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2.5 Aufgaben 1 und 2 in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 432 - 434

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_432_1

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2 Grunderwerbsteuer 405 Die Steuer wird innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig. Das Finanzamt darf eine längere Zahlungsfrist setzen (§ 15 GrEStG). 2.4 Ertragsteuerliche Behandlung der Grunderwerbsteuer Trägt - was der Normalfall ist - der Erwerber des Grundstücks die Grunderwerbsteuer, so zählt sie zu den Anschaffungskosten (Anschaffungsnebenkosten) des Grundstücks. Handelt es sich um ein bebautes Grundstück, so ist die Grunderwerbsteuer den Wertverhältnissen entsprechend auf Grund und Boden und Gebäude aufzuteilen. Soweit die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungskosten des Gebäudes gehört, führt sie zu einer Erhöhung der AfA. Dies geschieht im Rahmen der Gewinneinkünfte, sofern das Grundstück zu einem Betriebsvermögen gehört; es geschieht im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, sofern es sich um ein Grundstück des Privatvermögens handelt5. Nutzt der Erwerber das Grundstück bzw. einen Teil des Grundstücks für eigene Wohnzwecke, so entstehen aus dem Grundstück bzw. Grundstücksteil keine Einkünfte. Damit entfällt insoweit auch ein Abzug von AfA als Betriebsausgabe oder Werbungskosten. 2.5 Aufgaben 1 und 2 Aufgabe 1 Candida Reich (R) erwirbt einen Betrieb, der die Produktion von Fahrrädern betreibt. Von dem Gesamtkaufpreis von 4 Mio € entfallen 3 Mio € auf ein in D-Stadt belegenes Betriebsgrundstück. Der Wert des Grundstücks ist im Rahmen der Kaufverhandlungen wie folgt festgestellt worden: Grund und Boden 280.000 € Fabrikgebäude 1.600.000 € Schutzdach für Fahrräder 20.000 € Verwaltungsgebäude 1.100.000 € Das Grundstück ist mit Hypotheken belastet. Der Gesamtvalutastand im Zeitpunkt des Erwerbs beträgt 1.204.000 €. R übernimmt die Hypotheken unter Anrechnung auf den Gesamtkaufpreis des Betriebes. In dem zweistöckigen Fabrikgebäude befindet sich im Untergeschoss eine Beschickungsbühne für ein Laufband. Sie ist fest in die Geschossdecke eingelassen. In dem Wert des Fabrikgebäudes ist sie mit 40.000 € enthalten. Das Fabrikgebäude enthält außerdem einen in eine Mauernische eingebauten Lastenaufzug, der Ober- und Untergeschoss miteinander verbindet. Er ist in dem Wert des Fabrikgebäudes mit 50.000 € enthalten. Neben dem Fabrikgebäude befindet sich ein auf Pfeilern ruhendes Wellblechdach, das dem Schutz der zum Versand bereitgestellten Fahrräder vor Witterungseinflüssen dient. In dem Kaufpreis ist das Schutzdach mit einem Wert von 20.000 € enthalten. 5 Im Einzelnen s. Teil II, Gliederungspunkt 2.2.2.6. 406 Teil V: Verkehrsteuern Ermitteln Sie die sich aus dem vorstehenden Sachverhalt ergebende Grunderwerbsteuerschuld. Zum Zeitpunkt des Grunderwerbs wird in D-Stadt der sich aus dem GrEStG ergebende Steuersatz erhoben6. Aufgabe 2 An dem Stammkapital der „Domicil GmbH“ mit Sitz in Mittenwald (Oberbayern) in Höhe von 3 Mio € ist Maximilian Rundhammer (R) seit Jahren zu 40 % beteiligt. Die restlichen 60 % der Anteile hält eine inländische Bank. Als diese im Jahre 1 in finanzielle Schwierigkeiten gerät, erwirbt R im Mai dieses Jahres die restlichen Anteile für 10 Mio €. Die GmbH besitzt in Oberbayern mehrere Grundstücke. Für die Summe dieser Grundstücke ermittelt der Steuerberater (S) des R folgende Werte: Verkehrswerte 15.000.000 € Grundbesitzswerte i. S. d. § 138 BewG 8.000.000 € Einheitswerte (Wertverhältnisse 1.1.1964) 2.000.000 € Anschaffungs- und Herstellungskosten 6.000.000 € Buchwerte 5.000.000 € S wird von R beauftragt, zu untersuchen, ob und ggf. welche grunderwerbsteuerlichen Folgen sich aus dem Erwerb der GmbH-Anteile im Jahre 1 ergeben. 