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Astrid Langer, Wolf Rogowski, Deskriptive Entscheidungstheorie in:

Manfred Schwaiger, Anton Meyer (Ed.)

Theorien und Methoden der Betriebswirtschaft, page 179 - 193

Handbuch für Wissenschaftler und Studierende

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3613-6, ISBN online: 978-3-8006-4437-7, https://doi.org/10.15358/9783800644377_179

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Astrid Langer /Wolf Rogowski Deskriptive Entscheidungstheorie Zusammenfassung Gegenstand dieses Beitrags ist die deskriptive Entscheidungstheorie. Zunächst wird in der Ein führung eine Abgrenzung zwischen dem deskriptiven Ansatz und der normativen Theorie der Entscheidungsforschung unternommen. Des Weiteren wird die Bedeutung der Entscheidungs theorie für die Betriebswirtschaftslehre herausgestellt. Im Hauptteil wird auf deskriptive Ent scheidungsmodelle sowie Präferenztheorien, wie Regret und Disappointment Theorie, näher Bezug genommen. Als Ausgangspunkt der Darstellung deskriptiver Modelle dienen verhal tenswissenschaftliche Hypothesen der Diskussion solcher Modelle, wobei insbesondere auf den Problemkreis „kognitiver Stress und Suchverhalten“ und der damit verbundenen Strategien der Informationsverarbeitung (Heuristiken) und der Vereinfachung des Entscheidungsproblems (Inkrementalanalyse) abgehoben wird. Daneben wird das aufbau bzw. ablauforientierte Grund modell der deskriptiven Entscheidungstheorie vorgestellt. Dipl. Kffr. Astrid Langer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen an der Ludwig Maximilians Universität München. Dr. oec. publ. Wolf Rogowski ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Gesundheitsöko nomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz ZentrumMünchen – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Inhaltsverzeichnis 1 Einführung in die Entscheidungstheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 1.1 Abgrenzung zwischen normativer und deskriptiver Entscheidungstheorie . . . . . 179 1.1.1 Normative Entscheidungstheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 1.1.2 Deskriptive oder empirisch kognitive Entscheidungstheorie . . . . . . . . . 179 1.2 Relevanz der Entscheidungstheorie für die Betriebswirtschaftslehre . . . . . . . . . . 181 2 Deskriptive Entscheidungstheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 2.1 Entscheidung mit begrenzter Rationalität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 2.1.1 Verhaltenswissenschaftliche Hypothesen der Diskussion deskriptiver Entscheidungsmodelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183 2.1.2 Heuristiken oder Phänomene des Entscheidungsverhaltens . . . . . . . . . . 183 2.1.3 Inkrementalanalyse – die Strategie des „Muddling Through“ . . . . . . . . 185 2.1.4 Aufbau bzw. ablauforientierte Grundmodelle der deskriptiven Entscheidungstheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 2.2 Deskriptive Präferenztheorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 178 Astrid Langer / Wolf Rogowski 2.2.1 Disappointment Theorie oder Theorie der Enttäuschung . . . . . . . . . . . . 187 2.2.2 Regret Theorie oder Theorie des Bedauerns . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 3 Diskussion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188 4 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189 Deskriptive Entscheidungstheorie 179 1 Einführung in die Entscheidungstheorie Zu Beginn des vorliegenden Beitrags erfolgt eine kurze Einführung in die Entscheidungstheorie. Zunächst werden deskriptive und normative Entscheidungstheorie voneinander abgegrenzt und danach wird auf die betriebswirtschaftliche Bedeutung dieser beiden Richtungen der Entschei dungsforschung Bezug genommen. In dem zweiten Kapitel werden dann einzelne Aspekte der deskriptiven Entscheidungstheorie zusammenfassend dargestellt, die im dritten Kapitel disku tiert werden. Dieser kurze Beitrag kann das Feld der deskriptiven Entscheidungstheorie jedoch nur grob skizzieren. Für eine detaillierte Einführung wird auf das Werk Die Psychologie der Entscheidung (vgl. J . 2005) verwiesen. 1.1 Abgrenzung zwischen normativer und deskriptiver Entscheidungs theorie Im folgenden Abschnitt wird eine Abgrenzung zwischen dem deskriptiven und dem normativen Ansatz der Entscheidungsforschung unternommen. 1.1.1 Normative Entscheidungstheorie Bei der normativen Entscheidungstheorie steht die Entscheidungslogik im Vordergrund der Betrachtung. Es geht um die Frage, wie bei gegebenen Entscheidungsprämissen eine Entschei dung getroffen werden soll. Die Entscheidungsprämissen selbst sind also nicht Gegenstand der Untersuchung, sondern unabhängige Größen. Die normative Entscheidungstheorie geht von rationalem Handeln, dem Modell des homo oeconomicus aus. Hauptmerkmale dieser Richtung der Entscheidungstheorie stellen somit die formale, rationale Entscheidungslogik und die Annahme gegebener Entscheidungsprämissen dar. Die Theorie des homo oeconomicus lässt sich durch drei Gruppen von Annahmen charak terisieren (vgl. K 1970, S. 27ff.): Informationsannahmen, Annahmen über die Präferenz bzw.Wertordnung sowie die Entscheidungsregeln. Erstere können anhand der Begrifflichkeiten Alternativen, Ergebnisse und Umweltzustände beschrieben werden. Je nach Kenntnisstand der Entscheidungsperson über das Eintreten von Umweltzuständen lassen sich Entscheidungen unter Sicherheit, Risiko (Wahrscheinlichkeiten bekannt) und Ungewissheit (Wahrscheinlich keiten unbekannt) unterscheiden. Zwei Axiome spielen eine wichtige Rolle für die Annahmen über die Präferenz bzw. Wertordnung: das Ordnungs und das Transitivitätsaxiom. Das Ord nungsaxiom besagt, dass die Entscheidungsperson in der Lage ist, für jedes beliebige Paar von Ergebnissen anzugeben, ob sie ein Ergebnis präferiert oder ob sie zwischen beiden Ergebnissen indifferent ist. Nach dem Transitivitätsaxiom ist es erforderlich, dass die Entscheidungsperson das Ergebnis ei gegenüber dem Ergebnis ek präferiert, wenn das Ergebnis ei dem Ergebnis ej und dieses wiederum dem Ergebnis ek vorgezogen wird. Hinsichtlich der Entscheidungsregeln wird davon ausgegangen, dass der homo oeconomicus „seine Entscheidungen in der Weise trifft, dass er etwas maximiert“ (E 1960, S. 386). Zusammenfassend lässt sich die normative Entscheidungstheorie charakterisieren als Analyse von Entscheidungen bei gegebenen Entschei dungsprämissen mit dem Ziel, die beste Entscheidung auszuwählen (vgl. in diesem Herausge berband, L ). 