Content

8.1.2 Das institutsspezifische Zielsystem in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 959 - 965

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_959

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,930 die operativen, unteren Unternehmungshierarchien eignen, müssen aus ihnen für die verschiedenen Unternehmungsebenen Unterziele abgeleitet werden. Sind auch diese Unterziele noch nicht operabel – und dies dürfte die Regel sein –, so ist eine weitere Zielebene zu bilden, auf der die jeweiligen Unterzie4 le (jetzt: W?%>-.("'%(&(Q wiederum in (kleinere) Unterziele zerlegt werden. Dieser Vorgang ist solange zu wiederholen, bis auf der untersten Zielebene die von der Unternehmungsleitung gewünschte Operationalität erreicht ist. Die Erfüllung dieser @":()'%(&( leistet schließlich einen Beitrag zur Erfüllung der Oberziele, so dass sich ein Zweck4Mittel4Verhältnis zwischen Ober4, Zwi4 schen4 und Unterzielen ergibt (vgl. G(.*(2/5'(,# 1964, S. 76477). Die Ge4 samtheit der nebeneinander existierenden bzw. hierarchisch geordneten – teil4 weise sogar miteinander konkurrierenden – Ziele wird als W%(&>^>:(; einer Unternehmung bezeichnet. Es beinhaltet insbesondere die in der Unterneh4 mung verfolgte Rang4 und Präferenzordnung. In der Regel werden Ziele unter Beachtung bestimmter S($("$(1%"+*"+(" verfolgt, die dem Entscheidungsprozess vorgeschaltet sind. Sie reduzieren die Menge der möglichen auf die Menge der '*&A>>%+(" F&:()"!:%6(". Aus dieser zulässigen Alternativenmenge wird die optimale Alternative anhand des ver4 folgten Zieles bzw. Zielsystems ausgewählt. n9[9B 8!> %">:%:*:>>U('%=%>-.( W%(&>^>:(; n9[9B9[ 8%( W%("'(U:%7" Das W%(&>^>:(; von Instituten ist komplex. Die einzelnen Ziele sind von un4 terschiedlicher Bedeutung und stehen in vielfältiger Beziehung zueinander. Neben der reinen Festlegung der Ziele (W%(&$%&1*"+) ist es daher eine wesent4 liche Aufgabe der Entscheidungsträger, die bestehenden Ziele hierarchisch zu ordnen und den Mitarbeitern zu vermitteln (W%(&?(%:()+!$(). Die Entschei4 dungsträger haben nicht zuletzt auch die Aufgabe, die Einhaltung der Ziele im täglichen Entscheidungsgeschehen zu überwachen (W%(":)7&&(). Aufgabe der Führungsinstanzen ist es aber auch, die einmal erarbeitete Ziel4 konzeption – insbesondere anlässlich großer und bedeutender Unterneh4 mungsentscheidungen – immer wieder selbst in Frage zu stellen, gegebenen4 falls zu modifizieren bzw. zu bestätigen. Im Konflikt widerstreitender Interes4 sen und im Lichte neuer Entwicklungen und Erkenntnisse muss sich das Ziel4 system immer wieder bewähren und gegebenenfalls angepasst werden (W%(&L !"U!>>*"+). Diese Zusammenhänge verdeutlicht nachfolgende :%:*:(" n9[9B9B9[ G7)$(;()#*"+(" Aufgrund der besonderen Geschäftsstruktur von Instituten und ihrer Stellung in der Volkswirtschaft unterscheiden sich die von ihnen verfolgten Ziele so4 wohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihrer Gewichtung von denen einer Indust4 rie4 oder Handelsunternehmung. Im pluralistischen Zielbündel von Instituten lassen sich folgende Zielarten unterscheiden: Erfolgs4, Leistungs4, Volumen4 und Sicherungsziele. n9[9B9B9B 8%( R)=7&+>'%(&( Das Streben nach 0(?