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3.6 Aufgaben 25 - 30 in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 194 - 196

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_194

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3 Körperschaftsteuer einschließlich Besteuerung der Ausschüttungen 165 Beispiel Das zu versteuernde Einkommen der Y-AG für das Jahr 2011 beträgt 900 Mio €. Die Y-AG plant, für das Jahr 2011 eine Dividende von 210 Mio € auszuschütten. Die Körperschaftsteuer für das Jahr 2011 beträgt (900 Mio € · 15 % =) 135 Mio €. Die Ausschüttung hat hierauf keinen Einfluss. Bei der Durchführung der Besteuerung sind nach § 31 KStG die Vorschriften des EStG entsprechend anzuwenden121. Die Jahressteuerschuld wird demnach durch einen Steuerbescheid festgesetzt. Auf die Jahressteuerschuld sind die bereits für den Veranlagungszeitraum geleisteten Vorauszahlungen anzurechnen. Außerdem kann die Körperschaft Kapitalertragsteuer, die für sie von einem Schuldner von Kapitalerträgen entrichtet worden ist, auf ihre eigene Steuerschuld anrechnen. Verbleibt nach Anrechnung der genannten Beträge eine Steuerschuld, so hat die Körperschaft diese innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids zu entrichten. Zu viel gezahlte Steuern hat das Finanzamt zu erstatten. Während eines Veranlagungszeitraums hat die Körperschaft Vorauszahlungen auf die zu erwartende Körperschaftsteuerschuld zu entrichten. Deren Höhe richtet sich - ebenso wie bei der Einkommensteuer - grundsätzlich nach den Ergebnissen der letzten Veranlagung. Über die zu entrichtenden Vorauszahlungen ergeht ein Vorauszahlungsbescheid. Dieser ist üblicherweise auf demselben Stück Papier abgedruckt wie der Steuerbescheid für das Jahr, nach dessen Ergebnissen die Höhe der Vorauszahlungen bemessen wird. 3.6 Aufgaben 25 - 30 Aufgabe 25 Die A-GmbH hat nach dem Gesellschaftsvertrag ihren Sitz in Stuttgart. Der mehrheitsbeteiligte Gesellschafter, der die Geschäfte der GmbH maßgeblich lenkt, hat seinen Wohnsitz in der Schweiz. Dort befinden sich auch die wichtigsten Produktionsstätten der GmbH. Ist die GmbH körperschaftsteuerpflichtig? Aufgabe 26 Ein inländisches Unternehmen vermietet ausschließlich Wohnungen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um a) eine KG, b) eine GmbH, c) einen rechtsfähigen Verein. Besteht in allen drei Fällen Körperschaftsteuerpflicht, und welcher Einkunftsart sind die Einkünfte aus der Vermietung zuzurechnen? Aufgabe 27 Eine GmbH tätigt Aufwendungen für Werbegeschenke, die unter das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG fallen, i. H. v. 10.000 €. Sie muss deshalb gem. § 1 Abs. 1 Nr. 1 121 Vgl. Gliederungspunkt 2.5.1 und die dort zitierten Vorschriften des EStG. 166 Teil II: Ertragsteuern i. V. m. § 3 Abs. 1b Nr. 3 UStG Umsatzsteuer für fiktive Lieferungen i. H. v. 1.900 € entrichten. Die GmbH verbucht sowohl die 10.000 € als auch die 1.900 € als Aufwand. Welche körperschaftsteuerlichen Folgen ergeben sich aus diesem Sachverhalt? Aufgabe 28 In der Silvesternacht des Jahres 1 beschließen Peter Severin (S) und Olaf Petersen (P), in Hamburg eine GmbH zu gründen. Gesellschaftszweck soll der Im- und Export elektronischen Spielzeugs sein. S und P beginnen am 2.1. des Jahres 2 mit dem Aufbau des Geschäfts. Aus Zeitmangel schließen sie einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag erst am 31.10.des Jahres 2 ab. Zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister kommt es am 10.1.3. Während der ersten zehn Monate des Jahres 2 erwirtschaften S und P hohe Anlaufverluste; ab November wird dann die Gewinnzone erreicht. Wirtschaftsjahr der GmbH ist das Kalenderjahr. Welche einkommen- und körperschaftsteuerlichen Konsequenzen ergeben sich aus dem geschilderten Sachverhalt im Jahre 2? Aufgabe 29 Eine Kapitalgesellschaft hat 10.000 € Umsatzsteuer für verdeckte Gewinnausschüttungen zu entrichten. Welchen Bruttogewinn muss sie erwirtschaften, um aus ihm gerade die Umsatzsteuer auf die verdeckten Gewinnausschüttungen und die durch