1.1.2 Deskriptive oder empirisch kognitive Entscheidungstheorie Gegenstand dieses Beitrags ist die deskriptive oder empirisch kognitive Entscheidungstheorie. Sie untersucht wie Entscheidungen in der Realität gefällt werden und weshalb sie gerade so und 180 Astrid Langer / Wolf Rogowski nicht anders gefällt werden. In der deskriptiven Entscheidungstheorie steht also die folgende Frage im Vordergrund der Betrachtung: Wie wird in der Wirklichkeit entschieden? Es wird somit nach den Entscheidungsprämissen selbst und deren Zustandekommen gefragt. Im Gegen satz zum normativen Ansatz, in dem Entscheidungsprämissen gegebene Größen darstellen, sind in der deskriptiven Theorie der Entscheidungsforschung die Entscheidungsprämissen Gegen stand der Betrachtung, aus welchen im Rahmen des Entscheidungsprozesses die Entscheidung gefolgert wird: „Eine Entscheidung in der Empirie beinhaltet bestimmte Ziele oder Werte, Tatsachen über die Umwelt und Implikationen, die aus den Werten und Tat sachen gezogen werden. Die Ziele und Werte mögen einfach oder komplex, konsistent oder widersprüchlich sein; die Tatsachen mögen der Wirklichkeit entsprechen oder unterstellt sein, sie mögen auf Beobachtungen oder Berichten anderer gründen; die Implikationen mögen gültig oder ungültig sein. Der ge samte Prozess kann – in einem übertragenen Sinne – als Prozess des Schließens betrachtet werden, wobei die Werte und Tatsachen die Funktion von Prämissen erfüllen und die Entscheidung letztlich aus diesen Prämissen abgeleitet wird“ (S 1959, S. 273). Im Vordergrund der deskriptiven Entscheidungstheorie steht die Verhaltenstheorie der Un ternehmung (behavioral theory of the firm), welche auch verhaltenswissenschaftliche Orga nisationstheorie genannt wird und auf welche im Folgenden (vgl. Abschnitt 1.2) näher Bezug genommen wird. Die deskriptive Entscheidungstheorie ist sozialwissenschaftlich (Sozialpsychologie, Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre etc.) orientiert und geht von intendiert rationalem Verhalten aus. Zentraler Ansatzpunkt stellt die beschränkte Informationsverarbei tungskapazität des Individuums dar: „Die Kapazität des menschlichen Verstandes für die Formulierung und Lösung komplexer Probleme ist sehr klein im Vergleich zum Umfang der Probleme, deren Lösung für die Verwirklichung eines objektiv rationalen Verhaltens in der Wirklichkeit oder wenigstens für eine vernünftige Annäherung an eine solche objektive Wirklichkeit notwendig ist“ (S 1957, S. 198). Viele Entscheidungen sind demnach lediglich begrenzt rational. Nach B /G (2002, S. 135) können vier Arten begrenzt rationaler Entscheidungen unterschieden werden: Irrtum (sub jektiv rational, aber objektiv falsch), Eigennutz (persönlich rational, aber organisational falsch), Identifikation mit Teilbereichen (lokal rational, aber in größerem Zusammenhang falsch), sowie begrenzte Voraussicht (kurzfristig rational, aber langfristig falsch). Der deskriptiven Entscheidungstheorie werden sowohl explikative als auch explanatorische Aufga ben zuteil (vgl. B /C 2004, S. 135): Die Bildung exakter Begriffe, die Abgren zung dieser Begriffe zu denen anderer wissenschaftlicher Disziplinen oder der Umgangssprache, sowie die Schaffung eines begriffstheoretischen Bezugsrahmens als Vorstufe der Entwicklung von Modellen zählen zur explikativen Aufgabenstellung; die explanatorische Aufgabe des deskrip tiven Ansatzes besteht in der Aufdeckung und Erklärung empirischer Zusammenhänge, sowie im Finden von Gesetzeshypothesen, die für die Erklärung des zu erklärenden Sachverhaltes von Bedeutung sind, und im Aufspüren von Ausgangsbedingungen, welche zur Festlegung der Ge setzeshypothese im konkreten Fall dienen. Diese Gesetzeshypothesen und Ausgangsbedingungen fungieren als Grundlage für die Erklärung des Eintritts von bestimmten Ereignissen. Deskriptive Entscheidungstheorie 181 Wesentliche Unterschiede der deskriptiven (entscheidungsprozessorientierten)Theorie zum nor mativen (entscheidungslogischen) Ansatz der Entscheidungsforschung äußern sich bei der Be schreibung von Entscheidungsprozessen in Organisationen (vgl. B /G 2002, S. 133f.): Zielbildung: Organisationsmitglieder verfolgen unterschiedliche individuelle Ziele, welche in einem Verhandlungsprozess zum Ausdruck gebracht werden. Das Resultat ist eine Men ge verschiedener, auch konfliktionärer Ziele, welche sowohl neben als auch nacheinander verfolgt werden. Häufig erfolgt eine bewusst vage Formulierung der Organisationsziele, um solche Zielkonflikte zu kaschieren. Problemanalyse: Bei der Wahrnehmung von Entscheidungsproblemen kann es zu Unstim migkeiten zwischen den Koalitionsteilnehmern bezüglich der Existenz, der Beschaffenheit und der Lösung von Entscheidungsproblemen kommen. Alternativensuche: Es erfolgt keine vollständige Durchsuchung des Alternativenraums, son dern es werden meistens nur