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Fallstudie 9: Felix International AG in:

Ernst Troßmann, Alexander Baumeister, Clemens Werkmeister

Fallstudien im Controlling, page 157 - 170

Lösungsstrategien für die Praxis

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4570-1, ISBN online: 978-3-8006-4571-8, https://doi.org/10.15358/9783800645718_157

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150 IV. Risikocontrolling Fallstudie 9: Felix International AG Währungsabsicherung im Exportgeschäft Problembeschreibung: Die Felix International AG mit Sitz im Hunsrück ist seit vielen Jahren erfolgreich im internationalen Großanlagenbau tätig. Besonders guter Nachfrage erfreuen sich derzeit Anlagen zur Gasreinigung aus der Baureihe „Cleanairix“. Sie erfordern je nach Auftragsspezifikation zwischen Auftragserteilung und Übergabe der Anlage an den Kunden eine mindestens neunmonatige Projektdauer. Die Anlagen werden vollständig am deutschen Stammsitz vormontiert, nach umfangreichen Testläufen wieder in transportfähige Komponenten zerlegt, zum Kunden transportiert und vor Ort endmontiert. Der Exportanteil am Umsatz liegt schon über Jahre hinweg bei etwa 80 %. Aufgrund der Bedeutung des Exportgeschäfts hat man in allen wichtigen Auslandsmärkten eigenständige Vertriebsgesellschaften aufgebaut, die für die Kundenakquisition zuständig sind und die Vertragsverhandlungen mit dem möglichen Abnehmer einer Anlage führen. Die Vertriebseinheiten sind voll erfolgsverantwortlich und haben der deutschen Muttergesellschaft für die Übernahme einer Anlage einen Verrechnungspreis auf Euro-Basis zu entrichten. Bei der Erfolgskontrolle, die auch Grundlage des betrieblichen Anreizsystems ist, rechnet die Konzernmutter strikt in der Zielwährung. Das zentrale Devisenmanagement der Felix International AG, das für die konzernweite Währungsabsicherung verantwortlich ist, prognostiziert eine zunehmende Stärke des Euro gegenüber manchen Fremdwährungen. Man befürchtet daher, künftig die bisherige hohe Exportquote nur noch schwer halten zu können. Konkret erwartet man in Jahressicht eine Euro-Aufwertung von gegenwärtig 1,50 $/€ auf 1,55 $/€. Ferner rechnet man damit, dass es beim preisnotierten Wechselkurs bei der Standardabweichung von 0,06 €/$ des Vorjahres bleiben wird. Am Markt könnte man heute Devisentermingeschäfte mit einjähriger Laufzeit zu 1,56 $/€ abschließen. Ferner könnten einjährige europäische $-Verkaufsoptionen mit der Basis 0,64 €/$ zum Optionspreis von 0,50 € sowie $- Kaufoptionen mit der Basis 0,62 €/$ zum Optionspreis von 0,40 € abgeschlossen werden. Bezugsverhältnis ist in beiden Fällen 100:1. Derzeit kann sich die Felix International AG bei der Geschäftsbank ihrer amerikanischen Tochtergesellschaft zu 5 % p. a. in Dollar verschulden, während Euro-Geldanlagen zu 2,5 % p. a. möglich sind. Das zentrale Devisenmanagement erwartet ferner, dass sich der Wechselkurs des Britischen Pfunds von derzeit 0,70 ₤/€ sowie der Indischen Rupie (INR) von 57 INR/€ in Jahresfrist nicht verändert. Die Standardabweichungen auf Jahresbasis prognostiziert man zu 0,06 €/₤ und 0,0005 €/INR. Die Korrelationsverhältnisse sind wie folgt: Korrelation US-$ ₤ INR US-$ 1,00 0,90 0,70 ₤ 0,90 1,00 0,76 INR 0,70 0,76 1,00 151 Fallstudie 9: Felix International AG Etwa zwei Drittel aller Aufträge der Felix International AG werden in internationalen Submissionen erlangt. Dabei können im Ausschreibungsverfahren zwischen der Angebotsabgabe und dem möglichen Zuschlag leicht mehrere Monate, mitunter je nach Komplexität der Anlage und dem Auftragsvolumen sogar ein ganzes Jahr verstreichen. Aufgrund der teils sehr hohen Auftragsvolumina und der langfristigen Leistungserstellungsprozesse ist es im Großanlagenbau typisch, Teilzahlungen nach Erreichen bestimmter Projektmeilensteine vorzusehen. Störungen in der Zahlungsabwicklung traten in der Vergangenheit hauptsächlich bedingt durch eine politisch instabile Lage bei Abnehmern aus vereinzelten AKP-Staaten auf. Gegenwärtig bearbeitet man einen erst kürzlich erhaltenen Auftrag aus den USA, der nach einjähriger