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8.3.3 Die jahresabschlusspolitischen Instrumente der Finanzpolitik in:

Hartmut Bieg

Bankbilanzierung nach HGB und IFRS, page 1013 - 1041

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3566-5, ISBN online: 978-3-8006-4456-8, https://doi.org/10.15358/9783800644568_1013

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,984 Eine zusammenfassende Darstellung der Kriterien der Zielerreichung und der Bindungswirkung enthält !$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() 3%"!"'U7&%:%# n9I9I9[ G7)$(;()#*"+(" Bei der Erörterung der Ziele der Jahresabschlusspolitik wurden als finanzpoli4 tische Zielsetzungen (vgl. Abschnitt 8.2.2) die erfolgsorientierten und die li4 quiditätsorientierten Ziele festgestellt. Als Variablen zur Überprüfung, inwie4 weit die erfolgsorientierten Ziele verwirklicht wurden, ergaben sich hierbei der Jahresüberschuss und der Bilanzgewinn (vgl. Abschnitt 8.2.2.2). Entspre4 chende Variablen in Bezug auf die liquiditätsorientierten Ziele sind die soge4 nannte Primär4 und Sekundärliquidität (vgl. Abschnitt 8.2.3.2.4). Die folgenden Erläuterungen der jahresabschlusspolitischen Instrumente der Finanzpolitik orientieren sich an diesen Variablen, so dass zunächst die In4 strumente zur Beeinflussung von Jahresüberschuss und Bilanzgewinn (vgl. Abschnitt 8.3.3.2) und dann die Instrumente zur Veränderung der Liquidität (vgl. Abschnitt 8.3.3.2.3.1) vorgestellt werden. Aufgrund des Umfangs der Instrumente, die auf den Jahresüberschuss und den Bilanzgewinn wirken, bie4 tet es sich an, bei deren Analyse eine Systematisierung nach dem Zeitpunkt e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 985 ihres Einsatzes (vgl. Abschnitt 8.3.1.3) in sachverhaltsgestaltende und sach4 verhaltsdarstellende Instrumente vorzunehmen. n9I9I9B 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( ;%: U)%;A)() f%)#*"+ !*= 1(" X!.)(>E$()>-.*>> O*"1 1(" %&!"'+(?%""Q n9I9I9B9[ 8%( 0(>:!&:*"+ 67" 5!-.6().!&:(" '*) ((%"=&*>>*"+ 1(> X!.)(>E$()>-.*>>(> O*"1 1(> %&!"'+(?%"">Q e;V;V;W;T;T 3(, !,#>+Y,#+2/ HC$; K(1-%),#>+Y,#+2/ )"2 0%(**, P@1=*'/,2 ,2%-'*%,2.,2 !,#5I/,20/,/,20%>2.,2 Herausragende Bedeutung bei den sachverhaltsgestaltenden Maßnahmen zur Beeinflussung des Jahresüberschusses hat die Beschleunigung oder die Ver4 zögerung der Veräußerung von Vermögensgegenständen, soweit sie erzwun4 gene oder bewusst gelegte stille Rücklagen enthalten (vgl. N&*,/,# 1991, S. 143). Soll der Jahresüberschuss des laufenden Geschäftsjahres erhöht werden, so kann ein Vermögensgegenstand, dessen am Markt erzielbarer Tagespreis (ab4 züglich noch anfallender Veräußerungsaufwendungen) über dem letztjährigen Bilanzsatz (Buchwert) liegt, vor dem Abschlussstichtag veräußert werden. Ob es sich bei diesem Buchwert um die Anschaffungs4 oder Herstellungskosten oder um einen auf der Anwendung von Bewertungsvorschriften beruhenden anderen Wertansatz handelt, ist dabei bedeutungslos. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Buchwert stellt dann einen Ertrag dar und erhöht in entsprechendem Umfang den Jahresüberschuss. Auf die Möglichkeit unter4 schiedlicher handels4 und steuerrechtlicher Auswirkungen aufgrund verschie4 dener Buchwerte in diesen beiden Rechenwerken sei nur hingewiesen. Hat die Zielgröße Jahresüberschuss bereits den angestrebten Wert überschrit4 ten und war – unabhängig von der Jahresabschlusspolitik – die Veräußerung eines Vermögensgegenstandes mit hohen stillen Rücklagen geplant, so kann dieser Verkauf auf einen Termin nach dem Jahresabschlussstichtag verlegt werden, um die Zielgröße des Jahres nicht noch weiter über den angestrebten Wert zu heben. Diese Vorgehensweise ist allerdings dann nicht zweckmäßig, wenn die Rechnungslegungsnormen die erfolgswirksame Aufdeckung nicht realisierter Reserven zum Jahresabschlussstichtag fordern. Für eine Veräußerung zur Realisierung stiller Rücklagen kommen grundsätz4 lich alle Vermögensgegenstände eines Instituts in Frage. Unproblematisch ist in diesem Zusammenhang sicherlich der Verkauf vonf():U!U%()(" 1(> @;L e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,986 &!*=6();D+(">. Differenzierter muss die Sachlage eingeschätzt werden, so4 fern es sich umf():U!U%()( 1(> F"&!+(6();D+(">, insbesondere um Betei4 ligungen oder Anteile an verbundenen Unternehmen, handelt. Vor allem bei diesen Vermögenswerten kann die jahresabschlusspolitisch motivierte Veräu4 ßerung der mit ihnen eigentlich verfolgten Geschäftspolitik widersprechen. Dieses Problem lässt sich aber lösen, indem Beteiligungen oder Anteile an einer verbundenen Unternehmung, auf eine – manchmal speziell zu diesem Zweck gegründete – Tochterunternehmung übertragen werden. So lassen sich einerseits die stillen Rücklagen erfolgswirksam auflösen (realisieren); ande4 rerseits kann auf diese Unternehmung über die Tochtergesellschaft auch nach Realisierung der stillen Rücklagen Einfluss ausgeübt werden. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass die Transaktion, obwohl sie zwischen „verwandten“ Gesellschaften stattfindet, zu Marktbedingungen abgewickelt wird (vgl. zum Vorhergehenden Q'01-H+01- 1992a, S. 2704271). Beabsichtigt die Unternehmung die Realisierung stiller Rücklagen durch den Verkauf $(:)%($>"7:?("1%+() G();D+(">+(+(">:A"1(, beispielsweise des Betriebsgebäudes oder der Betriebs4 und Geschäftsausstattung (bzw. Teile davon), so darf nicht übersehen werden, dass die Vermögensgegenstände zur Aufrechterhaltung der betrieblichen Leistungserstellung unentbehrlich sein könnten. Eine Lösungsmöglichkeit hierfür ist das "&$ ".' &$" $ 8"19L G()=!.)(" (vgl. zum Folgenden G(,/U7+Y5'+* 2009a, S. 2624263; ferner Q'01-H+01- 1992a, S. 2714275). Im Rahmen der 2345 muss auf die Ver4 pflichtung zur Umwidmung der verbleibenden „-,*.6%"65'%+#(%O (2),0%5,2%0“ hingewiesen werden, falls Finanzinstrumente, die bis zur Endfälligkeit gehal4 ten werden sollen, in nicht unwesentlichem Umfang veräußert worden sind (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.2.2.2). Dabei werden von der Unternehmung genutzte Vermögensgegenstände zu4 nächst auf eine Leasinggesellschaft, die u. U. eigens zu diesem Zweck als Tochtergesellschaft gegründet wurde, übertragen. Anschließend überträgt die Leasinggesellschaft durch Abschluss eines Leasingvertrages die Nutzungsbe4 rechtigung für diese Vermögensgegenstände auf die verkaufende (Mutter4) Gesellschaft zurück. Dabei ist darauf zu achten, dass der Leasinggeber neben dem rechtlichen auch das wirtschaftliche Eigentum am Leasingobjekt erwirbt. Nur dann hat der Leasinggeber das Leasingobjekt mit den Anschaffungskos4 ten zu bilanzieren, während der Leasingnehmer die in dem Objekt enthaltenen stillen Rücklagen (oder stillen Lasten) realisieren und so den Jahresüberschuss erhöhen (bzw. vermindern) kann. Dabei muss der Verkaufspreis unter Beach4 tung des Postulats der Angemessenheit der Konditionen, d. h. also unter Be4 rücksichtigung der Marktkonditionen, festgelegt werden. Zu beachten ist jedoch, dass in den Folgejahren die anfallenden Leasingraten den Jahresüberschuss mindern. Die Höhe dieser erfolgsmindernden und – an4 ders als die seither verrechneten Abschreibungen – liquiditätswirksamen Lea4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 987 singraten hängt dabei nicht zuletzt von der Höhe des vereinbarten Verkaufs4 preises ab. Ein hoher (niedriger) Verkaufspreis bedingt in der Regel hohe (niedrige) Leasingraten. Allerdings besteht durch die Zusammenarbeit mit einer Tochtergesellschaft die Möglichkeit, einen hohen Verkaufspreis (zwecks hoher Gewinnrealisierung) mit niedrigen Leasingraten (zwecks Vermeidung hoher Folgelasten) zu kombinieren. Die Sachverhaltsgestaltung 0'*, '2. *,'0, H'1= kann aber eventuell vom Jah4 resabschlussanalytiker erkannt werden, da die leasingnehmende Unterneh4 mung gemäß § 285 Nr. 3 HGB im Anhang den „Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erscheinen ...“, aufzufüh4 ren hat, „sofern diese Angabe für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeu4 tung ist; davon sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen gesondert anzugeben.“ Ist diese Ausweisvorschrift anzuwenden, so können die zukünftig an die Tochtergesellschaft zu zahlenden Leasingraten dem An4 hang entnommen werden. Auch nach 2345 sind seitens des Leasingnehmers bestimmte Anhangangaben zu Leasinggeschäften erforderlich, die gegebenenfalls zu einer Erkennbarkeit der getätigten Maßnahmen führen. So sind nach IAS 17.35 neben der Summe der künftigen Mietleasingzahlungen, untergliedert nach Fälligkeiten, und den erfolgswirksamen Zahlungen aus Leasing4 und Untermietverhältnissen auch die wesentlichen Leasingvereinbarungen des Leasingnehmers offen zu legen. <(">%7">+(>-.A=:( (vgl. Abschnitt 2.1.2.4.1) eignen sich ebenfalls zur Beein4 flussung des Jahresüberschusses, sofern damit eine Ausbuchung des Pensi4 onsgegenstandes auf Seiten des Pensionsgebers verbunden ist. Die daraus re4 sultierende Erfolgsbeeinflussung und damit auch die jahresabschlusspoliti4 schen Möglichkeiten aus Pensionsgeschäften sind abhängig von der zugrunde liegenden Bilanzierungsnorm (vgl. hierzu die Abschnitte 2.1.2.4.1.4 und 2.2.2). Nach dem /0 ergibt sich im Falle unechter Pensionsgeschäfte beim Pensi4 onsgeber in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert des Pensionsgegen4 standes und dem vereinbarten Hingabepreis eine Erfolgsbeeinflussung. Wird allerdings ein über den ursprünglichen Anschaffungskosten liegender Hinga4 bepreis vereinbart, so kann eine Gewinnrealisierung nur vorgenommen wer4 den, soweit auch eine buchmäßige Wertaufholung möglich wäre, also höchs4 tens in Höhe der Differenz zwischen dem durch früher vorgenommene Ab4 schreibungen entstandenen Buchwert und den historischen Anschaffungskos4 ten. Eine Gewinnrealisierung in Höhe der Differenz zwischen ursprünglichen Anschaffungskosten und (höherem) vereinbartem Hingabepreis – und damit die Auflösung der durch das Realisationsprinzip (Anschaffungskostenprinzip) erzwungenen stillen Rücklagen – ist abzulehnen, weil auf den Pensionsneh4 mer nur die mit dem Pensionsgegenstand verbundenen Chancen übergehen; er übernimmt jedoch nicht die Risiken, da er von seiner Rückgabemöglichkeit e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,988 Gebrauch machen wird, wenn zum möglichen Rückgabezeitpunkt der verein4 barte Rücknahmepreis über dem Tageswert des Pensionsgegenstandes liegt (vgl. Q'01-H+01- 1992a, S. 3064307). Der entsprechende Betrag ist beim Pen4 sionsgeber als Rückstellung auszuweisen, die am folgenden Abschlussstichtag eventuell erfolgswirksam zu korrigieren, bei der späteren Rückgabe des Pen4 sionsgegenstandes zur buchmäßigen Herabsetzung des Rücknahmepreises zu verwenden und erst bei Verzicht auf die Möglichkeit der Rückübertragung erfolgserhöhend aufzulösen ist. Im Rahmen von unechten Pensionsgeschäften ist der Pensionsgeber nach § 340b Abs. 5 Satz 2 HGB verpflichtet, unter dem Bilanzstrich die „Rück4 nahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften“ (Bilanzpositi4 on U2a) zu vermerken. Zudem sind eventuell Anhangangaben gemäß § 35 Abs. 6 RechKredV zu machen. Der Jahresabschlussleser erhält also Hinweise auf durchgeführte unechte Pensionsgeschäfte. Nach 2345 ist die Ausbuchung eines Vermögensgegenstandes bei unechten Pensionsgeschäften an die Frage geknüpft, ob die mit dem Vermögensgegen4 stand einhergehenden Chancen und Risiken auf den Pensionsnehmer überge4 hen (vgl. IAS 39.20). Die Meinungen über die bilanzielle Erfassung unechter Pensionsgeschäfte nach IFRS gehen weit auseinander. Während die h. M. (vgl. bspw. 7+-2UB1-'#4& 2006, S. 2234224) eine Bilanzierung des Rücküber4 tragungsrechts des Pensionsnehmers als Verkaufsoption befürwortet, sieht Q'$#C(2,= (2006, S. 79) eine Bilanzierung analog zur handelsrechtlichen Er4 fassung unechter Pensionsgeschäfte als sachgerecht an. Folgt man der Auffas4 sung Q'$#C(2,=0 (vgl. hierzu auch Abschnitt 2.2.2.4), so ist der Pensionsge4 genstand in jedem Fall beim Pensionsgeber auszubuchen. Der den Buchwert übersteigende Hingabepreis ist nach IAS 39.26 erfolgswirksam zu erfassen. Damit können unechte Pensionsgeschäfte auch nach IFRS zu einer Erhöhung des Jahresüberschusses genutzt werden, und dies sogar gegebenenfalls in noch weitreichenderem Umfang als nach HGB, da die Anschaffungskostenrestrik4 tion nicht zu beachten ist. e;V;V;W;T;W 3(, ?'Y2'-5,2 .,# C,(%*(1-,2 !'