcher Bruttolohnbetrag ergibt sich für den Arbeitnehmer? 1.1.3 Bestandsbewertung und Zinsen Aufgabe 1.1.3.1: Bestandsbewertung Ein Webereibetrieb stellt Stoffe für Herrenoberhemden her. Als Einsatzgüter werden u.a. Baumwollgarne verschiedener Stärke und Festigkeit benötigt. Für ein bestimmtes Baumwollgarn wurden im Laufe der vergangenen Abrechnungsperiode die in nachfolgender Tabelle aufgezeichneten Bewegungen in der Materialrechnung erfasst: 1.1 Kostenartenrechnung 5 Datum Vorgang Menge [kg] Preis [€/kg] 03.02. 16.02. 13.07. 14.08. 19.10. 21.10. 28.11. Zugang Abgang Abgang Zugang Zugang Abgang Abgang 1.520 1.030 700 840 1.360 580 950 7,30 7,25 7,65 Der Bestand zu Jahresbeginn betrug 9.780 kg (Preis: 7,10 €/kg). a) Ermitteln Sie den Endbestand an Baumwollgarn. b) Bewerten Sie die Stoffabgänge nach der Lifo-, Fifo- und Hifo-Methode sowie mit dem gleitenden Durchschnitt. Aufgabe 1.1.3.2: Kalkulatorische Zinsen Eine industrielle Unternehmung möchte wissen, welchen Betrag sie an kalkulatorischen Zinsen kostenrechnerisch zu erfassen hat. Über verschiedene Anlagegüter liegen die in nachfolgender Tabelle aufgeführten Angaben über die kalkulatorischen Buchwerte und Abschreibungen vor: Anlagegut Kalkulatorischer Buchwert zu Periodenbeginn [€] Kalkulatorische Abschreibungen (vom kalkulatorischen Buchwert) [%] Bebaute Grundstücke Maschinenpark Betriebs- und Geschäftsausstattung Fuhrpark 1.200.000,- 2.700.000,- 820.000,- 375.000,- 5 15 10 20 Die Unternehmung hat einen Wertpapierbesitz von € 100.000,-. Das durchschnittlich gebundene Umlaufvermögen setzt sich aus Stoffen von € 350.000,-, Halb- und Fertigerzeugnissen von € 1.030.000,-, Forderungen von € 710.000,- und Zahlungsmitteln von € 266.000,- zusammen. Von den Lieferantenkrediten sind € 509.000,- als zinslos anzusehen. Kunden haben Anzahlungen in Höhe von € 63.000,- geleistet. In den bebauten Grundstücken ist ein Mietshaus im Wert von € 480.000,- enthalten. a) Berechnen Sie das betriebsnotwendige Kapital. Bei der Berechnung ist zu berücksichtigen, dass bei den abzuschreibenden Anlagegütern der durchschnittliche kalkulatorische Buchwert anzusetzen ist. b) Wie hoch ist das zinsberechtigte betriebsnotwendige Kapital? c) Mit welchem Betrag sind die kalkulatorischen Zinsen bei einem Zinssatz von 8 % anzusetzen? 6 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.1.3.3: Kalkulatorische Zinsen Die Bilanz einer Unternehmung weist am Ende von zwei aufeinander folgenden Stichtagen folgende Werte auf: Aktiva 31.12.2002 31.12.2003 Passiva 31.12.2002 31.12.2003 Grundstück mit Fabrikhalle 100.000,- 120.000,- Grundstück mit Privatwohnung 80.000,- 70.000,- Maschinen 530.000,- 570.000,- Betriebs- und Geschäftsausstattung 70.000,- 80.000,- Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 130.000,- 110.000,- Erzeugnisse 140.000,- 120.000,- Forderungen 100.000,- 120.000,- Schecks und Kasse 130.000,- 110.000,- Wertpapiere des Umlaufvermögens 50.000,- 60.000,- _______ __________________ Summe 1.330.000,-1.360.000,- Grundkapital 500.000,- 500.000,- Offene Rücklagen 150.000,- 150.000,- Rückstellungen 110.000,- 110.000,- Darlehen 150.000,- 180.000,- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 320.000,- 340.000,- Erhaltene Anzahlungen 65.000,- 75.000,- Bilanzgewinn 35.000,- 5.000,- ________ __________________ Summe 1.330.000,-1.360.000,a) Ermitteln Sie aufgrund dieser Werte die Höhe der kalkulatorischen Zinsen für 2003, wenn mit einem Zinssatz von 10 % gerechnet wird. b) Warum rechnet man in der Kostenrechnung nicht mit den tatsächlich gezahlten Zinsen? c) Welche Bedeutung hat das Abzugskapital? 1.1 Kostenartenrechnung 7 Aufgabe 1.1.3.4: Kalkulatorische Zinsen Für einen einfachen Produktionsprozess gelten die nachfolgend angegebenen Daten über die Zahlungsvorgänge und die Entwicklung der Bestände. Zeitpunkt 0 1 2 3 4 5 6 7 Bestände an: [€] Material Halbfertigerzeugnisse Fertigerzeugnisse 1.800 1.200 600 600 600 600 600 600 600 Umsatz [€] Debitorenbestand [€] 800 800 800 1.600 800 1.600 800 Auszahlung für Material [€] Einzahlungen für Produktverkauf [€] 1.800 800 800 800 a) Wie hoch sind der Endwert und die für diesen Prozess anzusetzenden Zinsen bei einem kalkulatorischen Zinssatz von 1% mit Zinseszinsen, ohne Zinseszinsen? b) Wie werden die Zinsen in der traditionellen Kostenrechnung ermittelt? c) Zeichnen Sie die Bestandsentwicklung für Material, Halb- und Fertigfabrikate sowie Debitoren in eine Grafik. Berechnen Sie unter Verwendung von Bestandshöhe und durchschnittlicher Lagerdauer die Höhe der Zinsen ohne Zinseszinsen für diesen Prozess. Vergleichen Sie das modifizierte Verfahren mit der traditionellen Berechnung. Aufgabe 1.1.3.5: Kalkulatorische Zinsen In einer Einproduktunternehmung werden in einem zweistufigen Produktionsprozess auf der ersten Stufe aus Rohmaterial Halbfertigprodukte und auf der zweiten Stufe aus den Halbfertigprodukten Fertigprodukte hergestellt. Die Fertigungsdauer der Produktion beträgt jeweils einen Monat. Pro Monat werden jeweils 40 Halbfertigprodukte aus Rohmaterial und 40 Fertigprodukte aus Halbfertigprodukten hergestellt. Das Rohmaterial sei das einzige Einsatzgut. Von Lohn- und anderen Zahlungen wird vereinfachend abstrahiert. Die Materialkosten betragen € 20,- je Stück. Das Material wird jeweils für 4 Monate beschafft, wobei der Unternehmung von den Lieferanten ein Zahlungsziel von einem Monat eingeräumt wird. Vereinfachend wird angenommen, dass der Materialabgang und der Zugang an Halb- und 8 1. Bestandteile der Kostenrechnung Fertigfabrikaten jeweils geballt am Ende eines Monats erfolgen. Auch die Umsätze erfolgen annahmegemäß geballt am Ende eines Monats. Der erste Umsatz erfolgt am Ende des dritten Monats, wobei den Abnehmern ein Zahlungsziel von zwei Monaten gewährt wird. Der Absatzpreis je Fertigprodukt betrage € 25,-. Sie haben den Auftrag, die kalkulatorischen Zinsen für den Prozess zu berechnen, der mit der einmaligen Materialbeschaffung für 4 Monate beginnt und dem letzten Zahlungseingang für die aus dieser einmaligen Materialbeschaffung hergestellten Produkte endet. Der kalkulatorische Zinssatz betrage 1% je Monat (diskrete Verzinsung). a) Wie hoch sind die Werte in € der Bestände an Rohmaterial, Halbfertigprodukte und Fertigprodukte, des Umsatzes, des Debitorenbestandes, der Auszahlungen für Material und der Einzahlungen aus dem Produktverkauf zu Beginn jedes Monats bis zur letzten Einzahlung? b) Berechnen Sie die kalkulatorischen Zinsen nach dem traditionellen bestandsorientierten Verfahren. c) Berechnen Sie die kalkulatorischen Zinsen einschließlich Zinseszinsen nach dem zahlungsstromorientierten Verfahren. d) Berechnen Sie die kalkulatorischen Zinsen nach dem modifizierten bestandsorientierten Verfahren. Wie erklären Sie sich die Unterschiede zu den unter b) bzw. zu den unter c) ermittelten kalkulatorischen Zinsen? e) Veranschaulichen Sie die Unterschiede zwischen der traditionellen bestandsorientierten Zinsberechnung gemäß Teilaufgabe b) und der modifizierten bestandsorientierten Zinsberechnung gemäß Teilaufgabe d) anhand einer geeigneten Grafik. 1.1 Kostenartenrechnung 9 Aufgabe 1.1.3.6: Kalkulatorische Zinsen Eine Unternehmung produziert in einem zweistufigen Produktionsprozess aus dem Rohmaterial R über das Halbfertigerzeugnis HFE das Fertigerzeugnis FE. Zu diesem Prozess liegen Ihnen folgende Informationen vor: Zeitpunkt 0 1 2 3 4 5 6 7 8 Bestände an: [€] - Rohmaterial R 4.800 3.200 1.600 - Halbfertigerzeugnisse HFE 1.600 1.600 1.600 - Fertigerzeugnisse FE 1.600 3.200 3.200 1.600 Umsatz [€] 2.000 2.000 2.000 Debitorenbestand [€] 2.000 4.000 4.000 2.000 Auszahlungen für Rohmaterial [€] 1.000 3.800 Einzahlungen für Produktverkauf [€] 2.000 2.000 2.000 Der kalkulatorische Zinssatz betrage 1% je Teilperiode (diskrete Verzinsung). a) Berechnen Sie die kalkulatorischen Zinsen nach dem traditionellen bestandsorientierten Verfahren. b) Ermitteln Sie die kalkulatorischen Zinsen einschließlich Zinseszinsen nach dem zahlungsstromorientierten Verfahren. c) Berechnen Sie die kalkulatorischen Zinsen nach dem modifizierten bestandsorientierten Verfahren. Erläutern Sie die Unterschiede zu den unter a) bzw. zu den unter b) ermittelten kalkulatorischen Zinsen. 10 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.2 Kostenstellenrechnung 1.2.1 Primärkostenverteilung Aufgabe 1.2.1.1: Primärkostenverteilung Für das abgelaufene Geschäftsjahr eines Kleinbetriebes liegen folgende Zahlen aus der Buchhaltung vor: Kostenarten Zahlen der Buchhaltung [€] Verteilungsgrundlage Fertigungslöhne Hilfslöhne Gehälter Sozialkosten Fertigungsmaterial Hilfs- u. Betriebsstoffe Abschreibungen Sonstige Kosten 100.000,- 30.000,- 20.000,- 15.000,- 50.000,- 5.000,- 40.000,- 60.000,- (1) Lohnschein (2) Hilfsarbeiterstunden (3) Zahl der Angestellten (4) Gehalts-u.Hilfslohnsumme (5) Materialscheine (6) Entnahmescheine (7) investiertes Kapital (8) internes Umlageverhältnis Verteilungsschlüssel Kostenstellen (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) Allgemeine Kostenstelle Arbeitsvorbereitung Werkstatt Fertigungshauptstelle 1 Fertigungshauptstelle 2 Materialstelle Verwaltungs- und Vertriebsstelle - - - 70 30 - - 800 600 1000 200 200 200 - 1 2 0,5 1,5 2 1 2 - - - 30 20 - - - - 30 5 5 10 - 2 4 6 15 10 3 - 8 6 10 12 14 4 6 a) Führen Sie mit Hilfe der angegebenen Verteilungsgrundlagen und der Verteilungsschlüssel die Kostenstellenrechnung im BAB durch und ermitteln Sie die Einzel- und Gemeinkosten. b) Nach welchen Schlüsselarten können Kostenarten auf Kostenstellen verteilt werden? 1.2 Kostenstellenrechnung 11 Aufgabe 1.2.1.2: Primärkostenverteilung In der Kostenrechnungsabteilung liegen für die abgelaufene Rechnungsperiode folgende Informationen vor: Kosten- Betrag Vertei- Vorkostenstellen Endkostenstellen Gesamt arten Lungsschlüssel Allgemeine Kostenstelle Fertigungshilfsstelle Fertigungshauptstelle Materialstelle Verwaltungsstelle Vertriebsstelle Gehälter 320.000,- Lohnscheine [€] 12.000,- 97.000,- 24.000,- -- 124.000,- 63.000,- 320.000,- Hilfslöhne 280.000,- Hilfsarb.stunden [h] 2.300 6.500 13.200 1.000 2.500 2.500 28.000 Soziale Aufwendungen 225.000,- Löhne u. Gehälter [€] Betriebsstoffe 32.000,- Maschinenzahl -- 10 30 -- -- -- 40 Abschreibungen 470.000,- Umbaute Fläche [m3] 190 205 885 130 530 410 2.350 Zinsen 114.000,- Investierte Werte [€] 180,- 200,- 960,- 140,- 440,- 360,- 2.280,- Sonstige Gemeinkosten 260.000,- Zahl der Mitarbeiter 2 5 16 1 9 7 40 a) Verteilen Sie im BAB die Kostenarten nach dem angegebenen Verteilungsschlüssel auf die Kostenstellen. b) Berechnen Sie in diesem BAB die Summe der primären Gemeinkosten für die beiden Vorkostenstellen und die Kosten der Endkostenstellen. c) Beurteilen Sie die bei der Kostenumlage angewandten Schlüsselgrößen, Lohnscheine, Maschinenzahl, umbaute Fläche, investierte Werte. Begründen Sie Ihre Meinung. 