Projektdauer eine Schlusszahlung von 85 Mio. $ erwarten lässt. In dem Monat, in dem die Schlusszahlung fällig wird, werden Ausgaben für den Transport, die Transportversicherung, die Endmontage sowie die Übergabe von 1,2 Mio. € und von 5 Mio. $ erwartet. An sonstigen Fremdwährungszahlungen prognostiziert das zentrale Devisenmanagement in einem rollierenden 12-Monats-Planungsansatz für den Schlusszahlungsmonat aus anderen Geschäften eine Auszahlung in Höhe von 20 Mio. ₤. Stahlkäufe wurden bislang ausschließlich auf €-Basis abgewickelt. Da man stark steigende Stahlpreise erwartet, sollen Termingeschäfte unterschiedlicher Laufzeit abgeschlossen werden. Der heutige Terminpreis für ein Jahr liegt bei 600 €/t. Der Lieferant, der zu einem indischen Stahlkonzern gehört, wäre auch bereit, beliebige Teilmengen zum Preis von 34.200 Indischen Rupien je Tonne abzurechnen. Da die Felix International AG auch eine Stahlhandelstochter hat, liegt die monatliche Bedarfsmenge bei 40.000 t Stahl. Aufgabenstellung zu Fallstudie 9 (Felix International AG): Aufgabe 1: Grundlagen des betrieblichen Währungsmanagements (a) Verdeutlichen Sie verschiedene Arten des Währungsrisikos am Beispiel der Felix International AG. (b) Was ist unter dem Netto-Exposure zu verstehen? Warum ist es im Währungsmanagement zu ermitteln? Wie hoch ist es bei der Felix International AG im letzten Monat des Planungszeitraums? Aufgabe 2: Bestimmung des Absicherungsprogramms (a) Bei der Felix International AG bezeichnet man das Währungsexposure mit x, das Absicherungsvolumen mit h und den risikobehafteten Vermögensbeitrag der Exposureposition zum Fälligkeitstermin nach Umrechnung in die Zielwährung mit ŷ. Bestimmen Sie das optimale Absicherungsvolumen bei einer isolierten Devisenterminabsicherung der $-Position, wenn die Felix International AG die Risikopräferenz in der Zielfunktion Φ(ŷ) = E(ŷ) – α⋅Var(ŷ) mit dem Risikoaversionsparameter α = 1⋅10– 8 berücksichtigt. 152 IV. Risikocontrolling (b) Wie könnte die $-Forderung mit Finanzmarktgeschäften abgesichert werden? Welchen Vermögensbeitrag y kann die Felix International AG dann zum Fälligkeitstermin in der Zielwährung bei einer $-Kreditaufnahme k, einem $-Sollzins z sowie einem €-Habenzinssatz i erwarten? (c) Bei welchem inländischen Habenzinssatz könnte die Felix International AG mit der in b gefundenen Absicherung denselben Vermögensbeitrag erwarten wie mit einer Terminabsicherung? Was sollte sie also bei einem €-Habenzinssatz von 1,5 % tun? Wie hoch sind die Absicherungskosten? Fallen bei einer Absicherung stets Kosten an? (d) Sehen Sie in der Bestimmung des optimalen Absicherungsvolumens nach der Verfahrensweise in a Probleme? Welche Aufgaben hat der Controller in diesem Zusammenhang? (e) Die Felix International AG prüft, das Währungsexposure über ein Devisenoptionsgeschäft abzusichern. Zur Beurteilung der Absicherung will sie jetzt eine Bernoulli-Risikonutzenfunktion der Art yβe u(y) ⋅−−= mit Risikoparameter β verwenden. Der Vermögensbeitrag y wird als normalverteilt angenommen. Er ist die Konsequenz des zufallsabhängigen Wechselkurses, der Optionsanzahl Z, des Basispreises b, des Optionspreises κ sowie der Optionsausübung. Formulieren sie nun die Risikonutzenfunktion in Abhängigkeit dieser Variablen. Verwenden Sie dabei ergänzend die Normalverteilungsdichte ϕ(y) und die Indikatorfunktion I, die die Optionsausübung abbildet. (f) Wie viele Tonnen Stahl müssten auf Termin mit Abrechnung in Indischen Rupien geordert werden, um das mit der Standardabweichung gemessene Risiko des gesamten originären Währungsportfolios ohne zusätzliche Devisenabsicherung auf das Niveau der terminabgesicherten $-Position zu bringen? Empfehlen Sie die Maßnahme? Aufgabe 3: Ausgestaltungsmöglichkeiten des Währungsrisikomanagements (a) Erläutern Sie, was unter einem zentralisierten Währungsmanagement zu verstehen ist. Wie ist die weitgehende Zentralisierung bei der Felix International AG zu beurteilen? (b) M. Öhre, Leiter des Konzerncontrolling der Felix International AG, ist eifriger Verfechter des Zentralisierungskonzepts. So fordert er seit