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Hans-Hermann Francke, 6.5 Zusammenfassung in:

Hans-Hermann Francke, Heinz Rehkugler (Ed.)

Immobilienmärkte und Immobilienbewertung, page 235 - 236

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3808-6, ISBN online: 978-3-8006-4342-4, https://doi.org/10.15358/9783800643424_235

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Vahlen – Allg.Reihe – Francke/Rehkugler – Immobilienmärkte und Immobilienbewertung Herstellung: Frau Deuringer 13.09.2011 Imprimatur Seite 220 Vahlen – Allg.Reihe – Francke/Rehkugler – Immobilienmärkte und Immobilienbewertung Herstellung: Frau Deuringer 13.09.2011 Imprimatur Seite 221 6.5 Zusammenfassung 221 Gegenwärtig bemüht man sich um ein Paket von Rettungsmaßnahmen, welche die Zukunft des EURO sichern sollen. Im Hintergrund steht der grundsätzliche Interessenkonflikt zwischen den ökonomisch stärkeren sogenannten Geberstaaten, welche das System finanziell stützen, und den Nehmerstaaten, die von den Transfers der anderen profitieren, um so die Folgen ihrer Überschuldung erträglicher zu gestalten. Eine Analyse der Reformmaßnahmen, die im einzelnen geplant sind, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ab, dass die notwendige Verschärfung der Regeln zur Überschuldungsvermeidung, der Stabilitätspakt, Mehrheitsentscheidungen der Mitgliedstaaten unterliegen wird und nicht Anwendungsautomatismen folgt. Deshalb ist der Weg des EURO-Systems zu einer Transferunion vorgezeichnet. Die Alternative ist ein Scheitern der Gemeinschaftswährung. Die Überschuldungsprobleme der USA gegenüber China, die vor allem durch den de facto festen Wechselkurs zwischen dem Dollar und dem Yuan entstanden sind, beginnen sich teilweise zu entspannen. Der Yuan wurde in kleinen Schritten aufgewertet und der Dollar verlor gleichzeitig gegenüber anderen wichtigen Währungen an Wert. Ursächlich waren die weiter unbefriedigenden Wachstumsaussichten in den USA, trotz der expansiven Geldpolitik der FED durch ihre Ankäufe amerikanischer Staatsanleihen. Die stabilisierenden Wirkungen dieser erneuten Versuche geldpolitischer Lockerung sind in den USA eher gering. Stattdessen werden dadurch erneut globale Carry-trade-Transaktionen in Gang gesetzt, die zu Vermögenspreisblasen, auch auf den europäischen und asiatischen Märkten, führen können. Insofern besteht die Gefahr, dass die Weltwirtschaft ein Dollarproblem bekommt, vor allem, wenn dadurch Abwertungswettläufe oder gar Protektionismus erzeugt werden. Zusätzlich müssen Lösungen gefunden werden, um die ungeheuren Devisenreserven Chinas in produktive Anlageformen, u. a. chinesische Beteiligungen an westlichen Firmen, zu ermöglichen. Aber auch hier stehen immer protektionistische Vorbehalte der potenziellen Anlagestaaten im Wege. Deshalb sind pessimistische Stimmen ernst zu nehmen, welche vor neuen Krisenszenarien warnen. 6.5 Zusammenfassung Die Immobilien- und Finanzmarktkrise, welche 2007 in den USA begann und ihren Höhepunkt durch den Einbruch der realen Weltwirtschaft Mitte 2009 erreichte, ist im Kern eine Überschuldungskrise. Die öffentliche und private Überschuldung wurde vor allem dadurch verursacht, dass durch wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen wesentliche Steuerungsmechanismen der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wurden. Dies galt für den Zins-, Wechselkursund Preismechanismus. Ineffiziente Rahmenbedingungen, insbesondere