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7.9 Literaturhinweise in:

Norbert Hirschauer, Oliver Mußhoff

Modernes Agrarmanagement, page 492 - 493

Betriebswirtschaftliche Analyse- und Planungsverfahren

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4743-9, ISBN online: 978-3-8006-4457-5, https://doi.org/10.15358/9783800644575_492

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7.9 Literaturhinweise 483 onsprogramms des Betriebs 3 im Jahr 2001 den des Alternativprogramms. Das heißt, unter Unsicherheitkann auch eine Fehlplanung im Einzelfall zu einem besseren Ergebnis führen. Das ist wie mit dem glückli-chen Casinogänger. Natürlich stellt der Gang ins Casino keine lohnenswerte Unternehmung dar. Trotzdemkann man im Einzelfall mal mit mehr Geld nach Hause gehen als man eingesetzt hat. Tab. 7-41: Änderung des Gesamtdeckungsbeitrags durch Optimierung im Vergleich zu den tatsächlich gewählten Produktionsprogrammen (in € bzw. %)Betrieb 1 (729 ha) Betrieb 2 (1 111 ha) Betrieb 3 (1 210 ha) Betrieb 4 (175 ha)prozentual absolut prozentual absolut prozentual absolut prozentual absolut1999 5,7% 27 424 31,2% 115 488 1,8% 10 667 0,3% 1952000 7,7% 26 235 6,7% 19 863 6,6% 30 433 5,2% 3 9992001 0,6% 2 467 5,1% 20 897 -3,0% -17 749 2,4% 1 8062002 3,0% 7 112 1,3% 3 810 4,2% 12 828 9,4% 5 5902003 39,5% 66 729 36,0% 91 969 24,0% 63 126 8,5% 5 0722004 0,0% 93 11,0% 34 954 2,6% 9 406 5,3% 7 238 Mittelwert 6,7% 21 677 14,7% 47 830 4,2% 18 119 5,1% 3 983 Die Ergebnisse zeigen, dass die Alternativprogramme, die man mit Optimierungsverfahren hätte identifi-zieren können, den tatsächlichen Anbaustrategien im Mittel der sechs Jahre in allen vier betrachteten Be-trieben und in der überwiegenden Mehrzahl der betrachteten Planungsanlässe überlegen gewesen wären.Es lohnt sich also, die Informationen, die in den Deckungsbeitragszeitreihen bis zum jeweiligen Planungs-zeitpunkt stecken, systematisch für die Planung zu nutzen. 7.9 LiteraturhinweiseBRANDES, W., ODENING, M. (1992): Investition, Finanzierung und Wachstum in der Landwirtschaft. Ulmer,Stuttgart (edoc: http://edoc.hu-berlin.de/oa/books/reRQxVKkGfY/PDF/28yC76f28nms.pdf).BRANDES,W., RECKE, G., BERGER, T. (1997): Produktions- und Umweltökonomik. UTB, Stuttgart.EISENFÜHR, F., WEBER,M. (2010): Rationales Entscheiden. Springer, Berlin.GONICK, L., SMITH,W. (2009): Statistik in Cartoons. Vahlen, München.HARDAKER, J.B., HUIRNE, R.B.M., ANDERSON, J.R., LIEN, G. (2004): Coping with Risk in Agriculture. CAB Interna-tional, Wallingford.HOLT, C.A., LAURY, S.K. (2002): Risk Aversion and Incentive Effects. American Economic Review 92 (5):1644-1655.KREYSZIG, E. (1975): Statistische Methoden und ihre Anwendungen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.LAUX, H. (2007): Entscheidungstheorie. Springer, Berlin.MUßHOFF, O., HIRSCHAUER, N. 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Im Gegensatz zum angelsächsischen Sprachraum, wo der Begriff „taxation“ das Steuerwesenund die Steuerveranlagung bezeichnet, meint Taxation im Deutschen einfach Bewertung im Sinne der Be-stimmung monetärer Größen. Die Aufgabe der Taxation wird ganz allgemein darin gesehen, bei ver-schiedenen Anlässen Geldwerte für bestimmte „Sachen“, d.h. für einzelne Güter, Dienstleistungen oderauch ganze Unternehmen, zu ermitteln. Wenn dies mit Vergleichen und Entscheiden verbunden ist, stelltsich die Frage der Abgrenzung zwischen Taxation (Bewertung von Sachen) einerseits und betriebswirt-schaftlicher Planung (Bewertung von Wahlhandlungen) andererseits.Die Anlässe der Taxation und damit das Aufgabengebiet des Sachverständigenwesens im Agrar- und Er-nährungssektor sind so umfangreich, dass sie nicht in einem einzelnen Kapitel eines managementorien-tierten Lehrbuchs abgehandelt werden können. Das vorliegende Kapitel erhebt deshalb nicht den An-spruch, die Taxation umfassend darzustellen. Hierzu müsste man nach Taxationsanlässen und -objekten(vgl. Tab. 8-1) differenzieren und jeweils aufzeigen, wie ein Gutachter - ggf. unter Berücksichtigung an-lassspezifischer rechtlicher Vorgaben und vertraglicher Regelungen - vorzugehen hat. Tab. 8-1: Taxationsanlässe und -objekteTaxationsanlässe Taxationsobjekte Æ Kauf/Verkauf, Pacht/Verpachtung Æ Gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen Æ Enteignung, Nutzungseinschränkung Æ Zivilrechtlicher Schadensersatz Æ Versicherungsschäden Æ Erb- und Eheauseinandersetzungen Æ Flurneuordnung Æ Besteuerung Æ Beleihung (Bewertung dinglicher Sicherheiten) Æ… Æ Ganze Unternehmen Æ Boden/landwirtschaftliche Flächen Æ Immobilien/Gebäude ÆMaschinen, Produktionsanlagen Æ Tiere Æ Vorräte, Feldinventar Æ Dauerkulturen, Forstflächen Æ Nutzungs- und Lieferrechte Æ Handelbare Zahlungsansprüche gemäß GAP Æ…Eine detailgerechte Beschreibung der Bewertungsaufgaben muss aufgrund der großen Zahl möglicher Ta-xationsanlässe und -objekte der Spezialliteratur des Sachverständigenwesens sowie speziellen Taxations-lehrbüchern überlassen bleiben. Das vorliegende Kapitel beschränkt sich darauf, das Wesentliche der Ta-xation in methodischer Hinsicht darzustellen und die Berührungspunkte mit der betriebswirtschaftlichenAnalyse und Planung aufzuzeigen. Es schafft damit die allgemeine Grundlage für eine entscheidungsorien-tierte analytische Durchdringung von spezifischen Bewertungsanlässen.Um ein klares Verständnis dafür zu schaffen, was Taxation ist (und was nicht), beschreiben wir inAbschnitt 8.2 zunächst die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen Taxation und Planung. In