Jahren die Einrichtung eines Konzern-Clearing, Cash Pools oder Reinvoicing Centers. Insbesondere soll damit die Ermittlung des konzernweiten Netto-Exposure unterstützt werden. Diskutieren Sie die jeweilige Zwecksetzung dieser drei 153 Fallstudie 9: Felix International AG Instrumente. Inwieweit sind bisher Elemente davon schon realisiert? Wie würden Sie die genannten Instrumente bei der Felix International AG ausgestalten? Was empfehlen Sie insgesamt? Aufgabe 4: Absicherung im internationalen Submissionsgeschäft (a) Zwischen M. Öhre und K. Rotte, der das konzernweite Devisenmanagement verantwortet, ist in der Währungsausschusssitzung des Konzerns offener Streit über die Absicherung von Exposurepositionen aus internationalen Submissionen ausgebrochen. Während K. Rotte für eine vollständige Absicherung bei der Angebotsabgabe ist, lehnt M. Öhre dies vehement ab, da seiner Ansicht nach Risiken so erst entstünden. Wer von beiden liegt richtig? (b) Welche Empfehlung geben Sie den beiden in diesem Fall für die Bestimmung des optimalen Absicherungsprogramms? 154 IV. Risikocontrolling Lösungshinweise zu Fallstudie 9 (Felix International AG): Aufgabe 1: Grundlagen des betrieblichen Währungsmanagements (a) Ein Transaction Risk trifft die Felix International AG regelmäßig aufgrund der Teilzahlungsvereinbarungen mit einer projektbedingt starken zeitlichen Versetzung der Zahlungen. Ein economic risk ensteht aus der von der Felix International AG erwarteten Euroaufwertung, da durch die Fertigung in Deutschland ein hoher Anteil der Kosten in Euro anfällt. Darunter leidet die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz in Abwertungsländern. Eine Euroaufwertung führt zu zurückgehenden Euroerlösen bei unveränderten Verkaufspreisen in Fremdwährung. Eine diesen Effekt ausgleichende Preiserhöhung senkt jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine Auftragserteilung, so dass sich wettbewerbsbedingt bereits die Fremdwährungszahlungsströme verändern. Außerdem zeigen sich in der Felix International AG auch Währungsumrechnungsrisiken bei der Erstellung der Konzernbilanz. Transfer- und Konvertierungsrisiken können in der Zahlungsabwicklung bei Kunden aus bestimmten AKP-Staaten auftreten. (b) Unter dem Exposure versteht man den Saldo laufzeitentsprechender Positionen in einer Risikoposition, hier der Fremdwährung. Währungsrisiken können sich nur bei diesen Nettopositionen realisieren, da sich Gewinne und Verluste aus Wechselkursveränderungen bei gegenläufigen, betragsidentischen Währungspositionen gegenseitig ausgleichen. Die Netto-Währungspositionen sind daher zu ermitteln (sog. Netting), um unnötige gegenläufige Absicherungspositionen und die damit verbundenen Absicherungskosten zu vermeiden. Abb. IV-5 verdeutlicht das Ermittlungsprinzip. Während aus Risikoausgleichsgründen auf eine strikte Laufzeitidentität der saldierten Währungspositionen zu achten ist, werden in der betrieblichen Praxis aus Praktikabilitätsgründen oftmals Positionen periodenweise, etwa auf Monatsbasis, zusammengefasst. Dahinter steckt die Annahme, dass sich bei einer ausreichenden Anzahl an Währungspositionen Time-lag-Fehler untereinander ausgleichen. Das $-Netto-Exposure für den letzten Monat des Planungszeitraums beträgt 85 Mio. $ – 5 Mio. $ = 80 Mio. $ bei einem ₤-Netto-Exposure von – 20 Mio. ₤. Aufgabe 2: Bestimmung des Absicherungsprogramms (a) Mit dem Exposure x, dem Absicherungsvolumen h in Termingeschäften, dem risikobehafteten preisnotierten Wechselkurs ŵ und dem preisnotierten Terminwechselkurs w ist der risikobehaftete Vermögensbeitrag ŷ in Zielwährung ŷ = (x – h) ⋅ŵ + h ⋅ w. Daraus ergibt sich ein Erwartungswert des Vermögensbeitrags von E(ŷ) = (x – h) ⋅ E(ŵ ) + h ⋅ w 155 Fallstudie 9: Felix International AG Abb. IV-5: Periodenweise Ermittlung des Netto-Währungsexposure (vgl. Baumeister [Währungsrisiko] 79) sowie eine Varianz von Var(ŷ) = (x – h)2 ⋅ Var(ŵ ). Aus der Zielsetzung Φ(ŷ) → max! mit den Nebenbedingungen h ≤ x (Ausschluss von Texas Hedges) h ≥ 0 (Ausschluss von Reversed Hedges) kann mit dem Lagrangeparameter λ und der Schlupfvariablen