#('%("2 .,# N,#(".,26 $(#=0'5=,(% )"2 <+&$,2.+2/,2 Aus dem Strategiebereich der Verlagerung von Maßnahmen mit unmittelba4 rem Aufwands4 und/oder Ertragscharakter (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 2764277) kann mit dem Vorziehen von f()$(L *"1 4(U!)!:*)!*=?("L 1*"+(" der Jahresüberschuss des laufenden Jahres gemindert, mit der Verla4 gerung dieser Aufwendungen auf die Zeit nach dem Abschlussstichtag das laufende Geschäftsjahr aufwandsmäßig entlastet werden. Insbesondere bei der Nachverlagerung von Reparaturaufwendungen muss aber bei der Rechnungs4 legung nach HGB darauf geachtet werden, dass nicht ein Tatbestand geschaf4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 989 fen wird, der unter § 249 Abs. 1 Satz 2 HGB fällt. Dann wären nämlich für die unterlassenen Reparaturen zwingend erfolgsmindernd Rückstellungen zu bil4 den, die den erfolgserhöhenden Effekt der Nachverlagerung aufheben würden. Eine weitere Möglichkeit der vorstichtagsbezogenen Beeinflussung der Ziel4 größe Jahresüberschuss besteht darin, !$"*:'$!)( F"&!+(6();D+(">+(+("L >:A"1( bereits vor dem Stichtag anzuschaffen. Damit können bereits im lau4 fenden Geschäftsjahr entsprechende F$>-.)(%$*"+(" verrechnet werden. Vom ähnlich gelagerten Problem der Herstellung von materiellen Vermö4 gensgegenständen wird hier abgesehen, da deren Herstellung für Institute in der Regel keine Rolle spielt. Auf die grundsätzliche Möglichkeit, selbst er4 stellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit ihren Entwicklungskosten anzusetzen (§ 248 Abs. 2 Satz 1 HGB; zu Ausnahmen siehe § 248 Abs. 2 Satz 2 HGB) und das sich aus dem Problem der Abgren4 zung der Entwicklungskosten von den nicht aktivierungsfähigen Forschungs4 kosten ergebende Quantifizierungswahlrecht sei hier nur hingewiesen. Die hier angestrebte jahresabschlusspolitische Wirkung liegt allerdings – so4 weit der Anschaffungsvorgang erfolgsneutral ist (eine Ausnahme bildet die Anschaffung geringwertiger Wirtschaftsgüter; vgl. Abschnitt 8.3.3.2.2.2) – nicht direkt in der Sachverhaltsgestaltung begründet. Die angestrebte Erfolgs4 beeinflussung ergibt sich vielmehr erst im Zusammenspiel mit den erfolgs4 wirksamen Maßnahmen zur Darstellung von Sachverhalten und zwar auf4 grund der Abschreibungen. Die vorzeitige Anschaffung verändert das Men4 gengerüst der Aktiva, das dann die Grundlage für die bilanzielle Bewertung – in diesem Fall für die erfolgswirksame Verrechnung von Abschreibungen – bildet. Entsprechende Erfolgsauswirkungen ergeben sich im Falle der verzö4 gerten Anschaffung (bzw. Fertigstellung). Eine ähnliche Wechselwirkung zwischen sachverhaltsgestaltenden und sach4 verhaltsdarstellenden Instrumenten ergibt sich auch bei den folgenden aus dem Bereich der Veränderung des Kapitals stammenden Handlungsstrategien. So kann beispielsweise der Zeitpunkt einer beabsichtigten M)(1%:!*="!.;( verschoben werden. Beinhalten die Konditionen des Kredits ein (hohes) 8%>L !+%7, so eröffnet sich durch eine Kreditaufnahme vor dem Jahresabschluss4 stichtag – allerdings nur handelsrechtlich, nicht nach den IFRS – die Möglich4 keit, das Disagio vollständig als Aufwand zu verrechnen oder es als Rech4 nungsabgrenzungsposten zu aktivieren und in den Folgejahren planmäßig ab4 zuschreiben (vgl. § 250 Abs. 3 HGB). e;V;V;W;T;V 3,# P@1=='+& )"2 B1-+*.),#01-#,(H+2/,2 ,(/,2,# :5(00("2,2 Eine Möglichkeit, das Jahresergebnis eines Geschäftsjahres zu verbessern, besteht darin, von dem Institut selbst emittierte Schuldverschreibungen zu4 rückzukaufen, wenn aufgrund zwischenzeitlicher Marktzinssteigerungen der e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,990 M*)> dieser Wertpapiere *":() 1(; U!>>%6%():(" 4E-#'!.&*"+>$(:)!+ liegt (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 275). Sofern es sich um "%-.:L$D)>("=A.%+( f():U!U%()( handelt, sind sie nach § 16 Abs. 4 RechKredV direkt von der Passivposition 3 Buchst. a: „begebene Schuldverschreibungen“ abzusetzen (vgl. Abschnitt 2.1.4.3). In Höhe der Dif4 ferenz zwischen Rückzahlungskurs und (niedrigerem) Kaufkurs entsteht dann ein einmaliger Tilgungsertrag. Da die zurückerworbenen Schuldverschreibun4 gen zukünftig zinsmäßig nicht mehr bedient werden müssen, fallen bis zu ih4 rer ursprünglichen Fälligkeit geringere Zinsaufwendungen für die Emission an; die Jahresergebnisse sind in diesem Zeitraum jeweils entsprechend höher. Bei $D)>("=A.%+(" f():U!U%()(" ist der Sachverhalt differenzierter zu beur4 teilen. Nach § 16 Abs. 4 RechKredV sind die zurückgekauften börsenfähigen Schuldverschreibungen in der Aktivposition 5c: „eigene Schuldverschreibun4 gen“ zu aktivieren. Ein Tilgungsertrag kann dann in der Periode des Rück4 kaufs nur entstehen, wenn dies gleichzeitig das Geschäftsjahr ist, in dem die Schuldverschreibungen vertragsgemäß zu tilgen sind. Differieren Rückkaufs4 und Tilgungsperiode, so verbleiben die Schuldverschreibungen aktiviert und passiviert in der Bilanz. Der Tilgungsgewinn wird erst in der Periode der Til4 gung realisiert. Ein erfolgserhöhender Effekt im Geschäftsjahr des Rückkaufs kann in diesem Fall allein aus den eventuell niedrigeren Zinsaufwendungen resultieren. Aller4 dings kann der Effekt – dies gilt auch bei den nicht4börsenfähigen Papieren –, der sich aus der nicht mehr vorzunehmenden Zinszahlung für die „eigenen Schuldverschreibungen“ (Aktivposition 5c) ergibt, aufgrund des folgenden Zusammenhangs (über4)kompensiert werden. Stehen dem Institut die zum Rückerwerb erforderlichen Mittel zur Verfügung, so verzichtet es auf alterna4 tive Zinserträge am Markt, die aus der Anlage der zum Kauf der eigenen Wertpapiere verwendeten Mittel zu erzielen gewesen wären. Da gesunkene Kurse von festverzinslichen Papieren die Folge gestiegener Zinsen sind, kön4 nen die Marktzinserträge – bezogen auf das betrachtete Geschäftsjahr – höher ausfallen als die „ersparten“ Zinsaufwendungen. Muss das Institut entspre4 chende Mittel erst aufnehmen, so können die hierfür zu zahlenden (Nominal4) Zinsen ebenfalls höher sein als die weggefallenen Zinsaufwendungen, so dass sich das Jahresergebnis insgesamt verringern würde. Diese Maßnahme der Sachverhaltsgestaltung ist damit zur Beeinflussung des Jahresüberschusses nur unter bestimmten Bedingungen einsetzbar. Nach 2345 sind zurückgekaufte eigene Schuldverschreibungen vom Bestand begebener Schuldverschreibungen abzusetzen, wobei die Differenz von Buchwert der ausgebuchten Verbindlichkeit und gezahlter Gegenleistung er4 folgswirksam zu erfassen ist (vgl. IAS 39.42). Dies gilt unabhängig davon, ob die Schuldverschreibungen börsenfähig oder nicht4börsenfähig sind. e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 991 n9I9I9B9B 8%( 8!)>:(&&*"+ 67" 5!-.6().!&:(" '*) ((%"=&*>>*"+ 1(> X!.)(>E$()>-.*>>(> O*"1 1(> %&!"'+(?%"">Q "!-. /0 e;V;V;W;W;T 3(, G(*'2C'20'%C$'-*#,1-%, Als Bilanzansatzwahlrechte können die vom Gesetzgeber eingeräumten Akti4 vierungs4 und Passivierungswahlrechte eingesetzt werden, um den Jahresab4 schluss im Sinne der von der Unternehmungsleitung angestrebten Ziele zu beeinflussen. F#:%6%()*"+>?!.&)(-.:( bieten der Unternehmungsleitung zwei Möglichkei4 ten. Entweder werden angefallene Aufwendungen erfolgsneutral aktiviert und – falls es sich um abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens handelt – erst in den Folgeperioden mittels Abschreibungen erfolgswirksam erfasst; in jedem Fall wird dann bei einem späteren Verkauf oder Verbrauch der Vermö4 gensgegenstände die Erfolgswirkung mithilfe des Buchwertes bestimmt, der von den früher aktivierten Aufwendungen mitbestimmt wird. Oder diese Aufwendungen werden sofort im Jahre ihres Anfallens erfolgswirksam in der Gewinn4 und Verlustrechnung verrechnet, wodurch die Folgeperioden entlas4 tet werden. >%6%()*"+>?!.&)(-.:( erlauben der Unternehmungsleitung, künftige Aufwendungen bereits in der laufenden Periode oder erst in einer späteren Periode erfolgswirksam zu berücksichtigen bzw. heutige Erträge schon in der Erfolgsrechnung zu erfassen oder in die Zukunft zu verlagern (z. B. Rückla4 gen nach § 6b EStG). Die :%:*:>>U('%=%>-.(" F">!:'?!.&)(-.:( des § 340e Abs. 2 HGB und des § 340g HGB aufgezeigt. Gemäß § 340e Abs. 2 HGB dürfen /^U7:.(#("1!)&(.(" *"1 !"1()( 37)L 1()*"+(" zum Nennbetrag angesetzt werden, sofern der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und dem Auszahlungsbetrag oder den Anschaf4 fungskosten Zinscharakter hat (vgl. Abschnitt 4.1.2.2). Damit können diese Forderungen wahlweise zum S(""$(:)!+ 71() zum F*>'!.&*"+>$(:)!+ $'?9 zu den F">-.!==*"+>#7>:(" aktiviert werden. Der Jahresüberschuss kann allerdings nur beeinflusst werden, wenn ein Nennbetrag aktiviert wird, der kleiner als der Auszahlungsbetrag bzw. als die Anschaffungskosten ist. Dann hat das Institut nach § 340e Abs. 2 Satz 3, 1. Halbsatz HGB ein Wahl4 recht, den Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten einzustellen und über die Laufzeit erfolgsmindernd aufzulösen oder ihn direkt als Aufwand zu verrechnen. Im ersten Fall wird – verglichen mit der sofortigen Aufwandsverrechnung – das Jahresergebnis im Jahr der Aktivierung um die Differenz zwischen dem nicht erfolgswirksam verrechneten Unterschiedsbetrag und dem Jahresbetrag der erfolgsmindernden Auflösung des Rechnungsabgrenzungspostens erhöht. Die folgenden Geschäftsjahre werden mit den Auflösungsbeträgen erfolgsmä4 ßig belastet. Der (verbleibende) Unterschiedsbetrag ist in der Bilanz oder im Anhang anzugeben (§ 340e Abs. 2 Satz 3, 2. Halbsatz HGB), so dass diese jahresabschlusspolitische Erfolgsaufbesserung erkennbar ist. § 340g HGB erlaubt es Instituten, Beträge zur Sicherung gegen allgemeine Bank4 bzw. Finanzdienstleistungsrisiken, soweit dies nach vernünftiger kauf4 männischer Beurteilung wegen der besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Institute notwendig ist, in die Passivposition 11: „37"1> =E) !