12 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.2.2 Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung (Sekundärkostenrechnung) Aufgabe 1.2.2.1: Blockumlageverfahren Das Zweigwerk eines Herstellers von Schlagbohrgeräten ist in drei Vorkosten- und vier Endkostenstellen gegliedert. Folgende Kostenarten, deren tatsächlich entstandene Höhe sich aus der Buchhaltung ergibt, liegen vor: Fertigungsmaterial (FM) € 50.000,- Fertigungslöhne in Stelle A (FL A) € 50.000,- Fertigungslöhne in Stelle B (FL B) € 40.000,- Kalkulatorischen Ausschusskosten (AK) € 20.000,- Sonstige Gemeinkosten (GK) € 307.000,- Führen Sie die Kostenstellenrechnung durch und ermitteln Sie die Zuschlagssätze für die Endkostenstellen. Die innerbetriebliche Leistungsverrechnung soll aus Vereinfachungsgründen mit einer Blockumlage vorgenommen werden, wobei die Kosten im Verhältnis 3 : 4 : 2 : 1 auf die Fertigungshauptstellen A und B sowie die Materialstelle M und die Verwaltungsund Vertriebsstelle VV umgelegt werden. Bezugsbasen für die Zuschlagssätze in A, B und M sind die jeweiligen Einzelkosten, in VV die Herstellkosten. Die Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen ist nach folgenden Schlüsseln vorzunehmen: Vorkostenstellen Endkostenstellen I II III A B M VV Kalkulatorischer Ausschuss 4 4 2 6 4 - - Sonstige Gemeinkosten 25 15 10 40,5 38 5 20 Lagerbestandsänderungen sind nicht aufgetreten. 1.2 Kostenstellenrechnung 13 Aufgabe 1.2.2.2: Block- und Treppenumlageverfahren Für die Abrechnung innerbetrieblicher Leistungen liegen folgende Daten vor: Allgemeine Kostenstellen Fertigungsbereich Materialbereich Verwaltung und Vertrieb Hausverwaltung Reparaturen Fert. hilfsstelle Sägerei Beschichten u. Pressen Bohrerei Montage Einkauf Lager Vw Vt Verteilungsgrundlage: m2-Flächen Reparaturstunden Lohnscheine 20 40 60 120 100 100 48 120 60 32 70 100 160 40 140 20 80 10 40 Hausverwaltung Reparaturen Fert.hilfsstelle Sägerei Beschichten u. Pressen Bohrerei Montage Einkauf Lager Verwaltung Vertrieb Kostenarten FL [€] FM [€] GK [€] - - 12.480,- - - 4.860,- - - 8.500,- 10.000,- - 6.250,- 12.000,- - 7.400,- 7000,- - 5.500,- 16.000,- - 7.340,- - 15.000,- 8.460,- - 5.000,- 9.340,- - - 20.730,- - - 16.140,a) Legen Sie die Kosten der allgemeinen Kostenstellen auf die Endkostenstellen über das Block- und Treppenumlageverfahren um. Die Umlage der Kosten der Hausverwaltung erfolgt anhand der Fläche der Kostenstellen. Die Umlage der Reparaturkosten erfolgt entsprechend der Reparaturstunden. Die Kosten der Fertigungshilfsstelle werden im Verhältnis der Lohnscheine umgelegt. b) Bestimmen Sie für die vier Fertigungskostenstellen, die Materialkostenstelle sowie die Verwaltungs- und Vertriebskostenstellen die Gemeinkostenzuschlagssätze. 14 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.2.2.3: Block- und Treppenumlageverfahren In einem Industriebetrieb sind die primären Kosten ermittelt worden. Die Leistungsströme sind in der nachstehenden Tabelle angegeben. Kostenarten Betrag [€] Kostenstelle Werksarzt Meisterbüro Reparaturwerkstatt Dampf und Heizung Sonstige Hilfsdienste Kartonagenproduktion Wellpappeproduktion Feinpapierproduktion 80.000,- 150.000,- 65.000,- 35.000,- 60.000,- 1.000.000,- 500.000,- 800.000,- KS 1 KS 2 KS 3 KS 4 KS 5 KS 6 KS 7 KS 8 an von KS 1 KS 2 KS 3 KS 4 KS 5 KS 6 KS 7 KS 8 Summe KS 1 KS 2 KS 3 KS 4 KS 5 KS 6 KS 7 KS 8 0 0 0 10 0 0 0 0 5 0 50 20 10 0 0 0 2 0 0 40 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 0 50 30 0 0 0 0 50 2.400 2.500 400 20 0 0 0 10 2.000 500 500 20 0 0 0 40 3.600 1.900 1.100 50 0 0 0 110 Patienten 8.000 h 5.000 h 2.100 KWh 100 % 0 0 0 a) Führen Sie die Umlage nach dem Treppenumlageverfahren durch (Reihenfolge beachten und auf volle € aufrunden!). b) Welche Endkosten erhalten Sie, wenn Sie das Blockumlageverfahren anwenden (aufrunden!)? Aufgabe 1.2.2.4: Primärkostenverteilung und Deckungsumlageverfahren Die Unternehmung A stellt ihre Erzeugnisse in Einzelfertigung her. Der Leiter der betriebswirtschaftlichen Abteilung möchte für das abgelaufene Geschäftsjahr die effektiven Gemeinkosten verursachungsgerecht den Kostenträgern zurechnen. Dazu beauftragt er Sie mit der: Ermittlung der primären Stellengemeinkosten des BAB Durchführung einer innerbetrieblichen Leistungsverrechnung mit Hilfe des Deckungsumlageverfahrens. Eine eventuelle Deckungsumlage ist auf die Fertigungskostenstellen im Verhältnis 4:1:1 auf die Fertigungsstellen I, II, III zu verteilen 1.2 Kostenstellenrechnung 15 Ermittlung der Gemeinkostenzuschlagssätze für die Fertigungsstellen I, II, III, die Material-, Verwaltungs- und Vertriebsstelle. Bezugsbasis für die Fertigungsstellen sind die Fertigungslöhne, für die Materialstelle das Fertigungsmaterial und für die Verwaltungs- und Vertriebsstelle die Herstellkosten Für die Erfüllung dieser Aufgaben liegen Ihnen die nachfolgenden Informationen vor: Kostenarten Zahlen der Buchhaltung [€] Verteilungsgrundlage Gehälter Fertigungslöhne Hilfslöhne Fertigungsmaterial Hilfs- u. Betriebsstoffe Instandhaltungskosten Kalkulatorische Kosten Verwaltungskosten Vertriebskosten 75.000,- 480.000,- 90.000,- 420.000,- 45.000,- 30.000,- 120.000,- 105.000,- 135.000,- Zahl der Angestellten Akkordlohnstunden Zahl der Hilfsarbeiter Materialentnahmescheine Materialentnahmescheine Rechnungen investierte Werte Zahl der Hilfsarbeiter Akkordlohn [h] Hilfs- und Betriebsstoffe [%] Fertigungsmaterial [€] Zahl der Angestellten Investierte Werte [€] Instandhaltung [€] Allgemeine Kostenstellen: A B C Fertigungsstellen: I II III Materialstelle Verwaltung Vertrieb 3 3 1 1 2 - 2 - - - - - 2.000 3.500 2.500 - - - 10 25 - 5 20 15 10 5 10 - - - 105.000,- 165.000,- 150.000,- - - - - - 1 2 - - - 4 3 40.000,- 35.000,- 20.000,- 95.000,- 300.000,- 155.000,- 30.000,- 65.000,- 60.000,- - - - 12.000,- 18.000,- - - - - Leistungsaustausch: an von A B C I II III Materialstelle Verwaltung Vertrieb A [m2] B [Stück] C [kWh] (3.600) 20 15.000 225 (300) 37.500 150 20 (150.000) 900 80 30.000 450 60 30.000 600 100 30.000 390 10 6.000 375 4 1.500 510 6 - In Klammern sind die jeweiligen Gesamtleistungen der Hilfskostenstelle angegeben. Die Verrechnungspreise betragen für Stelle A (genutzte Fläche) 10 €/m2, B (Reparatur) Istkosten, C (Strom) 0,10 €/kWh. 16 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.2.2.5: Deckungsumlageverfahren In einem Kleinbetrieb steht für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung folgendes Zahlenmaterial zur Verfügung: Allgemeine Kostenstellen Endkostenstellen Kostenstellen Wasser Strom Reparatur Fertigung Material Vw- u.Vt Primärkosten [€] 1.600,- 5.300,- 2.900,- 22.000,- 3.100,- 2.100,an von Wasser Strom Reparatur Fertigung Material Vw- u.Vt Wasser [m3] - 100 200 1.000 300 100 Strom [kWh] 10 - 60 500 30 70 Reparatur [h] 5 50 - 100 40 5 Verrechnungspreise: Bezugsbasen: Wasser 1,- €/m3 FGK: FL 74.000,- € Strom 10,- €/kWh MGK: FM 22.200,- € Reparatur 20,- €/h Vw- u. VtGK: HK a) Führen Sie eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit dem Deckungsumlageverfahren (Gutschrift-Lastschrift-Verfahren) durch. Eine eventuelle Deckungsumlage ist auf die Endkostenstellen im Verhältnis der bis dahin aufgelaufenen Kostenstellenkosten zu verteilen. Berechnen Sie die Gemeinkostenzuschlagssätze. b) Welcher Rechenvorgang führt bei diesem Verfahren zu einem Fehler? Aufgabe 1.2.2.6: Mathematisches Verfahren Durch die Verteilung der Kostenarten auf die Kostenstellen im BAB haben sich in einem Zweigwerk nachfolgende primäre Stellenkosten ergeben (in Klammern sind die Gesamtleistungen der Schreinereien angegeben): 1.2 Kostenstellenrechnung 17 Kostenstellen Schreinerei 1 Schreinerei 2 Spritzguss Druckguss primäre Stellenkosten [€] 20.000,- 14.000,- 10.000,- 12.000,- Leistungsbeziehungen von Schreinerei 1 [h] an Schreinerei 2 [Stück] an (100) 400 50 (1000) 30 200 20 400 a) Welches Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung ist im vorliegenden Fall am besten geeignet? Begründen Sie Ihre Auswahl. b) Stellen Sie für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung ein Gleichungssystem auf. c) Kennzeichnen Sie im Gleichungssystem diejenigen Koeffizienten, die bei den Gemeinkosten die innerbetrieblichen Leistungen ausmachen. d) Geben Sie die sekundären Kosten und die Gemeinkosten an. e) Ermitteln Sie die Gemeinkostenzuschlagssätze, wenn die Fertigungslöhne (€ 64.000,- bei Spritzguss und € 152.000,- bei Druckguss) als Bezugsbasen verwendet werden. Aufgabe 1.2.2.7: Mathematisches Verfahren Bei der Verteilung der Kostenarten auf die Kostenstellen im BAB haben sich in einer Unternehmung die in der Matrix stehenden primären Kosten und innerbetrieblichen Leistungen ergeben: a) Stellen Sie ein Gleichungssystem für den gegenseitigen Leistungsaustausch der Hilfskostenstellen auf. b) Kennzeichnen Sie in Ihrem Gleichungssystem die Leistung der 2. Hilfskostenstelle, den Leistungsfluss von der 3. zur 4. Hilfskostenstelle und die primären Kosten der 5. Hilfskostenstelle. c) Geben Sie die Gleichung für die Kosten der Hauptkostenstelle an. Hilfskostenstelle Hauptkostenstelle 1 2 3 4 5 1 - 30 450 240 960 3070 2 50 - 900 1440 1860 13650 3 150 30 - 390 270 5670 4 180 - 540 - 690 6030 5 105 30 330 180 - 3075 Primäre Gemeinkosten 11700 1300 32600 32700 17800 Empfangende Kostenstelle Abgebende Hilfskostenstelle 18 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.2.2.8: Iteratives Verfahren Für ein Fertigungsunternehmen liegen die nachfolgenden primären Gemeinkosten und die innerbetrieblichen Leistungsbeziehungen vor. Führen Sie eine Umlage der Kosten der Vorkostenstellen auf die Hauptkostenstellen mit dem iterativen Verfahren durch. Wiederholen Sie die Umlage so oft, bis die zu verteilenden Kostenbeträge kleiner als € 10,- werden. (Runden Sie auf volle €.) Kostenstellen V1 Wasser V2 AV V3 Strom E1 Material E2 Fertigung primäre Gemeinkosten [€] 12.480,- 8.400,- 22.000,- 7.800,- 36.500,- Leistungsaustausch: an von V1 Wasser V2 AV V3 Strom E1 Material E2 Fertigung V1 [m3] V2 [h] V3 [kwh] -- 20 2.000 2.200 -- 3.000 5.000 20 - 4.900 40 14.000 27.900 80 81.000 Aufgabe 1.2.2.9: Iteratives Verfahren In einem Betrieb liegen für die Hilfskostenstellen Pressluft, Strom, Werkzeuge und Reparatur sowie die Fertigungskostenstellen Schweißerei und Dreherei die primären Stellenkosten vor. Kostenstellen Pressluft Strom Werkzeuge Reparatur Schweißerei Dreherei Primäre Kosten [€] 2.000,- 5.000,- 1.000,- 10.000,- 10.000,- 20.000,- Leistungsverteilung: Pressluft an (50) 10 5 5 10 20 Strom an 2 (20) 4 2 4 8 Werkzeuge an -- -- (10) 2 4 4 Reparaturen an -- -- 2 (20) 8 10 In Klammern sind die jeweiligen Gesamtleistungsmengen der Hilfskostenstelle angegeben, ohne Klammern die empfangenen Mengen. 