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4.4 Tarif in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 206 - 206

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_206

Bibliographic information
4 Gewerbesteuer 177 4.4 Tarif Der Gewerbeertrag, d. h. die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer, ist nach § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG auf volle 100 € abzurunden. Bei Einzelunternehmern und Mitunternehmerschaften ist der Gewerbeertrag außerdem um einen Freibetrag i. H. v. 24.500 € zu kürzen (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG). Bei anderen Unternehmensformen, insbesondere also bei Kapitalgesellschaften, ist grundsätzlich kein Freibetrag zu berücksichtigen. Auf Ausnahmen, die sich aus § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 GewStG ergeben, wird hier nicht eingegangen. Der Abzug des Freibetrags von 24.500 € kann nicht zu einer negativen Bemessungsgrundlage führen. Beispiel Ein Gewerbebetrieb erwirtschaftet einen Gewerbeertrag vor Abrundung und Abzug eines Freibetrags nach § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG von 17.564 €. Bei dem Gewerbebetrieb handelt es sich a) um eine KG, b) um eine GmbH. Im Fall a) beträgt der Gewerbeertrag 0 €, im Fall b) 17.500 €. Der abgerundete und ggf. um einen Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG gekürzte Gewerbeertrag ist nach § 11 Abs. 1 Satz 1 GewStG in einen Steuermessbetrag umzurechnen. Dies geschieht durch Multiplikation dieses Gewerbeertrages mit einem Hundertsatz, der Steuermesszahl (§ 11 Abs. 1 Satz 2 GewStG): Steuermessbetrag = Gewerbeertrag ⋅ Steuermesszahl. Seit dem Erhebungszeitraum 2008 beträgt die Steuermesszahl für alle Gewerbebetriebe einheitlich 3,5 % (§ 11 Abs. 2 GewStG). Die Gewerbesteuer wird aufgrund des Steuermessbetrages (§ 14 GewStG) erhoben. Sie ist das Produkt aus dem Steuermessbetrag und einem Hundertsatz, dem sog. Hebesatz (§ 16 Abs. 1 GewStG): Gewerbesteuer = Steuermessbetrag ⋅ Hebesatz. Der Hebesatz ist von den einzelnen hebeberechtigten Gemeinden zu bestimmen (§ 16 Abs. 1 GewStG). Die Hebesätze der einzelnen Gemeinden weichen stark voneinander ab. Sie betragen derzeit bei deutschen Städten und Gemeinden mit über 50.000 Einwohnern zwischen 350 % und 490 %131. Kleine Gemeinden setzen z. T. niedrigere Hebesätze als 350 % fest. Im Bundesdurchschnitt beläuft sich der Hebesatz auf rd. 387 %132. Nach § 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG beträgt der Mindesthebesatz 200 %. 4.5 Entstehung, Festsetzung und Erhebung der Steuerschuld Die Gewerbesteuer ist eine Jahressteuer. Sie entsteht mit Ablauf des Erhebungszeitraumes (§ 18 GewStG). Erhebungszeitraum ist das Kalenderjahr (§ 14 131 Siehe hierzu DIHK, Gewerbesteuerhebesätze, 2010. 132 Siehe hierzu Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 298 vom 26.8.2010.

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References

Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.