6 Hinsichtlich möglicher Abweichungen von diesem Steuersatz s. Gliederungspunkt 2.3. 3 Umsatzsteuer 3.1 System der Umsatzbesteuerung Im Gegensatz zu allen anderen Verkehrsteuern erfasst die Umsatzsteuer nicht spezielle Vorgänge des Rechts- und Wirtschaftsverkehrs; ihr unterliegen vielmehr grundsätzlich alle von Unternehmern getätigten Umsätze (Lieferungen und Dienstleistungen)7. Keine Umsatzsteuer verursachen hingegen die von Nicht- Unternehmern ausgeführten Umsätze. Unternehmer können sowohl an andere Unternehmer als auch an Nicht-Unternehmer (Endverbraucher) liefern oder Dienstleistungen erbringen. Jeder Bezug von Waren oder von Dienstleistungen ist somit durch Umsatzsteuer belastet. Dies ist aber nicht das vom Gesetzgeber gewünschte Ergebnis. Definitiv belastet soll vielmehr lediglich der Endverbraucher sein. Technisch geschieht dies durch eine Entlastung der Unternehmer von der ihnen selbst in Rechnung gestellten Umsatzsteuer: Die Unternehmer können die ihnen von anderen Unternehmern in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer von ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen. Beispiel Der Händler U2 bezieht von dem Fabrikanten U1 Waren zu 100 € plus 19 € Umsatzsteuer; er verkauft sie zu 300 € plus 57 € Umsatzsteuer an einen Endverbraucher. U1 ist Schuldner von 19 € Umsatzsteuer. Wirtschaftlich trägt er die Umsatzsteuer aber nicht, da er sie seinem Abnehmer U2 in Rechnung stellt. U2 zahlt also neben dem Nettoentgelt auch 19 € Umsatzsteuer an U1. Der Umsatz des U2 an den Endverbraucher hat das Entstehen von 57 € Umsatzsteuer zur Folge. U2 wird aber nicht Steuerschuldner von 57 €, sondern lediglich von 38 €, da er 19 € Vorsteuern von seiner Steuerschuld abziehen kann. Jedoch trägt er auch diese 38 € wirtschaftlich nicht, da er diesen Betrag seinem Abnehmer in Rechnung stellt. Im Ergebnis bleibt er somit unbelastet. Der Endverbraucher ist zwar kein Steuerschuldner, wirtschaftlich trägt er aber die gesamte Steuerschuld von 57 €. Umsatzsteuer entsteht in jeder Phase des Güter- und Dienstleistungsverkehrs. Man spricht deshalb von einer Allphasen-Umsatzsteuer. Bei jedem Unternehmer wird infolge des Vorsteuerabzugs letztlich nur der „Mehrwert“ erfasst. Die deutsche Umsatzsteuer wird deshalb auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Mehrwert im Sinne dieser Bezeichnung ist der Betrag, um den der Verkaufspreis einer Ware (Dienstleistung) die Einkaufspreise der zur Beschaffung oder Produktion der Ware erforderlichen Güter und Dienstleistungen übersteigt. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung „Mehrwertsteuer“ nur bei wirtschaftlicher, nicht hingegen bei rechtlicher Betrachtung zutreffend ist, da rechtlich nicht der Mehrwert, sondern der Brutto- 7 Zur Unternehmereigenschaft s. Gliederungspunkt 3.2.2.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.