1.2 Kostenstellenrechnung 19 a) Welche Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung lassen sich grundsätzlich in diesem Fall anwenden? Begründen Sie Ihre Meinung. b) Führen Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit dem iterativen Verfahren durch, bis die zu verteilenden Kosten geringer als € 1,werden und ermitteln Sie die Gesamtkosten der Schweißerei und der Dreherei. Aufgabe 1.2.2.10: Treppenumlage- und mathematisches Verfahren Für die Umlage der Kosten der Vorkostenstellen auf die Hauptkostenstellen mit dem Treppenumlageverfahren stehen Ihnen die Zahlen der primären Gemeinkosten und der innerbetrieblichen Leistungsströme zur Verfügung: Kostenstellen Vorkostenstellen Endkostenstellen V1 Dampf V2 Reparaturen V3 Strom E4 Fertigung E5 Material E6 Vw- u. Vt primäre Gemeinkosten [€] 6.400,- 14.400,- 18.000,- 30.000,- 5.400,- 6.800,an von V1 V2 V3 E4 E5 E6 V1 [t] - - 300 1.200 400 100 V2 [h] 300 - 100 700 60 40 V3 [kWh] 2.000 4.000 - 60.000 10.000 4.000 a) Welche Grundregel gilt bezüglich der Reihenfolge beim Treppenumlageverfahren, um den dabei begangenen Fehler möglichst klein zu halten? b) Führen Sie eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit Hilfe des Treppenumlageverfahrens durch und beurteilen Sie das Verfahren. c) Stellen Sie für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung ein simultanes Gleichungssystem auf und kennzeichnen Sie diejenigen Koeffizienten, die bei den Gemeinkosten die innerbetrieblichen Leistungen ausmachen. d) Ermitteln Sie die Kosten der innerbetrieblichen Leistungen mit Hilfe des mathematischen Verfahrens. e) Stellen Sie die Kostenabrechnung in Kontenform dar. 20 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.2.2.11: Treppenumlage- und mathematisches Verfahren Für drei Vorkostenstellen und zwei Endkostenstellen, zwischen denen die nachfolgend angegebenen Leistungsbeziehungen bestehen, soll eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung durchgeführt werden. Die primären Gemeinkosten sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Vorkostenstellen Endkostenstellen Summe 1 2 3 I II primäre Gemeinkosten [€] 15.000,- 20.000,- 32.000,- 104.000,- 96.000,- 267.000,- Leistungsabgabe von /an V1 V2 V3 0 50 1.000 100 50 1.500 250 0 500 1.000 200 6.000 2.250 500 8.000 3.600 800 17.000 a) Führen Sie eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung auf der Basis der Treppenumlage (Stufenleiterverfahren) durch und gehen Sie dabei von folgender Reihenfolge der Vorkostenstellen aus: V1-V2-V3. b) Berechnen Sie die innerbetrieblichen Verrechnungssätze der Vorkostenstellen auf der Basis des Gleichungsverfahrens. Aufgabe 1.2.2.12: Treppenumlage- und mathematisches Verfahren In einer Unternehmung sind drei allgemeine Hilfskostenstellen (A, B, C) eingerichtet. Diese drei versorgen sich sowohl untereinander als auch die Endkostenstelle "Bildschirmmontage" (BM) mit innerbetrieblichen Leistungen. Die im einzelnen abgegebenen und empfangenen Leistungen sowie die primären Kosten sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt. Kostenstellen primäre Kosten [€] Erstellte Leistungen in Einheiten [LE] Leistungsabgaben in Einheiten [LE] an: A B C BM A 3.400,- 21.000 1.000 -- 5.000 15.000 B 4.000,- 250 125 -- 75 50 C 6.000,- 1.500 360 300 -- 840 1.2 Kostenstellenrechnung 21 a) Zur innerbetrieblichen Leistungsverrechnung wendet die Unternehmung bislang das Treppenumlageverfahren an. Bestimmen Sie danach den Verrechnungspreis für die Hilfskostenstelle A (Beachten Sie die zweckmäßige Anordnung der Kostenstellen!). b) Die Unternehmung ist sich der Ungenauigkeiten des Treppenumlageverfahrens bewusst und erwägt daher, die innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit Hilfe eines simultanen Gleichungssystems vorzunehmen. Bestimmen Sie nach diesem exakten Verfahren die Verrechnungspreise der drei Hilfskostenstellen pro Leistungseinheit (LE). Aufgabe 1.2.2.13: Deckungsumlage- und mathematisches Verfahren In einer Unternehmung ergaben sich nach der Verrechnung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen folgende Primärkosten: Vorkostenstellen [€] Endkostenstellen [€] A1 A2 A3 A4 F M Vw- u. Vt 21.960,- 28.040,- 11.760,- 5.920,- 144.900,- 25.430,- 21.990,- Über den Leistungsaustausch liegen folgende Angaben vor: an von A1 A2 A3 A4 F M Vw- u. Vt A1 [m2] A2 [t] A3 [h] A4 [kWh] 140 320 50 10.000 210 - 69 2.000 260 480 - 22.000 140 960 2 16.000 1.000 1.440 150 80.000 600 640 5 6.000 150 160 3 4.000 a) Es sind die primären Stellenkosten der allgemeinen Kostenstellen A1, A2, A3 und A4 unter Berücksichtigung der gegenseitigen Leistungsabgabe nach dem Deckungsumlageverfahren (Gutschrift-Lastschrift-Verfahren) auf die Fertigungsstelle F, Materialstelle M und Verwaltungsund Vertriebsstelle Vw- u. Vt zu verteilen und die Gemeinkosten der Hauptkostenstellen zu ermitteln. Folgende Verrechnungspreise sind anzusetzen: A1 genutzte Fläche 12,- €/m2 A2 Dampf 10,- €/t A3 Reparatur Istkosten A4 Strom 0,12 €/kWh 22 1. Bestandteile der Kostenrechnung Eine etwaige Deckungsumlage ist im Verhältnis F : M : Vw- u. Vt = 2 : 1 : 1 auf die Endkostenstellen zu verteilen. b) Wie lautet das vollständige Gleichungssystem des mathematischen Verfahrens für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung? Aufgabe 1.2.2.14: Deckungsumlage-, Treppenumlage- und mathematisches Verfahren Aus einem Betrieb, der in fünf Hilfskostenstellen und drei Hauptkostenstellen gegliedert ist, stehen Ihnen die primären Stellenkosten, die Daten über den Leistungsaustausch und die Verrechnungspreise zur Verfügung. (7.000) 12.000 10 500 400 200 (80.000) - 100 300 - 30.000 (100) - - - 7.000 - (4.000) 300 - 4.000 - - (2.500) 4.500 17.000 60 1.200 500 1.300 8.000 10 1.400 700 1.000 2.000 20 800 300 2.500 4.000 12.000 3.400 29.400 15.000 7.000 5.000 II Fert. I Fert. III Vw- u. Vt Einzelkosten: 1 2 3 4 5 Leistungsbeziehungen an Hilfskostenstellen Hauptkostenstellen 2 [kWh] 3 [%] 4 [t] 5 [h] primäre Stellenkosten [DM] 31 [m ] Die Gesamtleistungsmenge der Hilfskostenstelle ist jeweils in Klammern angegeben. Hilfskostenstellen Einheit Verrechnungspreis 1 €/m3 1,5 2 €/kWh 0,1 3 € Istkosten 4 €/t 2,- 5 €/h 12,a) Führen Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit dem Deckungsumlageverfahren (Gutschrift-Lastschrift-Verfahren) durch. Eine eventuelle Deckungsumlage ist zu gleichen Teilen auf die Hauptkostenstellen I und II zu verteilen. b) Ermitteln Sie die Gemeinkostenzuschlagssätze, wenn die Bezugsgrößen der Hauptkostenstellen I und II die Fertigungslöhne, für Verwaltung und Vertrieb die Herstellkosten sind. 1.2 Kostenstellenrechnung 23 c) Bestimmen Sie die optimale Reihenfolge der Hilfskostenstellen bei Anwendung des Treppenumlageverfahrens. d) Stellen Sie das Gleichungssystem auf, das bei der Anwendung des mathematischen Verfahrens benötigt wird. Aufgabe 1.2.2.15: Iteratives und mathematisches Verfahren In einem Betrieb sollen die primären Stellenkosten gemäß dem Leistungsaustausch zwischen Allgemeiner Kostenstelle, Hilfs- und Fertigungskostenstellen verrechnet werden. Als Daten liegen die folgenden primären Stellenkosten und Verteilungsgrundlagen vor: I II III IV V Kostenstellen Allgemein HKSt 1 HKSt 2 FKSt 1 FKSt 2 primäre Gemeinkosten [€] 3.000,- 5.000,- 6.000,- 25.500,- 27.000,- Leistungsverteilung I an II an III an -- -- 1 18 -- 3 2 -- -- 15 4 8 25 6 8 a) Führen Sie die Leistungsverrechnung nach dem iterativen Verfahren durch und ermitteln Sie die Gesamtkosten der Fertigungskostenstellen. Runden Sie jeweils auf volle €-Beträge (z.B. 0,49 € = 0,- € und 0,50 € = € 1,-). Wiederholen Sie die Umlage so lange, bis die zu verteilenden Kosten geringer als € 1,- werden. b) Stellen Sie das Gleichungssystem auf, das bei Anwendung des mathematischen Verfahrens benötigt wird. Zeigen Sie anhand der Kostenstelle II die Übereinstimmung der Gleichung auf der Grundlage der Kostenanteile mit derjenigen unter Verwendung von Stückkosten. 24 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.2.2.16: Blockumlage- und mathematisches Verfahren Eine Unternehmung gliedert sich in 7 Kostenstellen (KS). Für das abgelaufene 1. Quartal stellen sich die Leistungsbeziehungen in Einheiten der Vorprodukte wie folgt dar: an von KS1 KS2 KS3 KS4 KS5 KS6 KS7 KS1 0 0 0 0 400 400 0 KS2 0 0 0 0 0 200 0 KS3 0 0 0 0 0 300 300 KS4 0 0 0 0 0 0 100 Nachfolgende Tabelle zeigt die Primärkosten der Kostenstellen: Kostenstelle KS1 KS2 KS3 KS4 KS5 KS6 KS7 Primäre Gemeinkosten [€] 60.000 80.000 75.000 40.000 35.000 70.000 20.000 a) Die Fertigungsmengen der drei Endkostenstellen betragen: – KS5: 100 Stück von Produkt P5 – KS6: 200 Stück von Produkt P6 – KS7: 150 Stück von Produkt P7 Führen Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung auf Basis des Blockumlageverfahrens in einem Betriebsabrechnungsbogen durch. Weisen Sie den Endkostenstellen die Gemeinkosten der Vorkostenstellen zu und berechnen Sie die Gemeinkosten je Einheit für die drei Endprodukte. Begründen Sie knapp, ob sich das Blockumlageverfahren bei der vorliegenden Leistungsstruktur zur Leistungsverrechnung eignet. 