solche Alternativen in Erwägung gezogen, die lediglich eine inkrementelle Änderung zu den Bisherigen darstellen. Ergebnisermittlung: Es interessieren eher kurzfristige Folgen, die das eigene Handeln betref fen, als langfristige und räumlich weit reichende Folgen. Anhand stark vereinfachter Hypo thesen über Ursache Wirkungs Zusammenhänge erfolgt die Prognose der Ergebnisse. Ungewissheit: Häufig wird nicht in das Entscheidungsmodell einbezogen, dass die Zukunft ungewiss ist. Es wird einfach eine Entscheidungssituation unter Sicherheit angenommen. Entscheidung: Es wird nicht nach der optimalen Alternative gesucht, sondern die Ent scheidung wird gefällt, sobald eine zufriedenstellende Alternative ausfindig gemacht wurde. Wenn sich die Suche nach einer zufrieden stellenden Alternative schwierig gestaltet, erfolgt einfach eine Absenkung des Anspruchsniveaus. Gewohnheiten/Routinen: Das Verhalten kann zu einem großen Teil auf Gewohnheiten sowie Routinen zurückgeführt werden und nicht auf bewusste Entscheidungen. 1.2 Relevanz der Entscheidungstheorie für die Betriebswirtschaftslehre Im vorherigen Abschnitt wurden einige wesentliche Kennzeichen der deskriptiven und der nor mativen Entscheidungstheorie aufgezeigt. Im Folgenden wird auf die Bedeutung dieser beiden Richtungen der Entscheidungstheorie für die Betriebswirtschaftslehre eingegangen. Es geht nun um die Frage, welche der beiden Theorien für die Betriebswirtschaftslehre von größerer Bedeutung ist. Die Betriebswirtschaftslehre versteht sich nach heutiger Auffassung als eine angewandte Wissenschaft, welche wirtschaftende Menschen bei Entscheidungen beratend zur Seite stehen soll und deren Aufgabe in der Ableitung zielkonformer Handlungsprogramme und nicht in der Beurteilung der Ziele selbst gesehen wird (vgl. B /C 2004, S. 11). Die entscheidungsorientierte Betriebswirtschaftslehre ist an den Grundlagen, Ab läufen und Folgen der Entscheidungen der in betriebswirtschaftlichen Organisationen tätigen Menschen in allen Bereichen und auf allen Ebenen der Wirtschaftseinheit orien tiert. Wenn sich die Betriebswirtschaftslehre überwiegend als Entscheidungstheorie be greift, ist insbesondere der Ansatz der entscheidungsorientierten Betriebswirtschafts lehre von H (1971) und K (1970, 1971a, 1971b, 1994) hervorzuheben. Das Endziel der heutigen entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre als praktisch normative Wissenschaft wird in der Ableitung von Aussagen darüber gesehen, wie das menschliche Ent scheidungsverhalten in betrieblichen Organisationen auszusehen hat, damit diese in der Lage sind gewisse Ziele bestmöglich zu erfüllen (vgl. B /C 2004, S. 11). Während 182 Astrid Langer / Wolf Rogowski diese Ableitung zielkonformer Handlungsprogramme von den normativen Modellen wahrge nommen wird, kommt den deskriptiven Modellen eine Erklärungsaufgabe zu, denn ohne diese deskriptiven Entscheidungsmodelle fehlen die für normative Modelle notwendigen verhaltens wissenschaftlichen Aussagen über verfolgte Ziele, mögliche Handlungen sowie Folgen der alter nativen Handlungsprogramme (vgl. B /C 2004, S. 12). Auf der Grundlage des deskriptiven Ansatzes wird von der entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre der Versuch unternommen, das menschliche Entscheidungsverhalten sowie den Ablauf von Ent scheidungsprozessen in Unternehmen zu erklären und Handlungsempfehlungen für die Ent scheidungspersonen zu geben (vgl. H 1971, S. 22). Auf die zu Beginn gestellte Frage nach der betriebswirtschaftlichen Bedeutung der beiden Richtungen der Entscheidungstheorie lässt sich somit antworten, dass beide Varianten für die betriebswirtschaftliche Entscheidungslehre notwendig sind, indem die deskriptive Entscheidungstheorie als Grundlage dient, notwendige Prognosen und Analysen zu fundieren, während die normative Entscheidungstheorie die Ba sis dafür liefert, betriebliche Entscheidungsprozesse entscheidungslogisch zu fundieren (vgl. B /C 2004, S.12). Zusammenfassend bleibt folgendes festzuhalten: „Eine Entscheidungstheorie, die sich darauf beschränken würde, nur die un vollkommenen Verhaltensweisen der einzelnen, individuellen oder kollektiven Entscheidungsträger zu beschreiben, verliert den Charakter einer angewandten Wissenschaft. Eine Entscheidungstheorie, deren Annahmen über menschliches Verhalten unrealistisch sind, ist keine Theorie“ (K 2001, S. 25). 2 Deskriptive Entscheidungstheorie An der normativen Richtung der Entscheidungsforschung wird immer wieder insbesondere kritisiert, dass die ihr zugrunde liegenden Annahmen, z.B. dass Aktions , Zustands und Ergeb nisraum sowie Nutzenfunktion als gegeben angenommen werden, nicht der Realität entsprächen und dass das Modell des homo oeconomicus lediglich mangelnde inhaltliche Spezifizierung aufweise. Die Annahmen der normativen Entscheidungstheorie haben durch die empirische Entschei dungsforschung insbesondere in zweierlei Hinsicht Ergänzungen erfahren: Zum einen weichen Personen in Entscheidungssituationen häufig von den Annahmen eines perfekt rationalen In dividuums ab. Zum anderen folgen individuelle Präferenzen häufig nicht den Annahmen der normativen Entscheidungstheorie. Im Folgenden wird auf Ansätze zumUmgang mit begrenzter Rationalität und zur Beschreibung empirisch beobachteter Präferenzen eingegangen. Dabei werden deskriptive oder offene Entscheidungsmodelle sowie deskriptive Präferenztheorien, ins besondere Theorien mit emotionalen Komponenten wie Disappointment Theorie und Regret Theorie, dargestellt. Die Prospect Theorie wird im Rahmen dieses Buches in einem eigenen Abschnitt dargestellt (vgl. in diesem Herausgeberband, W ). 