%"" ist für Unternehmungen in einer marktwirtschaftli4 chen Ordnung typisch. Die nachhaltige Gewinnerzielung ist umgekehrt jedoch auch Voraussetzung für den Bestand einer Unternehmung in einer derartigen Wirtschaftsordnung. Gerade für Institute ist Gewinn notwendig, um Rückla4 gen zu bilden und damit das Eigenkapital zu erhöhen, da dessen Höhe den Umfang der möglichen Geschäfte, z. B. die Kreditvergabemöglichkeiten bei Banken, begrenzt. Daher wird durch dessen Erhöhung das mögliche Wachs4 tum eines Instituts entscheidend mitbestimmt. Diese allgemeine Feststellung e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,932 gilt, obwohl die bankenaufsichtsrechtlichen Begrenzungsregelungen, soweit sie Erfolgsrisiken betreffen, am haftenden Eigenkapital anknüpfen, dessen Umfang weit über den eigentlichen Eigenkapitalbegriff hinausgeht (vgl. G(,/U7#>5,#UQ'01-H+01- 2009, S. 804175). Zum anderen sind Gewinne für Außenstehende der wichtigste Anhaltspunkt für die wirtschaftliche Lage eines Instituts. Insbesondere dienen sie den Ei4 gen4 und den Fremdkapitalgebern als Indiz für die Sicherheit ihrer dem Insti4 tut überlassenen Mittel. Eigenkapitalgeber nehmen den Gewinn darüber hin4 aus als Anhaltspunkt für die künftige Rendite ihrer Einlage. So bestimmt die Gewinnerzielung auch maßgeblich die zukünftigen Möglichkeiten der Außen4 finanzierung. n9[9B9B9I 8%( Y(%>:*"+>'%(&( Leistungsziele geben an, welche Leistungsarten ein Institut wo und wem an4 bieten will bzw. – umgekehrt – welche Leistungsarten es nicht anbieten will. Die Bestimmung der Leistungsarten betrifft die =!-.&%-.( 5U('%!&%>%()*"+ des Instituts. In diesen Bereich fällt auch die Grundsatzentscheidung, ob ein Kre4 ditinstitut als Spezialbank oder als Universalbank auftreten soll. Die )(+%7"!&( 5U('%!&%>%()*"+ beinhaltet die Bestimmung des räumlichen Wirkungsbereiches eines Instituts. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass die geschäftliche Tätigkeit auf eine genau definierte Region beschränkt wird (vgl. das Regionalprinzip der Genossenschaftsbanken und Sparkassen). Die Festlegung, welchen Kunden welche Leistungen angeboten werden, be4 trifft die #*"1("+)*UU("7)%(":%():( 5U('%!&%>%()*"+. Hierbei spezialisiert sich ein Institut auf Geschäfte mit ganz bestimmten Marktpartnern oder Kun4 denschichten. Durch Konzentration auf bestimmte Kundengruppen kann das Institut bedarfsgerechte (d. h. ertragssichere) und zugleich auch standardisier4 bare (d. h. kostengünstige) Leistungen anbieten. Spezialisierungen auf be4 stimmte Kundengruppen erfolgen sinnvollerweise, wenn eine Marktnische aufgespürt wird, die es ermöglicht, ein rationelles Standardleistungsbündel anzubieten. n9[9B9B9J 8%( G7&*;("'%(&( Volumenziele bezeichnen das Streben der Institute nach absoluter und/oder relativer Größe. Das Streben nach absoluter Größe gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es manifestiert sich in der Steigerung des Geschäftsvolumens bzw. der Bilanzsumme. Die Erreichung einer bestimmten Größe bzw. die Er4 haltung eines bestimmten Anteils am Markt gilt als Nachweis der Effizienz (vgl. Q'01-H+01- 1992a, S. 137). Eine gleichbleibende Bilanzsumme oder ein stagnierender Marktanteil könnte in Abhängigkeit von der Marktentwicklung e;T 3(, D#+2.*'/,2 .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 933 umgekehrt die Vermutung nahelegen, dass in dem Institut ineffizient gearbei4 tet wird. Daher muss das Institut schon aus Gründen der Bonität (vgl. Ab4 schnitt 8.1.2.3.4) auf die Erhaltung von Größe und Marktanteil achten. Ob allerdings die %&!"'