1 10 33 20 _V Ü B K üp pe r F rie dl ua 6A - B g 1 1.2 Kostenstellenrechnung 25 b) Im 2. Quartal ergeben sich folgende Veränderungen im Produktionsprozess: In der neu geschaffenen KS8 wird das Produkt P8 gefertigt. In KS6 werden 100 Stück P6 für den Markt sowie 100 Einheiten für KS8 produziert und geliefert. KS6 benötigt auf Grund von genutzten Einsparpotentialen nur noch 200 Einheiten von KS3; die eingesparten 100 Einheiten fließen in KS8. Die übrigen Güterströme bleiben unverändert. Insgesamt werden 100 Einheiten P8 hergestellt. Die primären Gemeinkosten der KS8 betragen € 30.000. Geben Sie einen tabellarischen Überblick über die Güterströme. Bestimmen Sie die Gemeinkosten der Endkostenstellen sowie je Einheit der Endprodukte, indem Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung nach dem Treppenumlageverfahren in einem Betriebsabrechnungsbogen durchführen. Begründen Sie kurz, ob dieses Verfahren unter Beachtung der Leistungsbeziehungen zweckmäßig ist. c) Gehen Sie von den Annahmen aus Aufgabenteil b) aus. Die Einführung von Qualitätskontrollen im 3. Quartal zeigt, dass 10 Einheiten P5 erforderlich sind, um einen hochwertigen Produktionsablauf in KS1 zu garantieren. Veranschaulichen Sie die nun vorliegenden Leistungsverflechtungen der Kostenstellen mit Hilfe eines Stromdiagramms. Führen Sie die innerbetriebliche Leistungsverrechnung auf Basis des Gleichungsverfahrens durch! Weisen Sie je Kostenstelle die Gemeinkosten nach durchgeführter innerbetrieblicher Leistungsverrechnung aus und bestimmen Sie für die vier Endprodukte den Gemeinkostenbetrag je Stück. 2 10 33 20 _V Ü B K üp pe r F rie dl ua 6A - B g 2 26 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.3 Kalkulation 1.3.1 Mehrstufige Divisionsrechnung Aufgabe 1.3.1.1: Mehrstufige Divisionskalkulation Bei der Erzeugung eines chemischen Massenprodukts sind auf der ersten Fertigungsstufe 500 t Grundsubstanz erzeugt worden, die Stufenkosten in Höhe von € 60.000,- verursacht haben. 450 t dieser Grundsubstanz sind in der zweiten Fertigungsstufe eingesetzt worden, wo aus ihnen 300 t des Endprodukts gewonnen wurden und € 21.000,- als Stufenkosten entstanden sind. In der Abrechnungsperiode wurden 250 t des Endprodukts abgesetzt. Die für den Absatz entstandenen Vertriebskosten haben € 7.500,- betragen. Ermitteln Sie die Selbstkosten je t mit einem geeigneten Kalkulationsverfahren. Aufgabe 1.3.1.2: Mehrstufige Divisionskalkulation Ein homogenes Produkt wird in einem dreistufigen Fertigungsprozess hergestellt. Die Produktionszahlen sind aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. Aus der Kostenrechnung des betreffenden Zeitraums liegen die Stufenkosten vor. Ermitteln Sie die Selbstkosten je kg mit einem geeigneten Kalkulationsverfahren. Stufe Einsatzmenge [kg] Ausbringungsmenge [kg] 1 2 3 160.000 140.000 155.000 150.000 140.000 128.000 4 Absatzmenge [kg] 108.000 Kostenarten Betrag [€] Rohstoffkosten [€/kg] Fertigungskosten der Stufe 1 Fertigungskosten der Stufe 2 Fertigungskosten der Stufe 3 Vertriebskosten 0,75 180.000,- 350.000,- 326.500,- 129.600,- 1.3 Kalkulation 27 Aufgabe 1.3.1.3: Mehrstufige Divisionskalkulation In einem Betrieb werden aus einem Ausgangsrohstoff durch Bearbeitung auf mehreren Produktionsstufen, auf denen zum Teil produktionsbedingte Mengenverluste auftreten, drei verschiedene Endprodukte A, B und C sowie die Zwischenprodukte D, E, F, G, H, J und K hergestellt. EM gibt die zum Einsatz gelangte Menge des Produkts der jeweiligen Vorstufe an, AM die hergestellte Menge des Produkts der jeweiligen Produktionsstufe. Stufenkosten (StK) sind die zusätzlichen Herstellkosten der jeweiligen Produktionsstufe. a) Ermitteln Sie nach der Durchwälzmethode die Herstellkosten pro t für alle Zwischen- und Endprodukte. b) Ermitteln Sie den Wert der Bestandsveränderungen bei den Zwischenund Endprodukten. In der Periode wurden von Endprodukt A 180 t, von Endprodukt B 170 t und von Endprodukt C 400 t verkauft. Rohstoff Produkt K Produkt J Produkt G Produkt C Produkt H Produkt F Produkt B Produkt EProdukt D Produkt A Wert: 900.000 € Menge: 3.000 t Einsatzmenge: 2.800 t Stufenkosten: 120.000 € Ausstoßmenge: 2.400 t EM: 1.000 t StK: 50.000 € AM: 1.000 t EM: 800 t StK: 37.500 € AM: 750 t EM: 300 t StK: 30.000 € AM: 300 t EM: 200 t StK: 15.000 € AM: 200 t EM: 250 t StK: 250.000 € AM: 250 t EM: 200 t StK: 100.000 € AM: 200 t EM: 1.000 t StK: 140.000 € AM: 1.000 t EM: 900 t StK: 45.000 € AM: 600 t EM: 500 t StK: 100.000 € AM: 500 t 28 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.1.4: Mehrstufige Divisionskalkulation Die „Bohr Frei GmbH“ stellt Rohlinge für Gewindebohrer her. Dabei sind in der letzten Abrechnungsperiode insgesamt folgende Kosten und Lagerbestandsveränderungen angefallen. Zu Beginn der Periode waren sämtliche Zwischen- und Endlager leer. Produktionsstufen Stufe I: Rohlinge fertigen Stufe II: Rohlinge härten Verwaltung und Vertrieb Kosten je Produktionsstufe 49.000,- € 29.500,- € 15.000,- € Ausbringungs- und Absatzmenge je Stufe 28.000 Stück, davon: 5.000 Stück gehen auf Lager 22.500 Stück, davon: 2.500 Stück gehen auf Lager 20.000 Stück werden verkauft Welche der folgenden Aussagen sind richtig? a) Die Divisionskalkulation mit Äquivalenzziffern, auch Äquivalenzziffernrechnung genannt, findet bei artverwandten Produkten Anwendung, die ein- und denselben technischen Fertigungsprozess durchlaufen. Oft unterscheiden sich die Produkte nur in der Materialverbrauchsmenge. b) Der Wert der Lagerbestandserhöhung der gehärteten Rohlinge beträgt 7.750,- €. c) Die Herstellkosten je Rohling betragen 3,30 €. d) Die Selbstkosten je Rohling betragen 3,85 €. Die Geschäftsleitung der „Bohr Frei GmbH“ möchte in Zukunft fertige Gewindebohrer herstellen. Die Fertigung erweitert sich um eine Stufe und es fallen – zusätzlich zu den bisherigen Kosten – folgende zusätzliche Kosten an. Die gesamte produzierte Menge an Gewindebohrern wird am Markt abgesetzt. Produktionsstufe Stufe IIIGewinde fräsen Kosten der Produktionsstufe 32.050,- € Ausbringungsmenge 19.000 Stück e) Die Herstellkosten je Gewindebohrer betragen 4,95 €. f) Die Gesamtselbstkosten für die Fertigung der Gewindebohrer betragen 119.500 €. 1.3 Kalkulation 29 1.3.2 Äquivalenzziffernrechnung Aufgabe 1.3.2.1: Äquivalenzziffernrechnung In einer Wachsgießerei werden Kerzen unterschiedlicher Größe hergestellt. Bei jeder Kerzengröße wird das gleiche Wachs verwendet. Die Materialkosten sind somit proportional zum Kerzenvolumen. Kerzensorten klein mittel groß Volumen [cm3] Ausbringungsmenge [Stück] 100 200.000 200 225.000 800 100.000 Die gesamten Materialkosten betragen € 3.335.000,-. Bestimmen Sie die Materialkosten pro Kerzensorte und pro Sorteneinheit durch Äquivalenzziffernrechnung. Verwenden Sie dabei die Kerzengröße und die Stückzahlen als Äquivalenzziffern. Aufgabe 1.3.2.2: Äquivalenzziffernrechnung Die Blechwalzwerk AG stellt Bleche mit unterschiedlicher Stärke her. Stärke [mm] 0,4 0,5 1,0 1,25 2,5 Menge [t] 500 400 700 600 300 Die Gesamtkosten einer Periode betragen € 879.000,-. Da Bleche geringerer Stärke öfter gewalzt werden müssen, steigen die Fertigungskosten tendenziell mit abnehmender Blechstärke. Hingegen kommt es bei Blechen über 1 mm Stärke zu zunehmenden Ausschusskosten. Bezogen auf die Blechstärke von 1 mm lässt sich folgende Grundtendenz im Kostenverhalten angeben: Stärke [mm] 0,4 0,5 1,0 1,25 2,5 höhere Kosten 50% 30% - 5% 10% a) Welches Kalkulationsverfahren ist geeignet? Begründen Sie Ihre Aussage. b) Berechnen Sie die Selbstkosten für jede Blechstärke pro Tonne sowie insgesamt. 30 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.2.3: Äquivalenzziffernrechnung Eine Unternehmung stellt Tonrohre her. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Länge und ihres Durchmessers. Die Preise der einzelnen Sorten und die Produktionsmengen einer abgelaufenen Periode sind in der nachstehenden Tabelle angegeben. Die Kalkulation wird mit einer Äquivalenzziffernrechnung durchgeführt. Als Äquivalenzziffer gilt das Produkt aus Durchmesser und Länge. Länge Durchmesser 100 cm 50 cm 30 cm 100 mm Sorte (1) 10,- [€/Stück] 10.000 [Stück] Sorte (2) 3,- [€/Stück] 2.000 [Stück] Sorte (3) 2,- [€/Stück] 200 [Stück] 150 mm Sorte (4) 15,- [€/Stück] 30.000 [Stück] Sorte (5) 8,- [€/Stück] 3.000 [Stück] Sorte (6) 6,- [€/Stück] 1.000 [Stück] An Gesamtkosten sind € 470.080,- angefallen. Ermitteln Sie die Selbstkosten und die Gewinne je Stück. Verwenden Sie als Äquivalenzziffern das Produkt aus Rohrdurchmesser und Rohrlänge. Aufgabe 1.3.2.4: Äquivalenzziffernrechnung In der Nahrungsmittelherstellung der "Es Schmeckt" GmbH werden Konfitüren verschiedener Fruchtsorten und Mischungen hergestellt. Da für die einzelnen Sorten die Mischungsverhältnisse, die Mengen der Geschmacksverfeinerungsstoffe und die Art der Zubereitung unterschiedlich sind, wären die auf jede Sorte entfallenden Kosten nur unter großem organisatorischen Aufwand genau zuzurechnen. Deswegen hat sich die Kostenrechnungsabteilung für die Anwendung der Äquivalenzziffernrechnung entschlossen. Sorte Äquivalenzziffern in der Abrechnungsperiode hergestellte Menge [Stück] Konfitüre Verpackung sonstige Herstellkosten 1 2 3 4 5 6 5,5 3,0 6,5 4,0 8,0 10,0 3,0 3,0 3,0 3,0 5,0 5,0 4,0 4,5 2,0 6,0 9,0 8,0 17.000 12.000 50.000 61.000 24.000 25.000 1.3 Kalkulation 31 Kostenarten Betrag [€] Früchte Gelierzucker Konservierungsstoffe Geschmacksverfeinerungsstoffe Gläser Etiketten Kartons Löhne Lagerkosten kalkulatorische Abschreibung 210.000,- 56.000,- 30.000,- 23.340,- 40.100,- 7.500,- 5.600,- 145.000,- 30.000,- 126.200,- Kalkulieren Sie die Herstellkosten pro Glas jeder Sorte und pro Sorte insgesamt mit Hilfe der angegebenen Herstellmengen und Äquivalenzziffern. Aufgabe 1.3.2.5: Äquivalenzziffernrechnung In einer Ziegelei werden vier verschiedene Produkte hergestellt. Der Betrieb kalkuliert die einzelnen Produktarten mit Äquivalenzziffern. Die Gesamtherstellkosten der Abrechnungsperiode belaufen sich auf € 67.500,- davon sind € 27.000,- fixe Kosten. Die variablen Vertriebskosten betragen € 33.480,-. Erzeugnisart hergestellte verkaufte Äquivalenzziffern für Menge [in 1.000 Stück] Menge [in 1.000 Stück] fixe Kosten variable Kosten Vertriebskosten Bauziegel A 120 100 1,0 1,0 2,0 Bauziegel B 75 75 2,0 1,6 2,0 Dachziegel I 60 40 3,0 2,0 1,0 Dachziegel II 150 120 1,5 3,0 1,4 Bestimmen Sie die Herstellkosten und die Selbstkosten jeder Erzeugnisart (in 1.000 Stück) a) zu Vollkosten b) zu Teilkosten. 