s die Lagrangefunktion L(h, λ, s) = Φ( ŷ) – λ ⋅ (h – x – s) mit x ≥ 0, h ≥ 0 und s ≥ 0 formuliert werden. Hierfür lauten die Kuhn- Tucker-Bedingungen für ein Maximum: ingungenaritätsbedKomplement 0s 0s h )s,,h(L 0)s,,h(L 0 h )s,,h(L =⋅ =⋅ ∂ ∂ = ∂ ∂ = ∂ ∂ λ λ λ λ λ mit x ≥ 0, h ≥ 0 und s ≥ 0. Allgemein ergibt sich – E(ŵ ) + w + 2α ⋅ (x – h) ⋅ Var(ŵ ) – λ = 0 – h + x + s = 0 156 IV. Risikocontrolling (– E(ŵ ) + w + 2α ⋅ (x – h) ⋅ Var(ŵ ) – λ) ⋅ s = 0 λ ⋅ s = 0 mit x ≥ 0, h ≥ 0 und s ≥ 0. Damit berechnet man im Beispiel mit λ = 0 ein optimales Absicherungsvolumen h* von ,$ 43,426.560.22 $ €06,0€ 1102 $ € 56,1 1 $ € 55,1 1 $ Mio. 80 )ŵ(Var2α w)ŵ(Ex*h 2 228 = ⋅⋅ − −= ⋅ −−= − das sämtliche Kuhn-Tucker-Bedingungen erfüllt. (b) Eine $-Forderungsabsicherung ist mit einer heutigen $-Kreditaufnahme k zum $-Sollzins z möglich. Der $-Kredit ist sofort in die Zielwährung umzutauschen und dort zum €-Habenzinssatz i anzulegen. Mit w0 als aktuellem Wechselkurs ergibt sich bei Kreditabsicherung der Vermögensbeitrag y = [x – k ⋅ (1 + z)] ⋅ ŵ + k ⋅ w0 ⋅ (1 + i) sowie E(y ) = [x – k ⋅ (1 + z)] ⋅ E(ŵ ) + k ⋅ w0 ⋅ (1 + i). (c) Aus der Forderung )ŷ )]i1(wk)ŵ(E)z1(kx[ ! )ŷ wh) ŵ(E)hx( (E(E 0 +⋅⋅+⋅+⋅−=⋅+⋅− folgt k ⋅ [w0 ⋅ (1 + i) – z ⋅ E(ŵ ) – w] = 0. Daraus ergibt sich der gesuchte Habenzins 1 w wz)ŵ(Ei 0 −+⋅= . Man erhält damit i ≈ 0,99 %. Sofern die Felix International AG höhere €-Habenzinsen erzielen kann, wäre eine Absicherung über eine Dollar- Kreditaufnahme zu empfehlen. Beim vorliegenden Habenzins von 1,5 % sollte also eine Kreditabsicherung durchgeführt werden. Die Absicherungskosten einer Fremdwährungsforderung ergeben sich aus der Differenz zwischen Auslandssoll- und Inlandshabenzinssatz bzw. im Fall, dass ohnehin eine Kreditaufnahme im Inland erfolgt wäre, dem Inlandssollzinssatz. Es kann daher zu risikolosen Absicherungserlösen kommen, wenn das Auslands- unter dem Inlandszinsniveau liegt, wie dies z. B. zeitweise zwischen Japan und dem Euroraum der Fall ist. (d) Der Controller hat insbesondere ein kritisches Auge auf die verwendete Risikonutzenfunktion zu werfen. Diese ist nur unter einschränkenden Verteilungsannahmen wie etwa bei Normalverteilung kompatibel zum Bernoulli-Nutzen. Tatsächlich sind jedoch Wechselkursveränderungen allenfalls näherungsweise normalverteilt, so dass Abbildungsfehler entstehen. Zudem bildet die bei der Felix International AG verwendete Zielfunktion in ihrem Risikoteil eine konstante Risikoaversion ab und ist deshalb nur in bestimmten Definitionsbereichen sinnvoll einsetzbar. 157 Fallstudie 9: Felix International AG (e) Da man die Verkaufsoption bei höheren Wechselkursen als 0,64 €/$ nicht ausüben würde, lautet die Indikatorfunktion > ≤ = . €/$ 0,64 ^ wfür0 €/$ 0,64 ^ wfür1 I Das Hedgevolumen muss abhängig von diesem Schwellenwert definiert werden. Mit der Indikatorfunktion I, Z für die Optionsanzahl, dem Basispreis b, dem Optionspreis κ und dem Kalkulationszinssatz p kommt man zum optionsgesicherten Vermögensbeitrag y = (x – 100 ⋅ Z ⋅ I)⋅ ŵ + 100 ⋅ Z ⋅ I ⋅ b – Z ⋅ κ ⋅ (1 + p). Die Zielfunktion ergibt sich dann mit der Normalverteilungsdichte ( ) ,ν−⋅ ⋅π =ϕ e )y(Var2 1y wobei ( ) )y(Var2 )y(Ey 2 ⋅ −=ν ist zu max!yde )y(Var2 1eyd)y()y(u])y(u[E →⋅ ⋅π ⋅−=ϕ⋅= ∞ ∞− ∞ ∞− ν−ω⋅β− (f) Das Risiko σ der abgesicherten $-Position beträgt σ := ^ )y(Var = (x – h) ⋅ )w(Var ^ = (80 Mio. $ – 22.560.426,43 $) ⋅ 0,06 €/$ = 3.446.374,41 €. Das Risiko σP des Währungsportfolios ohne zusätzliche Terminabsicherung ergibt sich mit den Netto-Exposures x1, x2 und x3 für US-$, ₤ und die Indische Rupie zu = = σ⋅σ⋅ρ⋅⋅=σ 3 1i 3 1j Kovarianz jiijjiP xx . Mit z als gesuchter Beschaffungsmenge für die Stahllieferung, die in Indischen Rupien abgerechnet werden soll, ergibt sich ( ) ( ) ( ) .z600.721.83z41,292€104112,1 0005,006,076,0z) 200.34(£) Mio. 20(2 0005,006,07,0z) 200.34($ Mio. 802 06,006,09,0£) Mio. 20($ Mio. 802 0005,0z 200.3406,0£ Mio. 2006,0$ Mio. 80 t 2€ 2t 2€2213 INR € £ € t INR INR € $ € t INR £ € $ € 2 INR € t INR2 $ €2 $ € P ⋅−⋅+⋅= ⋅⋅⋅⋅−⋅−⋅+ +⋅⋅⋅⋅−⋅⋅+ +⋅⋅⋅−⋅⋅+ +⋅⋅−+⋅−+⋅ =σ Aus der Forderung σP = σ folgt 0€724.397.503.234.2t €z600.721.83 t €z41,292 2 2 2 22 =+⋅−⋅ und damit ein Beschaffungsvolumen von 158 IV. Risikocontrolling ( ) .t65,525.256zundt14,879.29zmit 41,2922 724.397.503.234.241,2924600.721.83600.721.83 z 21 2 2/1 == ⋅ ⋅⋅−−± = Da z1 < 40.000 t ist, sollte diese Menge auf Termin geordert werden. Dies empfiehlt sich, da der erwartete Wechselkurs für die Indische Rupie keinen Kostennachteil bei einem Terminkaufpreis von 600 €/t bei Eurofakturierung bzw. 600 €/t ⋅ 57 INR/€ = 34.200 INR/t erwarten lässt. Im Vergleich zur Devisenterminabsicherung muss daher – aufgrund der dort auftretenden Absicherungskosten – ein höherer Erwartungsnutzen resultieren. Würde man daher eine erneute Optimierungsrechnung für die Beschaffungsentscheidung ohne Risikovorgabe durchführen, wäre eine noch höhere Abnahmemenge in Indischen Rupien zu erwarten. In dem hier angewandten Makro-Hedge zeigen sich durch die Grundgeschäftsgestaltung Risikoausgleichseffekte im Währungsportfolio. Dieses sogenannte natürliche Hedging ist bei der vorzufindenden Beschaffungspreissituation vorteilhaft. Aufgabe 3: Ausgestaltungsmöglichkeiten des Währungsrisikomanagements (a) Grundsätzlich lassen sich eine Entscheidungs- und eine Ausführungszentralisation abgrenzen. Die Entscheidungszentralisation führt zur Einschränkung des Entscheidungsspielraums weisungsgebundener Einheiten. Davon unabhängig zu sehen ist die Frage, ob getroffene Absicherungsentscheidungen zentral oder dezentral ausgeführt werden. Eine Entscheidungszentralisation zeigt vor allem folgende Vorteile: eine einheitliche Risikopositionierung im Konzern wird sichergestellt; gegenläufige Absicherungsgeschäfte erfolgsverantwortlicher Konzerngesellschaften und damit unnötige Absicherungskosten werden verhindert; optimale Absicherungsentscheidungen setzen ohnehin die zentrale Ermittlung des konzernweiten Netto-Exposure in den einzelnen Währungen voraus; strategische Entscheidungen zur Änderung der Währungsstruktur, etwa eine Standortverlagerung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, sind nur schwer delegierbar; Translationsrisiken manifestieren sich überhaupt erst zentral. Jedoch ist zu bedenken, dass eine Verringerung des Entscheidungsspielraums mit Motivationsverlusten dezentraler Entscheidungsträger einhergehen kann. Dies liegt daran, dass dann relevante Erfolgspositionen nicht mehr beeinflussbar sind. Im Fall der Felix International AG trifft dies auf die Vertriebseinheiten zu, da diesen durch die Verrechnungspreisregelung Kosten in Fremdwährung entstehen, während die Erlöse in Fremdwährung umzurechnen sind, ohne dass die Vertriebseinheiten Einfluss auf die zentral bestimmte Absicherung haben. Da das Prinzip der Controllability sonst verletzt wäre, müssen währungsinduzierte Einflüsse bei der Erfolgskontrolle eliminiert werden (vgl. Baumeister [Budgetierung] 342 ff.). 159 Fallstudie 9: Felix International AG Für eine Ausführungszentralisation sprechen vor allem die damit erreichbaren Bündelungseffekte, die meist günstigere Transaktionskosten und den leichteren Aufbau von Expertenwissen versprechen. Die Transaktionsrisiken sinken dadurch, dass Einzelgeschäfte zusammengefasst werden, so dass einzelgeschäftsfixe Kosten wegfallen und bei Staffeltarifen zusätzlich die variablen Kosten durch die höheren Transaktionsvolumina sinken. Wegen bestimmter Vorentscheidungen können bei der Felix International AG manche Arten der natürlichen Absicherung nur dezentral ergriffen werden. Dies ist z. B. der Fall, wenn durch die Wahl der Fakturierungswährung oder vertragliche Währungsanpassungsklauseln die Währungsstruktur beeinflusst werden soll. Insbesondere gilt dies dort, wo die Grundgeschäftsgestaltung zur Steuerung der Exposurestruktur im Vordergrund steht, die bei den Vertriebseinheiten angesiedelt ist. Neben einer jeweils vollständigen Entscheidungs- und Ausführungszentralisation wie bei der Felix International AG sind auch zahlreiche Zwischenstufen denkbar. So kann die Absicherungsquote zentral bestimmt werden, während die Absicherungsinstrumente dezentral ausgewählt werden. Gängig ist auch die Vorgabe eines