2.1 Entscheidung mit begrenzter Rationalität Deskriptive Entscheidungsmodelle werden in der Literatur häufig auch als offene Modelle be zeichnet, während bei den normativen Modellen häufig auch von geschlossenen Modellen die Rede ist (vgl. B /L 1963, S. 39; A /W 1967, S. 148ff.; K 1970, S. 25). Offene oder deskriptive Modelle sind dadurch gekennzeichnet, dass der Mensch Deskriptive Entscheidungstheorie 183 in den Entscheidungsprozess einbezogen wird und dass die Entstehung von Entscheidungspro blemen, die Informationsgewinnung sowie die Beeinflussung des Entscheidungsprozessablaufs durch die Umwelt berücksichtigt werden, während bei geschlossenen oder normativenModellen Einflussbeziehungen zwischen System und Umwelt außer Acht gelassen werden (vgl. K 1994, S. 1). Deskriptive Modelle berücksichtigen, wie Entscheidungsprämissen und probleme zustande kommen; zugleich wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die mit der Entschei dungsfindung einhergehenden Suchprozesse deutlichen Limitationen wie die der beschränkten Informationskapazität des Individuums unterliegen, damit ist das individuelle Suchverhalten von zentralem Interesse (vgl. K 1970, S. 76). Im Hinblick auf die gegebenen Prämissen normativer Entscheidungsmodelle können deskriptiveModelle teils als ein Konglomerat, teils als Modelle betrachtet werden, deren Aufgaben in der Beschreibung von Zuständen und Prozessen sowie in der Erklärung menschlichen Entscheidungsverhaltens liegen, die von den normativen Entscheidungsmodellen nicht wahrgenommen werden (können) (vgl. M . 2000, S. 75). Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Ausgangspunkte der Diskussion deskriptiver Modelle erläutert. 2.1.1 Verhaltenswissenschaftliche Hypothesen der Diskussion deskriptiver Entscheidungsmodelle Die wichtigsten verhaltenswissenschaftlichen Hypothesen der Diskussion deskriptiver Modelle sind (vgl. K 1970, S. 76ff.): das innere Modell der Umwelt, kognitiver Stress und Such verhalten, intraindividuelle Konflikte und Suchverhalten, sowie kognitive Dissonanz und Such verhalten. Unter der ersten Hypothese (inneres Modell der Umwelt) ist zu verstehen, dass dem Problemlösungsprozess des Individuums ein subjektives inneres Modell der Umwelt, nicht die objektive Realität, zugrunde liegt. Die zweite Hypothese (kognitiver Stress und Suchverhalten) besteht darin, dass aufgrund der beschränkten individuellen Informationsverarbeitungskapa zität kognitiver Stress verursacht wird, worauf das Individuum mit (heuristischen) Strategien der Informationsverarbeitung und Vereinfachungen des Entscheidungsproblems (vgl. Abschnitt 2.1.3) antwortet, die in erheblichem Maße vom Ideal der Entscheidungslogik abweichen. Drit tens sind intraindividuelle Konflikte zu berücksichtigen, die der Auslöser des Suchverhaltens sind und dessen Richtung bestimmen. J und G (1967, S. 709) definieren intrain dividuelle Konflikte als einen Zustand, „der für ein Individuum entsteht, wenn es motiviert ist, zwei oder mehr miteinander nicht zu vereinbare Reaktionen durchzuführen, wie wenn wir angegriffen werden und gleichzeitig Zorn und Furcht empfinden, wobei uns der Zorn zum Gegenangriff, die Furcht zur Flucht drängt“. Während sich die ersten drei Hypothesen mit informationellen Teilprozessen vor der eigentlichen Entscheidung befassen, sind Bedingungen, Abläufe sowie Ergebnisse des individuellen Suchverhaltens, die nach der Entscheidung statt finden, Gegenstand der vierten verhaltenswissenschaftlichen Hypothese (kognitive Dissonanz und Suchverhalten). Im Rahmen dieses Beitrags werden nur solche Bedingungen, Abläufe sowie Ergebnisse des individuellen Suchverhaltens betrachtet, die vor dem eigentlichen Entschluss oder Wahlakt passieren. In den folgenden beiden Abschnitten wird die Hypothese kognitiver Stress und Suchverhalten näher betrachtet. 2.1.2 Heuristiken oder Phänomene des Entscheidungsverhaltens Die Vielzahl an verfügbaren Informationen ist mit der Schwierigkeit verbunden, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen. Dies führt dazu, dass Entscheidungswege abgekürzt und Urteilsheuristiken herangezogen werden. Solche Urteilsheuristiken führen oft zu richtigen Lö sungen, stoßen jedoch bisweilen an Grenzen. Großen Bekanntheitsgrad haben die drei folgenden Urteilsheuristiken erlangt, die von T /K (1974, S. 1124ff.) beschrieben wurden: 184 Astrid Langer / Wolf Rogowski Repräsentativität (Representativeness) oder Repräsentativitätsheuristik, Verfügbarkeit (Availabi lity) oder Verfügbarkeitsheuristik sowie Anker und Anpassung (Anchoring & Adjustment) oder Verankerungsheuristik. Nach der Verfügbarkeitsheuristik greifen Entscheidungspersonen insbesondere auf Informationen zurück, die einfach zugänglich sind. In der Studie von H . (1977, S. 145ff.) sollten sich Versuchspersonen mit positiven bzw. negativen Eigenschaften befassen. Anschließend wur de ihnen eine Person beschrieben, die gefährliche Aktivitäten präferiert. Ihre Aufgabe bestand nun darin, diese hypothetische Person zu bewerten. Die Versuchspersonen, welche sich zuvor mit den negativen Eigenschaften befassen sollten, beurteilten die Person wesentlich negativer als diejenigen, welche die positiven Eigenschaften behalten sollten. Dieser in der Studie von H . (1977) gezeigte Effekt wird als Priming Effekt bezeichnet. Demnach steigt durch vorherige unbewusste Wahrnehmung von Reizen die Zugänglichkeit zu bestimmten im Gedächtnis gespeicherten Informationen. Ein weiteres Phänomen des menschlichen Entscheidungsverhaltens stellt die sog. Repräsentativitätsheuristik dar. Derzufolge sind Menschen zur Schätzung von Ereigniswahrscheinlichkeiten oft an typischen Eigenschaften der Grundgesamtheit orientiert. Viele Entscheidungen basieren auf Stereotypen. Ein