32 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.3.3 Zuschlagsrechnung Aufgabe 1.3.3.1: Zuschlagskalkulation Eine Unternehmung der Metallindustrie stellt plastikbeschichtete Zäune her. Die Zäune haben Höhen von 80, 100, 120, 160 und 200 cm bei jeweils 25 m Länge pro Rolle. Die Fertigung erfolgt in den Fertigungskostenstellen F1 Drahtzieherei, F2 Flechterei, F3 Beschichterei. Aus dem Betriebsabrechnungsbogen wurden für die Ermittlung der Kosten pro 25 m Rolle Zaun die folgenden Daten übernommen: Kostenstellen [€] Material (1) F1 (2) F2 (3) F3 (4) Verwaltung (5) Vertrieb (6) Materialeinzelkosten Fertigungslohn Gemeinkosten 135.340,- 19.348,- 42.375,- 27.869,- 46.938,- 24.740,- 53.415,- 28.913,- 45.850,- 36.980,- Wegen der bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Messung der Äquivalenzziffern soll zur Ermittlung der Selbstkosten pro Produkteinheit ein Verfahren der Zuschlagskalkulation angewendet werden. Als relevante Bezugsgrößen dienen für die Verrechnung der Produkt-Materialgemeinkosten die Materialeinzelkosten. Die Zurechnung der Fertigungslöhne auf die Produkte erfolgt unter Verwendung der Maschinenzeiten von 37.800 Maschinenminuten in der Drahtzieherei, 54.000 Maschinenminuten in der Drahtflechterei und 27.000 Maschinenminuten in der Beschichterei. Die Fertigungsgemeinkosten werden unter Verwendung der Fertigungszeiten und der Maschinenzeiten in den Fertigungskostenstellen verrechnet. Die Bezugsgröße für die Verrechnung der Fertigungsgemeinkosten ist in der Drahtzieherei die Maschinenzeit, in der Drahtflechterei für die Verrechnung von € 10.860,- die Fertigungszeit (18.000 Fertigungsminuten) sowie von € 13.880,- die Maschinenzeit, in der Beschichterei die Fertigungszeit (44.700 Fertigungsminuten). Die Verrechnung der Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten erfolgt auf Basis der Herstellkosten. Für das Produkt 3 (25 m Rolle Zaun mit 120 cm Höhe) werden die Materialeinzelkosten mit € 7,25 ermittelt. Die Maschinenzeiten für die Fertigung einer Produkteinheit wurden in den Fertigungskostenstellen 1, 2, 3 gemessen mit 2; 3,5; 2 Minuten; als Fertigungszeiten wurden ermittelt 2; 1; 2,5 Minuten. Bestimmen Sie im Rahmen einer differenzierten Zuschlagskalkulation die Selbstkosten pro Einheit des Produktes 3. 1.3 Kalkulation 33 Aufgabe 1.3.3.2: Zuschlagskalkulation In einer Fertigungskostenstelle wird zunächst auf Maschine I und dann auf Maschine II eine Produktart bearbeitet. In der letzten Abrechnungsperiode sind an maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten angefallen: [€] Maschine I Maschine II Kalkulatorische Abschreibungen Kalkulatorische Zinsen Instandhaltungs- und Wartungskosten Energie- und Betriebsstoffkosten Raumkosten 16.000,- 7.000,- 2.000,- 3.500,- 1.500,- 12.500,- 3.750,- 4.450,- 4.000,- 800,- In der betreffenden Kostenstelle sind außerdem maschinenunabhängige Fertigungsgemeinkosten entstanden: Hilfslöhne € 25.000,- Sozialkosten € 40.000,- Arbeitsvorbereitung € 3.400,- Die Fertigungseinzelkosten beliefen sich auf € 6,- und die Sondereinzelkosten der Fertigung auf 0,50 €/Stück. In der Abrechnungsperiode wurden 6.000 Stück produziert. Die durchschnittliche Fertigungszeit an Maschine I beträgt 10 Minuten/Stück, an Maschine II 15 Minuten/Stück. Ermitteln Sie die Fertigungskosten je Stück. Aufgabe 1.3.3.3: Zuschlagskalkulation Für eine Werkzeugmaschine liegen die Fertigungslohnkosten und die Fertigungsmaterialkosten vor. Des weiteren gelten die Gemeinkostenzuschlagssätze der vorhergehenden Periode. Fertigungslöhne [€] Fertigungsmaterial [€] Fertigungslohn-Gemeinkostenzuschlagssatz [%] Fertigungsmaterial-Gemeinkostenzuschlagssatz [%] Vw- und Vt-Gemeinkostenzuschlagssatz [%] 120.000,- 50.000,- 210 15 60 a) Ermitteln Sie die Selbstkosten mit Hilfe der Zuschlagskalkulation. b) Errechnen Sie den Angebotspreis so, dass nach Abzug von 3% Skonto und 5% Rabatt noch ein Gewinnaufschlag von 10% übrig bleibt. 34 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.3.4: Zuschlagskalkulation Die Produkte A, B und C werden in drei Fertigungshauptstellen (FKSt) gefertigt. In den nachstehenden Tabellen sind die dafür jeweils verwendeten Fertigungslöhne (FL) und Fertigungsmaterialien (FM), weiterhin die Gemeinkosten (GK), Fertigungsmaterial- und Lohnkosten der letzten Periode aufgeführt. Kostenarten Fertigungskostenstellen Materialstelle Verwaltungsstelle Vertriebsstelle [€] I II III Gemeinkosten 78.750,- 82.350,- 93.500,- 25.200,- 115.160,- 86.370,- Fert.material 105.000,- Fert.löhne 75.000,- 61.000,- 55.000,- Produkt FKSt I FKSt II FKSt III FM [€] FL [€] FM [€] FL [€] FM [€] FL [€] A 1,50 3,- 0,50 4,- 1,50 0,50 B 0,40 2,- 0,60 1,- 4,- 0,40 C 0,60 1,- 1,70 1,20 0,20 5,a) Ermitteln Sie die Gemeinkostenzuschlagssätze. b) Kalkulieren Sie die Selbstkosten der Produkte durch Zuschlagskalkulation. Aufgabe 1.3.3.5: Zuschlagskalkulation Für die Kalkulation einer Spezialmaschine sind folgende Planwerte für die Einzelkosten angesetzt worden. Kosten Betrag [€] Fertigungsmaterial 1.550,- Fertigungslöhne 1.830,- Sondereinzelkosten der Fertigung 132,- Sondereinzelkosten des Vertriebs 245,- Die geplante Fertigungszeit für die Spezialmaschine beträgt 200 Stunden. 1.3 Kalkulation 35 Folgende Planwerte liegen für die gesamte Unternehmung vor: Kostenarten Betrag [€] Geplante Einzelkosten: Fertigungsmaterial 170.650,- Fertigungslöhne 298.235,- Sondereinzelkosten der Fertigung 15.800,- Sondereinzelkosten des Vertriebs 42.325,- Geplante Gemeinkosten: Materialgemeinkosten 35.000,- Fertigungsgemeinkosten 513.000,- Verw.- und Vertriebsgemeinkosten 235.300,- Die gesamte geplante Fertigungszeit beträgt 28.500 Stunden. a) Kalkulieren Sie die geplanten Selbstkosten der Maschine mit einem Gesamtzuschlag auf die Summe der Einzelkosten. b) Kalkulieren Sie die Selbstkosten der Maschine, indem Sie die Materialgemeinkosten auf das Fertigungsmaterial, die Fertigungsgemeinkosten proportional zur Fertigungszeit und die Verwaltungs- und Vertriebskosten auf die Herstellkosten zuschlagen. Aufgabe 1.3.3.6: Zuschlagskalkulation Aus der Kostenrechnung eines Unternehmens liegen folgende Daten vor: Kostenstellen Fertigungsstellen Materialstellen Verwal- Vertrieb Kostenarten [€] I II III I II tung Hilfslöhne Fertigungslöhne Gehälter Fertigungsmaterial Zinsen Abschreibungen Sonstige Verwaltungskosten 3.017,- 135.000,- -- -- 5.733,- 10.500,- 3.700,- 4.312,- 225.000,- 1.400,- -- 8.730,- 15.375,- 1.683,- 10.515,- 375.300,- 7.971,- -- 15.923,- 35.121,- 9.283,- 500,- -- -- 68.300,- -- 2.481,- 1.800,- 250,- -- 500,- 55.000,- 350,- 1.178,- 472,- 1.750,- -- 92.144,- -- 15.930,- 11.330,- 3.770,- 1.830,- -- 103.741,- -- 18.930,- 23.230,- 2.178,- Einzelkosten der Produkte A und B: Produkt FL I FL II FL III Mat I Mat II SEKVt A B 153,- 33,- 172,- 65,- 102,- 93,- 53,- 121,- 91,- 25,- 21,- --- 36 1. Bestandteile der Kostenrechnung Berechnen Sie die Zuschlagssätze auf Vollkostenbasis und kalkulieren Sie für Produkt A einen Angebotspreis, der nach Abzug von 3% Skonto und 5% Rabatt noch 15% Gewinn enthält. Aufgabe 1.3.3.7: Zuschlagskalkulation Der Betriebsabrechnungsbogen einer Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis besitzt nach Durchführung der Kostenstellenumlage folgende Werte. Gemeinkosten Betrag [€] Materialstellen Fertigungsstellen Verwaltungsstelle Vertriebsstelle 1 2 1 2 3 Summe 549.900,- 22.500,- 24.000,- 138.000,- 180.000,- 45.000,- 54.000,- 86.400,- Zuschlagsbasis Fertigungsmaterial [€] Fertigungszeit [h] Fertigungslöhne [€] Herstellkosten [€] 250.000,- 200.000,- 3.000 2.400 18.000,- 1.080.000,- Produkt A Produkt B Fertigungsmaterial 1 [€] 100,- 150,- Fertigungsmaterial 2 [€] 50,- 80,- Fertigungslöhne in Fertigungsstelle 1 [€] 41,- 95,- Fertigungslöhne in Fertigungsstelle 2 [€] 30,- --- Fertigungslöhne in Fertigungsstelle 3 [€] 40,- 64,- Erlöse je Einheit [€] 700,- 850,- Fertigungszeit in Stelle 1 [h] 1,5 2,4 Fertigungszeit in Stelle 2 [h] 1,4 --- Fertigungszeit in Stelle 3 [h] 2,0 3,2 Für Produkt B fallen Sondereinzelkosten der Fertigung in Höhe von € 17,50 an. Die Sondereinzelkosten des Vertriebs betragen für Produkt A € 20,- und für Produkt B € 30,-. a) Berechnen Sie den Zuschlagssatz für jede der sieben Endkostenstellen. b) Berechnen Sie mit den errechneten Zuschlagssätzen - unter Verwendung eines gemeinsamen Kalkulationsschemas - die geplanten Selbstkosten und die geplanten Stückerfolge von zwei Endprodukten. 2 10 33 20 _V Ü B K üp pe r F rie dl ua 6A - B g 2 1.3 Kalkulation 37 Aufgabe 1.3.3.8: Zuschlagskalkulation Die Gewinde-GmbH fertigt in einer Abrechnungsperiode an verschiedenen Maschinen aus Stahlstangen Präzisions-Gewindestangen vom Typ 1 (10.000 Stück) und Typ 2 (20.000 Stück) an. Die Stahlstangen werden zunächst in der Dreherei mit einem Gewinde versehen und dann mit Chrom überzogen. Aus dem BAB der Abrechnungsperiode ergeben sich für die Kostenstellen des Unternehmens folgende Gemeinkosten: Kostenstelle Gemeinkosten Materialstelle 228.000 € Dreherei 798.000 € Verchromung 360.000 € Vertrieb 178.600 € Daneben fallen für die Gewindestangen folgende Einzelkosten an: Typ 1 Typ 2 Materialeinzelkosten 100 €/Stück 64 €/Stück Fertigungslöhne in der Dreherei 50 €/Stück 48 €/Stück Sondereinzelkosten der Dreherei 4 €/Stück 3 €/Stück Welche der folgenden Aussagen sind richtig? a) Zu den wichtigsten Aufgaben der Kostenrechnung gehört die Unterstützung der Unternehmensleitung bei der kurzfristigen Planung und der Kontrolle des Unternehmensgeschehens. Dabei unterscheidet man die Kostenträgerstückrechnung und die Kostenträgerzeitrechnung. b) Der Zuschlagsatz für die Materialstelle beträgt 10%. c) Die Fertigungsgemeinkosten betragen bei Typ 1 und Typ 2 je Stück 14,00 €. d) Die Bezugsgröße der Vertriebskosten sind die Herstellkosten, in diese müssen die Verwaltungsgemeinkosten einbezogen werden. e) Die durch die Kostenträgerrechnung ermittelten Herstellkosten dienen als Grundlage für die Kalkulation der Angebotspreise. 3 10 33 20 _V Ü B K üp pe r F rie dl ua 6A - B g 3 38 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.3.4 Maschinenstundensatzrechnung Aufgabe 1.3.4.1: Maschinenstundensatzrechnung In der Fertigungsabteilung einer Unternehmung stehen für die Vornahme einer bestimmten Arbeitsverrichtung ein Großgerät und fünf kleinere Geräte zur Verfügung. Maschine Großgerät Kleingeräte 1 2 3 4 5 Belegzeit [h/Bauteil] 2,0 0,9 1,2 0,3 0,6 1,5 Kosten [€] Zuschlagssatz [%] Fertigungsmaterial 120,- 30 Fertigungslöhne 70,- 210 Planwerte Rechnungsmerkmal Großgerät Gruppe der 5 Kleingeräte Nutzungsdauer [Jahre] 10 12 (je Gerät) Wiederbeschaffungswert [€] = Anschaffungskosten [€] 384.000,- 63.000,- (je Gerät) Raumbedarf [m2] 30 50 (gesamte Gruppe) Strombedarf [kWh] 5 3 (je Gerät) Jährliche Instandhaltung [€] 5.600,- 9.000,- (gesamte Gruppe) Versicherung [€] 3.840,- 3.000,- (gesamte Gruppe) Jährliche Werkzeugkosten [€] 1.200,- 450,- (je Gerät) Ausfallzeiten [h] 240 340 (je Gerät) Zinssatz 10% (Durchschnittsverzinsung!) Raumkosten monatlich 6,- €/m2 Strompreis 0,14 €/kWh 1.3 Kalkulation 39 Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden an 230 Tagen im Jahr. Ein Bauteil wird auf den 6 Maschinen gefertigt. a) Berechnen Sie den geplanten Maschinenstundensatz für das Großgerät und ein Kleingerät. b) Kalkulieren Sie anhand der errechneten Maschinenstundensätze und der angegebenen Fertigungslohn-, Fertigungsmaterialkosten und Maschinenbelegungszeiten die Herstellkosten des Bauteils. c) Unter welchen Umständen erachten Sie die Kalkulation mit Maschinenstundensätzen für sinnvoll? 