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15.3.3 Ausländische Investoren in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 448 - 449

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_448_1

Bibliographic information
44915.3 Nachfrager nach Real Estate Asset Management Leistungen mobilienbestände zu veräußern. Entschließt sich ein Unternehmen zur Ausgliederung seiner Immobilienbestände in einen REIT, so stehen Asset Manager von Investmentgesellschaften fü das professionelle Management zur Verfügung. Derzeit ist der Kapitalmarkt v. a. wegen der Subprime-Krise nicht in der Lage Neuemissionen von REITs aufzunehmen, weshalb viele, der für 2008 geplanten Börsengänge in die Zukunft verschoben werden.22 Mittelfristig dürften REITs jedoch ein interessantes Geschäftsfeld für professionelle Asset Manager darstellen. 15.3.2 Property Companies Immobiliengesellschaften, die keine eigenen Asset Management Kapazitäten vorhalten, zählen ebenso zu den potenziellen Nachfragern nach dieser Dienstleistung. Investmentgesellschaften benötigen für die Bewirtschaftung der Immobilien aus ihren Fonds ebenfalls Real Estate Asset Manager. Die meisten der deutschen Fondsgesellschaften haben eine eigene Asset Management Struktur aufgebaut, bieten diese Dienstleistung aber (noch) nicht für Dritte an. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Trend zum Outsourcing im Bereich Facility und Property Management Dienstleistungen im nächsten Schritt auch das Real Estate Asset Management erfasst. Nach einer Umfrage des IVD aus dem Jahr 2008, möchten deutsche Immobilieninvestoren, Initiatoren geschlossener, offener Fonds und Spezialfonds sowie Versicherungen ihr Engagement am inländischen Immobilienmarkt steigern. Die befragten Gesellschaften verfügen insgesamt über 53,5 Milliarden Euro Assets under Management auf dem heimischen Markt. 42 Prozent der Befragten wollen ihr Engagement am deutschen Immobilienmarkt – gemessen am Investitionsvolumen – stark steigern. 29 Prozent der Befragten wollen lediglich ein wenig mehr anlegen. Im Gegensatz dazu beabsichtigen 25 Prozent der Unternehmen das Investitionsvolumen unverändert zu belassen und nur vier Prozent wollen die zukünftigen Investitionen senken.23 Bei den Investitionen wird künftig ein Schwerpunkt ausgewählte Nutzungsarten gelegt. Ein Drittel der befragten Unternehmen will in Zukunft seine Investitionstätigkeit auf Shopping Center konzentrieren. Ebenfalls ein Drittel setzt stärker auf Wohnimmobilien. Logistikimmobilien, Hotels und Seniorenimmobilien spielen bei den Befragten aktuell eher eine untergeordnete Rolle.24 Damit bestätigt sich die Annahme, dass die geringeren Umsätze in der jüngsten Vergangenheit eher mit den schwierigen Finanzierungsbedingungen zu erklären sind, als mit einem mangelnden Interesse der Investoren. So ist also mit der Entspannung auf dem Kreditmarkt auch mit einem Ansteigen der Transaktionen zu rechnen, wodurch die Nachfrage deutscher institutioneller Kunden nach professionellen Asset Management Dienstleistungen wieder steigen dürfte.25 15.3.3 Ausländische Investoren Deutschland steht immer noch im Fokus ausländischer Investoren, denn die Aussichten auf Wertsteigerungen, gerade im Bereich von Value-Add Immobilien und stabile Cashflows ma- 22 Vgl. Schreiber, M. (2008). 23 Vgl. IVD (2008), S. 1 f. 24 Vgl. ebenda, S. 4 f. 25 Vgl. ebenda, S. 1 f. 450 15 Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management chen deutsche Immobilieninvestments interessant. Hinzu kommt die steigende Bedeutung von Immobilien als Assetklasse und die damit verbundene globale Diversifikation der Portfolios. In den letzten Jahren haben viele Unternehmen große managementintensive Portfolios veräu- ßert, wodurch gerade ausländische Investoren auf die professionelle, performanceorientierte Partner, die zudem über die entsprechenden Marktkenntnisse verfügen, angewiesen sind. Internationale Investoren waren in den Jahren 2005 bis 2008 sicherlich der wesentliche Treiber der dynamischen Entwicklung des Real Estate Asset Managements in Deutschland. Obwohl die Transaktionsvolumina der Jahre 2006 und 2008 voraussichtlich nicht so bald wieder erreicht werden, ist von einer Fortsetzung der Internationalisierung des Immobilien- Investitions standorts Deutschland auch in Zukunft auszugehen. Dies bedeutet, dass auch in Zukunft globale Finanzinvestoren die Unterstützung von professionellen deutschen Asset Managern in Anspruch nehmen werden. 15.3.4 Öffentliche Nachfrager Ebenso wie Non-Property-Unternehmen kann die öffentliche Hand das bestehende Angebot an Real Estate Asset Management auf unterschiedliche Arten nutzen. Zum einen veräußern Bund und Kommunen immer wieder einen Teil ihrer Liegenschaften und zum Anderen benötigen sie Hilfe von Experten, um den verbleibenden Bestand effizient zu bewirtschaften. Heute befinden sich noch rund 3,26 Millionen Wohnungen im Eigentum von staatlichen Körperschaften und ihren Einrichtungen. In den vergangenen acht Jahren wurden bereits rund 420.000 Wohnungen durch den Bund, staatlichen Einrichtungen verkauft. Die Bundesländer, allen voran Berlin, haben mittlerweile knapp 50 % ihrer Wohneinheiten, verkauft. Dies entspricht ca. 46 % der seit 1997 getätigten Transaktionen auf dem deutschen Immobilienmarkt. Bis zum Jahr 2015 ist geplant, den Bestand an Wohnungen des Bundes sowie von Bundesunternehmen auf 20.000 reduzieren.26 Die Vermarktung und die Verwaltung der reinen Bundesimmobilien, übernimmt zwar seit 01. Januar 2005 die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, doch sind staatliche Unternehmen mit Immobilienvermögen auch weiterhin auf die Unterstützung von Asset Managern aus der Privatwirtschaft angewiesen. In den Bereichen der Transaktionsberatung, aber auch bei Themen der Immobiliendienstleistung, wie. z. B. dem Immobilien Benchmarking, werden immer wieder externe Dienstleister von der öffentlichen Hand beauftragt. Ein großes Potenzial bieten auch die kommunalen Immobilienbestände. Etwa 80 % der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften haben in den vergangenen Jahren ihren Wohnungsbestand nicht oder nur geringfügig verringert. Lediglich 2,5 % des Wohnungsbestandes wurden bisher privatisiert, so besitzen Städte und Gemeinden heute noch etwa 2,33 Mio. Einheiten. Darüber hinaus soll in diesem Abschnitt auch auf die Potentiale der Private Public Partnerships eingegangen werden, gerade für Asset Manager aus dem Bereich der Projektentwicklung und dem Baumanagement ergeben sich hierin grundlegende, finanzwirtschaftliche Handlungsmöglichkeiten. Bei öffentlich genutzten Investitionsprojekten herrscht nicht nur eine ausgewogene Risikoverteilung zwischen dem privatwirtschaftlichen Unternehmen und der öffentlichen Hand, sondern auch Planungssicherheit über einen langen Zeitraum. Projekte, die auf diesem Weg realisiert werden, sind z. B. Kliniken, Schulprojekte aber auch kulturelle Einrichtungen, für die, die Projektentwickler anschließend auch das Real Estate Asset Management übernehmen können. 26 Vgl. HSH Nordbank (2006), S. 12 ff.

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.