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2.2 Steuerbefreiungen in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 430 - 430

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_430

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2 Grunderwerbsteuer 403 Grundstücks begründet (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Wird der Erwerbsvorgang rückgängig gemacht, bevor das Eigentum auf den Erwerber übergegangen ist, erfolgt z. B. ein Rücktritt vom Vertrag, so wird unter den Bedingungen des § 16 GrEStG auf Antrag von der Erhebung der Steuer Abstand genommen. Neben- und Ersatztatbestände können hier nicht im Einzelnen besprochen werden. Lediglich der Nebentatbestand des § 1 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG und der Ersatztatbestand des § 1 Abs. 2 GrEStG sollen kurz angesprochen werden. Steuerbar ist nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 GrEStG die Auflassung, wenn kein Rechtsgeschäft, das einen Anspruch auf Übereignung begründet, vorausgegangen ist. Durch Verzicht auf einen Kaufvertrag und unmittelbare Auflassung kann die Grunderwerbsteuer somit nicht umgangen werden. Der Grunderwerbsteuer unterliegen auch Rechtsvorgänge, die es ohne Begründung eines Anspruchs auf Übereignung einem anderen rechtlich oder wirtschaftlich ermöglichen, ein inländisches Grundstück auf eigene Rechnung zu verwerten (§ 1 Abs. 2 GrEStG). 2.2 Steuerbefreiungen Ist ein Rechtsvorgang steuerbar, so ist damit noch nicht geklärt, ob tatsächlich Grunderwerbsteuer entsteht. Der Erwerbsvorgang kann nämlich steuerbefreit und somit nicht steuerpflichtig sein. Auch Teilbefreiungen steuerbarer Erwerbe kommen in Betracht. Steuerbefreiungen ergeben sich aus den §§ 3 - 7 GrEStG. Hier kann nur auf einige wenige dieser Vorschriften hingewiesen werden. Steuerbefreit sind nach § 3 Nr. 2 GrEStG der Grundstückserwerb von Todes wegen und Grundstücksschenkungen unter Lebenden. Damit soll eine Doppelbelastung mit Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer und Grunderwerbsteuer vermieden werden. Steuerbefreit ist der Grundstückserwerb durch den Ehegatten bzw. den Lebenspartner des Veräußerers (§ 3 Nr. 4 GrEStG), ferner der Grundstückserwerb durch Personen, die mit dem Veräußerer in gerader Linie verwandt sind (§ 3 Nr. 6 GrEStG). Auf weitere Befreiungstatbestände wird hier nicht eingegangen. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im konkreten Einzelfall die Befreiungstatbestände sorgfältig auf ihre Anwendbarkeit überprüft werden sollten. 2.3 Bemessungsgrundlage, Steuersatz, Steuerschuldner, Fälligkeit der Steuer Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ist grundsätzlich der Wert der Gegenleistung (§ 8 Abs. 1 GrEStG). Was als Gegenleistung gilt, ist in § 9 GrEStG für die unterschiedlichen Arten des steuerpflichtigen Erwerbs geregelt. Hier wird nur auf den wichtigsten Fall, nämlich den des Kaufs, eingegangen.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.