1.3.5 Kalkulation von Kuppelprodukten Aufgabe 1.3.5.1: Kalkulation von Kuppelprodukten In einem Kuppelprozess werden vier Produkte erzeugt. Die dabei angefallenen Kosten, Produktionsmengen und Erlöse sind aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. Produkt direkt zurechenbare Kosten [€] Kosten des Kuppelprozesses [€] Produktionsmenge [Stück] Erlöse [€] A 40.000,- 20.000 100.000,- B 8.000,- 80.000,- 2.000 20.000,- C 12.000,- 1.000 30.000,- D 4.000,- 1.000 10.000,a) Kalkulieren Sie die Stückkosten nach der Restwertmethode, wenn Produkt A das Hauptprodukt ist. b) Kalkulieren Sie die Stückkosten nach der Verteilungsrechnung mit einer Verteilung nach Marktwerten (Marktwertmethode). Aufgabe 1.3.5.2: Kalkulation von Kuppelprodukten In einem Chemiebetrieb entstehen bei einer Kuppelproduktion in der ersten Fertigungsstufe die Zwischenprodukte A und B. Beide Zwischenprodukte müssen in einem weiteren Kuppelproduktionsprozess verarbeitet werden. Aus Produkt A entstehen in der zweiten Fertigungsstufe die absatzfähigen Produkte C und D. Dabei fallen im Anschluss an die Aufspaltung direkt zure- 40 1. Bestandteile der Kostenrechnung chenbare Kosten für C in Höhe von € 10.000,- und für D in Höhe von € 20.000,- an. Der Stückverkaufspreis von Produkt C beträgt € 20,-, von Produkt D € 500,-. Bei der Verarbeitung von B lassen sich die Endprodukte E und F sowie das weitere Zwischenprodukt G gewinnen. Für Produkt E betragen die direkt zurechenbaren Weiterverarbeitungskosten € 10.000,-. Durch einen Veredelungsprozess resultiert aus dem Produkt G das am Markt absetzbare Erzeugnis H, wobei der Prozess Kosten in Höhe von € 60.000,- verursacht. Das Produkt H kann zu 500,- €/Stück verkauft werden, während die Produkte E und F jeweils einen Verkaufspreis von 10,- €/Stück erzielen. Für den gesamten Fertigungsprozess werden 100.000 kg einer Mischung aus zwei Rohstoffen eingesetzt. Für Rohstoff I, der zu 60% eingeht, sind 0,50 €/kg, für Rohstoff II 1,- €/kg zu bezahlen. Für die Mischung entstehen Kosten in Höhe von € 30.000,-. a) Ermitteln Sie die Gewinne der verkauften Produkte bei Verwendung der Marktwerte als Bezugsgröße (Marktwertmethode). Folgende Produktions- bzw. Absatzmengen gelten: Produkt A B C D E F G H Produktionsbzw. Absatzmenge [Stück] 100 500 2.000 50 3.000 500 2.000 1.000 b) Aufgrund strenger Umweltschutzauflagen wird in naher Zukunft die Weiterverarbeitung von Zwischenprodukt A nunmehr unter strengen Auflagen möglich sein. Die Unternehmung gibt deshalb die Weiterverarbeitung von A auf. Ein Entsorgungsunternehmen ist bereit, die je Kuppelprozess anfallende Menge von Produkt A gegen ein Entgelt von € 12.000,- zu übernehmen. Kalkulieren Sie unter diesen Bedingungen den Gewinn von Hauptprodukt H nach der Restwertmethode. Aufgabe 1.3.5.3: Kalkulation von Kuppelprodukten Bei einem Kuppelprozess entstehen die Endprodukte A, C und D. Die Produkte C und D werden aus dem Zwischenprodukt B gewonnen. Bei der Produktion von A und B fallen in der Kostenstelle 1 die Kosten K1 an, bei der Produktion von C und D in der Kostenstelle 2 die Kosten K2. Marktwerte [€] Kosten [€] A 90.000,- Rohstoff 20.000,- C 85.000,- K1 100.000,- D 65.000,- K2 90.000,- 1.3 Kalkulation 41 Rohstoff K1 A B K2 C D a) Bestimmen Sie die Herstellkosten der Endprodukte über die Marktwertmethode (retrograde Rechenweise). b) Kalkulieren Sie den Gewinn, wenn A und C Nebenprodukte sind. Aufgabe 1.3.5.4: Kalkulation von Kuppelprodukten Aus einem Rohstoff (30.000 kg zu 1,- €/kg) entstehen bei einer Kuppelproduktion in einer Abrechnungsperiode die Kuppelprodukte A und B. Während Produkt A sofort am Markt abgesetzt werden kann, wird B in mehreren Produktionsstufen zu den Endprodukten B11 und B12 und B2 weiterverarbeitet und dann ebenfalls vollständig verkauft. Die Produktionsstufen mit den entstehenden Kosten in den Kostenstellen K1 bis K5 und die Marktwerte der Endprodukte zeigt untenstehende Darstellung. A B B2B1 B11 B12 Rohstoff K1: 60.000 € K4: 244.000 € K5: 46.000 € K2: 80.000 € K3: 20.000 € MW: 30.000 € MW: 80.000 €MW: 380.000 € MW: 20.000 € Ermitteln Sie die Gewinne der verkauften Endprodukte, indem Sie deren Marktwerte als Verteilungsgrundlage der Kosten heranziehen. 42 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.5.5: Kalkulation von Kuppelprodukten Die Firma Fadenschein GmbH & Co KG stellt aus einem Rohstoff bei Kosten in Höhe von € 50.000,- (K1) die Kuppelprodukte A, B und C her. Produkt C kann sofort am Markt abgesetzt werden, während A und B erst noch zu den verkaufsfähigen Endprodukten A1, A2, B2, B3 und B4 weiterverarbeitet werden müssen. Die nachfolgende Tabelle gibt die Produktionsstruktur, die anfallenden Kosten (K1 bis K7) und die Verkaufspreise (Marktwerte MW) wieder. Rohstoff: 30.000 € K1: 50.000 € Produkt B1 Produkt B3 MW: 190.000 € Produkt B2 MW: 15.000 € Produkt A1 MW: 65.000 € Produkt B4 MW: 40.000 € Produkt B Produkt C MW: 10.000 € Produkt A K6: 122.000 € K7: 23.000 € K2: 40.000 € K3: 10.000 € K4: 30.000 € K5: 5.000 € Produkt A2 MW: 10.000 € Ermitteln Sie mit Hilfe der retrograden Rechenweise (Marktwertmethode) die Kosten der verkauften Endprodukte. Aufgabe 1.3.5.6: Kalkulation von Kuppelprodukten Ihr Vorgesetzter, Leiter der Abteilung "Kalkulation und Kostenkontrolle", beauftragt Sie, für das abgelaufene Geschäftsjahr die Herstellkosten der verkaufsfähigen Produkte, die im Rahmen einer Kuppelproduktion anfallen, zu ermitteln. Folgende Angaben stehen Ihnen zur Verfügung: Aus dem Rohstoff, der zu einem Preis von € 156.000,- eingekauft wurde, entstanden während der Produktionsperiode die Kuppelprodukte A bis P entsprechend der nachfolgenden Produktionsstruktur, wobei die Produkte A, B, 1.3 Kalkulation 43 D, F, G, I, K, und N nur Zwischenprodukte darstellen, während die Produkte C, E, H, L, M, O, und P marktfähige Hauptprodukte sind. Rohstoff K1 A K2 C B K3 D K4 G K6 L H E F K5 J K K7 M N K9 P K8 O Die in den einzelnen Kostenstellen angefallenen Kosten und die Marktwerte der Hauptprodukte geben die folgenden Abbildungen wieder. Kostenstellen Kosten [€] Produkte Marktwerte der Hauptprodukte [€] K1 180.000,- C 80.000,- K2 60.000,- E 140.000,- K3 100.000,- H 60.000,- K4 120.000,- L 160.000,- K5 120.000,- M 140.000,- K6 20.000,- O 200.000,- K7 40.000,- P 180.000,- K8 40.000,- K9 40.000,a) Bestimmen Sie mit Hilfe der retrograden Rechenweise (Marktwertmethode) die Herstellkosten der verkauften Produkte. b) Alternativ zu dieser Rechnung schlägt Ihnen Ihr Vorgesetzter eine andere Betrachtungsweise vor, bei der die Produkte L und M als Nebenprodukte angesehen werden, wobei sich deren Ergebnis auf die entsprechenden Hauptprodukte auswirkt. Wie groß sind die Herstellkosten und Gewinne der Hauptprodukte in diesem Fall? 44 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.5.7: Kalkulation von Kuppelprodukten Eine Unternehmung der chemischen Industrie stellt aus einem Rohstoff im Wert von € 25.000,- in einer Kuppelproduktion die Produkte A bis J her. Die Produkte B, E und G sind Zwischenprodukte, die vollständig zu den Produkten der untergeordneten Stufen weiterverarbeitet werden; A, C, D, F, H und J sind verkaufsfähige Endprodukte. Die folgende Abbildung enthält die Erzeugnisstruktur und die Produktionsmengen. Rohstoff Produkt FProdukt D Produkt A Produkt B Produkt H Produkt G Produkt E Produkt C Produkt J 2.000 t 3.000 t 5.000 t 1.000 t 2.000 t 2.000 t 3.000 t 1.500 t 1.500 t Folgende Kosten sind entstanden: Direkt zurechenbare Kosten [€/t] Produkt A Produkt D Produkt G Produkt J 4,- 4,50 2,- 2,- Sonstige, nicht direkt auf Produkte zurechenbare Verfahrenskosten [€] 20.000,- Die Endprodukte erzielen am Markt folgende Erlöse: Produkt A C D F H J [€/t] 10,- 5,- 12,- 8,- 8,- 6,a) Berechnen Sie mit Hilfe der Marktwertmethode die Gewinne der verkauften Endprodukte. b) Wie verändert sich der Gesamtgewinn des Unternehmens, wenn D und H als Nebenprodukte betrachtet werden? Begründen Sie Ihre Aussage. c) Sollte die Produktion der Produkte C, F, H, J zugunsten einer Produktionserweiterung der gewinnträchtigen Produkte A und D eingeschränkt werden? 1.3 Kalkulation 45 1.3.6 Verfahrenswahl Aufgabe 1.3.6.1: Verfahrenswahl In der "Bodo Butter AG Büttelborn" möchte der Leiter der Produktionsabteilung eine Verfahrensplanung durchführen. Dazu stehen folgende Daten aus der Kostenrechnung zur Verfügung. Die Produkte I, II und III können von drei verschiedenen Drehbänken (Normale Drehbank, Halbautomat, Drehautomat) bearbeitet werden. Dabei fallen die unten angegebenen Rüst-, Werkzeugund Energiekosten an. Das Produkt III lässt sich mit einem Sonderwerkzeug, das ausgeliehen werden muss, auf dem Vollautomaten bearbeiten. Die Maschinensätze geben die Kosten pro Bearbeitungsminute an. Kostenarten Drehautomat Halbautomat Drehbank Einricht-, Rüstkosten [€] 1.000,- 500,- 50,- Sonderwerkzeug bei Produkt III [€] 500,- -- -- Werkzeugverschleiß [€/min] 3,- 1,50 2,- Energie [€/min] 1,- 0,75 1,25 Maschinensatz [€/min] 2,- 0,50 0,10 Produkt Bearbeitungszeit [min/Stück] Stückzahl Drehautomat Halbautomat Drehbank I 0,2 3,0 5,0 100 II 2,0 3,0 5,0 10 III 0,4 1,5 6,0 500 Ermitteln Sie die kostengünstigste Maschinenauswahl. 