>*;;( einen aussagefähigen Maßstab für die Größe und Leistungsfähigkeit eines Instituts darstellt, ist fraglich, da sich in ihr nicht die ganze Tätigkeit des Instituts widerspiegelt. So geht das ständig wachsende Provisionsgeschäft nicht in diese Größe ein. Darüber hinaus korrelieren weder die Höhe der Bilanzsumme bzw. des Geschäftsvolumens sowie der Marktan4 teil unbedingt positiv mit der Veränderung des Gewinns noch garantieren sie dem Kunden absolute Sicherheit seiner Einlagen. Das Streben nach Erhöhung der Marktanteile beeinflusst jedoch indirekt das Gewinnstreben. Dies gilt insbesondere, wenn die Möglichkeit der Eigenkapi4 talzuführung von außen eingeschränkt ist. Die Erzielung von Gewinnen ist dann die einzige Möglichkeit, um im Rahmen der Selbstfinanzierung die nöti4 ge Höhe an haftendem Eigenkapital zu schaffen, die es schließlich erst ermög4 licht, einen Zuwachs an Marktanteilen zu erzielen. n9[9B9B9c 8%( 5%-.()*"+>'%(&( Das Streben nach Sicherheit ist dadurch gekennzeichnet, dass es nicht allein auftritt, sondern immer in Kombination mit anderen Zielen verfolgt wird. So wird z. B. ein möglichst hoher Gewinn bei vorgegebener Sicherheit ange4 strebt. Insofern könnte man das Sicherheitsstreben auch als eine Nebenbedin4 gung formulieren (vgl. 9'+01-(*.% 1981, S. 4). Da Sicherheit jedoch nicht konkret messbar ist, kann man sie auch nicht als streng einzuhaltende Neben4 bedingung definieren. Streben nach Sicherheit wird daher im Folgenden als ein zu operationalisierendes Ziel der Risikominimierung aufgefasst. n9[9B9B9b 8!> G().A&:"%> 1() W%(&( '*(%"!"1() Verändern sich die Bedingungen, unter denen Institute ihre Leistungen anbie4 ten („Umweltbedingungen“), insbesondere die Wettbewerbssituation, aber auch z. B. die Rechtsvorschriften für Institute, so ist es möglich, dass zeitwei4 se eines oder mehrere der anderen Ziele dem Gewinnstreben voranstehen oder die Sicherheitsanforderungen in den Vordergrund rücken. Langfristig bleibt jedoch das 0(?%"">:)($(" die Y(%:67)>:(&&*"+. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,934 n9[9B9I 8%( S($("$(1%"+*"+(" n9[9B9I9[ G7)$(;()#*"+(" Man unterscheidet zwischen >:)("+(" (nicht verletzbaren) und "!-.+%($%+(" (bedingt oder begrenzt verletzbaren) Nebenbedingungen. Als streng gelten diejenigen Nebenbedingungen, deren Verletzung das Ende der Unterneh4 mungsexistenz herbeiführt. Die Nebenbedingungen Legalität, Liquidität und Bonität sind für Institute von existenzieller Bedeutung und deshalb streng ein4 zuhalten. Damit wird verständlich, dass die Einhaltung dieser Nebenbedin4 gungen manchmal auch als weiteres Ziel von Instituten aufgefasst wird. n9[9B9I9B 8%( Y(+!&%:A: Staatsbürger und Staatsgewalt sind an das geltende Recht gebunden. Dies gilt auch für Institute. Daher müssen die Handlungen eines Instituts daraufhin überprüft werden, ob sie gesetzmäßig sind. Aufgrund der besonderen Funktionen, die Kreditinstitute in einer Volkswirt4 schaft übernehmen (z. B. Besorgung des Zahlungsverkehrs, Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Kredit4 und Geldanlagemöglichkeiten; vgl. hierzu insbesondere B%@%C,* 1983, S. 12413), besteht vor allem ein beson4 deres öffentliches Interesse, die Aktivitäten der Kreditinstitute zu beeinflussen bzw. zu kontrollieren. Daher existieren besondere Rahmenbedingungen für das Kreditwesen und letztlich auch für das Finanzdienstleistungsgewerbe. So bedarf es für das Betreiben eines