deren steuerliche Nichtabzugsfähigkeit hervorgerufene Gewerbesteuer (§ 4 Abs. 5b EStG) und Körperschaftsteuer (§ 10 Nr. 2 KStG) bezahlen zu können? Der Gewerbesteuerhebesatz beträgt 400 %. Der Solidaritätszuschlag soll vernachlässigt werden. Aufgabe 30 Der vorläufige nach steuerlichen Vorschriften ermittelte Gewinn der X-GmbH für das Jahr 2011 beträgt 1.502.963 €. Hierin enthalten sind steuerfreie ausländische Einkünfte i. H. v. 512.618 € und steuerfreie Investitionszulagen i. H. v. 415.695 €. Die Gesellschaft hat bisher für das Jahr 2011 keinen Körperschaftsteueraufwand verbucht, weil das zu versteuernde Einkommen im Vorjahr 0 € betragen hat und das Finanzamt deshalb keine Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Jahr 2011 festgesetzt hat. Weitere steuerliche Gewinnkorrekturen als sich aus dem voranstehenden Sachverhalt ergeben, sind nicht erforderlich. Ein vortragsfähiger Verlust ist nicht vorhanden. Zum 31.12.2006 hat das Finanzamt gem. § 37 Abs. 2 KStG für die X-GmbH ein Körperschaftsteuerguthaben i. H. v. 324.812 € festgestellt. Im Mai des Jahres 2011 beschließt die Gesellschafterversammlung für das Jahr 2010 eine Gewinnausschüttung i. H. v. 600.000 € vorzunehmen. Die Ausschüttung erfolgt im Juni 2011. Ermitteln Sie die Körperschaftsteuerschuld der X-GmbH für das Jahr 2011 und die Steuerfolgen des geschilderten Sachverhalts für den Alleingesellschafter A der X-GmbH. Gehen Sie bei Ihrer Lösung davon aus, dass A seiner Hausbank gegenüber für andere Einkünfte aus Kapitalvermögen einen Freistellungsauftrag in maximaler Höhe erteilt hat. 4 Gewerbesteuer 4.1 Einführung Die Gewerbesteuer ist eine der beiden in § 3 Abs. 2 AO genannten Realsteuern. Sie gehört damit zur Gruppe der Objekt- oder Sachsteuern122. Besteuerungsobjekt ist der Gewerbebetrieb. Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag. Hierbei handelt es sich um eine Größe, die im Wesentlichen von dem steuerlichen Gewinn bestimmt wird. Für die Jahre bis einschließlich 1997 gab es noch eine weitere Bemessungsgrundlage, nämlich das Gewerbekapital. Bei diesem handelte es sich um eine von der Vermögenssubstanz abhängige Größe. Aufgrund der unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen war es deshalb sowohl im Schrifttum als auch in der Praxis üblich, zwischen der Gewerbeertrag- und der Gewerbekapitalsteuer zu unterscheiden. Die Unterscheidung ist seit dem Erhebungszeitraum 1998 hinfällig. 4.2 Steuerobjekt, Steuerschuldner 4.2.1 Begriff des Gewerbebetriebs Der Gewerbesteuer unterliegt nach § 2 Abs. 1 GewStG jeder stehende123 Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird. Durch Verweis auf das EStG wird in § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG klargestellt, dass jeder Gewerbebetrieb i. S. d. EStG zugleich auch Gewerbebetrieb i. S. d. GewStG ist. Gewerbebetrieb ist nach der Legaldefinition des § 15 Abs. 2 EStG jede selbständige nachhaltige Betätigung, die mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufes noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist. Auf die Legaldefinition des § 15 Abs. 2 EStG ist bereits bei Besprechung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb näher eingegangen worden. Auf diese Ausführungen wird verwiesen124. Als Gewerbebetrieb gilt nach § 2 Abs. 1 GewStG i. V. m. § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG in vollem Umfang die Tätigkeit der offenen Handelsgesellschaften, der Kommanditgesellschaften und der anderen Personengesellschaften (BGB-Gesellschaften, 122 Vgl. Teil I, Gliederungspunkt 2.5. 123 Das GewStG unterscheidet zwischen den stehenden Gewerbebetrieben und Reisegewerbebetrieben (ambulantes Gewerbe). Letztere unterliegen nach § 35a GewStG aber auch der Besteuerung. Auf Reisegewerbebetriebe wird hier nicht eingegangen. 124 Vgl. Gliederungspunkt 2.2.1.1.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

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* Ertragsteuern

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* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.