46 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.6.2: Verfahrenswahl Das bisherige Produktionsverfahren in einem Werk soll im Hinblick auf Erhöhung der Produktionsmenge untersucht werden. Sie erhalten folgende Informationen: Bisherige Herstellmenge [Stück] 1.000 Geplante Herstellmenge [Stück] 1.500 Preis für fertige Produkte bei Zukauf [€/Stück] 4,- Kosten für Rohmaterial bei Eigenerstellung [€/Stück] 2,- Lagerkosten (anteilig pro gekauftes Fertigprodukt) [€/Stück] 0,20 Zwischenlagerkosten (anteilig der hergestellten Produkte) [€/Stück] 0,05 Fertigungskosten bei Eigenerstellung Kostenarten Alternative Energiekosten (variabel) (a) (b) (c) 0,30 0,25 0,25 [€/Stück] [€/Stück] [€/Stück] Rüstkosten (fix pro Serie) (a) (b) (c) 3 Ser. à 150,- 3 Ser. à 50,- 2 Ser. à 100,- [€/Periode] [€/Periode] [€/Periode] Lohnkosten (variabel) (a) (b) (c) 3.200,- 500,- 1.800,- [€/Periode] [€/Periode] [€/Periode] Abschreibungen auf die alte Maschine (fix) 1.000,- [€/Periode] Erforderliche Investitionsausgaben (a) (b) (c) 3.000,- 12.000,- --- [€] [€] Die Investitionen sind linear über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abzuschreiben. Sie haben die Aufgabe, die entstehenden Kosten pro Periode für folgende Alternativen zu bestimmen: a) Das bisherige Produktionsverfahren wird durch Zusatzaggregate verbessert. b) Die bisherigen Maschinen werden durch neue ersetzt und stehen in Zukunft als Reserveaggregate zur Verfügung. c) Die erforderlichen Zusatzmengen werden durch Zukauf aufgebracht. d) Die Produktion erfolgt vollständig durch Fremdbetriebe, und die alten Anlagen stehen in Zukunft als Reserveaggregate zur Verfügung. Welche der vier Alternativen ist kostenoptimal? 1.3 Kalkulation 47 1.3.7 Kalkulation auf der Basis von Preis-Absatz-Funktionen Aufgabe 1.3.7.1: Preis- und Mengenpolitik In einer Unternehmung ist der gegenwärtige Absatz des Produktes "X-tra" durch untenstehende Daten gekennzeichnet. Der Planungsabteilung werden verschiedene Maßnahmen für die folgende Periode vorgeschlagen. Würdigen Sie die Maßnahmen bezüglich ihrer Wirkung. Umsatz [Stück] 230.000 Preis [€/Stück] 5,- Umsatz [€] 1.150.000,- Variable Kosten des Umsatzes [€] Löhne 70.000,- Material 200.000,- Variable Gemeinkosten 55.000,- Fracht u. Verpackung 20.000,- Erzeugnisfixe Kosten 350.000,a) Die Absatzabteilung hält einen Mehrverkauf von 20.000 Stück für realistisch. Diese Absatzsteigerung kann jedoch nur durch eine Preissenkung um 10% erreicht werden. Wie wirkt sich diese Maßnahme auf den Gewinn aus? b) Wäre es eine Verbesserung, den Verkaufspreis um 10% zu erhöhen und dafür einen Absatzrückgang von 15% in Kauf zu nehmen? c) Es ist mit einer Steigerung der Materialkosten um 11,5% zu rechnen. Welche Absatzsteigerung wäre nötig, damit der Gewinn der laufenden Periode auch im kommenden Jahr wieder erzielt wird? Welche Preiserhöhung käme in Frage, wenn diese Erhöhung der Materialkosten nicht im Deckungsbeitrag aufgefangen werden kann, dieser also nach wie vor 70% vom Erlös betragen soll? Beim obigen Vorschlag käme es noch zu einer kleinen Gewinnsteigerung. Soll der Gewinn aber gleich bleiben, welcher Verkaufspreis käme dann (bei geändertem Deckungsbeitragssatz) in Frage? 48 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.3.7.2: Preis-Absatz-Funktion In einer Unternehmung ist der gegenwärtige Absatz des Produktes "XX-tra" durch folgende Daten gekennzeichnet: Absatzmenge [Stück] 230.000 Preis [€/Stück] 5,- Variable Kosten des Umsatzes [€] Löhne Material Variable Gemeinkosten Fracht und Verpackung 70.000,- 200.000,- 55.000,- 20.000,- Erzeugnisfixe Kosten [€] 350.000,- Ausgehend vom Umsatz wendet die Unternehmung eine zweistufige Deckungsbeitragsrechnung an. Die Marketing-Abteilung schätzt den folgenden Preis-Absatz-Zusammenhang: Variante Preis pro Stück [€] Änderung des Absatzes [Stück] 2 6,50 -110.000 3 6,- - 70.000 4 5,50 - 35.000 5 4,50 + 50.000 6 4,- + 70.000 7 3,50 + 100.000 Bei einer Stückzahl unter 190.000 könnte das Verwaltungspersonal der XXtra-Produktwerkstatt um eine Person verringert werden, wodurch € 30.000,eingespart würden; unter der Stückzahl von 150.000 Stück könnten zwei Personen und damit € 60.000,- eingespart werden. Über 290.000 Stück müsste das Verwaltungspersonal um eine Person erhöht werden, wodurch € 40.000,- mehr an Kosten auftreten würden; über 320.000 Stück müssten zwei Personen neu eingestellt werden, wodurch € 80.000,- an Kosten zusätzlich anfallen würden. Errechnen Sie die gewinnmaximale Variante. 1.3 Kalkulation 49 Aufgabe 1.3.7.3: Preis-Absatz-Funktion Am Strand von Norderney verkauft ein Student Eis zum Preis von € 2,- pro Portion. Jeden Tag werden 200 Portionen verlangt. Nach Einbruch einer Hitzewelle sucht er nach einer Möglichkeit, seinen Gewinn zu steigern. Eine Möglichkeit dazu sieht er in der Vergrößerung der Portionen, eine andere in der Umgestaltung seines Verkaufsstandes. Bisher bezahlt er für den Verkaufsstand € 120,- täglich; eine Portion Eis kostet ihn € 0,8. Für den umgestalteten Verkaufsstand müsste er täglich € 125,-, für eine größere Portion € 0,2 je Portion zusätzlich rechnen. Die Absatzmenge steigt bei einer Vergrößerung der Portionen um 100 Portionen täglich, bei Umgestaltung des Verkaufsstandes um 40 Portionen. Das Strandsegment, das der Student mit Eis versorgt, wird pro Tag von 600 Badenden besucht, von denen zum bisherigen Preis und ohne Präferenzpolitik des Studenten lediglich 200 eine Portion Eis kaufen. Wäre das Eis umsonst, so würde jeder Badende eine Portion essen. Der Student geht davon aus, dass seine Preis-Absatz-Funktion linear verläuft. a) Welche mathematische Gestalt besitzt die Preis-Absatz-Funktion ohne Präferenzpolitik, bei Vergrößerung der Portionen und bei Umgestaltung des Verkaufsstandes? b) Welcher Gewinn ergibt sich täglich ohne Präferenzpolitik, bei Vergrößerung der Portionen und bei Umgestaltung des Verkaufsstandes unter Beibehaltung des oben genannten Verkaufspreises? c) Welche Preis-Mengen-Kombination führt ohne Präferenzpolitik zum höchsten Gewinn? Wie hoch ist dieser Gewinn? d) Sollte der Student den bisherigen Preis beibehalten und versuchen, mittels Präferenzpolitik die Absatzmengen zu steigern oder ist es für ihn vorteilhafter, weiterhin 200 Portionen zu verkaufen zu dem Preis, den er nach Einsatz jeweils eines präferenzpolitischen Instruments maximal fordern könnte? 50 1. Bestandteile der Kostenrechnung 1.4 Periodenerfolgsrechnung 1.4.1 Kurzfristige Erfolgsrechnung Aufgabe 1.4.1.1: Kurzfristige Erfolgsrechnung a) Geben Sie einen systematischen Überblick über die möglichen Formen der kalkulatorischen Erfolgsrechnung. b) Kennzeichnen Sie die Vor- und Nachteile jeder Form. Aufgabe 1.4.1.2: Kurzfristige Erfolgsrechnung Eine Unternehmung fertigt zwei Produktarten in einem einstufigen Produktionsprozess. Für die beiden Produkte liegen folgende Angaben vor: Produkt Stückerlöse [€] Fertigungsmaterial [€/Stück] Fertigungslöhne [€/Stück] Fertigungszeiten [h/Stück] Fertigungsmengen [Stück] Absatzmengen [Stück] A 70,- 10,- 14,- 0,20 5.000 4.000 B 150,- 25,- 37,50 0,55 2.000 2.500 Die Summe der Gemeinkosten betrug im selben Zeitraum € 300.000,-. a) Berechnen Sie die Kosten des Fertigungsmaterials, der Fertigungslöhne und die für die Fertigung benötigte Zeit je Produktart sowie insgesamt. b) Berechnen Sie unter Verwendung der obigen Ergebnisse und der nachfolgenden Gemeinkosten aus dem BAB die Zuschlagssätze für die Endkostenstellen. Materialstelle Fertigungsstelle Vw- u. Vertriebsstelle Betrag [€] Kosten Summe [€] 10.000,- 210.000,- 80.000,- 300.000,- Zuschlagsbasis Fertigungsmaterial Fertigungszeit HK der abgesetzten Produkte: 480.000,- € --c) Berechnen Sie unter Verwendung der Zuschlagssätze die Selbstkosten der beiden Produktarten. 1.4 Periodenerfolgsrechnung 51 d) Führen Sie unter Verwendung der obigen Ergebnisse die kurzfristige Erfolgsrechnung nach dem Gesamt- und dem Umsatzkostenverfahren durch. Aufgabe 1.4.1.3: Kurzfristige Erfolgsrechnung Die Firma Ignoranz GmbH hat in der letzten Teilperiode ein erheblich schlechteres Ergebnis vorzuweisen als in den vorhergehenden Teilperioden. Daher wird der Periodenerfolg daraufhin analysiert, bei welchem Produkt eine Schwachstelle vorliegt. Aus der Vollkostenrechnung liegen folgende Daten vor: Die Periodenfixkosten betragen € 50.000,- und wurden nach den hergestellten Stückzahlen auf die Produkte geschlüsselt. Von Produkt B wurden 6.000 Stück auf Lager produziert, während von Produkt C 2.000 Stück vom Lager verkauft wurden. Produkt Erlöse [€/Stück] Volle Selbstkosten [€/Stück] Verkaufsmenge [Stück] A B C 3,- 4,- 7,- 2,- 3,50 7,50 10.000 16.000 10.000 a) Nach welchem Verfahren der kurzfristigen Erfolgsrechnung sind die Berechnung und Analyse des Periodenerfolgs in der Vollkostenrechnung zweckmäßigerweise vorzunehmen? Begründen Sie Ihr Urteil. b) Bestimmen Sie den Periodenerfolg nach diesem Verfahren und suchen Sie eine mögliche Schwachstelle. Aufgabe 1.4.1.4: Gesamtkostenverfahren auf Voll- und Teilkostenbasis Die Kostenrechnungsabteilung der Firma Häberle & Pfleiderer, die Schneideisen vom Typ A und vom Typ B herstellt und bisher gute Gewinne aufweisen konnte, hat für den kommenden Monat die folgenden Planzahlen ermittelt: Produkt Stückerlöse [€] Fertigungszeit [min/Stück] Fertigungsmenge [Stück] Absatzmenge [Stück] A B 23,- 13,- 30 20 10.000 6.000 12.000 5.000 52 1. Bestandteile der Kostenrechnung Kostenarten Gesamtkosten [€] Materialstelle [€] Fertigungsstelle [€] Verwaltungs- und Vertriebsstelle [€] fix prop. fix prop. fix prop. fix prop. Fertigungsmaterial: Produkt A Produkt B Fertigungslöhne FGK Lagerkosten Vw-Kosten Werbung Verkauf 42.000,- 1.300,- 10.000,- 3.090,- 20.000,- 20.000,- 6.000,- 105.000,- 126.000,- 1.300,- 8.000,- 2.345,- 18.000,- 1.300,- 20.000.- 6.000,- 1.300,- 42.000,- 105.000,- 126.000,- 10.000,- 3.090,- 20.000,- 8.000,- 2.345,- 18.000,- Zuschlagsbasen Fertigungsmaterial Fertigungszeiten Herstellkosten a) Ermitteln Sie den Periodenerfolg nach dem Gesamtkostenverfahren a1) bei Vollkostenrechnung a2) bei Teilkostenrechnung. b) Wie lässt sich der Unterschied im Periodenerfolg zwischen a1) und a2) begründen? c) Welche der folgenden Möglichkeiten würden Sie der Unternehmensleitung unter Erfolgsgesichtspunkten für den kommenden Monat empfehlen? Begründen Sie Ihren Vorschlag. c1) Realisierung der Planzahlen c2) Streichen von Produkt A, Realisierung der Planzahlen für Produkt B c3) Streichen von Produkt B, Realisierung der Planzahlen für Produkt A c4) Einstellen der Fertigung. 