&&+(;(%"( !"#)%>%#("“ einzustellen (vgl. Abschnitt 4.1.5). Neben der stillen Risikovor4 sorge des § 340f HGB (vgl. die Abschnitt 4.1.4) gibt es also auch die Mög4 lichkeit der offenen Risikovorsorge, die jedoch nicht an bestimmte Vermö4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 993 gensgegenstände gebunden und nicht betragsmäßig limitiert ist, so dass sie jahresabschlusspolitisch unbeschränkt eingesetzt werden kann. Allerdings steht sie in Konkurrenz zu den § 340f4Reserven, zum einen wegen der in bei4 den Fällen übereinstimmenden Begründung, dass nämlich ein Vorrat von Rücklagen zur Deckung besonderer geschäftlicher Risiken aufgebaut werden soll, zum anderen aber auch wegen der Zwänge hinsichtlich Gewinnausweis, Gewinnausschüttung und Bilanzstrukturen. Die Bilanzansatzwahlrechte sind insgesamt nur eingeschränkt dazu geeignet, jahresabschlusspolitisch wirksam eingesetzt zu werden (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 3254326 und S. 328). Gründe hierfür sind darin zu sehen, dass ent4 sprechende Sachverhalte bei Instituten nicht oder nur in unbedeutendem Um4 fang vorkommen. Außerdem führen verschiedene F".!"+!"+!$(" (z. B. § 284 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 3, § 340e Abs. 2 Satz 3, 2. Halbsatz HGB) dazu, dass der Jahresabschlussleser die Ausübung, Nichtausübung oder veränderte Ausübung aus dem Anhang entnehmen und für jahresabschlussanalytische Zwecke eventuell wieder rückgängig machen kann. Insbesondere bei den Pas4 sivierungswahlrechten kann zudem unmittelbar der Bilanz entnommen wer4 den, inwieweit von ihnen Gebrauch gemacht wurde; dies schränkt ihre jahres4 abschlusspolitische Verwendbarkeit ein. Während Aktivierungswahlrechte tendenziell seitens der Institute nicht in An4 spruch genommen werden, kommen Passivierungswahlrechte regelmäßig zur Anwendung, weil man negative Publizitätswirkungen befürchtet, „sollte die Nichtpassivierung der mit den Passivierungswahlrechten verbundenen Bilanz4 bestände und damit einhergehend die Verbesserung des Erfolgsausweises nach außen hin erkennbar werden“ (Q'01-H+01- 1992a, S. 329). Besser geeignet zur Beeinflussung des Jahresüberschusses sind die im Fol4 genden zu besprechenden Bewertungswahlrechte. e;V;V;W;W;W 3(, G,$,#%+2/0$'-*#,1-%, „Gegenstand der Bewertungspolitik ist die zweckmäßige Gestaltung der Wertansätze der Bilanzpositionen durch Nutzung von Bewertungswahlrechten und Ermessensspielräumen beim Ansatz bilanzierungspflichtiger oder freiwil4 lig bilanzierter Vermögensgegenstände und Schulden“ (QI-, 1997, S. 673). Die Instrumente der Bewertungspolitik sind dabei die vom Gesetzgeber einge4 räumten (?():*"+>?!.&)(-.:( *"1 (?():*"+>();(>>(">>U%(&)A*;( (vgl. auch Q'01-H+01- 1994c, S. 9194920). Die Vielzahl der Instrumente der Bewertungspolitik eröffnet der Unterneh4 mungsleitung weitgehende Möglichkeiten zur Gestaltung des Jahresabschlus4 ses im Hinblick auf die von ihr verfolgten Ziele. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,994 Eine Einengung könnte die Bewertungspolitik durch § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB erfahren, wonach die „auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden … beibehalten werden“ sollen. Nur in begründeten Ausnahmefällen darf von diesem Grundsatz abgewichen werden (vgl. § 252 Abs. 2 HGB). Bezüglich der (?():*"+>>:(:%+#(%: ist Folgendes festzuhalten (vgl. 7@%(2/UQ,H,# 1987, S. 32434): • die Durchbrechung der Bewertungsstetigkeit ist gestattet, wenn dadurch das den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Bild der Vermögens4, Finanz4 und Ertragslage besser dargestellt wird; • die Stetigkeit gilt nicht für verpflichtende Bewertungsmethodenwechsel oder für solche Wechsel, die von Beginn an vorgesehen waren (z. B. der Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung); • der Stetigkeitsgrundsatz findet keine Anwendung bei Ermessensentschei4 dungen, die nicht zur Festlegung von Bewertungsmethoden dienen (z. B. die Entscheidung über Vornahme oder Nicht4Vornahme von außerplanmä4 ßigen Abschreibungen bei vorübergehender Wertminderung im Anlage4 vermögen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB); • der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit kann durchbrochen werden, wenn die Unternehmungsleitung darlegen kann, dass dies nicht willkürlich ge4 schieht. In der Praxis werden derart viele Ausnahmen als zulässig angesehen, dass der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit letztlich „kein ernsthaftes Hindernis“ (N&*,/,# 1991, S. 38) für die Bewertungspolitik darstellt. Institute müssen nach § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB im F".!"+ allerdings Abweichungen von Bi4 lanzierungs4 und Bewertungsmethoden angeben und begründen sowie deren Einfluss auf die Vermögens4, Finanz4 und Ertragslage gesondert darstellen. • 8%( f!.&)(-.:( $(% 1() (?():*"+ 1(> F"&!+(6();D+(">: Möglichkeiten zur Beeinflussung des Jahresüberschusses bestehen bei In4 stituten zum einen bei der Bewertung des Sachanlagevermögens und des immateriellen Anlagevermögens. Die hierfür interessierenden Vorschriften entsprechen denen für Unternehmungen anderer Branchen. Institute haben in diesem Bereich keine besonderen Regeln anzuwenden. Aufgrund des ge4 ringen Volumens von Sachanlagevermögen und immateriellem Anlage4 vermögen bei Instituten haben die folgenden Bewertungswahlrechte aller4 dings nur eine untergeordnete Bedeutung. Im !$"*:'$!)(" F"&!+(6();D+(" sind gemäß § 253 Abs. 3 HGB U&!"L ;AV%+( F$>-.)(%$*"+(" vorzunehmen. Deren Höhe ist abhängig von dem abzuschreibenden Ausgangswert (Anschaffungs4 oder Herstellungskosten), von der Nutzungsdauer des betreffenden Vermögensgegenstandes und von der Abschreibungsmethode. Vor allem die vom Jahresabschlussersteller zu e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 995 bestimmenden Komponenten Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode können jahresabschlusspolitisch eingesetzt werden. Um das Jahresergebnis zu senken, wäre z. B. eine kurze Nutzungsdauer anzunehmen und aus ver4 schiedenen eventuell zur Verfügung stehenden Abschreibungsverfahren dasjenige auszuwählen, das zu möglichst hohen Abschreibungen im betrof4 fenen Geschäftsjahr führt. Diese einmal getroffenen Entscheidungen wir4 ken – darauf sei hingewiesen – auch in den folgenden Geschäftsjahren, wo es dann zu entsprechend niedrigeren Periodenabschreibungen kommen muss, da insgesamt die Anschaffungs4 oder Herstellungskosten abzuschrei4 ben sind (vgl. § 253 Abs. 3 Satz 2 HGB). Bei der Bewertung von Sachanlagevermögen und immateriellem Anlage4 vermögen müssen wegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung !*V()U&!";AV%+( F$>-.)(%$*"+(" verrechnet werden. Dagegen besteht bei einer nur vorübergehenden Wertminderung ein Abschreibungsverbot (vgl. § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB). In Bezug auf die Abschreibungspflicht ist zu entscheiden, wann eine voraussichtlich dauernde oder aber eine nur vor4 übergehende Wertminderung vorliegt. Bei den steuerlich motivierten Ab4 schreibungen ist vor allem die Möglichkeit der 57=7):!$>-.)(%$*"+ $(% +()%"+?():%+(" f%):>-.!=:>+E:()" – dies sind bewegliche, abnutzbare und selbständig nutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens, deren Anschaffungskosten 150 EUR ohne Vorsteuer nicht übersteigen – von Be4 deutung. Auch im Rahmen der Bewertung des 3%"!"'!"&!+(6();D+("> eröffnen sich Instituten jahresabschlusspolitische Möglichkeiten zur Beeinflussung des Jahresüberschusses. Das Finanzanlagevermögen setzt sich dabei aus Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und Wertpapieren, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, zusam4 men. Während die Zuordnung der ersten beiden Komponenten zum Anla4 gevermögen unproblematisch ist, stellt sich bei der letzten Komponente die Frage der Abgrenzung zwischen Anlage4 und Umlaufvermögen. Deren Be4 antwortung liegt – unter Beachtung bestimmter Bedingungen (vgl. dazu Abschnitt 4.1.3) – im Ermessen der Institute. Dies ist jahresabschlusspoli4 tisch insofern interessant, als im Finanzanlagevermögen nach § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB das gemilderte Niederstwertprinzip gilt. Bei einer voraussicht4 lich nur vorübergehenden Wertminderung hat das Institut dementsprechend ein Wahlrecht, eine Abschreibung vorzunehmen oder zu unterlassen (Ab4 wertungs4 bzw. Beibehaltungswahlrecht). Indem Wertpapiere als zum An4 lagevermögen gehörig bestimmt werden, können Abschreibungen vermie4 den werden, die bei Wertpapieren des Umlaufvermögens wegen des stren4 gen Niederstwertprinzips vorzunehmen wären. Werden allerdings in den Aktivpositionen 5: „Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere“ und 6: „Aktien und andere nicht fest4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,996 verzinsliche Wertpapiere“ ausgewiesene börsenfähige Wertpapiere des An4 lagevermögens bei vorübergehender Wertminderung nicht auf den niedri4 geren Wert abgeschrieben, so ist ihr Buchwert im Anhang anzugeben (vgl. § 35 Abs. 1 Nr. 2 RechKredV; vgl. hierzu Abschnitt 4.1.3.4). Faktisch zwingt dies Institute aus „Standingüberlegungen“ zur Abschreibung. Da bei vorübergehender Wertminderung der berücksichtigte „Verlust“ mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eintreten wird – dies gilt vor allem für festver4 zinsliche Wertpapiere, wenn die Marktzinsen gestiegen und dadurch die (Börsen4)Kurse der Papiere gesunken sind –, ist der Erfolgsausweis unan4 gebracht vorsichtig, der Vermögensausweis später häufig unzutreffend. Je häufiger allerdings erfolgreiche Institute, die sich aufgrund der Ertragssitu4 ation durchaus eine Abschreibung hätten „leisten“ können, trotz der dann erforderlichen Anhangangabe auf die Abschreibung verzichten, umso schneller verliert die Anhangangabe ihre diskriminierende Wirkung (vgl. auch Q'01-H+01- 1992a, S. 3524354). Bei der Bewertung des Finanzanlagevermögens haben Institute außerdem einen Ermessensspielraum hinsichtlich der Einstufung einer Wertminde4 rung als voraussichtlich dauernd oder vorübergehend. • 8%( f!.&)(-.:( $(% 1() (?():*"+ 1(> @;&!