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1.4.2 Generelle Einordnung der Managementbegriffe in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 29 - 30

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_29

Bibliographic information
71.4 Einordnung und Abgrenzung des Real Estate Asset der Zielsetzung, ein immobilienbezogenes Leistungs- und Erfolgspotential zu identifizieren, zu generieren sowie den Wert und Nutzen der Immobilie zu steigern. So wird unter REM eine Komposition aus originären leistungsbezogenen sowie phasenspezifischen Managementfunktionen und funktionalen Managementaspekten verstanden. Bei den leistungsbezogenen Funktionen geht es vor allem um die Planung, Steuerung und Kontrolle. Phasenspezifische Managementfunktionen befassen sich unter anderem mit Fragen aus den Bereichen Projektentwicklung, Bau- und Projektmanagement sowie mit dem Facility Management. Hinzu kommen funktionale Managementaspekte wie. z. B. Immobilieninvestition, -finanzierung oder -marketing.18 Erfolgsbezogene Entscheidungen werden im REM zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Immobilienlebenszyklus von den verschiedenen Entscheidungsträgern und Beteiligten (z. B. Eigentümer, Investor, Dienstleister) getroffen. Dadurch können uneinheitliche Auffassungen über die Relevanz und Priorität der einzelnen Erfolgsfaktoren im Zielsystem des REM entstehen. Die Kernaufgabe des REM ist folglich die optimale Integration der unterschiedlichen Zielrichtungen in das Zielsystem zur Erreichung des wirtschaftlichen Erfolgs der Immobilie. Zentrales Erfolgspotenzial einer Immobilie liegt zum einen in der nachhaltigen Ertragskraft der Immobilie und deren Leistungsbereitschaft bei uneingeschränkter Flächennutzung (nicht berücksichtigt werden hier die physische Abnutzung und Risiken) sowie zum anderen in der Kosteneffizienz der Immobilienbereitstellung und -nutzung.19 1.4.2 Generelle Einordnung der Managementbegriffe Im Immobilien-Management haben sich im Laufe der Zeit viele (neue) Managementdisziplinen angesiedelt. Zunehmend geprägt durch die Internationalisierung der Immobilienmärkte und der fortschreitenden Entwicklung der Immobilie zu einem Wirtschaftsgut, ist für den vielschichtigen Begriff des REM eine Fülle von Begrifflichkeiten, vor allem aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch, entstanden. Die Grenzen zwischen den Begriffen und Leistungsprofilen verlaufen meist sehr eng, bzw. existieren in der Praxis nicht. Vor dem Hintergrund der Neupositionierung der deutschen Immobilien-Dienstleister durch ausländische Investoren findet im Folgenden eine Abgrenzung der Managementdisziplinen statt. 18 Vgl. Homann, K. (2001), S. 383–403. 19 Vgl. ebenda, S. 383–403. 8 1 Begriffsdefinition und Einordnung Im Bereich der Anlageimmobilien können die Managementdisziplinen des REM wie folgt unterteilt werden: Die Strukturierung veranschaulicht das Verhältnis der Managementdisziplinen im Rahmen des REM. Zwischen den Bereichen kann durchaus eine Hierarchie, zumindest aber eine Weisungsbefugnis bestehen. Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Begriffe konkret definiert und in Bezug auf das REAM abgegrenzt. 1.4.3 Abgrenzung der Funktionen des Real Estate Management im Bereich von Anlage immobilien Auf Investoren-Ebene stellt das Fund Management den konzeptionellen und strategischen Rahmen, unterstützt den Investor bei Entscheidungsprozessen und setzt diese schließlich um. Konzeption des Investment-Vehikels und Fund Raising zählen zu bedeutenden Tätigkeitsfeldern des Fund Management. Daneben ist es für die Ausgestaltung der steuerlichen und rechtlichen Fondsmerkmale, sowie die Finanzierungsstruktur verantwortlich. Federführend im Bereich der Entwicklung und Implementierung einer Gesamtstrategie für das Portfolio ist 20 in Anlehnung an Wagner, T. Fund Management Portfolio Management Asset Management Property Management Kaufmännisches Gebäudemanagement Technisches Gebäudemanagement Infrastrukturelles Gebäudemanagement Komplexe, individualisierte Prozesse; hohe Profitabilität Hohe Standardisierung der Prozesse; geringe Profitabilität Einordnung der immobilienwirtschaftlichen ManagementdisziplinenAbbildung 1: 20

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Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.