zulässigen Intervalls für die Absicherungsquote, innerhalb dessen die dezentralen Entscheidungsträger die endgültige Absicherungsquote nach individueller Risikopräferenz auswählen. Je stärker die Entscheidungsfindung auf diese Weise verzahnt ist, desto weniger eindeutig ist die Erfolgsentstehung trennscharf abzugrenzen und zuzuweisen. (b) Unter Clearing versteht man die Aufrechnung gegenseitiger Zahlungsansprüche, so dass nur die entsprechenden Netto-Positionen zu transferieren sind. Es kann ein konzerninternes Clearing, das ausschließlich zwischen einzelnen Konzerngesellschaften wirkt, und ein konzernexternes Clearing, das Konzernfremde mit einbezieht, unterschieden werden (vgl. Abb. IV-6). Ein Konzern-Clearing verspricht zunächst lediglich eine Transaktionskosteneinsparung. Weitergehende Effekte ergeben sich, wenn vereinbart wird, dass die Clearingstelle die Clearingsalden mit den Saldierungspartnern stets nur in deren Landeswährung abrechnet. Abb. IV-6: Funktionsprinzip des konzerninternen Clearing Ein Reinvoicing Center ist ein Verrecnungsknotenpunkt innerhalb eines internationalen Konzerns, der die Rechnungsabwicklung zwischen den Konzerngesellschaften bzw. zwischen diesen und dem externen Markt übernimmt (vgl. Abb. IV-7). Der physische Warenfluss ist davon nicht betroffen. 160 IV. Risikocontrolling Da das Reinvoicing Center mit den Konzerngesellschaften ausschließlich in deren Landeswährung abrechnet, sollen diese von Währungsumtauschrisiken freigestellt und damit dezentrale Absicherungen vermieden werden. Abb. IV-7: Funktionsprinzip eines Reinvoicing Center Cash Pooling bedeutet die zentrale Zusammenfassung der Zahlungssalden von Konzerneinheiten. Beim effektiven Cash Pooling transferieren Konzerngesellschaften liquide Mittel, die über vereinbarte Schwellenwerte hinausgehen, als „Cash Provider“ an den zentralen Cash Pool. Er wiederum stellt die Liquidität den Konzerngesellschaften mit Mittelbedarf („Cash Consumer“) zur Verfügung oder legt sie am externen Finanzmarkt an (vgl. Abb. IV-8). Die Zahlungszentralisation erfordert keine Einschränkung der Entscheidungsfreiheit dezentraler Einheiten, wenn der Cash Pool Zuschläge zu den Habenzinssätzen und Abschläge von den Sollzinssätzen des Finanzmarkts offeriert. Im Gegensatz dazu kommt es beim fiktiven Cash Pooling nicht zu einem konzerninternen Zahlungstransfer, da die Konzerneinheiten ihre Zahlungssalden in den einzelnen Währungen lediglich an den zentralen Cash Pool melden. Abb. IV-8: Funktionsprinzip eines Cash Pools 161 Fallstudie 9: Felix International AG Das konzernweite Cash Pooling verringert bei entsprechender Risikostruktur die notwendige Sicherheitskasse im Konzern gegenüber einer isolierten Sicherheitskassenhaltung bei den Konzerngesellschaften. Damit können freiwerdende liquide Mittel höherverzinslich angelegt werden. Außerdem lässt sich Liquiditätsbedarf konzernintern zu geringeren Finanzierungskosten abdecken. Dies liegt einerseits daran, dass externe Geldanlagen der Cash-Provider- bei gleichzeitiger Geldaufnahme der Cash-Consumer-Gesellschaften vermieden werden, andererseits daran, dass die gebündelte Abwicklung von Finanzmarkttransaktionen durch den Cash Pool generell Vorteile mit sich bringt. Schließlich kann bei einer Ansiedlung des Cash Pools in einem Niedrigsteuerland unter entsprechenden Bedingungen, wie etwa Doppelbesteuerungsabkommen, durch den Spread zwischen konzerninternem Soll- und Habenzinssatz die Steuerlast konzernweit optimiert werden. Wenngleich alle drei Ansätze zu einer Zahlungszentralisation beitragen, sind sie doch noch keine geeignete Basis für die Ermittlung der konzernweiten Netto-Währungsexposures als Absicherungsgrundlage. So bezieht sich die Zentralisation beim Cash Pooling auf gegenwärtige Zahlungssalden. Forderungen und Verbindlichkeiten in den einzelnen Währungen bleiben dem zentralen Cash Pool im Standardansatz jedoch unbekannt. Dies kann durch ein erweitertes Meldesystem im fiktiven Cash Pooling behoben werden. Beim Reinvoicing-Center-Konzept ist zu beachten, dass sich zwar aus Sicht der einzelnen Tochtergesellschaften die