*=6();D+(">: Zum Umlaufvermögen der Institute zählen vor allem sämtliche Forderun4 gen sowie Wertpapiere, die nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Ge4 schäftsbetrieb zu dienen. Aufgrund des Fehlens eines Börsen4 oder Marktpreises für 37)1()*"+(" sind diese mit dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert anzusetzen, wenn dieser niedriger ist als die Anschaffungskosten (vgl. § 253 Abs. 4 HGB; strenges Niederstwertprinzip). Der beizulegende Wert ergibt sich un4 ter Berücksichtigung der Bonität des Schuldners. Forderungen lassen sich in vier Bonitätsstufen einordnen (vgl. Abschnitt 4.1.2.3); die Zuordnung kann Abschreibungen in unterschiedlicher Höhe nach sich ziehen. Zum ei4 nen hat ein Institut damit gewisse Freiheiten bei der Zuordnung einer For4 derung zu einer Bonitätskategorie, die Einzelwertberichtigungen bedingt (uneinbringliche und notleidende Forderungen) oder nicht (anmerkungsbe4 dürftige Forderungen und Forderungen ohne erkennbare Risiken). Diese Freiheiten können zum Zwecke der Beeinflussung des Jahresüberschusses ausgefüllt werden. Zum anderen besitzen Institute auch Spielräume bei der Bemessung der Höhe der Einzelwertberichtigungen, müssen sie doch dar4 über entscheiden, welchen Abschreibungsprozentsatz die verschlechterte Bonität des Schuldners erfordert und mit welchem Wert Sicherheiten zu be4 rücksichtigen sind. Bewertungsfreiheiten hat der Jahresabschlussersteller im Übrigen auch bei der Ermittlung der pauschalierten Einzelwertberichtigungen. Auch das Ver4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 997 fahren zur Berechnung der Pauschalwertberichtigungen, die akute wie la4 tente Länderrisiken berücksichtigen sollen, kann von dem Institut individu4 ell festgelegt werden, so dass auch hier jahresabschlusspolitische Belange berücksichtigungsfähig sind; dabei ist allerdings bei der Anwendung des Verfahrens das Stetigkeitsgebot zu beachten. In keinem Fall sind die Ab4 schreibungen auf Forderungen aufgrund des Zwangs zur direkten Ab4 schreibung für Außenstehende erkennbar. Für Institute spielt der institutsspezifische H IJK= /0 im Rahmen der handelsrechtlichen Bewertung des Umlaufvermögens eine bedeutende Rol4 le für die Beeinflussung des Jahresüberschusses; steuerrechtlich ist diese Abschreibung allerdings nicht zulässig (vgl. die Abschnitte 4.1.4.1 und 4.1.4.2). Danach dürfen Institute einerseits „Forderungen an Kreditinstitu4 te“ (Aktivposition 3) sowie „Forderungen an Kunden“ (Aktivposition 4), andererseits „Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpa4 piere“ (Aktivposition 5) sowie „Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere“ (Aktivposition 6), soweit sie nicht wie Anlagevermögen be4 handelt oder zum Handelsbestand gezählt werden, mit einem niedrigeren als dem sich aus dem strengen Niederstwertprinzip ergebenden Wert anset4 zen, soweit dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Siche4 rung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Institute not4 wendig ist. Die Bewertungsbasis, in der diese 6()>:(*():(" 0&7$!&!$>-.)(%$*"+(" („>:%&&( G7)>7)+()(>()6("“) verrechnet werden können, kann im Bereich der Wertpapiere von der Institutsleitung beeinflusst werden, muss sie doch über die Zuordnung der Wertpapiere beschließen, was aktenkundig zu ma4 chen und buchhalterisch zu belegen ist. Indem man die aus der Basis her4 ausfallenden Positionen (Wertpapiere des Anlagevermögens sowie des Handelsbestandes) auf ein unumgängliches Minimum beschränkt, ordnet man den bedeutenderen Teil der Wertpapiere der Liquiditätsreserve zu, die zur Bemessungsgrundlage der Globalabschreibungen gehört. Die Verrechnung von Globalabschreibungen nach § 340f HGB setzt ein Ri4 siko in den lediglich als Verrechnungspositionen dienenden Bilanzpositi4 onen allerdings nicht voraus; das Prinzip der Einzelbewertung ist also in4 soweit nicht zu beachten. Damit können diese stillen Vorsorgereserven in beliebigen Teilbeträgen von beliebigen Positionen der Bewertungsbasis ab4 gesetzt werden, wodurch sich nicht nur der ausschüttungsfähige Perioden4 erfolg vermindern, sondern auch die Bilanzstruktur beeinflussen lässt. Da4 rüber hinaus können sie ohne zeitliche Beschränkung beibehalten, aber auch jederzeit zum Zwecke der Verbesserung des handelsrechtlichen Er4 gebnisses bzw. der Bilanzstrukturen wieder aufgelöst werden; insofern ist das Prinzip der Bewertungskontinuität außer Kraft gesetzt. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,998 Diese %">:%:*:>:^U%>-.( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.( P!"D6)%();!>>( er4 laubt es, unabhängig vom Geschäftsverlauf den Erfolgsausweis zu versteti4 gen, das „übliche“ Ausschüttungsverhalten zu ermöglichen und die übli4 cherweise eingehaltenen Bilanzstrukturen darzustellen, letztlich also dem Kontinuitäts4, Superioritäts4 und Konformitätsstreben Rechnung zu tragen. Hinzuweisen ist auf die (+)("'*"+ der Vorsorgepolitik der Institute, wo4 nach die insgesamt aufgrund des § 340f HGB bestehenden Unterbewertun4 gen maximal 4 % des Buchwerts der Bewertungsbasis ausmachen dürfen, der sich bei Anwendung der üblichen handelsrechtlichen Bewertungsvor4 schriften auf alle zur Bewertungsbasis gehörenden Vermögenspositionen ergäbe. Die 4 %4Grenze bezieht sich jedoch nicht auf einzelne Bilanzposi4 tionen, so dass bei verschiedenen Positionen durchaus mehr abgeschrieben werden kann, soweit bei anderen Positionen entsprechend weniger verrech4 net wird. Diese eindeutige Obergrenze dürfte allerdings kaum restriktive Auswirkungen auf die Vorsorgepolitik insbesondere der Kreditinstitute ha4 ben, beträgt doch der durchschnittliche Anteil der Bewertungsbasis an der Bilanzsumme der Universalbanken ca. 80 %. Damit beläuft sich bei Uni4 versalbanken der erlaubte Höchstbetrag der Bewertungsabschläge immer4 hin auf etwa 3,2 % der Bilanzsumme; dies entspricht etwa Dreiviertel der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der Universalbanken. Außerdem wer4 den die vor dem 1. Januar 1993 nach § 26a KWG a. F. gebildeten stillen Reserven nicht auf die 4 %4Grenze angerechnet. • 8%( f!.&)(-.:( $(% 1() (?():*"+ 1() >%6!: Nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB sind „Verbindlichkeiten … zu ihrem Erfül4 lungsbetrag und Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmänni4 scher Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages anzusetzen“. Insbeson4 dere die den Hauptteil der Passiva von Instituten ausmachenden G()$%"1L &%-.#(%:(" sind damit hinsichtlich ihres Wertes eindeutig bestimmt. Jahresabschlusspolitische Möglichkeiten zur Ergebnisbeeinflussung eröff4 nen sich Instituten eher bei den 4E-#>:(&&*"+(" und zwar nicht nur bei der Frage, ob sie anzusetzen sind (vgl. Abschnitt 8.3.3.2.2.1), sondern auch bei der Frage, mit welchem Betrag dies geschehen soll. Aus der Formulierung „vernünftige kaufmännische Beurteilung“ ergibt sich für Rückstellungen ein jahresabschlusspolitisches Betätigungsfeld. „Da es ... dem Charakter von Rückstellungen entspricht, daß die Höhe der Verpflichtung, für die sie gebildet werden, meist nur im Wege einer mehr oder minder fundierten Schätzung ermittelt werden kann, bleibt es nicht aus, daß Rückstellungen unter Berufung auf die Unsicherheit von Zukunftsprognosen (jahresab4 schlusspolitisch motiviert; Anm. d. Verf.) entweder zu hoch oder zu niedrig angesetzt werden“ (Q'01-H+01- 1992a, S. 382). e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 999 e;V;V;W;W;V 3(, G(*.+2/ +2. <+&*I0+2/ "&&,2,# P@1=*'/,2 In Abschnitt 8.2.2.2 wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Geschäftslei4 tung bei der Erfolgsverwendungspolitik zur Beeinflussung des Bilanzgewinns nur auf den Erfolg zurückgreifen kann, dessen Verwendung nicht bereits auf4 grund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Vorschriften vorbestimmt ist. Damit kann der Vorstand eines Instituts – sofern satzungsmäßig nichts anderes fest4 gelegt ist – die Gewinnverwendung nur im Rahmen seiner ihm gesetzlich ver4 liehenen Kompetenz mitbestimmen, um sodann der Versammlung der Eigen4 tümer einen Gewinnverwendungsvorschlag zu unterbreiten. Hierbei ist es dem Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats möglich, seinem Vorschlag (op4 tisch) Nachdruck zu verleihen, indem er die Bilanz bereits unter Berücksichti4 gung dieses Vorschlages aufstellt. Die Einflussmöglichkeiten des Vorstandes im Rahmen der Unterbreitung des Gewinnverwendungsvorschlags sollten nicht unterschätzt werden, da die Eigentümer in vielen Fällen diesem Vor4 schlag folgen werden. n9I9I9B9I 8%( 8!)>:(&&*"+ 67" 5!-.6().!&:(" '*) ((%"=&*>>*"+ 1(> X!.)(>E$()>-.*>>(> O*"1 1(> %&!"'+(?%"">Q "!-. 2345 e;V;V;W;V;T !"#H,5,#=+2/ Der Rechnungslegung nach IFRS wird im Allgemeinen – und im Vergleich zu den Regelungen des HGB – ein geringeres jahresabschlusspolitisches Gestal4 tungspotenzial zugewiesen. Dies ergibt sich aus der Mono4Zielsetzung, den Bilanzadressaten, insbesondere den Investoren, mithilfe des Abschlusses ei4 nen R%"$&%-# %" 1%( G();D+(">LC 3%"!"'L *"1 R):)!+>&!+( und die Cash4 flows einer Unternehmung zu gewähren, um ihnen das Fällen wirtschaftlicher Entscheidungen zu ermöglichen (vgl. IAS 1.9). Abschlusspolitische Gestal4 tungsmöglichkeiten widersprechen folglich diesem zentralen Rechnungsle4 gungsziel der IFRS (vgl. :(0,*%U?@**,#UQ+*& 2005, S. 575). Auch wenn die IFRS den abschlusspolitischen Gestaltungsraum einschränken, vermögen sie es nicht, gestalterische Maßnahmen des Bilanzierenden grund4 sätzlich zu verhindern. Dabei kann der Abschlussersteller eine Vielzahl von R);(>>(">>U%(&)A*;(" ausnutzen, die ihm die internationalen Standards ge4 währen. Sie geben dem Bilanzierenden die Möglichkeit, „auf einer vorgela4 gerten Ebene (…) durch Schätzungen und Absichten den Jahresabschluss zu gestalten“ (?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 569). Durch die Ausnutzung solcher Spielräume ergibt sich für das Management einer Unternehmung die Mög4 lichkeit, seine tatsächlichen Absichten nicht ausdrücklich zu offenbaren (vgl. ?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 569). „Durch die unvermeidbare Aufnahme von Ermessensspielräumen in die Rechnungslegung gelangen subjektive Ele4 mente in die Bilanzierung, die einen für Außenstehende nur schwer nachzu4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1000 vollziehenden Bereich darstellen. Ermessensspielräume stellen somit ein fle4 xibles Instrument der Jahresabschlusspolitik dar, über welches im Regelfall nicht berichtet werden muss und aufgrund der Komplexität der zugrunde lie4 genden Sachverhalte vielfach auch nicht berichtet werden kann“ (Q"-*/,5+%- 2007, S. 70). Typische Beispiele für Ermessensspielräume ergeben sich – auch nach IFRS – bei der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten, der Bemessung von Rückstellungshöhen oder bei der Festlegung der Methode der planmäßigen Abschreibung (vgl. Q"-*/,5+%- 2007, S. 69). Während das HGB zahlreiche (\U&%'%:( (?():*"+>?!.&)(-.:( gewährt, sind diese in den IFRS in weniger starker Ausprägung zu finden (vgl. ?,O6 ,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 569). Explizite Bewertungswahlrechte stellen die Regelungen zur Folgebewertung von Sachanlagevermögen und zur Folgebe4 wertung immaterieller Vermögensgegenstände dar. In beiden Fällen gewährt der Standardsetzer dem Bilanzierenden das – allerdings einheitlich über eine ganze Gruppe von Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögensgegenständen auszuübende – Wahlrecht zur Folgebewertung zu fortgeführten Anschaf4 fungskosten oder zum &'(# )'*+,. R\U&%'%:( %&!"'!">!:'?!.&)(-.:( sehen die IFRS nicht vor. Viele der bisher auf Basis der deutschen Rechnungslegungsvorschriften ge4 machten Ausführungen zur Jahresabschlusspolitik treffen auch auf den Ab4 schluss nach IFRS zu. Erwähnenswerte internationale Regelungen ergeben sich insbesondere hinsichtlich der ;!:()%(&&(" X!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%#, wel4 che die Generierung eines an den Unternehmungszielen ausgerichteten Ergeb4 nisses verfolgt. Der Schwerpunkt der folgenden Ausführungen widmet sich demgemäß auch diesem Bereich der Jahresabschlusspolitik. Lediglich in Ab4 schnitt 8.3.3.2.3.4 werden auch Auswirkungen auf die Darstellung im Anhang (2"%,0) beschrieben. Die Vorschriften nach IFRS sehen =E) 2">:%:*:( #(%"(" +)DV()(" (%+(">:A"L 1%+(" 4(+(&*"+>$()(%-. vor. Jedoch lassen sich aufgrund der spezifischen Geschäfte der Institute Schwerpunkte innerhalb der internationalen Standards setzen. Folglich orientieren sich die Ausführungen dieses Abschnitts an den für Kredit4 und Finanzdienstleitungsinstitute besonders relevanten Regelun4 gen der IFRS. e;V;V;W;V;W 8'-#,0'H01-*+004"*(%(01-, ?I/*(1-=,(%,2 H,( .,# G(*'2C(,#+2/ )"2 (55'%,#(,**,2 !,#5I/,20$,#%,2 [(2%'2/(H*, '00,%0\ Ansatz und Bewertung von immateriellen Vermögenswerten sind in IAS 38 geregelt. Gemäß der Definition des IAS 38.8 stellt ein immaterieller Vermö4 genswert einen „identifizierbaren, nicht monetären Vermögenswert ohne phy4 sische Substanz“ dar, über den eine Unternehmung uneingeschränkt verfügen kann und dessen Einsatz einen zukünftigen Nutzen verspricht (vgl. Q"-*/,6 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1001 5+%- 2007, S. 110). Immaterielle Vermögenswerte sind z. B. Lizenzen, Paten4 te, Computersoftware und Filmmaterial sowie Geschäfts4 oder Firmenwerte (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 126). Nach den Regelungen der IFRS ist eine Aktivierung von immateriellen Ver4 mögenswerten verpflichtend, und zwar – im Gegensatz zu § 248 Abs. 2 HGB – unabhängig davon, ob der Vermögenswert entgeltlich erworben wurde (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 126). Für >(&$>: ()>:(&&:( %;;!:()%(&&( G();D+(">?():( gelten innerhalb der in4 ternationalen Standards bestimmte Ansatzkriterien. Dabei wird zwischen einer Forschungs4 und Entwicklungsphase unterschieden. Innerhalb der 37)L >-.*"+>U.!>( versucht eine Unternehmung, neue Informationen und/oder Wissen zu gewinnen. Die R":?%-#&*"+>U.!>( umfasst die modellhafte An4 wendung der Forschungsresultate, sie ist der Forschungsphase zwingend nachgeordnet (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 127; Q"-*6 /,5+%- 2007, S. 1134114 sowie die Abgrenzung der beiden Phasen in IAS 38.8). Je nachdem, ob der Herstellungsprozess eines immateriellen Vermögenswer4 tes in eine Entwicklungs4 und in eine Forschungsphase unterteilt wird (oder nicht) und je nachdem, welcher Phase der Vermögenswert zugeordnet wird, ergeben sich unterschiedliche Aktivierungspflichten. Ist bei der Erstellung keine Unterscheidung in Forschungs4 und Entwicklungsphase möglich, so wird der gesamte Aufwand der Forschungsphase zugeordnet und in der Perio4 de als Aufwand erfasst, in der er angefallen ist (vgl. ?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 570). Erfolgt bei der Darstellung des Erstellungsprozesses eine Tren4 nung von Forschungs4 und Entwicklungsphase, so sind Kosten, welche der Entwicklungsphase zugeordnet werden, gemäß IAS 38.57 aktivierungspflich4 tig. Durch die Aktivierung wird den in der GuV4Rechnung ausgewiesenen Entwicklungsaufwendungen ein entsprechender Ertrag gegenübergestellt, so dass sich letztlich nur der Betrag der nicht aktivierten Forschungsaufwendun4 gen auf den Erfolg auswirkt. Die aktivischen Entwicklungsaufwendungen werden durch Abschreibungen auf die zukünftigen Nutzungsperioden verteilt. Aufgrund der „inhaltsleeren“ (?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 570) Formulie4 rung des IAS 38.57 ergeben sich bei der Aufteilung des Herstellungsprozesses eines immateriellen Vermögenswertes in Forschungs4 und Entwicklungsphase erhebliche Ermessensspielräume und somit auch Ansatzpunkte für eine mate4 riell4jahresabschlusspolitische Gestaltung. Für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die der Entwicklungsphase zugeordnet werden, müssen die Aktivierungskriterien des IAS 38.57 erfüllt sein (hierzu ausführlicher G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 1274 128). Nur bei Einhaltung all dieser Kriterien kommt es zum Bilanzansatz. Je4 doch lässt sich dies häufig nur schwer überprüfen und somit ist die Erfüllung der Kriterien „weitestgehend dem subjektiven Ermessen des Bilanzierenden“ e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1002 (Q"-*/,5+%- 2007, S. 115) überlassen, wodurch sich jahresabschlusspoliti4 sche Gestaltungspotenziale ergeben. Für Kredit4 und Finanzdienstleistungsinstitute dürften selbst erstellte immate4 rielle Vermögenswerte allerdings lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. e;V;V;W;V;V 8'-#,0'H01-*+004"*(%(01-, ?I/*(1-=,(%,2 H,( .,# G(*'2C(,#+2/ )"2 P@1=0%,**+2/,2 [4#")(0("20\ Gemäß IAS 37.14 ist eine Rückstellung zu passivieren, wenn am Abschluss4 stichtag eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die durch ein Ereignis aus der Vergangenheit begründet wur4 de. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung muss unter Be4 rücksichtigung aller Hinweise größer sein als die Wahrscheinlichkeit des Nichteintritts (5"#, *(=,*O %-'2 2"%4Kriterium). Des Weiteren muss eine zuver4 lässige Schätzung der Höhe dieser Verpflichtung möglich sein (vgl. G(,/U 9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 2274233; ?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 571). Ein jahresabschlusspolitischer Spielraum ergibt sich hier insbesondere bei der Schätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Mittelabflusses. Gerade im Rahmen der Bildung ermessensbehafteter Rückstellungen, bspw. im Zusam4 menhang mit Prozessrisiken bei Schadensersatzansprüchen, können solche Gestaltungspotenziale ausgeschöpft werden (vgl. ?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 571). Gemäß IAS 37.59 unterliegen bereits gebildete Rückstellungen an jedem Ab4 schlussstichtag einer erneuten Überprüfung, in deren Rahmen die Eintritts4 wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses entsprechend korrigiert werden kann. Die Rückstellungshöhe ist entsprechend anzupassen. Neben der Frage des Bilanzansatzes von Rückstellungen unterliegt somit auch deren Bewer4 tung dem Ermessen des Bilanzierenden. So sieht IAS 37.45 vor, dass eine Ab4 zinsung einer Rückstellung auf den Barwert verpflichtend ist, sofern der Ab4 zinsungseffekt den Wertansatz der Rückstellung oder das Jahresergebnis ?(L >(":&%-. beeinflusst. Die Entscheidung aber, wie das Wesentlichkeitskriterium im Einzelfall auszulegen ist, bleibt dem Ermessen des Jahresabschlusserstel4 lers überlassen. e;V;V;W;V;Z D,0%'*%+2/04"%,2C('*, H,(5 <+0$,(0 )"2 :),2%+'*01-+*.,2 [1"2%(2/,2% *('H(*(%(,0\ Ist die Voraussetzung für die Bilanzierung einer Rückstellung nicht erfüllt, da die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Mittelabflusses weniger als 50 Prozent beträgt (vgl. Abschnitt 8.3.3.2.3.3), so bleibt noch zu überprüfen, ob eine e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1003 Eventualschuld vorliegt. Die Überprüfung fällt positiv aus, wenn der Ressour4 cenabfluss nicht als gänzlich unwahrscheinlich erachtet wird, d. h. wenn eine Abflusswahrscheinlickeit von mehr als Null Prozent und – in Abgrenzung zur Rückstellung – bis maximal 50 Prozent unterstellt wird (vgl. G(,/U9"006 &,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 232). Liegt eine Eventualschuld vor, so gehen damit gemäß IAS 37.86 bestimmte F".!"+!"+!$(" einher (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 244). Der Ausweis von Eventu4 alverbindlichkeiten unter dem Bilanzstrich, wie ihn die RechKredV vorsieht (vgl. Abschnitt 2.1.2.3.2), ist gemäß den IFRS nicht vorgesehen. Wird der Mittelabfluss als unwahrscheinlich eingestuft, so liegt weder eine Rückstel4 lung noch eine Eventualschuld mit entsprechenden Informationen im Anhang (2"%,0) vor. Ein abschlusspolitisches Gestaltungspotenzial ergibt sich daraus, dass IAS 37 #(%"( (\U&%'%:(" @":()>-.(%1*"+>;()#;!&( vorgibt, wonach sich mögliche von wahrscheinlichen Mittelabflüssen abgrenzen lassen. Möchte ein Institut gegenüber dem Jahresabschlussleser ein vermeintlich positives Unterneh4 mungsbild zeichnen, so wird es einen Ressourcenabfluss im Zweifelsfall als unwahrscheinlich einschätzen (vgl. ?,O,#U?,(0,2H'1-,# 2004, S. 572). e;V;V;W;V;_ 8'-#,0'H01-*+004"*(%(01-, ?I/*(1-=,(%,2 H,( .,# G(*'2C(,#+2/ )"2 N,20("20#@1=0%,**+2/,2 Pensionsrückstellungen werden nicht durch IAS 37, sondern durch IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ geregelt. Gemäß IAS 19.4(b) beinhalten Pen4 sionsverpflichtungen in der Zukunft liegende Leistungsverpflichtungen der bilanzierenden Unternehmung gegenüber ihren Arbeitnehmern im Rahmen der Altersvorsorge (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 247). Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen orientiert sich an dem Prinzip der periodenrichtigen Erfolgsermittlung, wonach Aufwendungen und Erträge in dem Jahr erfasst werden, in dem sie verursacht worden sind. Durch die Pas4 sivierung von Pensionsrückstellungen sollen eine periodenrichtige Erfolgser4 mittlung und eine sachgerechte Aufwandsverteilung über die Dienstzeit des Arbeitnehmers gewährleistet werden (vgl.Q"-*/,5+%- 2007, S. 141). Leistungen gegenüber Arbeitnehmern, welche nach der Beendigung des Ar4 beitsverhältnisses erfolgen, lassen sich grundsätzlich in beitragsorientierte und leistungsorientierte Versorgungszusagen unterscheiden. Im Rahmen der $(%L :)!+>7)%(":%():(" Zusagen leistet die Unternehmung Zahlungen in festgeleg4 ter Höhe an einen externen Versorgungsträger und ist weder rechtlich noch faktisch zur Entrichtung weiterer Beiträge verpflichtet. Somit bedarf es keiner Rückstellungsbildung seitens der Unternehmung. Es sind lediglich die perio4 dischen Beitragszahlungen als Aufwand der Berichtsperiode zu erfassen. Fal4 len allerdings die erbrachte Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers und die ent4 e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1004 richteten Beiträge nicht in das gleiche Geschäftsjahr, so muss eine Abgren4 zung erfolgen; es ist also eine Schuld oder eine Forderung zu bilanzieren. Bezüglich der &(%>:*"+>7)%(":%():(" Versorgungszusage befindet sich die Un4 ternehmung selbst in einer Leistungsverpflichtung gegenüber dem Arbeit4 nehmer. Dadurch trägt sie sowohl das versicherungsmathematische Risiko als auch das Kapitalanlagerisiko. In diesem Fall ist eine Pensionsrückstellung zu passivieren (vgl. Q"-*/,5+%- 2007, S. 1424143; :(0,*%U?@**,#UQ+*& 2005, S. 578). Die Höhe der anzusetzenden Pensionsrückstellung (vgl. IAS 19.54) wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt, woraus sich auch ein ausge4 prägtes jahresabschlusspolitisches Potenzial ergibt. Neben 1(;7+)!U.%>-.(" F""!.;(" (z. B. über die Sterblichkeit der Begünstigten oder deren Früh4 pensionierungsverhalten) müssen insbesondere =%"!"'