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11.6 Anforderungen an die Funktionalität in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 321 - 322

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_321_1

Bibliographic information
316 11 Informationsmanagement und Informationstechnologie 11.5 Informationsmanagementsysteme Die für das Management relevanten Informationen werden koordiniert durch ein so genanntes Information Management System. Theoretisch hat der Asset Manager bei unendlicher Effizienz des Informationspools ein unbegrenztes Maß an verfügbaren Informationen, von denen jedoch nur ein Bruchteil für ihn von Bedeutung ist. Das Optimum ist erreicht, wenn genau die relevan ten Informationen aus der Masse gefiltert und zugänglich gemacht werden, um der Entscheidungsfindung dienlich zu sein und zur Renditemaximierung eingesetzt zu werden. Lediglich ein effizient arbeitendes Informationsmanagement führt demnach zu einem erfolgreichen Asset Management. Der erste Schritt im Informationsmanagement ist die Sammlung von Einzelinformationen. Von ähnlich hoher Bedeutung ist die Verarbeitung der so gesammelten Informationen, denn eine Masse an ungefilterten Rohinformationen hält das Management eher auf, als es zu unterstützen. Um bedeutende von unbedeutenden Informationen zu trennen und Wichtiges herauszustellen, müssen die Informationen in ein einheitliches Format gebracht werden. Hierbei werden relevante Teilinformationen hervorgehoben, weniger relevante dienen lediglich zur Ergänzung. Spätestens bei diesem Schritt müssen unwichtige Daten herausgenommen werden, um den Überblick zu verbessern. Das so entstandene Datensystem wird entsprechend hinterlegt und zugänglich gemacht.11 11.6 Anforderungen an die Funktionalität Grundlage der Verwendung eines effektiven IT-Systems im Real Estate Asset Management ist das Verständnis für die Notwendigkeit eines funktionierenden Informationsmanagements und Reportings für den Prozess der Entscheidungsfindung. Hierauf aufbauend ist es Aufgabe des folgenden Kapitels zu klären, wie die Speicherung und die Bereitstellung der Datenmengen sinnvoll gestaltet werden kann. Die Informationen, die benötigt werden stammen unter anderem aus den Bereichen Reporting, Entscheidungsfindung, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, so wie eigener Performancemessung. Bei der Datenspeicherung und Datenbeschaffung spielen vor allem Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit eine wesentliche Rolle. Außerdem ist von Bedeutung, ob das Asset Management ein eigenes IT-System entwickeln lässt, vorgefertigte Produkte ohne Änderung übernimmt, oder IT-Systeme einkauft und diese individuell anpassen lässt. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Abstufungen sind ebenso im Folgenden zu klären. Auf diesen Beobachtungen basierend kann letztendlich ein IT-System für das Asset Management entwickelt und eingeführt werden.12 Der erste Schritt in der Planung einer effektiven Datenverarbeitung ist die Klärung, welche Informationen, wo und wann durch das Asset Management benötigt und geschaffen werden. Zu beachten ist hier insbesondere der unterschiedliche Informationsfluss in den einzelnen Phasen des Lebenszyklus der Immobilie. Oftmals ist die Funktionalität eines IT-Systems allein deswegen unzureichend, weil Informationen nicht in ausreichender Menge oder zum falschen Zeitpunkt gespeichert oder zur Verfügung gestellt werden.13 Andererseits sind nicht wenige Datenverarbeitungssysteme unbrauchbar, da sie eine zu große Menge an bedeutungslosen Informationen aufnehmen und dies nicht ausreichend verarbeiten können. 11 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 176. 12 Vgl. ebenda, S. 239 ff. 13 Vgl. Jones, M./Jones, K. (Hrsg.) (2008), S. 65 ff. 31711.7 Der Entwurf eines Datenverarbeitungssystems für das REAM Ein IT-System, das für ein effektives Asset Management geeignet ist, sollte sowohl die Möglichkeit des Umgangs mit dynamischen, als auch standardisierten Informationen beherrschen.14 Auch die verfügbare Datenverarbeitungs- und Informationsstruktur muss im Planungsprozess des Datenverarbeitungssystems genau geprüft werden. 11.7 Der Entwurf eines Datenverarbeitungssystems für das REAM Beim Entwurf eines IT-Systems muss geklärt werden, auf welcher Plattform das System basiert, aus welchen anderen Systemen Informationen gezogen werden, wo die Schnittstellen liegen und wie sie zu benutzen sind, die Orte an denen das System gespeichert und ausgeführt wird, die Zugänglichkeit des Systems durch Dritte und die Art, wie das System Daten speichert und verarbeitet. Ein funktionell gestaltetes Datenverarbeitungssystem schafft es den Informationsfluss, die Informationsspeicherung und die Informationszugänglichkeit relevanter Informationen innerhalb des Real Estate Asset Managements, zwischen Asset Management und Kunde und umgekehrt zu vereinfachen. Da die Grundstruktur eines Real Estate Asset Managements sich in der Regel ähnelt, kann auch eine einheitliche Strukturierung des Grundgerüsts eines Datenverarbeitungssystems erfolgen. Ein für das Real Estate Asset Management geeignetes Datenverarbeitungssystem sollte u. a. folgende Funktionen beinhalten: 14 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S. 241 f. 15 Vgl. Pfnür, A. (2004), S. 133. Bereitstellung Nutzung Verwertung Informationsbedarf im Immobilienlebenszyklus Informationsnachfrage Informationsangebot Immobilieninformationssystem Prozessorientierte Systementwicklung Informationsinfrastruktur Immobiliendatenbank Grundzüge eines ImmobilieninformationssystemsAbbildung 157: 15

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.