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3.3 Aufgaben des Controllings in Bezug auf das PK-System in:

Péter Horváth

Controlling, page 182 - 184

12. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3878-9, ISBN online: 978-3-8006-4455-1, https://doi.org/10.15358/9783800644551_182

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
3.3 Aufgaben des Controllings in Bezug auf das PK-System 171 Vahlens Handbücher – Horváth – Controlling (12. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 19.09.2011 Status: Imprimatur Seite 171 3.3  Aufgaben des Controllings in Bezug auf das PK-System Für unsere weiteren Überlegungen wollen wir ein Konzept eines (operationalen) Planungs- und Kontrollsystems zugrunde legen, das alle controllingrelevanten Aspekte erfasst. Unser PK-System besteht aus den folgenden Subsystemen und deren Verknüpfungen (vgl. auch Szyperski, Müller-Böling 1980): r Pläne ] funktionale Sicht r Planungsaktivitäten r Planungsorgane ] institutionale Sichtr Planungsprozess r ideelle Planungsinstrumente ] instrumentale Sichtr reale (technische) Planungsinstrumente Wir gehen davon aus, dass die Gestaltung von PK-Systemen von unternehmungsexternen und -internen Kontextfaktoren und von der in der Unternehmung existierenden „Führungsphilosophie“ abhängig sein wird. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den genannten Einflussgrößen und den Ausgestaltungsformen des PK-Systems ließ sich allerdings empirisch noch nicht nachweisen. Die primäre Aufgabe des Controllings besteht in dem Entwurf, der Gestaltung und der Implementierung des PK-Systems (systembildende Koordination = „Metaplanung“). Die wesentlichen Koordinationsaspekte haben wir in Abb. 3.16 dargestellt. Der Ausgangspunkt für die Gestaltung des PK-Systems ist die (funktionale) Analyse und Festlegung der Planungsaufgaben und deren Beziehungen. Hierbei unterscheiden wir verrichtungsorientiert die Planungsaktivitäten (Planungsaufgaben i.e.S.) und objektorientiert die Pläne. Der sachlogische Zusammenhang der Pläne ist das Plansystem. Die Analyse und Differenzierung der Planungsaufgaben, d.h. die funktionale Sicht ist allein nicht ausreichend. Sie sind auch institutional zu verankern, d.h. den Stellen, Abteilungen, Komitees u.ä. zuzuordnen. Die mit den Planungsaufgaben befassten Organisationsbereiche nennen wir Planungsorgane. Der zeitliche Ablauf der Planung in der Unternehmungsorganisation bildet den Planungsprozess. In Erfüllung der Planungsaufgaben werden verschiedene Modelle und Methoden als Instrumente eingesetzt. Die Erfüllung der Planungsaufgaben kann auch computerunterstützt vorgenommen werden. In beiden Fällen wollen wir von Planungsinstrumenten sprechen. Für den Controller ist – wie schon angesprochen – eine Differenzierung des PK-Systems von besonderer Bedeutung: Gedanklich kann auf allen Stufen und bei allen Fristigkeiten der Planung zwischen sachzielorientierter und wertzielorientierter Planung unterschieden werden (wir sprechen von Aktionsplanung und von Budgetierung). Aus der Sicht des Controllings steht wertzielorientierte Planung (Budgetierung) im Mittelpunkt, da hier die Ergebniszielorientierung abgebildet werden kann. Das PK-System lässt sich jedoch in der Realität nicht in zwei getrennte Planungs- und Kontrollprozesse trennen. 3 K o o rd in atio n d es Plan u n g s- u n d K o n tro llsystem s 172 V ah len s H and bücher – H orváth – C ontrolling (12. A u flage) – H erstellu ng: Frau D eu ringer Stand : 19.09.2011 Statu s: Im prim atu r Seite 172 Abb. 3.16: Systembildende Koordination durch das Controlling bei der Gestaltung des PK-Systems („Metaplanung“) 3.4 Funktionale Aspekte der PK-Koordination 173 Vahlens Handbücher – Horváth – Controlling (12. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 19.09.2011 Status: Imprimatur Seite 173 In den folgenden Abschnitten befassen wir uns daher zunächst mit den Koordinationsfragen aus der Sicht des gesamten PK-Systems. Wegen der Bedeutung des Themas ist dem Budgetierungssystem ein eigener Abschnitt gewidmet. Der betriebliche Alltag wird weniger von der systembildenden Koordination als von der Tagesarbeit der systemkoppelnden Koordination bestimmt. Das bedeutet für das Controlling, dass die Aufrechterhaltung des PK-Systems die laufenden Aktivitäten bestimmt (z.B. Sorge tragen dafür, dass Planungstermine eingehalten werden). Diese Planungsmanagementaufgaben sind gedanklich von der inhaltlichen Planung zu trennen. In der Praxis ist die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Manager und Controller bei der Planung ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung des gesamten Führungssystems. In den folgenden Abschnitten wollen wir im Sinne „unserer“ Differenzierung die funktionalen, instrumentalen und organisatorischen Aspekte der PK-Koordination erörtern. 3.4 Funktionale Aspekte der PK-Koordination Die funktionalen Aspekte des PK-Systems beziehen sich auf die Planungs- und Kontrollaufgaben. Wir unterscheiden zwei Differenzierungsgesichtspunkte: r Objektorientierte Differenzierung: Entwurf des Plansystems. r Verrichtungsorientierte Differenzierung: Bestimmung der Planungsaktivitäten. Abb. 3.17 zeigt die wesentlichen Kriterien der Aufgabendifferenzierung der Planung im PK-System. Mit diesen Kriterien sind die notwendigen Koordinationsaufgaben umschrieben. Objektorientiert (inhaltlich) geht es darum, das komplexe Planungsproblem in einzelne, überschaubare Teilpläne zu spalten, diese dann untereinander abzustimmen und zu einem Plansystem zusammenzufassen. Das Plansystem ist nach allen relevanten Kriterien zu koordinieren. Als Aufgabendifferenzierung gesehen geht es um die Erstellung der verschiedenen Arten von Plänen. Der Aufbau eines PK-Systems ist in starkem Maße ein Problem der systembildenden Koordination der Teilpläne und deren Kontrollen. Koordination der Teilpläne bedeutet im Einzelnen (vgl. Hürlimann 1972): r Erstellung der Pläne nach einheitlichen Kriterien, r Verdichtung der Ergebnisse der Teilpläne zu einem Gesamtplan, r sachliche und terminmäßige Abstimmung der Teilpläne unter sich und mit dem Gesamtplan, r Verknüpfung der Teilpläne unter sich, damit Rückwirkungen und andere Einflüsse berücksichtigt werden können. (Abb. 3.18 zeigt hierzu ein Beispiel.) Die inhaltliche Koordination der Pläne wird in der Theorie als ein simultaner Entscheidungsprozess zur Aufstellung eines optimalen Gesamtplanes betrachtet. So gesehen lassen sich die meisten Optimierungskalküle des Operations Research als Koordinationsrechnungen auffassen.

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Zusammenfassung

Der Klassiker zum Controlling.

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Auch nach über dreißig Jahren verfolgt dieses Buch weiterhin das ehrgeizige Ziel, mit jeder Neuauflage den »State of the Art« in Wissenschaft und Praxis des Controllings wiederzugeben. Unverändert geblieben ist dabei die Intention dieses Standardwerkes. Es liefert eindeutige Antworten auf drei umfassende Fragen:

* Was ist die Grundidee des Controllingkonzepts?

* Welche Aufgaben umfasst die Controllingfunktion?

* Wie wird die Controllingfunktion organisatorisch realisiert?

Höchste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth gehört zu den renommiertesten Persönlichkeiten im Controlling. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrates einer Managementberatung und Gründungsherausgeber der Zeitschrift für Controlling.