Fremdwährungszahlungsströme zentralisieren. Das Reinvoicing Center kann jedoch auf Basis der eigenen Netto-Exposures noch nicht konzernoptimal absichern, da auch die Landeswährungspositionen der einzelnen Tochtergrsellschaften zu berücksichtigen sind. Hier hilft eine Kombination aus Reinvoicing-Center- und erweiterten Cash-Pool-Funktionen. Ferner sind Ausgestaltungsdetails zu klären. So hängt die Steuerungswirkung des Reinvoicing-Center-Konzepts von der Wahl des Abrechnungstermins ab; eine vollständige Risikobefreiung der Konzerngesellschaften erreicht man nur durch den Ansatz des Kassa-Wechselkurses bei der Entstehung des Währungsexposures. Tatsächlich wird man in der Praxis aber oftmals den Wechselkurs zum Zeitpunkt der Fakturierung bzw. des Zugangs der Lieferantenrechnung oder gar der endgültigen Zahlungsabwicklung verwenden. Dann jedoch tragen die Konzerngesellschaften das volle Währungsumtauschrisiko. Will man dieses vermeiden, müsste der Wechselkurs zum Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung von Beschaffungs- oder Absatzgeschäften oder im Fall der Submission sogar der Angebotsstellung zugrunde gelegt werden, was einen deutlich höheren Abwicklungsaufwand mit sich bringt. Bei allen drei Konzepten kann durch die Festlegung geeigneter Verrechnungspreise für die Finanzdienstleistungen eine Gewinnverlagerung in Niedrigsteuerländer als Sitz der Finanzeinheit angestrebt werden. Im Fall des Cash Pools lässt sich die Gewinnentstehung ferner über den konzerninternen Zinsspread steuern. Aufgabe 4: Absicherung im internationalen Submissionsgeschäft (a) Keiner von beiden hat vollkommen Recht. Der Absicherung von transaction risks liegen bereits feststehende Exposurebeträge zugrunde; Preisrisiken 162 IV. Risikocontrolling stehen im Vordergrund. Bei der Angebotsabgabe in einer Submission, die mit einer entsprechenden Bindungswirkung einhergeht, ist hingegen unsicher, ob es später zum Zuschlag und damit überhaupt zu einem zusätzlichen Fremdwährungsexposure kommt. Für M. Öhre spricht damit zunächst, dass eine Absicherung zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe etwa mit unbedingten Termingeschäften ggf. überhaupt erst Währungsrisiken auslösen kann, da ohne Zuschlag keine Gegenpositionen zum Termingeschäftsexposure vorhanden sind. Allerdings liegt dies am Charakter des verwendeten Absicherungsinstruments. Zudem kann es nicht generell vorteilhaft sein, überhaupt nicht abzusichern und den Zeitpunkt der Auftragsvergabe und damit der Konkretisierung der Exposurehöhe aus dem Auftrag abzuwarten, da Wechselkursveränderungen in der ggf. langen Frist zwischen Angebotsabgabe und Auftragserteilung die Auftragsannahme zu den ursprünglichen, aber oft nicht mehr änderbaren Konditionen unvorteilhaft werden lassen. Allerdings liegt K. Rotte sicher in der Forderung nach einer generell vollständigen Absicherung daneben, da die optimale Absicherungsquote von der Risikopräferenz abhängt. Kernproblem des Währungsrisikomanagements in der internationalen Submission ist daher ein Zusammentreffen von Preis- und Mengenrisiken. (b) Die Bestimmung des optimalen Absicherungsinstruments und -umfangs unterscheidet sich rechentechnisch zunächst nicht vom Herangehen bei der Absicherung eines feststehenden Exposurebetrags, wenn man lediglich den Termin der Schlusszahlung vor Augen hat. Allerdings liegen hinter ihrer Wahrscheinlichkeitsverteilung zwei multiplikativ verknüpfte Zufallsvariable, nämlich die Zuschlagswahrscheinlichkeit sowie der Wechselkurs. Dies ist jedoch rechentechnisch nur schwer handhabbar, da z. B. zwei multiplikativ verknüpfte normalverteilte Größen nicht wieder normalverteilt sind. In der Praxis wird daher oftmals mit vereinfachenden Annahmen sowohl bei der Verteilung der Eingangsgrößen als auch bei der Verteilung der multiplikativ verknüpften Größe gerechnet. Damit kumulieren sich Teilfehler in einer schwer abschätzbaren Weise. Zusätzliche Information wird dabei oft nicht auf analytischem Weg, sondern nur über eine Simulation der interessierenden Zielgröße zu erlangen sein. Betrachtet man die Ausschreibungssituation als sequentielles Entscheidungsproblem, das etwa nach der Zuschlagserteilung eine Anpassung der Absicherungspositionen erfordert, bietet sich ein flexibler Planungsansatz an, der bereits zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe die Berücksichtigung möglicher Anpassungsentscheidungen erlaubt. Als Instrument lässt sich hier die Entscheidungsbaumtechnik einsetzen (siehe Fallstudie 18, S. 293). 