%(&&( F""!.;(" getrof4 fen werden, welche die Rückstellungshöhe nicht unwesentlich beeinflussen. Hierzu gehören Annahmen über Diskontierungssätze, zukünftig zu erwartende Löhne, inflationsbedingte Änderungen, Rententrends oder erwartete Erträge aus einem Planvermögen. Einen weiteren gestaltungspolitischen Einfluss üben die von den IFRS bereitgestellten Methoden zur bilanziellen Behandlung ver4 sicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus (vgl. hierzu ausführlich G(,/U9"00&,*.U7+Y5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 2524263; Q"-*/,5+%- 2007, S. 1414173). Insgesamt betrachtet bieten die IFRS bezüglich der Bilanzierung von Pensi4 onsrückstellungen aufgrund der Vielzahl an Komponenten, welche die Rück4 stellungshöhe beeinflussen, ein umfangreiches Gestaltungspotenzial. Es exis4 tieren sowohl explizite Wahlrechte als auch aus Ermessensspielräumen und Annahmen enstehende implizite Wahlrechte (vgl. :(0,*%U?@**,#UQ+*& 2005, S. 578). IAS 19 fordert jedoch einen umfangreichen Offenlegungskatalog, so dass jahresabschlusspolitische Maßnahmen zwar möglich sind, diese gleich4 zeitig aber auch gegenüber dem Abschlussleser im Anhang offen gelegt wer4 den (vgl. Q"-*/,5+%- 2007, S. 162). e;V;V;W;V;a 8'-#,0'H01-*+004"*(%(01-, ?I/*(1-=,(%,2 H,( .,# G(*'2C(,#+2/ )"2 S(2'2C(20%#+5,2%,2 Die umfangreichsten Positionen in Institutsbilanzen bilden 37)1()*"+("C f():U!U%()( *"1 G()$%"1&%-.#(%:(". IAS 39 regelt den Ansatz und die Be4 wertung von Finanzinstrumenten, wozu die genannten Positionen zählen (vgl. Abschnitt 4.2.2.1). Bezüglich der materiellen Jahresabschlusspolitik von Insti4 tuten sind folglich die durch IAS 39 bereitgestellten gestaltungspolitischen Potenziale von besonderer Bedeutung. Gemäß den Bestimmungen der IFRS sind 3%"!"'%">:)*;(":( Verträge, die gleichzeitig bei einer Unternehmung zur Entstehung eines finanziellen Ver4 mögenswertes (&(2'21('* '00,%) und bei einer anderen Unternehmung zur Ent4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1005 stehung einer finanziellen Verbindlichkeit (&(2'21('* *('H(*(%O) oder eines Ei4 genkapitalinstruments (,i+(%O (20%#+5,2%) führen (vgl. G(,/U9"00&,*.U7+Y6 5'+*UQ'01-H+01- 2009, S. 149; hierzu ausführlich Abschnitt 4.2.2.1). Zum Zwecke der Bewertung, insbesondere der Folgebewertung, sind Fi4 nanzinstrumente einer der fünf Kategorien &(2'21('* '00,% "# &(2'21('* *('H(*(%O '% &'(# )'*+, %-#"+/- 4#"&(% "# *"00 (kurz: '% &'(# )'*+,), -,*.6%"65'%+#(%O (26 ),0%5,2%0, *"'20 '2. #,1,()'H*,0, ')'(*'H*,6&"#60'*, &(2'21('* '00,%0 oder "%-,# &(2'21('* *('H(*(%(,0 zuzuordnen (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.2). Da die Ab4 grenzung der einzelnen Klassen keiner strengen Ordnung folgt und Finanzin4 strumente vielfach je nach Einschätzung des Bilanzierenden unterschiedlichen Klassen von Finanzinstrumenten zugeordnet werden können, ergibt sich $(L )(%:> %" 1() F*>?(%>=)!+( (%" ().($&%-.() T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.() 5U%(&)!*;, da sich aus dieser Entscheidung die Anwendung unterschiedlicher Vorschriften für die 37&+($(?():*"+ ergeben. Für die Folgebewertung gilt der 0)*"1>!:', dass finanzielle Vermögenswer4 te, einschließlich der Derivate mit positivem Marktwert, mit ihrem /"0# )"&*$ anzusetzen sind (vgl. IAS 39.46). Abweichend davon sind finanzielle Vermö4 genswerte der M!:(+7)%(" &%". ".' #$1$0)"8&$ *"1 !$&'<2%<3"2*#02> nicht mit dem &'(# )'*+,, sondern mit ihren =7):+(=E.):(" F">-.!==*"+>#7>:(" O"3%#20 $' 1% 2Q unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten (vgl. IAS 39.46(a) und (b); hierzu ausführlich Abschnitt 4.2.2.3.4.1). Bezüg4 lich der Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte der Kategorie "2 /"0# )"&*$ werden positive wie auch negative Wertänderungen stets ()=7&+>?%)#L >!; in der Gewinn4 und Verlustrechnung erfasst, wohingegen Wertänderun4 gen bei Vermögenswerten der Kategorie ")"0&"8&$"(*:)!& in der Neubewertungsrücklage zu verbuchen sind. Hier erfolgt erst bei Abgang des Vermögenswertes bzw. aufgrund eines (54'(#5,2% %,0% (vgl. Ab4 schnitt 4.2.2.3.4.1.2.1) die erfolgswirksame Verbuchung der zuvor in die Neubewertungsrücklage eingestellten Beträge (vgl. IAS 39.55 und 39.67). Der M!:(+7)%( "2 /"0# )"&*$ sind zwingend Finanzinstrumente zuzuordnen, die zu Handelszwecken gehalten werden. Ein jahresabschlusspolitisches Ge4 staltungspotenzial ergibt sich über die Ausübung der /"0# )"&*$LZU:%7", wo4 nach Finanzinstrumente auch dann in die Kategorie '% &'(# )'*+, eingeordnet werden können, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.2.2.1: • Die Anwendung der &'(# )'*+,4Option führt zum Ausgleich von Ansatz4 und Bewertungsinkongruenzen, • das vorliegende Finanzinstrument ist Teil eines Portfolios, welches zum &'(# )'*+, bewertet wird oder • bei dem Finanzinstrument handelt es sich um ein Finanzinstrument mit ein4 gebettetem Derivat. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1006 Die Einführung dieser &'(# )'*+,4Option soll einerseits dazu führen, dass Si4 cherungszusammenhänge einfacher in der Bilanz abgebildet werden können als durch Anwendung der Regelungen des -,./, '11"+2%(2/, ohne dass da4 durch Ansatz4 und Bewertungsinkongruenzen entstehen. Zum zweiten sollte eine Regelung geschaffen werden, welche die komplizierte Zerlegung von Finanzinstrumenten mit eingebetteten Derivaten in Trägerinstrument und ein4 gebettetes Derivat vermeidet. Obwohl durch Einführung dieser (%"+(>-.)A"#:(" &'(# )'*+,4Option – die ursprüngliche, jahresabschlusspolitisch noch interessantere, Möglichkeit, sämtliche Finanzinstrumente unabhängig von ihrer Zweckbestimmung mit dem &'(# )'*+, bewerten zu dürfen, wurde 2005 abgeschafft – der jahresab4 schlusspolitische Spielraum eingeengt wurde, so verbleibt insbesondere im Hinblick auf die Abgrenzung eines '% &'(# )'*+, bewerteten Portfolios ein ge4 wisser Auslegungsspielraum seitens des Bilanzierenden. Das Wahlrecht zur Designation eines Finanzinstruments als '% &'(# )'*+, be4 steht allerdings nur zum W(%:U*"#: 1(> W*+!"+> des Finanzinstruments. Wird ein Finanzinstrument der Kategorie '% &'(# )'*+, zugeordnet, so ist eine späte4 re Umgruppierung grundsätzlich nicht möglich (zu Ausnahmen vgl. Ab4 schnitt 4.2.2.3.2.2.1). Somit sind jahresabschlusspolitische Maßnahmen be4 züglich der Bewertung von Finanzinstrumenten der Kategorie '% &'(# )'*+, nach dem Zeitpunkt des Zugangs grundsätzlich unterbunden. Wertänderungen des Finanzinstruments sind damit in der Regel zwingend dauerhaft erfolgs4 wirksam zu erfassen; eine fallweise @;+)*UU%()*"+ von Finanzinstrumenten mit dem Ziel, marktpreisbedingte Wertminderungen nicht auf das Periodener4 gebnis durchschlagen zu lassen, ist grundsätzlich nicht möglich. Die M!:(+7)%( !$&'<2%<3"2*#02> umfasst nicht4derivative finanzielle Vermö4 genswerte, die feste bzw. bestimmbare Zahlungen sowie eine feste Laufzeit aufweisen und die die Unternehmung nicht in die Kategorien '% &'(# )'*+, oder ')'(*'H*,6&"#60'*, einstuft bzw. die nicht der Definition der Kategorie *"'20 '2. #,1,()'H*,0 genügen (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.2.2.2). Mit der Zuord4 nung zu dieser Kategorie verbunden ist die Bewertung zu fortgeführten An4 schaffungskosten. Die Unternehmung bildet somit kurzfristige Marktpreis4 schwankungen nicht in Bilanz und Gewinn4 und Verlustrechnung ab. In der Kategorie -,*.6%"65'%+#(%O #D""(" marktgängige Schuldverschreibun4 gen ausgewiesen werden, sofern die feste Absicht der Unternehmung besteht, die Finanzinstrumente bis zur Endfälligkeit zu halten (/!&:(!$>%-.:). Gleich4 zeitig muss sie dazu aber auch wirtschaftlich und rechtlich in der Lage sein (/!&:(=A.%+#(%:) (vgl. IAS 39.AG23). Je nach jahresabschlusspolitischer Zwecksetzung kann es nun angebracht sein, einen möglichst hohen Bestand an Schuldverschreibungen als -,*.6%"65'%+#(%O zu klassifizieren und folglich zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten oder aber eine Zuordnung zur Bewertungsklasse ')'(*'H*,6&"#60'*, vorzunehmen, so dass mögliche e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1007 Marktpreissteigerungen in der Neubewertungsrücklage für den externen Jah4 resabschlussadressaten sichtbar werden. Eine nachträgliche @;?%1;*"+ von Vermögenswerten aus der Kategorie -,*.6%"65'%+#(%O in die Klasse ')'(*'H*,6 &"#60'*, ist zwar zulässig und eröffnet somit vordergründig eine jahresab4 schlusspolitische Handhabe, jedoch ist die Sanktionsvorschrift (2"0.20.=) des IAS 39.9 zu beachten (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.2.2.2). Diese sieht für den Fall, dass der Bilanzierende im laufenden oder während der vorangegangenen bei4 den Geschäftsjahre mehr als einen unwesentlichen Teil seiner eigentlich als „bis zur Endfälligkeit gehaltenen“ deklarierten finanziellen Vermögenswerte vorzeitig verkauft oder umgruppiert hat, vor, dass in der betrachteten Periode keine Finanzinstrumente als -,*.6%"65'%+#(%O ausgewiesen werden dürfen. In der M!:(+7)%( ")"0&"8&$:)*;(":( in den einzelnen Bewertungsklassen erfolgen. Im Rah4 men der Berücksichtigung vonf():;%"1()*"+(" O03@"0#3$.2Q $(% '* =7):L +(=E.):(" F">-.!==*"+>#7>:(" $(?():(:(" 3%"!"'%">:)*;(":(", d. h. ins4 besondere innerhalb der Risikovorsorge im Kreditgeschäft, ergeben sich auch nach IFRS jahresabschlussgestaltende Potenziale. Ein (54'(#5,2% liegt nach IAS 39.59 vor, wenn die erwarteten Cashflows aus einem finanziellen Ver4 mögenswert durch den Eintritt eines *"00 ,),2%0 negativ beeinflusst worden sind. Nur bereits eingetretene *"00 ,),2%0 werden bei der Bewertung berück4 sichtigt. IAS 39.59 führt beispielhaft einige Ereignisse auf, die als *"00 ,),2%0 angesehen werden können und somit zu einem (54'(#5,2% führen (vgl. die Abschnitte 4.2.2.3.4.1.3 und 4.2.2.3.4.1.2.1). Die dort genannten *"00 ,),2%0 stellen indes keine abschließende Aufzählung dar, so dass die situationsspezi4 fische Einschätzung hinsichtlich des G7)&%(+("> (%"(> 03@"0#3$.2L3!&&(> weiter im Ermessen des Bilanzierenden steht. Wurde schließlich ein *"00 ,),2% identifiziert, so bleibt die Problematik der R);%::&*"+ 1(> 03@"0#3$.2L (1!)=>. Der Betrag einer Wertminderung ergibt sich als Differenz zwischen dem höheren Buchwert und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cash4 flows aus der Forderung, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz; e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1008 Sicherheiten sind bei der Ermittlung des Barwerts ebenfalls zu berücksichti4 gen (vgl. IAS 39.AG84). Gerade die schwierige Prognostizierung von Höhe und Zeitpunkt der Zahlungseingänge, welche den Barwert beeinflussen, kann zu jahresabschlusspolitischen Zwecken genutzt werden. Ein Werthaltigkeitstest ist darüber hinaus auf <7):=7&%7$!>%> möglich (vgl. Abschnitt 4.2.2.3.4.1.3). Wird nämlich in einem ersten Schritt auf Einzelkre4 ditebene kein Wertberichtigungsbedarf diagnostiziert, so können in einem zweiten Schritt Vermögensgegenstände mit vergleichbaren Ausfallprofilen zusammengefasst und dem Portfolio4Werthaltigkeitstest unterzogen werden. Auch auf Portfolioebene ist ein *"00 ,),2% zwingende Voraussetzung für die Verbuchung einer Wertberichtigung. Hier steht es im Ermessen des Bilanzie4 renden, ein plausibles *"00 ,),2% zu identifizieren. So können bspw. mit einer in der Vergangenheit festgestellten Erhöhung der Arbeitslosenquote erhöhte Kreditausfallraten in Verbindung gebracht werden. Auch in der Bewertungsklasse ")"0&"8&$&%,2 IAS 17.4 definiert Leasing als „eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum überträgt.