de facto (USA/China) und de jure (EURO-System) bestehende Festkurssysteme haben Fehlanreize zur Überschuldung erzeugt. Vahlen – Allg.Reihe – Francke/Rehkugler – Immobilienmärkte und Immobilienbewertung Herstellung: Frau Deuringer 13.09.2011 Imprimatur Seite 222 Vahlen – Allg.Reihe – Francke/Rehkugler – Immobilienmärkte und Immobilienbewertung Herstellung: Frau Deuringer 13.09.2011 Imprimatur Seite 223 6 Die Immobilienkrise in den USA – Ursachen und Konsequenzen222 Die aktuellen Bemühungen zur Vermeidung von Wiederholungen sind nur teilweise befriedigend. Sie betreffen neue Regulierungen des Finanzierungssystems, insbesondere von Banken und sonstigen Finanzintermediären einerseits, sowie die Stabilisierung der Devisenmärkte andererseits. Dabei wird eine Tendenz zu immer mehr staatlicher Einflussnahme deutlich, ohne dabei ordnungspolitische Korrekturen zur Stärkung marktwirtschaftlicher Selbststeuerungskräfte zu stärken. Gegenwärtig stehen Gefährdungen des US-Dollars und des EURO im Mittelpunkt. 6.6 Literaturverzeichnis Burghof, Hans-Peter/Henke, Sabine (2005): Alternative Produkte des Kreditrisikotransfers, in: Burghof, Hans-Peter et al. (Hrsg.): Kreditderivate. Handbuch für die Bank- und Anlagepraxis, 2. Aufl., Stuttgart, S. 105–120 Die Zeit (2008): Die große Ironie des Erfolgs, Interview mit Alan Greenspan, Nr. 6, 2008, S. 21 Eiglsperger, Martin/Haine, Wim (2009): EU Housing Statistics, in: IFC Bulletin, No. 31, S. 118 Europäische Zentralbank(2008): Monatsbericht, Januar 2008 Francke, Hans-Hermann (2008): Die Immobilienkrise in den USA – Ursachen und Konsequenzen für das globale Finanzsystem, in: Kredit und Kapital, 41. J.G., Heft 1, S. 1 ff. Frankfurter Allgemeine Zeitung (2008): Ratingagenturen reagieren auf Kritik, Nr. 31, 2008, S. 21 Franke, Günter/Krahnen, Jan Pieter (2005): Default Risk Sharing between Banks and Markets: The Contribution of Collateralized Debt Obligations, CFS Working Paper, Frankfurt a. M. Knight, Frank (1921): Risk, Uncertainty and Profit, Boston/New York Lucas, Douglas J. et al. (2007): Commercial Real Estate CDOs, in: The Journal of Portfolio Management, Vol. 33, No. 5, S. 158 ff. OFHEO (2008): Federal Reserve, Company Data, Credit Suisse Analysis Rudolph, Bernd (2007): Kreditrisikotransfer – Abbau alter gegen den Aufbau neuer Risiken?, in: Kredit und Kapital, 40. J.G., Heft 1, S. 1 ff. Tobin,  James (1961): Money, Capital and other Stores of Value, in: American Economic Review (Papers and Proceedings), Vol. 51, No. 42, S. 26 ff. Tobin, James (1963): An Essay of the Principles of Debt Management, in: Report of the Commission on Money and Credit, Englewood Cliffs, N. J.

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Zusammenfassung

Immobilienmärkte und Immobilienbewertung:

Alles für die immobilien-wirtschaftliche Ausbildung.

Rund um die Immobilie

Das Werk enthält Beiträge zur Entwicklung und Analyse von

* Immobilienprodukten,

* Immobilienmärkten sowie zur

* Immobilienbewertung.

Immobilienmärkte und Immobilienbewertung

Anschaulich und kompakt werden zentrale Stoffinhalte der immobilienwirtschaftlichen Ausbildung dargestellt: von der Analyse der dominanten Einflussfaktoren der Entwicklung von Immobilienmärkten über die Diskussion um das angemessene Bewertungsverfahren für Immobilien und Immobiliengesellschaften bis hin zu Fragestellungen der Bilanzierung von Immobilien nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften.