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6.7 Die Gewinnschuldverschreibungen in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul

Finanzierung, page 262 - 262

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3625-9, ISBN online: 978-3-8006-4441-4, https://doi.org/10.15358/9783800644414_262

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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6.8 Die nachrangigen Darlehen 235 bei denen eine Verlustbeteiligung ausgeschlossen wurde. Ein Vorteil der partiarischen Darlehen im Unterschied zu stillen Einlagen ist darin zu sehen, dass sie ohne Billigung des Darlehensnehmers an einen Dritten abgetreten werden können.711 Sie weisen damit eine höhere Fungibilität als stille Einlagen auf. Partiarische Darlehensgeber sind deshalb leichter zu finden als stille Einleger. 6.7 Die Gewinnschuldverschreibungen Auch Gewinnschuldverschreibungen räumen den Gläubigern Sonderrechte ein, die hier mit Gewinnanteilen von Aktionären in Verbindung gebracht werden.712 Die Gläubiger erhalten entweder neben einer festen Mindestverzinsung aus der Schuldverschreibung einen Anspruch auf einen Zusatzzins in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der Dividende oder lediglich eine gewinnabhängige Verzinsung (i. d. R. mit nach oben begrenztem Gewinnanspruch). Da in Verlustjahren entweder keine oder nur eine Mindestverzinsung erfolgt, sind Gewinnobligationen risikobehaftet. In Jahren mit hohen Gewinnen bieten sie allerdings eine über dem normalen Zins liegende Verzinsung.713 Zur Ausgabe von Gewinnschuldverschreibungen ist die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Entscheidung in der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals erforderlich.714 Die Satzung kann jedoch eine andere Kapitalmehrheit und weitere Erfordernisse bestimmen.715 Den Altaktionären muss ein Bezugsrecht eingeräumt werden.716 Gewinnschuldverschreibungen werden i. d. R. emittiert, um Kapitalgebern in schwierigen Unternehmungssituationen einen besonderen Anreiz zur Kapitalbereitstellung zu bieten. 6.8 Die nachrangigen Darlehen 6.8.1 Die Ausstattungsmerkmale nachrangiger Darlehen Nachrangige Darlehen bezeichnen im Regelfall unbesicherte Darlehen, die dem Gläubiger im Falle der Insolvenz oder der Liquidation der Unternehmung lediglich nachrangige Ansprüche am Zerschlagungserlös zugestehen. Die Ansprüche der Nachrangkapitalgeber treten somit hinter die Ansprüche der gewöhnlichen Fremdkapitalgeber zurück. Nachrangkapital stellt aus Sicht der vorrangigen Gläubiger eine zusätzliche Sicherheit im Falle der Insolvenz oder der Liquidation der Unternehmung dar. 711 Vgl. Büschgen, Hans E.: Grundlagen betrieblicher Finanzwirtschaft – Unternehmungsfinanzierung. 3. Aufl., Frankfurt a. M. 1991, S. 140; Süchting, Joachim: Finanzmanagement – Theorie und Politik der Unternehmensfinanzierung. 6. Aufl., Wiesbaden 1995, S. 37. 712 Vgl. § 221 Abs. 1 AktG. 713 Vgl. Wöhe, Günter/Bilstein, Jürgen: Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 9.Aufl., München 2002, S. 252-253. 714 Vgl. § 221 Abs. 1 Satz 2 AktG. 715 Vgl. § 221 Abs. 1 Satz 3 AktG. 716 Vgl. §§ 221 Abs. 4, 186 AktG.

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Zusammenfassung

Nach einer allgemeinen Einordnung der Finanzierung von Unternehmen werden die einzelnen Instrumente der Außen- und Innenfinanzierung mit ihren theorie- und praxisrelevanten Merkmalen vorgestellt und mit zahlreichen Beispielen untermauert. Darüber hinaus wird auf Finanzinnovationen und Finanzderivate eingegangen.

Einführendes Lehrbuch in die Grundlagen der Unternehmensfinanzierung

Behandelt werden theoretische wie praxisrelevante Fragestellungen.

Grundprinzipien und Bestandteile der Finanzwirtschaft

Finanzierungstheorie

Finanzierungsarten

Außenfinanzierung durch Eigenkapital

Außenfinanzierung durch Fremdkapital

Derivative Finanzinstrumente

Innenfinanzierung^.

Prof. Dr. Hartmut Bieg ist Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität des Saarlandes.

Professor Dr. Heinz Kußmaul ist Direktor des Betriebswirtschaftlichen Instituts für Steuerlehre und Entrepreneurship am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität des Saarlandes.

"Insgesamt betrachtet liegt hier ein beachtliches Nachschlagewerk zum Themenkomplex Investition und Finanzierung vor, das jede einschlägige Frage in ihren Grundzügen beantwortet… Angehenden Betriebswirten und Praktikern kann das Handbuch uneingeschränkt empfohlen werden."

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