Bankgeschäftes bzw. für das Erbringen von Finanzdienstleistungen der schriftlichen Erlaubnis der Bundesanstalt für Fi4 nanzdienstleistungsaufsicht (vgl. § 32 KWG). Umgekehrt wirkt die Rücknah4 me dieser Konzession (vgl. § 35 KWG) wie ein Auflösungsbefehl für das In4 stitut. Gründe für die Aufhebung der Konzession liefern z. B. die fehlende persönliche Zuverlässigkeit und die fehlende fachliche Eignung der Ge4 schäftsleiter des Instituts (zu weiteren Gründen vgl. Q'01-H+01- 2000, S. 2014217). Beides äußert sich hauptsächlich in Verstößen gegen geltende Gesetze, insbesondere gegen das Bankenaufsichtsrecht. Daher haben die Ge4 schäftsleiter, die persönlich für die Existenz des Instituts verantwortlich sind, die Legalität als strenge Nebenbedingung ihres betrieblichen Handelns zu be4 achten. Im Verhältnis zu den nachfolgenden Nebenbedingungen hat die Einhaltung der Legalität insofern eine übergeordnete Stellung, als sie eine dauerhafte Voraussetzung nicht nur für die Verfolgung der bereits erläuterten Ziele, son4 dern auch für die Einhaltung der übrigen Nebenbedingungen darstellt. Die Legalität ist demnach Fundament jeglicher Aktivität eines Instituts. e;T 3(, D#+2.*'/,2 .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 935 n9[9B9I9I 8%( Y%e*%1%:A: Liquidität ist einerseits definiert als R%+(">-.!=: 67" G();D+(">7$T(#:(" im Sinne einer Y%e*%1%>%()$!)#(%:, d. h. der Fähigkeit von Vermögensobjekten, „mehr oder weniger leicht als Zahlungsmittel verwendet oder durch Verkauf oder durch Abtretung in ein Zahlungsmittel umgewandelt werden zu können“ (B%@%C,* 1959a, S. 625). Andererseits ist Liquidität definiert als R%+(">-.!=: 67" f%):>-.!=:>>*$T(#:(" im Sinne von W!.&*"+>=A.%+#(%:. Ein Institut ist demnach dann liquide, wenn es jederzeit in der Lage ist, seine vertraglich oder gesetzlich zwingend bzw. wirtschaftlich unumgänglich fälligen Zahlungsver4 pflichtungen uneingeschränkt zu erfüllen (vgl. Q(%%, 1963, S. 3 und S. 15 so4 wie Abschnitt 2.1.2.1). Dabei ist es unbeachtlich, ob die Erfüllung zum Zeit4 punkt des Fälligwerdens durch bereits vorhandene oder durch gerade erst be4 schaffte Zahlungsmittel erfolgt. Die Erhaltung der Liquidität ist von besonderer Bedeutung für den Fortbe4 stand von Instituten, denn zum einen ist Zahlungsunfähigkeit bzw. drohende Zahlungsunfähigkeit Insolvenzgrund (vgl. die §§ 17, 18 InsO). Zum anderen fordert § 11 Satz 1 KWG eine, in der Liquiditätsverordnung näher spezifizier4 te, jederzeit ausreichende Liquidität. Neben diesen gesetzlichen Rahmenbe4 dingungen zwingen insbesondere im Kreditgewerbe Verfügungen der Bank4 kunden (Abruf von Krediten bzw. Abzug von Einlagen) zur Sicherstellung der täglichen Liquidität. Wäre diese nicht gegeben, bestünde die Gefahr eines „Runs“ (vgl. die Abschnitte 4.1.4.3.2.2 und 8.1.2.3.4). Darüber hinaus ist es Aufgabe des Gelddisponenten einer Bank, die Liquidität auch langfristig zu gewährleisten, wobei es unter Berücksichtigung des Erfolgsstrebens eine ab4 solut sichere Liquiditätsvorsorge nicht geben kann. Realistisch ist lediglich das Ziel, unter Berücksichtigung des Erfolgsstrebens die Wahrscheinlichkeit einer Illiquidität zu minimieren. n9[9B9I9J 8%( 7"%:A: Während die Liquidität eher ein unternehmungsinternes Problem ist, betrifft die Bonität im Sinne des Rufs eines Instituts hinsichtlich seiner einwandfreien Zahlungsfähigkeit die Beziehungen des Instituts zu seiner wirtschaftlichen