“ Bezüglich der bilanziellen Behandlung von Leasinggeschäften unterscheidet IAS 17 zwischen Mietleasing und Finanzierungsleasing. Handelt es sich bei der Vereinbarung zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer um ein 3%"!"L '%()*"+>&(!>%"+, so ist der Leasingnehmer wirtschaftlicher Eigentümer und muss den Leasinggegenstand in seiner Bilanz aktivieren. Liegt dagegen ein P%(:&(!>%"+ vor, so verbleibt der geleaste Gegenstand in der Bilanz des Lea4 singgebers. Durch eine entsprechende Gestaltung der Leasingvereinbarung zwischen Lea4 singgeber und Leasingnehmer lässt sich über die sich daraus ergebenden un4 e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1009 terschiedlichen Ansatzvorschriften eine materielle Jahresabschlusspolitik betreiben. Gemäß IAS 17.8 liegt ein Finanzierungsleasing vor, wenn %; f(>(":&%-.(" alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögens4 wertes unabhängig vom rechtlichen Eigentum auf den Leasingnehmer über4 tragen werden. Ansonsten handelt es sich um ein Mietleasing. IAS 17.7 spezi4 fiziert zwar die Regelungen des IAS 17.8 durch eine Erläuterung der Begriffe „Chancen“ und „Risiken“. Jedoch bleibt die Formulierung „im Wesentlichen“ unbestimmt, woraus ein Ermessensspielraum bei der Entscheidung, ob ein Finanzierungsleasing oder ein Mietleasing vorliegt, resultiert. IAS 17.10 und IAS 17.11 umfassen Beispiele bzw. Indikatoren, welche die Definition des Finanzierungsleasings konkretisieren. Liegt eines der in diesen Standards beschriebenen Kriterien vor, so kann das Leasingverhältnis als Fi4 nanzierungsleasing klassifiziert werden. Durch eine genauere Untersuchung dieser Kriterien lassen sich jedoch Ermessensspielräume bezüglich der Ein4 ordnung des Leasingverhältnisses aufdecken, was zu einer u. U. willkürlichen Bilanzierung von Leasinggeschäften führen kann. e;V;V;W;V;e D#,2C,2 .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 2'1- FSPB Wie die voranstehenden Ausführungen zeigen, eröffnen die IFRS nur wenige explizite Bewertungswahlrechte. Um die Ausübung dieser Wahlrechte auch für den Jahresabschlussadressaten erkennbar zu machen, fordert IAS 1.117 die Angabe der bei der Erstellung des Abschlusses herangezogenen (?():*"+>L +)*"1&!+(". Als solche Bewertungsgrundlagen nennt IAS 1.118 die Zugrun4 delegung von Anschaffungs4 oder Herstellungskosten, des Tageswerts, des Veräußerungswerts, des beizulegenden Zeitwerts oder des Barwerts. Die An4 gabe dieser Bewertungsgrundlagen kann auf Basis von Gruppen von Vermö4 gensgegenständen und Schulden erfolgen. 57">:%+( %&!"'%()*"+>L *"1 (L ?():*"+>;(:.71(" sind anzugeben, sofern sie für das Verständnis des Ab4 schlusses relevant sind. Um der willkürlichen R);(>>(">!*>E$*"+ Schranken zu setzen, sehen die IFRS in IAS 1 bestimmte Angabepflichten zu den verwendeten Bilanzierungs4 und Bewertungsmethoden vor. So müssen Unternehmungen Ermessensaus4 übungen bei der Anwendung von Bilanzierungs4 und Bewertungsmethoden bekannt geben; ferner ist anzugeben, welche Ermessenausübungen die Beträ4 ge im Abschluss „!; ?(>(":&%-.>:(" $((%"=&*>>("“ (IAS 1.122). IAS 1.123 nennt Beispiele für solche Ermessensausübungen, so die Frage, ob es sich bei den Finanzanlagen um bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzin4 vestitionen handelt oder ob sämtliche wesentlichen mit dem rechtlichen Ei4 gentum verbundenen Risiken und Chancen bei Leasinggeschäften auf den Vertragspartner übertragen wurden. Die Frage, welche Ermessensausübungen e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1010 als wesentlich angesehen werden, ist wiederum selbst eine Frage des subjekti4 ven Ermessens; „die Offenlegung des Ermessens (ist, Anm. d. Verf.) selbst ermessensbehaftet“ (L@.,2H'1- 2007, S. 222). Auch die wichtigsten '*#*"=:>$('7+("(" F""!.;(", die bei Bilanzierungs4 und Bewertungsfragen getroffen werden, sowie die wichtigsten Quellen von Schätzunsicherheiten sind im Anhang anzugeben, sofern aus diesen Annah4 men und Schätzunsicherheiten ein „$(:)A-.:&%-.(> 4%>%#7“ (IAS 1.125) einer zukünftig erforderlichen ?(>(":&%-.(" F"U!>>*"+ resultiert. Hierbei ist über die Art der Annahmen zu berichten; zudem sind die Buchwerte der betroffe4 nen Positionen im Anhang anzugeben. Das Management muss eine Ermes4 sensentscheidung dahingehend treffen, ob aus den Annahmen und Schätzunsi4 cherheiten das beträchtliche Risiko einer zukünftigen wesentlichen Anpassung resultiert. Auch die Angabe der zukunftsbezogenen Annahmen selbst ist somit ermessensbehaftet. n9I9I9I 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( ;%: U)%;A)() f%)#*"+ !*= Y%e*%1%:A:>#(""'!.&(" n9I9I9I9[ 8%( (>-.!==*"+ 67" <)%;A)&%e*%1%:A: Die Primärliquidität umfasst – bilanziell gesehen – die Aktivposition 1: „Bar4 reserve“, die sich aus dem Kassenbestand sowie den Guthaben bei Zentralno4 tenbanken und Postgiroämtern zusammensetzt. Hier werden im Wesentlichen gesetzliche Zahlungsmittel und täglich fällige Guthaben bei den genannten Institutionen, jeweils einschließlich entsprechender Fremdwährungsbeträge, ausgewiesen (vgl. Abschnitt 2.1.3.1). Die hier angesprochene Verbesserung der Primärliquidität im Rahmen der jahresabschlusspolitischen Gestaltung des Liquiditätsausweises ist insbeson4 dere für Kreditinstitute von Bedeutung. Dabei stehen den Kreditinstituten der4 zeit grundsätzlich folgende (>-.!==*"+>;D+&%-.#(%:(" zur Verfügung (vgl. Q'01-H+01- 1992a, S. 2564257): (1) Inpensiongabe oder Verpfändung von festverzinslichen Wertpapieren so4 wie von Geldmarktpapieren im Rahmen des Offenmarktgeschäfts und somit Beschaffung liquider Mittel durch Rückgriff auf Zentralnotenban4 ken; (2) Rückgriff auf den Bankengeldmarkt durch Abruf fälliger Kündigungs4 und Festgelder bzw. Terminierung solcher Gelder auf den Abschlussstich4 tag, durch Aufnahme von Geldmarktdarlehen oder durch Verkauf von Geldmarktpapieren; e;V 3(, F20%#+5,2%, .,# 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= 1011 (3) Rückgriff auf den Kapitalmarkt durch Aufnahme von (langfristigen) Dar4 lehen von Nichtbanken, durch stichtagsnahe Emission eigener Kapital4 markttitel oder durch Verkauf von Kapitalmarktpapieren; (4) weitere Möglichkeiten bestehen in Form von Pensionsgeschäften, bei de4 nen das Kreditinstitut als Pensionsgeber fungiert, oder in der Veräußerung von Vermögensgegenständen. Die Inpensiongabe oder Verpfändung von Wertpapieren,PD+&%-.#(%: O[Q, hat den Vorteil, dass die zur Sekundärliquidität zählenden Vermögenswerte nach wie vor in der Bilanz des Instituts ausgewiesen werden, so dass sich die <)%L ;A)&%e*%1%:A: $(% #7">:!":() 5(#*"1A)&%e*%1%:A: erhöht. Die PD+&%-.#(%:(", die unter OBQ *"1 OIQ erwähnt sind, führen aufgrund =(.L &("1() 2"=7);!:%7">U=&%-.:(" zu keinen negativen Publizitätswirkungen. Zum Teil (Abruf fälliger Gelder, Verkauf von Wertpapieren) sind sie nur ein4 malig durchführbar. Die als PD+&%-.#(%: OJQ genannten Pensionsgeschäfte mit Kreditinstituten bzw. Kunden können als echte oder als unechte Pensionsgeschäfte ausgestal4 tet werden. Letztere haben allerdings den Nachteil, dass sie nach HGB zu ei4 ner Angabe unter dem Bilanzstrich (Bilanzposition U2a: „Rücknahmever4 pflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften“) führen und somit erkennbar sind. Nach IFRS 7.13 sind Angaben zu finanziellen Vermögensgegenständen erforderlich, die abgegangen sind, aber nicht die Anforderungen an die Aus4 buchung finanzieller Vermögenswerte nach IAS 39.15437 erfüllen. Sieht man bei unechten Pensionsgeschäften die Ausbuchungsvoraussetzungen als erfüllt an (vgl. hierzu 7>+&,# 2009, S. 2264262), so verpflichten unechte Pensionsge4 schäfte nicht zu den genannten Angaben und sind somit auch nicht aus dem Anhang erkennbar. Unechte Pensionsgeschäfte weisen darüber hinaus den Nachteil auf, dass die verpensionierten Vermögensgegenstände endgültig veräußert sind, wenn der Pensionsnehmer sich entschließt, die Gegenstände nicht zurückzuübertragen. Bezüglich der Veräußerung von Vermögensgegenständen kann auf die Aus4 führungen in Abschnitt 8.3.3.2.1.1 verwiesen werden. n9I9I9I9B 8%( (>-.!==*"+ 67" 5(#*"1A)&%e*%1%:A: Die Sekundärliquidität umfasst die Vermögenswerte, die sich vor Ablauf ihrer Selbstliquidationsperiode jederzeit ohne Abschläge in Zentralbankgeld um4 wandeln lassen (vgl. Abschnitt 8.2.2.3). Zur Stärkung der ausgewiesenen Li4 quidität sollten in diesem Zusammenhang Vermögensgegenstände, die weder zur Primär4 noch zur Sekundärliquidität gehören, %" 5(#*"1A)&%e*%1%:A: *;L +(?!"1(&: werden. e 3(, 8'-#,0'H01-*+004"*(%(= .,# F20%(%+%,1012 Eine Möglichkeit, die Sekundärliquidität faktisch zu verbessern, besteht darin, Buchforderungen durch G()$)%(=*"+ in Wertpapierforderungen umzuwan4 deln. In der Bilanz wird diese Sekundärliquidität allerdings im Regelfall nicht sichtbar. Damit ist dieses Instrument zwar zur faktischen Verbesserung der Sekundärliquidität, nicht jedoch zum jahresabschlusspolitischen Einsatz ge4 eignet. Kreditinstitute entschließen sich daher oftmals, zur Verbesserung ihrer Liqui4 ditätssituation F>>(:L !-#(1L5(-*)%:%(>4Transaktionen durchzuführen. Dabei handelt es sich um durch Vermögenswerte (insbesondere unverbriefte Forde4 rungen) gedeckte Wertpapiere oder Schuldscheine (vgl. ausführlich zur Kon4 struktion von Asset Backed Securities Q'01-H+01- 1998, S. 4084419; G(,/U7+Y5'+* 2009b, S. 4124419). Die Bedienung der Asset Backed Securities (ABS) erfolgt aus Zahlungsströ4 men, die sich aus den Zins4 und Tilgungszahlungen der Forderungsschuldner „für die an die Zweckgesellschaft veräußerten Forderungen ergeben“ (3,+%6 01-, G+2.,0H'2= 1997, S. 57458). Durch ABS werden bisher nicht liquide Vermögenswerte in handelbare Wertpapiere transformiert. Es handelt sich dabei um eine Form der Mittelbeschaffung, die ebenso wie das Factoring und die Forfaitierung dem Bereich der objektgestützten Finanzierung zugeordnet werden kann, bei der Kreditmittel nicht im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, sondern allein gestützt auf die Werthaltigkeit und Ertrags4 kraft einzelner Vermögenswerte überlassen werden. n9I9J 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() <*$&%'%:A:>U7&%:%# n9I9J9[ 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() U!>>%6(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# n9I9J9[9[ 8%( T!.)(>!$>-.&*>>U7&%:%>-.(" 2">:)*;(":( 1() U!>>%6(" =%"!"'U7&%:%>-. ;7:%6%():(" <*$&%'%:A:>U7&%:%# e;V;Z;T;T;T !"#H,5,#=+2/,2 In Abschnitt 8.2.3.2 wurde als finanzpolitisch motivierte publizitätspolitische Zielsetzung die G();%::&*"+ (%"(> U7>%:%6(" 0(>!;:$%&1(> der Erfolgs4, Vermögens4, Risiko4 und Liquiditätslage insbesondere durch die Beeinflus4 sung jahresabschlussanalytischer Kennzahlen herausgearbeitet. Als erfolgsori4 entierte Zielgrößen ergaben sich dabei neben den Kennzahlen Jahresüber4 schuss und Bilanzgewinn (vgl. Abschnitt 8.2.3.2.2) auch Rentabilitätskennzif4