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Zusammenfassung

Gemäß dem Motto „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ geht es im vorliegenden Lehrbuch darum, Studierenden und Praktikern beim Erwerb analytischer Fähigkeiten und einer problemlösungsorientierten Methodenkompetenz zu helfen.

Für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere der Wettbewerbsdruck und das unternehmerische Risiko sind infolge der Liberalisierung der Agrarmärkte und des Klimawandels angestiegen. Hinzu kommen ein laufender Anpassungsdruck an veränderte Verbraucherwünsche, neue gesellschaftliche Anforderungen sowie eine zunehmende Verflechtung zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Das vorliegende Lehrbuch trägt diesen Entwicklungen durch die Fokussierung auf die praktische unternehmerische Entscheidungsunterstützung unter Risiko Rechnung.

Dieses Buch schafft zum einen das theoretisch-konzeptionelle Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Strukturen der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungsanlässe. Zum anderen vermittelt es das handwerkliche Können im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Analyse- und Planungsinstrumenten, über das Manager in einer unsicheren Unternehmensumwelt verfügen müssen, um erfolgreiche Entscheidungen fällen zu können.

Aus dem Inhalt:

• Grundlagen und Ziele unternehmerischen Entscheidens

• Kontrolle und Analyse

• Produktionstheorie

• Produktionsprogrammplanung

• Investitionsplanung und Finanzierung

• Querschnittsaufgabe Risikomanagement

• Bewertung und Taxation

• Corporate Social Responsibility

Über die Autoren:

Prof. Dr. Oliver Mußhoff leitet den Arbeitsbereich für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Norbert Hirschauer ist Inhaber der Professur für Unternehmensführung im Agribusiness am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Für Dozenten steht auf der Website ein auf das Buch abgestimmter Foliensatz mit den Abbildungen und Tabellen des Buches zur Verfügung. Für Studierende sind Übungsaufgaben formuliert.