sehr bekanntes Beispiel für die Überschätzung der Wahrscheinlichkeit von Konjunktionen ist das „Linda Problem“ von T /K (1983, S. 297): „Linda ist 31 Jahre alt, sie lebt allein, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist sehr klug. Sie hat Philosophie studiert. Als Studentin war sie außerordentlich engagiert in Fragen von Diskriminierung und sozialer Gerechtigkeit; sie nahm auch an Anti Kernkraft Demonstrationen teil“. Damit konfrontiert, wurden Studenten gefragt, welche der beiden folgenden Aussagen sie für wahrscheinlicher hielten: Linda ist eine Bankangestellte oder Linda ist eine Bankangestellte und in der Frauenbewegung aktiv. Die überwiegende Anzahl der Studenten hielt die zweite Aussage für wahrscheinlicher als die erste Aussage. Aus statistischer Sichtweise ist das ein Fehler, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Linda Bankangestellte und Feministin ist kann nicht größer sein, als jedes Einzelereignis, also dass Linda Bankangestellte oder Feministin ist, deshalb wurde dieses Phänomen von Tversky und Kahneman als die Überschätzung der Wahrscheinlichkeit von Konjunktionen bezeichnet. Eine weitere Urteilsheuristik stellt die Verankerungsheuristik dar. Derzufolge passen Individuen ihre Entscheidungen von einem Startpunkt (Anker) aus schrittweise an. W . (1998, S. 74ff.) untersuchten u.a. in ihrer Studie, ob hohe maximale Abgabemengen zu einer Erhöhung der Umsätze führen. In drei Supermärkten wurde an drei aufeinander folgenden Abenden ein Sonderangebot für Campell’s Soup ohne Beschränkung der maximalen Abgabemenge (1. Fall), mit einer Beschränkung der maximalen Abgabemenge auf 4 Dosen (2. Fall) oder mit einer Beschränkung der maximalen Abgabemenge auf 12 Dosen (3. Fall) platziert. Im 1. Fall kauften die Konsumenten im Schnitt 3,3 Dosen, im 2. Fall 3,5 Dosen und im 3. Fall 7,0 Dosen. Die drei vorgestellten Urteilsheuristiken sind einfach anzuwenden und führen häufig zur rich tigen Lösung, allerdings bisweilen auch zu Verzerrungen (Überschätzung des Auftretens ver knüpfter Ereignisse etc.). Im Folgenden wird dieWissenschaft des Durchwurstelns (The Science of Muddling Through) beschrieben, die ebenfalls aus dem Problemkreis kognitiver Stress und Suchverhalten hervorgeht. Deskriptive Entscheidungstheorie 185 2.1.3 Inkrementalanalyse – die Strategie des „Muddling Through“ Zentraler Kritikpunkt der normativen oder geschlossenen Modelle stellt das Problem der be schränkten individuellen Informationsverarbeitungskapazität dar, die dazu führt, dass die Ra tionalität des Individuums Beschränkungen unterliegt und aus diesem Grund lediglich von intendiert rationalem Verhalten ausgegangen werden kann. Durch die Überschreitung der In formationsverarbeitungskapazität wird kognitiver Stress verursacht, worauf das Individuummit Informationsverarbeitungsstrategien und Strategien des Suchverhaltens antwortet, welche in entscheidendemMaße vom Ideal der geschlossenen Modelle der Entscheidungslogik abweichen (vgl. K 1994, S. 20). Darüber hinaus reagiert das Individuum auf diese Beschränkung der Informationsverarbeitung mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Vereinfachungen des Entscheidungsproblems. Im Rahmen des auf die Entwicklung offener Entscheidungsmodelle gerichteten deskriptiven Ansatzes wird die These aufgestellt, „daß das Entscheidungssubjekt seine Entscheidungsprobleme erheblich vereinfacht, um sie in den Bereich seiner intellektuellen Fähigkeiten zu bringen“ (K 1970, S. 24), indem nur nach zufrieden stellenden und nicht nach optimalen Alternativen gesucht wird. Der Entscheider wird seine Suche also auf solche Alternativen beschränken, die ihm zur Erfüllung der gerade nicht zufrieden stellend erreichten Ziele geeignet erscheinen. Dieses adaptive Problemlösungsverhalten, das sich darin äußert, dass der Entscheidungsträger nicht nach optimalen Lösungen seines Entscheidungsproblems strebt, sondern sich bereits mit befriedigenden Lösungen seines Entscheidungsproblems zufrieden gibt, wird als Strategie der unzusammenhängenden kleinen Schritte (Disjointed Incrementalism) oder als Strategie des Durchwurstelns (Muddling Through) bezeichnet. Im Extremfall entsteht dadurch „das Bild des sich von Entscheidungsproblem zu Entscheidungsproblem „durchwur stelnden“ Individuums“ (K 1970, S. 26). Die sechs wesentlichen Eigenschaften derTheorie des Durchwurstelns (Theory of MuddlingThrough), die auf L (1959) und B /L (1963) zurückgeht, werden wie folgt beschrieben (vgl. K 1994, S. 27): Er stens unternimmt der Entscheidungsträger lediglich kleine Änderungen, welche vom derzeitigen Zustand nicht zu sehr abweichen, um so einigermaßen zuverlässige Prognosen über die Folgen seiner Alternativen anzustellen. Zudem wird betont, dass kleine Änderungen leichter bewertet werden können. Das zweite wichtige Merkmal dieser Theorie stellt die betonte Unvollständig keit bei der Suche nach Alternativen dar. Es wird bewusst auf die vollständige Erfassung aller Einflussgrößen verzichtet und nur diejenigen betrachtet, die reale Wirkungen haben und für die Problemstellung relevant sind. Drittens wird aufgrund der beschränkten Informationskapazität nur eine Teilmenge der Grundgesamtheit an möglichen Folgen der verschiedenen Alternativen bei der Analyse berücksichtigt. Der vierte Aspekt liegt darin, dass die Entscheidungsfindung als ein andauernder Prozess gesehen wird, d.h. es erfolgt ständig eine Anpassung der Problemdefi nition an die durch das Suchverhalten gefundenenMöglichkeiten. Als fünfte wesentliche Eigen schaft wird angeführt, dass das Individuum davon ausgeht, sich immer wieder dem jeweiligen Problem widmen zu müssen, d.h. es erwartet nicht, das Problem endgültig lösen zu können, wodurch die Vernachlässigung von wesentlichen Gesichtspunkten vom Entscheidungsträger weniger dramatisch eingestuft wird. Zu guter Letzt wird erwähnt, dass das Individuum in der Regel keine langfristigen Ziele, welche systematisch verfolgt werden, zu erreichen sucht, sondern dass es die jeweiligen Entscheidungsprobleme einfach auf sich zukommen lässt. DieTheorie von L hat außerdem als allgemeines Konzept zur Unternehmenssteuerung großen Anklang gefunden (vgl. W 1967; Q 1980). Allerdings bleibt festzuhalten, dass es von der Hypothese L s bis zur Entwicklung eines deskriptiven Entscheidungsmodells noch ein weiter Weg ist (vgl. K 1994, S. 28). 