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References

Zusammenfassung

Kreditinstitute haben ihrer besonderen Geschäftstätigkeit und ihrer Sonderstellung in der Volkswirtschaft wegen Vorschriften für die handelsrechtliche Rechnungslegung anzuwenden, die sich von denen anderer Unternehmungen unterscheiden. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und der Finanzkrise wird diese Sonderstellung noch einmal verstärkt, insbesondere hinsichtlich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte.

Dieses einzigartige Werk hat eine umfassende Erläuterung dieser von Kreditinstituten zu beachtenden Normen auf Einzel- und Konzernabschlussebene zum Ziel. Dabei werden die Einzelnormen vor dem Hintergrund bilanztheoretischer Erwägungen betrachtet und in diese eingebettet.

Das Buch ist einerseits für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen etc. geeignet, andererseits aber auch für im externen Rechnungswesen tätige Praktiker bzw. für deren Ausbildung, weil über neu auftretende Bilanzierungsprobleme immer nur unter bilanztheoretischen Überlegungen entschieden werden kann. Für Theoretiker wie Praktiker gleichermaßen interessant sind die immer auch von bankaufsichtsrechtlichen Überlegungen geprägten jahresabschlusspolitischen Maßnahmen, die bei den verschiedenen Normen erläutert werden. Schließlich berücksichtigt das Werk auch die Internationalisierung der deutschen (Bank-) Rechnungslegung.

- das maßgebliche Werk in diesem Bereich

- verarbeitet die für Kreditinstitute relevanten Bereiche des BilMoG

- inkl. der wichtigen Thematik zur Bewertung von Finanzinstrumenten

- Die Grundlagen

- Die Bilanz der Kredit- und Finanzinstitute

- Die Gewinn- und Verlustrechnung

- Die Bewertung im Jahresabschluss

- Der Inhalt von Anhang und Lagebericht

- Die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses

- Die Besonderheiten der Konzernrechnungslegung

- Die Rechungslegung nach den International Accounting Standards

- Die Jahresabschlusspolitik

Für Studierende mit dem Schwerpunkt Bankbetriebslehre an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie Kaufleute im Rechnungswesen der Kredit- und Finanzinstitute.