1.4 Periodenerfolgsrechnung 53 Aufgabe 1.4.1.5: Periodenerfolgsrechnung auf Voll- und Teilkostenbasis Die Planwerte für die Folgeperiode betragen: Herstellkosten [€] 800.000,-davon fix: 200.000,- Vertriebsgemeinkosten [€] 200.000,-davon fix: 120.000,- Verwaltungsgemeinkosten [€] 160.000,-davon fix: 160.000,- Herstellungsmenge [Stück] 10.000; Stückerlös [€/Stück] 140,a) Berechnen Sie den Periodenerfolg nach dem Umsatz- und dem Gesamtkostenverfahren bei Vollkosten- und bei Teilkostenrechnung, wenn alle hergestellten Produkte abgesetzt werden. Unterscheidet sich der Gewinn der Vollkostenrechnung von dem bei Teilkostenrechnung? Begründen Sie Ihre Aussage. b) Berechnen Sie den Periodenerfolg nach dem Umsatz- und dem Gesamtkostenverfahren bei Vollkosten- und bei Teilkostenrechnung, wenn nur 8.000 (der hergestellten 10.000) Produkteinheiten abgesetzt werden und die Vertriebskosten entsprechend niedriger sind. Worauf ist die Gewinndifferenz zurückzuführen? Empfehlen Sie unter kurzfristigen Gesichtspunkten die Produktion? Begründen Sie Ihre Auffassung. Aufgabe 1.4.1.6: Preisfindung auf Vollkostenbasis Für die Preisentscheidung auf Vollkostenbasis haben Sie die folgenden Prämissen gegeben: kostenorientierte Preispolitik, 20% Gewinnzuschlag auf (volle) Selbstkosten linear fallende Nachfragefunktion x = 32.000 - 2.000 p Fixkosten von € 48.000,- variable Stückkosten 4,- €. Berechnen Sie den Angebotspreis, die Nachfragemenge und die Differenz zwischen Nachfrage- und Fertigungsmenge für alternative Fertigungsmengen von 6.000, 8.000, 10.000 und 12.000 Stück. 54 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.4.1.7: Erfolgsrechnung auf Vollkostenbasis Berechnen Sie für die nachfolgenden Daten die Stückerfolge auf Vollkostenbasis (Schlüsselung der Fixkosten nach der Fertigungszeit) sowie den Gesamterfolg mit und ohne "Verlustprodukte". Produktart A B C Produktionsmenge [Stück] 1.000 1.200 500 Stückerlös [€] 8,- 6,- 10,- Variable Stückkosten [€] 5,- 4,- 9,- Fertigungszeit [h] - je Stück - je Produktart 1 1.000 2 2.400 4 2.000 Fixkosten [€] insgesamt 2.700,- Aufgabe 1.4.1.8: Erfolgsrechnung Als Vorstandsassistent der Schluck&Specht Brauerei AG sollen Sie aus den folgenden unvollständigen Informationen der Abteilung `Rechnungswesen` die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2003 erstellen. Trau-Dich Hau-Weg Hergestellte Menge 2002 19.000 34.000 Hergestellte Menge 2003 25.000 30.000 An weiteren Informationen wird Ihnen lediglich mitgeteilt, dass die Preise für Trau-Dich (24,- €/Stück) und Hau-Weg (28.- €/Stück) in beiden Jahren gleich geblieben sind. Im Jahr 2002 wurde die gesamte Produktion abgesetzt, 2003 konnten 5.000 Stück Hau-Weg nicht verkauft werden. Die variablen Kosten auf die hergestellten Mengen blieben in beiden Jahren gleich hoch. Fixe Kosten sind nicht angefallen. Weiter teilt Ihnen die Abteilung `Rechnungswesen` mit, dass sich 2003 der Gewinn nach Steuern im Vergleich zum Jahre 2002 um 1,2% vermindert hat. Der Kostensteuersatz auf den Gewinn vor Steuern betrug 2002 48%. Dieser wurde 2003 auf 52% erhöht. Weitere Steuern sind nicht zu betrachten. a) Bestimmen Sie die variablen Stückkosten von Trau-Dich und Hau-Weg. b) Erstellen Sie die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2003. c) Geben Sie die variablen Gesamtkosten der Periode an. 1.4 Periodenerfolgsrechnung 55 1.4.2 Break-Even-Analyse Aufgabe 1.4.2.1: Break-Even-Analyse Die Geschäftsleitung einer Schokoladenfabrik, die bisher ausschließlich eine große Ladenkette beliefert hat, bittet Sie, mit Hilfe der Break-Even-Analyse verschiedene Vorschläge unabhängig voneinander zu überprüfen. Für die Vorbereitung der Jahresplanung liegen Ihnen folgende Eckdaten vor: Verkaufspreis je Tafel [€] 0,45 Variable Kosten [€] Rohstoffe Fertigungslöhne Fertigungsgemeinkosten 0,12 0,10 0,05 Fixe Kosten [€] 140.000,- Derzeitige Kapazitätsgrenze der Fabrik 1,2 Mio. Tafeln im Jahr Erwarteter Absatz für das kommende Jahr 1,0 Mio. Tafeln im Jahr a) Bestimmen Sie aus einem Break-Even-Schaubild und mathematisch den Break-Even-Punkt der Schokoladenfabrik und das zu erwartende Ergebnis bei Durchführung des Absatzplanes. b) Es wird vorgeschlagen, die Kapazität der Fabrik voll auszulasten. Allerdings muss dann der Preis auf € 0,40 je Tafel gesenkt werden. Außerdem erwartet die Ladenkette, dass die Fabrik € 50.000,- an Kosten einer Verkaufsförderungsaktion übernimmt. Wie ist die Maßnahme zu beurteilen? c) Nach Informationen des Produktleiters ist im Planungszeitraum mit bisher nicht eingeplanten Lohnerhöhungen in der Fertigung um 15% zu rechnen. In welchem Maß müssen die Preise erhöht werden, um diese Lohnerhöhung ohne Ergebnisverschlechterung auffangen zu können? d) Durch ein technisch verbessertes Verfahren der Zubereitung der Kakaomasse können die Rohstoffkosten je Tafel um 20% gesenkt werden. Die fixen Kosten erhöhen sich jedoch gleichzeitig um € 15.000,-. Empfiehlt es sich, die Verfahrensänderung durchzuführen? 56 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.4.2.2: Break-Even-Analyse Eine Unternehmung fertigt die Produkte A, B und C. Sie fallen bei der Produktion zwangsläufig in der konstanten Mengenrelation A : B : C = 5 : 2 : 1 an. Der Unternehmung entstehen bei ihrer Produktion fixe Kosten in Höhe von € 77.000,-. Die proportionalen Kosten betragen für ein Produktbündel (fünf Einheiten von Produkt A, zwei Einheiten von Produkt B und eine Einheit von Produkt C) € 36,-. Für die produktweise Weiterbearbeitung der Kuppelprodukte, welche für die Erlangung der Absatzreife erforderlich wird, fallen proportionale Stückkosten in Höhe von € 9,20 für Produkt A, € 1,80 für Produkt B und € 0,70 für Produkt C an. Es wird ein Stückerlös von € 19,40 für Produkt A, € 8,95 für Produkt B und € 6,40 für Produkt C erwartet. a) Berechnen Sie die Fertigungsmenge, bei der die Unternehmung gerade eine Deckung ihrer Kosten erreicht (Gewinnschwelle). b) Bei welchen Absatzmengen wird ein Mindestgewinn von € 42.000,erreicht? c) Berechnen Sie die gesamten proportionalen Kosten an der Gewinnschwelle aus Teilaufgabe a) und bei dem Mindestgewinn aus Teilaufgabe b). 1.4 Periodenerfolgsrechnung 57 Aufgabe 1.4.2.3: Break-Even-Analyse Ein Hersteller von Sonnenschirmen hat in einer Planperiode Fixkosten in Höhe von € 12.000,- und proportionale Stückkosten von € 16,-. Der Nettoerlös für einen Sonnenschirm beträgt € 40,-. a) Bestimmen Sie die Absatzmenge, für die ein Mindestgewinn in Höhe von € 6.000,- realisiert werden kann, rechnerisch und graphisch (Skizze mit Kennzeichnung der relevanten Beträge). b) Bei gleich bleibenden Fixkosten in Höhe von € 12.000,- ist der Hersteller nun in der Lage, neben den Sonnenschirmen auch Regenschirme mit proportionalen Stückkosten von € 12,- und Nettostückerlösen von € 28,- zu produzieren. Welche besondere geometrische Eigenschaft hat die Gewinnschwelle der Break-Even-Analyse in diesem Fall? Welche hätte Sie im Fall einer n-Produkt-Fertigung? Bestimmen Sie die Absatzmengen, für welche die Gewinnschwelle (Gewinn = 0) erreicht wird, rechnerisch und graphisch (Skizze und Beträge). c) Eine genauere Analyse der Fixkosten hat ergeben, dass den Sonnenschirmen Fixkosten in Höhe von € 1.560,-, den Regenschirmen Fixkosten in Höhe von € 840,- direkt zurechenbar sind. Führen Sie nun für jede Produktart (Sonnen- und Regenschirme) eine eigene Break-Even- Analyse durch. Verteilen Sie dabei die keiner Produktart direkt zurechenbaren Fixkosten im Verhältnis der Stückdeckungsbeiträge auf beide Produkte. d) Erläutern Sie kurz vier Erweiterungsmöglichkeiten des Grundmodells der Break-Even-Analyse. 58 1. Bestandteile der Kostenrechnung Aufgabe 1.4.2.4: Break-Even-Analyse Der Sportartikelhersteller Sadida beauftragt Sie mit einer Break-Even- Analyse für das WM-Trikot Siegerhaut. Die Unternehmung kalkuliert mit einem Stückerlös von € 60. Die variablen Stück-Herstellkosten betragen € 20. Variable Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten werden mit einem 20%-igen Zuschlag auf die Herstellkosten angesetzt. Die Fixkosten belaufen sich auf € 30.000.000. a) Errechnen Sie den Stück-Deckungsbeitrag sowie die Stück-Deckungsbeitrags-Rate. b) Bestimmen Sie die Break-Even-Menge. Die Jahresproduktionskapazität beträgt 2.800.000 Trikots. Nach wie viel Tagen hat Sadida die Break- Even-Menge hergestellt? Die Unternehmung strebt aus dem Trikotverkauf einen Zielgewinn von € 6.000.000 für das WM-Jahr an. Wie hoch ist der Zielumsatz? Hinweis: Unterstellen Sie, dass das Jahr 360 Tage hat und dass kontinuierlich produziert wird. c) Nehmen Sie nun an, dass die Umsatzerlöse in US-Dollar erzielt werden. Sadida geht davon aus, dass der US-Dollar bis zur Umsatzrealisierung von 1 €/$ auf 0,8 €/$ abgewertet wird. Berechnen Sie den Stückverkaufspreis in US-Dollar, so dass der Zielgewinn für die Zielgewinn-Menge aus Teilaufgabe b) erreicht wird. d) Die Hausbank von Sadida bietet an, gegen einen Fixbetrag von € 2.500.000 einen Wechselkurs von 0,95 €/$ zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung zu garantieren. Die Unternehmung geht bei der Prüfung des Angebots davon aus, dass 1.000.000 Trikots verkauft werden können, dass die Stückkosten auf €-Basis konstant bleiben und dass der erzielbare Stückerlös $ 60 beträgt. Sollte Sadida das Angebot annehmen? e) Sadida verzichtet auf das Währungssicherungsgeschäft. Unterstellen Sie jetzt, dass nicht nur die Umsatzerlöse in US-Dollar realisiert werden, sondern auch dass die variablen Kosten auf Dollar-Basis anfallen. Der Stückerlös beträgt $ 60, die proportionalen Stückselbstkosten belaufen sich auf $ 24. Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für Ihre Zielgewinn-Menge und Ihren Zielgewinn-Umsatz auf €-Basis? Begründen Sie kurz Ihr Ergebnis. f) Durch eine aufwändige Werbekampagne, die Kosten in Höhe von $ 8.000.000 verursacht, ist es Sadida möglich, den Stückpreis in den USA auf $ 75 anzuheben. Die variablen Kosten auf US-Dollar-Basis bleiben unverändert. Ermitteln Sie die nun notwendige Zielgewinn-Menge. g) Wie lassen sich Cost-Volume-Profit-Analysen nutzen, wenn wesentliche Erfolgsgrößen unsicher sind? Veranschaulichen Sie Ihre Ausführungen an einem Beispiel.

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Zusammenfassung

Aufgaben und Lösungen zu den BWL-Essentials

Die Kosten- und Erlösrechnung ist das zentrale betriebliche Informationssystem im privaten und inzwischen auch im öffentlichen Bereich. Sie gehört daher zum Grundgerüst jeder betriebswirtschaftlichen bzw. kaufmännischen Ausbildung. Mehr als in anderen Bereichen ist dabei das Einüben ihrer Verfahren unerlässlich. Dem dient dieses Buch mit Aufgaben und deren Lösungen zu den verschiedenen Gebieten und Systemen der Kosten- und Erlösrechnung, die in einer Vielzahl von Kursen getestet worden sind.