186 Astrid Langer / Wolf Rogowski 2.1.4 Aufbau bzw. ablauforientierte Grundmodelle der deskriptiven Entschei dungstheorie Das aufbauorientierte Grundmodell der deskriptiven Entscheidungstheorie wird anhand von faktischen, wertenden sowie methodischen Entscheidungsprämissen bestimmt (vgl. P / B 1981, S. 78ff.): unter faktischen Entscheidungsprämissen werden Lösungshypothesen, einschließlich von Tatsachenaussagen über potentielle Handlungsalternativen und deren mut maßliche Folgen (vgl. K 1970, S. 26), subsumiert; unter wertenden oder normativen Ent scheidungsprämissen hingegen versteht man Prämissen zur Festlegung von Zielen; Gegenstand methodischer Entscheidungsprämissen sind Suchmethoden, welche die aktive Problemsuche und insbesondere die Suche nach passenden Lösungshypothesen umfassen, Strukturierungsme thoden, die anzeigen, wie Entscheidungsprobleme von der Struktur her aufbereitet werden müs sen, sowie Lösungsmethoden, die in der sukzessiven Überprüfung einzelner gering voneinander abweichender Lösungshypothesen bestehen, und Methoden zur Zielbestimmung, welche die Entstehung und Wandlung von Zielen aufzeigen. Subjektive Psycho Logik als auch intersub jektive Sozio Logik bilden den Gegenstand des aufbauorientierten Grundmodells der deskrip tiven Entscheidungstheorie. Während bei der subjektiven Psycho Logik mehr das individuelle Entscheidungsverhalten eine Rolle spielt, steht bei der intersubjektiven Sozio Logik eher das organisationale Entscheidungsverhalten im Vordergrund der Betrachtung (vgl. P /B 1981, S. 75). Im Rahmen des ablauforientierten Grundmodells der Entscheidungstheorie wird hingegen be trachtet, auf welcheWeise „die methodischen Entscheidungsprämissen im Entscheidungsprozeß real auf die Entwicklung der faktischen und wertenden Entscheidungsprämissen einwirken und welche sonstigen Faktoren dabei zu berücksichtigen sind“ (P /B 1981, S. 82). 2.2 Deskriptive Präferenztheorien Die Erwartungsnutzentheorie weist eine Vielzahl von systematischen Abweichungen von dem in der Realität beobachtbaren Verhalten auf. Diese Konsistenzprobleme wie Allais Paradoxon (vgl. A 1953), Ellsberg Paradoxon (vgl. E 1961), Bias bei Wahrscheinlichkeits schätzungen oder Referenzpunkteffekte sind seit langem bekannt. Die Erwartungsnutzentheorie dient zur Unterstützung von rationalen Entscheidungen. Allerdings kann sie das menschliche Entscheidungsverhalten nicht generell konsistent beschreiben, denn Menschen verwenden einfache Entscheidungsregeln ohne vollständige Präferenzordnung und maximierung (Heu ristiken, vgl. Abschnitt 2.1.2), was oft in anderen Entscheidungen als nach der normativen Entscheidungstheorie resultiert. In derWirklichkeit werden die Axiome der Erwartungsnutzen theorie nicht immer erfüllt; die Erwartungsnutzentheorie wird daher als präskriptiver Ansatz (wie sollten sich Individuen verhalten, die rational sein möchten) bezeichnet. Zur Überwindung der Grenzen der Paradoxa waren theoretische Weiterentwicklungen in Form von deskriptiven Präferenztheorien erforderlich. Deskriptive Präferenztheorien werden zur Beschreibung intuitiven Entscheidungsverhaltens ein gesetzt. Man unterscheidet solche, die Erweiterungen der Erwartungsnutzentheorie darstellen (Prospect Theorie, Rangplatzabhängige Nutzentheorien, Kumulative Prospect Theorie, Disap pointment Theorie, sowie Regret Theorie), und solche, die als eine Verallgemeinerung der sub jektiven Erwartungsnutzentheorie gesehen werden (Kumulative Prospect Theorie und Choquet Erwartungsnutzentheorie)(vgl. E /W 2003, S. 357). Da eine Abhandlung aller hier aufgeführten deskriptiven Präferenztheorien im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, werden stellvertretend Disappointment Theorie sowie Regret Theorie behandelt. Beide Ansätze stellen Theorien mit emotionalen Komponenten wie Freude, Enttäuschung oder Bedauern dar. Deskriptive Entscheidungstheorie 187 2.2.1 Disappointment Theorie oder Theorie der Enttäuschung Die Disappointment Theorie, die erstmals 1985 von B (1985) und ein Jahr später von L /S (1986) vorgestellt wurde, lässt sich am besten anhand eines einfachen Bei spieles verdeutlichen (vgl. E /W 2003, S. 357): Ein Entscheider muss die beiden Lotterien (10 000 €, 0,99; 0 €, 0,01) und ( 10 000 €, 0,99; 0 €, 0,01) durchlaufen, d.h. in der ersten Lotterie gewinnt der Entscheider mit einerWahrscheinlichkeit von 99% 10 000 € undmit der Restwahrscheinlichkeit von 1% geht er leer aus, während er in der zweiten Lotterie mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% 10 000 € verliert und mit der verbleibenden Wahrscheinlichkeit von 1% nichts bekommt. Der Entscheider erfährt nun nach Durchführung der Lotterien, dass er in der ersten Lotterie nichts gewonnen und in der zweiten Lotterie nichts verloren hat, dass also zweimal das Ereignis mit der sehr kleinenWahrscheinlichkeit eingetreten ist. Bei der Disappoint ment Theorie wird nun nicht das Ergebnis direkt betrachtet, sondern wie dieses wahrgenommen wird. Die meisten Entscheider werden das gleiche Ergebnis (0 € in beiden Lotterien) auf sehr un terschiedliche Weise wahrnehmen: während typischerweise der Entscheider enttäuscht darüber ist, dass er bei der ersten Lotterie nichts gewonnen hat (Disappointment), ist er hingegen erfreut darüber, dass er bei der zweiten Lotterie nichts verloren hat (Elation). Der Kontext, in dem das Ergebnis von 0 € auftritt, spielt für die Beurteilung des Ergebnisses (der realisierten Konsequenz) anscheinend eine Rolle. Es kann also sein, dass der Entscheider mögliche Disappointment und Elationseffekte antizipiert, was dazu führen kann, dass seine Entscheidung möglicherweise da hingehend beeinflusst wird, dass er beispielsweise auf die Möglichkeit eines höheren Gewinnes verzichtet, um einer möglichen Enttäuschung zu entgehen. Diese Aversion gegen Enttäuschung kann beispielsweise darin resultieren, „daß eine (niedrigere) sichere Zahlung einer Lotterie mit höherem Erwartungswert vorgezogen wird, weil Enttäuschung bei dieser Wahl mit Gewißheit vermieden werden kann“ (F 2004, S. 222). In der Disappointment Theorie hängt der Gesamtnutzen einer Alternative vom Nutzen der Konsequenzen dieser Alternative sowie von der Abweichung dieses Nutzens von der Erwartung ab: u(ai ) = v(ai ) + D(v(ai ) - v*) (vgl. E /W 2003, S. 390), wobei die Funktion D(v(ai) - v*) zur Abbildung der Gefühle (Enttäuschung oder Freude) dient. Während positive Abweichungen Freude auslösen, führen negative Abweichungen zu Enttäuschung. Die Disappointment Funktion ist nicht linear: große Abweichungen werden stärker gewichtet als kleinere Abweichungen. Man nimmt an, dass die Funktion D zur Abbildung der Gefühle für „Freude“ konvex und für „Enttäuschung“ konkav ist (vgl. E /W 2003, S. 391). Diese zukünftigen Gefühle werden im Moment der Entscheidung antizipiert und in den Entscheidungsprozess einbezogen. Bei der Bewertung ei ner Alternative berücksichtigen Entscheider somit nicht nur die Konsequenzen der Alternative, sondern auch die Enttäuschung oder Freude, die sich aus dem Vergleich der Konsequenzen einer Lotterie ergeben. Solch eine Berücksichtigung bei der Beurteilung von Konsequenzen fehlt in der Erwartungsnutzentheorie. 2.2.2 Regret Theorie oder Theorie des Bedauerns Im Gegensatz zur Disappointment Theorie werden bei der Regret Theorie, die wiederum auf B (1982) sowie auf L /S (1982) zurückgeht, nicht Ereignisse, sondern Entschei dungen miteinander verglichen. Die Kernidee ist darin zu sehen, dass Entscheidungen gerade nicht wie in der Erwartungsnutzentheorie unabhängig von den zur Verfügung stehenden Al ternativen sind. In der Regret Theorie werden also die Konsequenzen einer Alternative mit den potentiellen Konsequenzen einer anderen Alternative verglichen. Der Grundgedanke besteht somit in der gemeinsamen Bewertung von Alternativenpaaren und nicht in der isolierten Al ternativenbetrachtung, wodurch die Abbildung intransitiver Präferenzen möglich wird (vgl. E /W 2003, S. 392). Der Gesamtnutzen einer Alternative resultiert aus dem Nut 188 Astrid Langer / Wolf Rogowski zen der Konsequenzen und dem möglichen Nutzen der Konsequenzen der anderen verfügbaren Alternative. Es werden somit nicht nur die Konsequenzen der gewählten Alternative in Betracht gezogen, sondern auch die Konsequenzen der nicht gewählten (verpassten) Alternative. Gemäß der Regret Theorie wird Bedauern empfunden, wenn bemerkt wird, dass die verpasste Konse quenz besser gewesen wäre als diejenige, die gewählt wurde; Freude hingegen wird empfunden, wenn das Ergebnis schlechter ausgefallen wäre. In der Regret Theorie wird davon ausgegangen, dass nach dem Eintreten eines Zustandes die ex post gültige Nutzeneinschätzung der Entschei dungsperson vom Bedauern oder der Freude über die eingetretene Konsequenz beeinflusst wird. Das Ziel besteht darin, diesen Einfluss zu antizipieren, also bereits ex ante zu erfassen, um so zu einer Abbildung von Entscheidungen zu gelangen, die später möglichst geringes Bedauern bzw. größtmögliche Freude auslösen. Das mögliche Bedauern ist also im Moment der Entscheidung zu antizipieren. Zur Abbildung einer Präferenz zwischen zwei Alternativen müssen Ergebnisse in Abhängigkeit von Zuständen definiert werden; so wird ersichtlich, bei welchem Zustand welche Ergebnisse eintreten werden, was die Bewertung der Ergebnisse einer Alternative in Abhängig keit der Ergebnisse von einer anderen Alternative ermöglicht (vgl. E /W 2003, S. 392f.). Die Regret Theorie wird wie folgt definiert (vgl. E /W 2003, S. 393): (1) )))()(()(()()((),( iiii n i i bvavRavRavspbaER $!!" # " Mit aiund biwerden die Ergebnisse der Alternativen a und b bei Zustand sibezeichnet, mit R die streng monoton steigende Regret Funktion, welche das Bedauern ausdrückt, dass ai eingetreten ist, falls sonst beim gleichen Zustand das Ergebnis der Alternative b, bi genannt, eingetreten wäre. Wenn ER(a, b) ≻ ER(b, a) wird eine Alternative a der Alternative b vorgezogen. Für beide Entscheidungstheorien ist die Annahme von Vergleichen von zentraler Bedeutung. Während bei der Disappointment Theorie Ereignisse verglichen werden und dadurch die Ent täuschung ausgelöst wird, vergleicht man bei der Regret Theorie Entscheidungen, wodurch das Bedauern verursacht wird. Sowohl Regret Theorie als auch Disappointment Theorie beinhalten kontextspezifische Entscheidungen, d.h. je nachdem, was für andere Alternativen und Ereignisse verfügbar sind, fällt die Nutzenbewertung einer Alternative anders aus. Beide Theorien können das Verhalten beim Allais Paradoxon erklären. 3 Diskussion In den vergangenen Abschnitten wurden einigeTheorien der Entscheidungsfindung dargestellt, die von demModell der Erwartungsnutzenmaximierung der normativen Entscheidungstheorie abweichen. Eine Reihe weiterer Ansätze blieb unerwähnt; hierfür wird auf die weiterführende Literatur verwiesen (vgl. bspw. J /P . 