163 Fallstudie 10: Locust AG Fallstudie 10: Locust AG Risikocontrolling mit Risikokennzahlen Problembeschreibung: Die Locust AG verfügt derzeit über Eigenmittel von 50 Mio. €, die sie üblicherweise um Fremdfinanzierungen in deutlich höherem Umfang ergänzt, um erfolgversprechende Projekte durchzuführen oder sich daran zu beteiligen. Da die Fremdkapitalgeber ein hohes Interesse an der Kreditrückzahlung haben, beauftragt die Locust AG Moira Riesgo und Bonna Schanze mit der Analyse der Vorteilhaftigkeit und finanziellen Risiken mehrerer Projektvorschläge. Riesgo und Schanze betrachten zunächst Projekt A. Bei Projekt A erwarten sie bei einer Anfangsinvestition von 100 Mio. € in Jahr 0 Einnahmenüberschüsse von 30 Mio. € in Jahr 1, von 60 Mio. € in Jahr 2 und von 60 Mio. € in Jahr 3. Sie betrachten zudem ein Best-case- und ein Worst-case-Szenario. Im Best-case- Szenario liegen alle Einnahmenüberschüsse um jeweils knapp 20 Mio. € über den Erwartungswerten, im Worst-case-Szenario liegen sie jeweils um knapp 20 Mio. € darunter. Angesichts mehrerer unerwarteter Entwicklungen in vorangegangen Projekten will Bonna Schanze auch eine differenziertere Risikoanalyse durchführen. Sie will für jedes Jahr t der Projektlaufzeiten den Cash flow at Risk CFaRt bestimmen und geht dazu von verschiedenen Vereinfachungen aus. So behandelt sie die jährlichen Einnahmenüberschüsse als normalverteilt um die bereits geschätzten Erwartungswerte. Zudem nimmt sie an, dass die tatsächlichen Einnahmenüberschüsse mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % zwischen dem Best-case- und den Worst-case-Wert liegen, und rechnet deshalb mit einer Standardabweichung von 10 Mio. €. Aufgabenstellung: Aufgabe 1: Risikoanalyse eines Einzelprojekts (a) Bestimmen Sie die Kapitalwerte der Erwartungswerte für die drei Projektszenarien. Rechnen Sie mit einem Kalkulationszinssatz von 10 %. (b) Berechnen Sie für jedes der drei Jahre den jeweiligen Cash flow at Risk, einmal für 5 % und einmal für 1 %, als Wert des Einnahmenüberschusses, der jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % bzw. 99 % überschritten wird. (c) Als einfache Risikoanforderungen verlangt Bonna Schanze, dass mit 95 % Wahrscheinlichkeit der Kapitalwert des gesamten Projekts positiv ist oder dass die Einnahmenüberschüsse der Folgejahre zumindest die Rückzahlung der anfänglich aufgenommenen Kredite ermöglichen. Sie will daher den Kapitalwert at Risk KWaR als Summe der Barwerte der Cash-flow-at-Risk-Werte für 5 % berechnen. Führen Sie diese Berechnung durch und prüfen Sie, inwieweit diese Anforderungen erfüllt sind.

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Zusammenfassung

Controlling-Methoden gekonnt umsetzen

Für ein erfolgreiches Controlling genügt es nicht, die Methoden zu beherrschen – man muss sie vor allem auch praktisch umsetzen können. Die richtige Methode wählen, sie geschickt auf das aktuelle Problem anwenden und Widrigkeiten bei ihrem Einsatz überwinden: das kennzeichnet gutes Controlling.

Dieses Buch gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihre praktische Umsetzungskompetenz im Controlling zu testen und weiterzuentwickeln. 19 Fallstudien bieten Ihnen dazu typische Problemstellungen; die ausführlichen Lösungen erlauben eine schrittweise Eigenkontrolle. Zudem erhalten Sie zu jedem Themenbereich eine kompakte Einführung mit den zentralen Controlling-Prinzipien und Argumentationslinien.

Aus dem Inhalt:

- Controlling-Organisation

- Planungs- und Kontrollkonzepte

- Erfolgssteuerung mit Budgets und Lenkpreisen

- Risikocontrolling

- Preiscontrolling

- Gemeinkostenmanagement

- Investitionsmanagement

- Wertorientierte Führung mit Kennzahlen