Umwelt. Vor allem Kreditinstitute stehen in einem Geflecht von Vertrauens4 beziehungen zu ihren privaten Einlegern und ihren sonstigen Kreditgebern. Alle diese Partner hegen ganz bestimmte Vorstellungen über ein sicheres und erfolgreiches Verhalten des jeweils betrachteten Kreditinstituts. Erweckt das Kreditinstitut auch nur den Anschein eines Verstoßes gegen diese Rollener4 wartungen, so muss es damit rechnen, dass seine Attraktivität für Einleger und sonstige Kapitalgeber sinkt und dass seine Einlagen im Extremfall schlagartig abgezogen werden; es droht damit die Gefährdung der Liquidität. Dem Schwinden der Bonität würde alsbald Illiquidität folgen. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,936 Umgekehrt eröffnen sich insbesondere einem Kreditinstitut bei Bestehen der Gewissheit, dass es aufgrund seiner Gesamtstruktur (Branche, Marktlage, sachliche Ausstattung, Risikostreuung, Leitung usw.) keine nennenswerten Verluste zu erwarten hat, große unsichtbare Liquiditätsreserven in Form der Möglichkeit, im Bedarfsfall dann weitere Kredite Dritter in Anspruch zu nehmen. Es braucht keine besonders hohen sichtbaren Bestände an liquiden Mitteln. Besteht diese Gewissheit außerhalb des Kreditinstituts dagegen nicht (mehr), so vermögen umgekehrt die gerade in einem Zeitpunkt noch vorhan4 denen Bestände an liquiden Mitteln nicht viel zu helfen, seien sie auch noch so groß. Bonität und Liquidität stehen also in einem engen wechselseitigen Verhältnis zueinander, wobei die Liquidität aus der Bonität folgt und nicht etwa umgekehrt (vgl. B%@%C,* 1983, S. 33435). n9[9I 8%( P%::(& '*) W%(&())(%-.*"+ n9[9I9[ 8%( @":()"(.;*"+>U7&%:%# Die in Abschnitt 8.1.2 beschriebenen Oberziele und Nebenbedingungen müs4 sen durch Zwischenziele und operable Unterziele konkretisiert werden. Erst wenn die zu beeinflussenden Zielgrößen konkret definiert sind, können In4 strumente gefunden werden, die schließlich auch die Realisierung der Ober4 ziele ermöglichen. Die bewusste Gestaltung und Darstellung von Sachverhal4 ten zur Zielerreichung durch Einsatz geeigneter Instrumente (unter Einhaltung der Nebenbedingungen) wird als Unternehmungspolitik bezeichnet (zum Be4 griff der Unternehmungspolitik vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 44). Zur Er4 reichung der jeweils verfolgten Oberziele können u. a. die Finanz4 und die Publizitätspolitik eingesetzt werden. Ihre Ziele sind daher Zwischenziele im unternehmerischen bzw. auch im institutsspezifischen Zielsystem. Die Erfül4 lung dieser Ziele trägt zur Realisierung der jeweiligen Oberziele bei. n9[9I9B 8%( 3%"!"'L *"1 <*$&%'%:A:>U7&%:%# '*) G()=7&+*"+ 67" W?%>-.("'%(&(" Die 3%"!"'U7&%:%# soll die Zahlungsströme einer Unternehmung so aufeinan4 der abstimmen, dass diese einerseits zu jedem Zeitpunkt liquide (zahlungsfä4 hig) bleibt (strenge Nebenbedingung für das Weiterbestehen der Unterneh4 mung und damit für das Erreichen der unternehmerischen Ziele), andererseits aber das unrentable Halten nicht benötigter unverzinslicher bzw. niedrig ver4 zinslicher liquider Bestände möglichst weitgehend vermieden wird (positive Beeinflussung des Periodenerfolgs). Hierbei sind die finanziellen Gegebenhei4 ten und Anforderungen aller Unternehmungsbereiche zu berücksichtigen. Fi4 nanzpolitische Ziele sind somit z. B. die Bestimmung des Innenfinanzierungs4

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.