2005). Basierend auf teils sehr unterschiedlichen Annahmen und Konzepten kann jede dieserTheorien bestimmte Phänomene erklären, die in der betrieblichen Entscheidungspraxis eine große Rolle spielen. Gleichzeitig stößt jeder der Ansätze jedoch auch schnell an spezifische Grenzen; von einer umfassenden deskrip tiven Theorie der Entscheidung ist die Wissenschaft daher noch weit entfernt. Hinsichtlich der Urteilsheuristiken bleibt zu erwähnen, dass sie zwar häufig zu richtigen Lö sungen führen, jedoch nur in begrenztem Maße theoretisch fundiert sind. Bezüglich der de skriptiven Präferenztheorien, insbesondere der Disappointment Theorie und der Regret Theorie, bleibt festzuhalten, dass die Entwicklung dieser Ansätze der Entscheidungsforschung und deren empirische Überprüfung sowie ihre Anwendung auf ökonomische Fragestellungen noch weiterer Deskriptive Entscheidungstheorie 189 Forschung bedürfen (vgl. E /W 2003, S. 357). Ferner kann keiner dieser Ansätze den Anspruch darauf erheben, einer universellen Theorie zu genügen, da alle Theorien der de skriptiven Entscheidungsforschung aufgrund ihrer unterschiedlichen Konzepte und Annahmen lediglich in der Lage sind einen Teil der Phänomene des menschlichen Entscheidungsverhaltens zu erklären. Die Vielzahl verhaltenswissenschaftlicher Theorien „darf freilich nicht darüber hinweg täuschen, daß diese Ansätze kaum den Sta tus einer einheitlichen Theorie erreichen, die hinsichtlich ihrer Präzision und Klarheit mit der klassischen Theorie des Rationalverhaltens vergleichbar wäre“ (K 1994, S. 9). Die Regret Theorie im Speziellen ist zwar in der Lage das Verhalten beim Allais Paradoxon zu erklären, allerdings werden zustandskontingente Entscheidungssituationen vorausgesetzt, d.h. der Entscheider muss sich vorstellen können, welches Ergebnis denn eingetreten wäre, wenn seine Entscheidung anders ausgefallen wäre. Darüber hinaus fehlt eine axiomatische Fundierung und es handelt sich bei diesem Ansatz nur um einen Vergleich von Alternativenpaaren.1 Die deskriptiven Entscheidungsmodelle weisen hinsichtlich ihres Ziels der Erklärung menschlichen Verhaltens den Nachteil auf, dass es sich bei den Aussagen zum tatsächlichen menschlichen Entscheidungsverhalten größtenteils um keine „echten“ Hypothesen handelt, was darauf zurück zuführen ist, dass die Spezifikation von Wirkungszusammenhängen aufgrund der Komplexität der verwendeten psychischen Konstrukte enorme Schwierigkeiten bereitet (vgl. M . 2000, S. 75). 4 Ausblick Die deskriptive Entscheidungstheorie hat dazu geführt, dass sich das Menschenbild2 grundle gend verändert hat: „Von der Rationalitätsanalyse zur Psycho Logik der Problemhandhabung“ (K 1994, S. 1). Ferner hat sie dazu beigetragen, dass bislang unentdeckte und kaum be achtete Phänomene des Entscheidungsverhaltens in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt sind. Dadurch entstehen immer wieder neue Forschungsgebiete wie Behavioral Finance oder Behavioral Pricing. Sowohl der deskriptive als auch der normative Ansatz der Entscheidungs forschung entstammen ursprünglich dem Modell des homo oeconomicus und sind heute stark interdisziplinär geprägte Forschungsgebiete. Aufgrund dieser Interdisziplinarität ist die intensive Zusammenarbeit von Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachgebiete unabdingbar. Literaturverzeichnis alexis, m.; Wilson, C. z. (1967): Organizational Decision Making, New York, 1967. allais, m. (1953): Le Comportement de l‘Homme Rationnel devant le Risque: Cri tique des Postulates et Axiomes de l‘Ecole Americaine, in: Econometrica, Vol. 21, No. 4, S. 503–546. Zumindest betrachten L /S (1982) ausschließlich die gemeinsame Bewertung von Alternativenpaaren. Gemeint ist hier die wissenschaftliche Auseinandersetzungmit demThemamenschliches Entscheidungs verhalten. 190 Astrid Langer / Wolf Rogowski BamBerg, g.; CoenenBerg, a. g. 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Zusammenfassung

Dieser Sammelband bietet einen Überblick über relevante Theorien der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie ausgewählte Methoden der qualitativen und quantitativen Forschung. Der Leser hat die Möglichkeit, jede hier behandelte Theorie und Methode in ihren grundlegenden Aussagen bzw. Funktionsweisen zu verstehen sowie hilfreiche Hinweise und Literaturquellen für ein vertiefendes Studium jedes Themenfeldes zu erhalten.

Studenten oder Doktoranden stehen vor dem gleichen Problem:

Wie können Forschungsfragen durch geeignete theoretische Konzepte fundiert werden, wie werden sie in Hypothesen transformiert und mit welchen empirischen Methoden überprüft?

Die Kernbotschaft: Auf dem Weg zu wissenschaftlicher Leistung müssen Theorien und Methoden Hand in Hand gehen.

Damit dies gelingen kann benötigt jeder Forscher eine grundlegende Kenntnis derjenigen Theorien und empirischen Methoden, die im jeweiligen Forschungsfeld Relevanz besitzen und für die Anwendung in Frage kommen. Das Verständnis von Theorien bzw. der Funktionsweise und Leistungsfähigkeit empirischer Methoden sind dabei essentiell. Erst dadurch werden eine zutreffende Auswahl und eine korrekte Anwendung von Theorien und Methoden zur Lösung des Forschungsanliegens ermöglicht.

Der Überblick über die Theorien und Methoden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Der kompakte Sammelband ist empfehlenswert für Studenten und Doktoranden, die Forschungsfragen durch geeignete theoretische Konzepte fundieren, in Hypothesen transformieren und anschließend mit geeigneten empirischen Methoden überprüfen können.