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10.1 Überblick in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Real Estate Asset Management, page 277 - 278

Handbuch für Studium und Praxis

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-8006-3608-2, ISBN online: 978-3-8006-4468-1, https://doi.org/10.15358/9783800644681_277

Bibliographic information
Controlling und Reporting im Real Estate Asset Management 10 10.1 Überblick Das nachfolgende Kapitel setzt sich mit den verschiedenen Controlling- und Reporting-Ansätzen im Real Estate Asset Management auseinander. Hierbei wird zunächst der grundsätzliche Aufbau einer Controlling-Konzeption für Immobilieninvestments untersucht und danach die Ansätze des Benchmarking, der Bestandssteuerung mittels Kennzahlen, und der Balanced Scorecard mit konkretem Bezug zum Real Estate Asset Management vorgestellt. Der zweite Teil dieses Kapitels widmet sich ausführlich dem Value Reporting und dessen Beitrag zu mehr Transparenz von Finanz- und Immobilienanlagen. 10.2 Controlling von Immobilien und Immobilienportfolios 10.2.1 Konzeption eines Controlling-Systems für Immobilien Die Anforderungen an das Real Estate Asset Management werden maßgeblich von den strategischen Zielen und der Asset Allocation des Investors geprägt. Hier definiert i. d. R. das Portfoliomanagement den strategischen Rahmen, in dem sich das Teilportfolio (Immobilienportfolio) bewegen darf.1 Die entscheidenden Kriterien zur Beurteilung des Immobilien- bzw. Teilportfolios auf Ebene des Portfoliomanagements sind wiederum die erreichten Renditesätze in Relation zu den bestehenden Risiken. Das Real Estate Asset Management lässt sich in diesem Zusammenhang interpretieren als systematische Planung, Steuerung und Kontrolle des betreuten Immobilienportfolios in Hinblick auf deren Wertentwicklung und laufende Rendite. Als Zielsetzung wird die Maximierung der Rendite auf Investorenebene bei gleichzeitiger Begrenzung der investmentspezifischen und marktbedingten Risiken angesehen. Die Grundlage für das Controlling im Rahmen des Real Estate Asset Management sind dabei nicht nur Informationen und Kennzahlen aus der Miet- und Finanzbuchhaltung, sondern eine Vielzahl an immobilien- und portfoliospezifischen Informationen. Bei ausschließlicher Betrachtung von Informationen der Finanzbuchhaltung würden wichtige Daten und Informationen aus dem betrieblichen Leistungsprozess nicht vorliegen.2 Liegen bspw. keine Daten über Leerstände, Flächenbelegungen, Fluktuationen, Beschwerdeaufkommen vor, so fehlen die Voraussetzungen für die Aufdeckung von Optimierungspotenzialen. Gerade dieser unzureichende Datenraum ist das Grundproblem der Immobilienpraxis. Da ein innovatives Real Estate Asset Management stets darauf abzielt Leistungen zu optimieren, werden auch Leistungsprozesse in ein modernes Controlling miteinbezogen. Aufgrund unterschiedlichster Portfolien und deren Zusammensetzungen soll darauf Wert gelegt werden, dass eine Controlling-Konzeption unabhängig von der Art der Nutzung der Immobilien (Gewerbe, Wohnen, Freizeit, Infrastruktur) gewählt wird. Die Controlling-Konzeption dient als Bindeglied zwischen dem Owner Value als zentralem Erfolgsmaßstab und dem „Controlling-System“ als komplexe Implementierungsvariante. Jedem „Controlling-System“ muss eine allgemeine, an den grundlegenden Zielen ausgerichtete Controlling-Konzeption zugrunde liegen.3 1 Vgl. Beyerle, T. (2008), S. 15. 2 Vgl. Kippes, S./Sailer, E. (2005), S. 491. 3 Metzner, S. (2002), S. 109.

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References

Zusammenfassung

Asset Management ist das beherrschende Thema der immobilienwirtschaftlichen Fachöffentlichkeit seit Anfang 2006. Grund für diese beachtliche Entwicklung ist die dominierende Präsenz ausländischer Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt in der jüngeren Vergangenheit. Diese Investoren - zumeist aus dem angelsächsischen Raum - importierten gleichermaßen ein neues Anspruchsdenken, was die professionelle Betreuung von Immobilien betrifft. Ausgehend von dem Asset Management-Ansatz aus der Finanzwirtschaft wird das aktive Wertmanagement der Immobilien nach international kompatiblen Standards erwartet. Diese Entwicklung bedeutet auch einen kontinuierlichen Reifeprozess der Assetklasse Immobilie als kapitalmarktfähige Anlage. Die immer stärkeren Auswirkungen der globalen Finanzmärkte (vgl. Subprime-Krise) erfordern ein professionelles Asset Management für Immobilien auch in Deutschland.

Dieses Handbuch stellt das komplexe Thema in übersichtlicher und umfassender Form dar.

- Begriffsdefinition und Einordnung

- Ziele und Aufgaben

- Der Wertschöpfungsprozess

- Theoretische Grundlagen

- Immobilien und Kapitalmarkt

- Aspekte der Bewertung und Bilanzierung

- Performancemessung für Immobilienportfolios

- Investment- und Wertschöpfungsstrategien

- Risikomanagement für Immobilien

- Controlling und Reporting

- Informationsmanagement und Informationstechnologie

- Real Estate Asset Management in der Investment-Phase

- Real Estate Asset Management in der Bestandsphase

- Real Estate Asset Management in der Exit-Phase

- Markt und Wettbewerb im Real Estate Asset Management

- Anbieter Real Estate Asset Management

- Immobilienkennzahlen und Formeln

Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring FRICS, Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft im Institut für Finanzwirtschaft an BA Stuttgart/University of Cooperative Education und wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, MRICS war über 8 Jahre Leiter des Bestands- und Portfoliomanagements bei der Union Investment

Real Estate AG. Seit 2005 betreut er internationale Investoren in den Bereichen Asset Management und Investment Management.

Das Buch richtet sich in erster Linie an Praktiker, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern wollen. Hier kommen insbesondere Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen in Betracht, die mittelbar oder unmittelbar mit Asset Management Themen konfrontiert sind, d.h. Immobilienverwalter, Projektentwickler, Immobilien-Berater, Makler, Fonds, Immobilien-AGs etc.

Es richtet sich aber auch an Studenten immobilienwirtschaftlicher Studiengänge und Teilnehmer von Aufbaustudiengängen bzw. Weiterbildungslehrgängen.