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6.9 Literaturhinweise in:

Norbert Hirschauer, Oliver Mußhoff

Modernes Agrarmanagement, page 343 - 344

Betriebswirtschaftliche Analyse- und Planungsverfahren

3. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4743-9, ISBN online: 978-3-8006-4457-5, https://doi.org/10.15358/9783800644575_343

Bibliographic information
6.9 Literaturhinweise 333 6.9 LiteraturhinweiseBRANDES, W., ODENING, M. (1992): Investition, Finanzierung und Wachstum in der Landwirtschaft. Ulmer,Stuttgart (edoc: http://edoc.hu-berlin.de/oa/books/reRQxVKkGfY/PDF/28yC76f28nms.pdf).BREALEY, R.A., MYERS, S.C. (2000): Principles of Corporate Finance. McGraw-Hill, New York.KRUSCHWITZ, L. (2008): Investitionsrechnung. Oldenbourg, München.SCHEUERLEIN, A. (2002): Finanzmanagement für Landwirte. BLV Verlagsgesellschaft, München. 7 Querschnittsaufgabe Risikomanagement 7.1 VorbemerkungenBei den bisherigen Überlegungen zur Entscheidungsunterstützung haben wir uns ausschließlich auf einwertige Planungsrechnungen bezogen. Das heißt, wir haben in die jeweiligen Planungsmodelle die Er-wartungswerte für Zufallsvariablen (Preise, Erträge etc.) eingesetzt und dann einfach unterstellt, dass sichdiese Werte in der Zukunft tatsächlich einstellen. Dementsprechend wurden für die verschiedenen Hand-lungsalternativen auch einwertige Ergebnisgrößen (z.B. der Erwartungswert des Gesamtdeckungsbei-trags) ausgewiesen. Eine solche Vorgehensweise bezeichnet man als deterministische Planung.Einwertige Planungsrechnungen abstrahieren von der Tatsache, dass wir in einer unsicheren Welt leben,in der viele Einflussfaktoren Zufallsvariablen sind. Eine deterministische Planung ist nur in zwei Fällen adäquat: (1) Die Unsicherheit ist so gering, dass man durch eine aufwändigere Planung, bei der man Un-sicherheit explizit berücksichtigt, weniger gewinnen würde als sie kostet. (2) Dem Entscheider ist die Un-sicherheit der Erfolgsgröße, die mit verschiedenen Alternativen verbunden ist, egal.Bevor wir den Bereich deterministischer Planannahmen hinter uns lassen, sei der Vollständigkeit halberdarauf hingewiesen, dass bereits die Bestimmung von Erwartungswerten methodisch anspruchsvollsein kann. Die sinnvoller Weise in eine Planungsrechnung einzusetzenden Werte für Preise, Erträge etc.„fallen ja nicht vom Himmel“, sondern müssen aus den vorhandenen Daten und Einschätzungen abgeleitetwerden. Dies erfordert ein Mindestmaß an statistischen Kenntnissen. So darf bspw. der einfache Mittel-wert der Preise oder Erträge der vergangenen 30 Jahre nicht ohne Weiteres mit dem für das nächste Jahrzu erwartenden Wert gleichgesetzt werden. Schon allein wegen des durch Inflation oder technischenFortschritt ausgelösten Trends würde dies zu unsinnigen Planannahmen führen. Zudem muss bei derBerechnung des Erwartungswertes einer Zufallsvariable (z.B. Erlös), die sich als Produkt zweier andererZufallsvariablen (Ertrag und Preis) ergibt, sowohl die Streuung als auch die Korrelation der beiden Zu-fallsvariablen berücksichtigt werden. Korrelationen können sich bspw. aufgrund des Marktmechanismusergeben. Ein Beispiel ist die negative Korrelation von Kartoffelerträgen und -preisen. Da wir zunächst dieAbläufe der wichtigsten Planungsverfahren aufzeigen wollten, haben wir in den bisherigen Kapitelndarauf verzichtet, auf statistische Grundlagen und die Wahrscheinlichkeitstheorie einzugehen. Das holenwir im Folgenden nach.Unternehmerische Entscheidungen müssen immer unter Unsicherheit getroffen werden. Dies bedeutet,dass es sich bei den erfolgsrelevanten Größen um Zufallsvariablen handelt. Zufallsvariablen können ver-schiedene zukünftige Werte annehmen, die man auch als Ausprägungen oder Umweltzustände bezeichnet.Durch die Unsicherheit erfolgsrelevanter Größen (Preise, Erträge etc.) wird auch der Erfolg einer unter-nehmerischen Wahlhandlung zu einer Zufallsvariable, deren Ausprägung nicht mit Sicherheit vorhergesagtwerden kann. In den letzten Jahren ist insbesondere in der Landwirtschaft durch die zunehmende Markt-liberalisierung das Preisrisiko gewachsen. Infolge des globalen Klimawandels ist zudem davon auszugehen,dass Schwankungen im Temperaturverlauf und der Niederschlagsmenge zukünftig weiter zunehmen unddas Mengenrisiko verstärken; man denke nur an die zunehmende Vorsommertrockenheit in einigen Gebie-ten Deutschlands. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Vertrauenseigenschaften beim Austauschvon Produkten zwischen den verschiedenen Stufen der Ernährungswirtschaft nimmt auch das Verhaltens-

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Zusammenfassung

Gemäß dem Motto „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ geht es im vorliegenden Lehrbuch darum, Studierenden und Praktikern beim Erwerb analytischer Fähigkeiten und einer problemlösungsorientierten Methodenkompetenz zu helfen.

Für die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stark verändert. Insbesondere der Wettbewerbsdruck und das unternehmerische Risiko sind infolge der Liberalisierung der Agrarmärkte und des Klimawandels angestiegen. Hinzu kommen ein laufender Anpassungsdruck an veränderte Verbraucherwünsche, neue gesellschaftliche Anforderungen sowie eine zunehmende Verflechtung zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Das vorliegende Lehrbuch trägt diesen Entwicklungen durch die Fokussierung auf die praktische unternehmerische Entscheidungsunterstützung unter Risiko Rechnung.

Dieses Buch schafft zum einen das theoretisch-konzeptionelle Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Strukturen der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungsanlässe. Zum anderen vermittelt es das handwerkliche Können im Umgang mit betriebswirtschaftlichen Analyse- und Planungsinstrumenten, über das Manager in einer unsicheren Unternehmensumwelt verfügen müssen, um erfolgreiche Entscheidungen fällen zu können.

Aus dem Inhalt:

• Grundlagen und Ziele unternehmerischen Entscheidens

• Kontrolle und Analyse

• Produktionstheorie

• Produktionsprogrammplanung

• Investitionsplanung und Finanzierung

• Querschnittsaufgabe Risikomanagement

• Bewertung und Taxation

• Corporate Social Responsibility

Über die Autoren:

Prof. Dr. Oliver Mußhoff leitet den Arbeitsbereich für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Norbert Hirschauer ist Inhaber der Professur für Unternehmensführung im Agribusiness am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Für Dozenten steht auf der Website ein auf das Buch abgestimmter Foliensatz mit den Abbildungen und Tabellen des Buches zur Verfügung. Für Studierende sind Übungsaufgaben formuliert.