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1. Geldschöpfung und Geldvernichtung in:

Otmar Issing

Einführung in die Geldtheorie, page 60 - 65

15. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3810-9, ISBN online: 978-3-8006-4315-8, https://doi.org/10.15358/9783800643158_60

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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III. Das Geldangebot Während die Theorie der Geldnachfrage zu erklären versucht, welche Geldmenge die Wirtschaftssubjekte in einer bestimmten Situation in der Kasse zu halten wünschen, behandelt die Geldangebotstheorie das Problem, durch welche Faktoren der Umfang des Geldangebots bestimmt ist. In den modernen Volkswirtschaften existieren heute im Allgemeinen zwei „Produzenten‘‘ von Geld, nämlich die Notenbank und die Kreditinstitute (Geschäftsbanken). Der Notenbank (Zentralbank) obliegt die Schaffung des Zentralbankgeldes; dazu rechnen das Bargeld und die Sichtguthaben bei der Notenbank. Seit dem Beginn der Europäischen Währungsunion sind die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken allein zur Ausgabe von Banknoten berechtigt. Hingegen steht die Befugnis zur Ausgabe von Münzen nach wie vor den nationalen Regierungen zu. Der Einfachheit halber sei im Folgenden unterstellt, dass die Notenbank als einzige Institution im Staate berechtigt ist, Zentralbankgeld zu schaffen. Die Geschäftsbanken schaffen das Geschäftsbankengeld; hierunter versteht man die Sichtguthaben der Nichtbanken bei den Kreditinstituten. Dieses Geschäftsbankengeld wird auch als Buch- oder Giral-Geld bezeichnet, doch kann dieser Terminus insofern Anlass zu Missverständnissen geben, als auch die Sichtguthaben bei der Notenbank „Buch‘‘-Geld darstellen, aber selbstverständlich zum Zentralbankgeld zu rechnen sind. Das Bargeld, also die von der Notenbank ausgegebenen Banknoten und Münzen, unterscheidet sich vom Geschäftsbankengeld in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Das Bargeld ist das gesetzliche Zahlungsmittel, d.h. es muss im Inland kraft Gesetzes zur Tilgung von Zahlungsverpflichtungen angenommen werden. Das Geschäftsbankengeld bzw. die Verfügung darüber per Scheck oder Überweisung unterliegt dagegen diesem Annahmezwang nicht, es bleibt somit fakultatives Zahlungsmittel. Während zurzeit der Goldwährung Banknoten in Gold einlösbar waren, existiert bei den heutigen Papierwährungen eine derartige Einlösungspflicht für das Bargeld nicht mehr; dagegen kann der Besitzer eines Sichtguthabens jederzeit dessen Umwandlung in Bargeld verlangen. In der folgenden Darstellung wird zwischen dem Bankensektor und dem Nichtbankensektor unterschieden. Zum Bankensektor gehören die Notenbank (Zentralbank) und die übrigen Banken; letztere sollen unabhängig von ihrem rechtlichen Status sowie Art und Umfang ihrer Tätigkeit als Geschäftsbanken bzw. Kreditinstitute bezeichnet werden. Der Kürze und Klarheit wegen empfiehlt es sich, alle anderen Wirtschaftseinheiten als Nichtbanken zu bezeichnen; sie sind zum Nichtbankensektor zusammengefasst. Dazu gehören der Staat (ohne die staatlichen Banken) und das sog. Publikum, d.h. alle privaten Unternehmen und Haushalte. 1. Geldschöpfung und Geldvernichtung a) Das Zentralbankgeld Entstehung und Vernichtung des Zentralbankgeldes schlagen sich in der Bilanz der Notenbank nieder, die sich für diesen Zweck in vereinfachter Form folgenderma- ßen schreiben lässt: Aktiva Notenbank Passiva 1. Währungsreserve (WR) 2. Kredite an Geschäftsbanken (KB) 3. Wertpapiere 4. Kredite an öffentliche Haushalte (KÖ) 5. Bargeldumlauf (BNC) 6. Einlagen von Kreditinstituten (BBZ) 7. Einlagen von öffentlichen Haushalten (BNÖZ) Hierbei ist unterstellt, dass die Notenbank keine Geschäfte mit privaten Nichtbanken tätigt; außerdem sind die Kassenbestände der Kreditinstitute, die ja nicht zum Bargeldumlauf zählen, nicht berücksichtigt. Da Wertpapierkäufe nur eine besondere Form der Kreditgewährung darstellen, seien sie im Folgenden unter den Positionen 2. bzw. 4. subsumiert. Diese Notenbankbilanz kann auch als Gleichung geschrieben werden: (1) WR Ê KB Ê KÖ Ë BNC ÊBBZ Ê BNÖZ. Die Guthaben der öffentlichen Haushalte bei der Notenbank werden im Allgemeinen nicht zur Geldbasis (siehe I. Kapitel) gerechnet. Fasst man den Aktivposten Kredite an öffentliche Haushalte mit der Position Einlagen öffentlicher Haushalte auf der Passivseite zusammen, erhält man als Saldo die Nettokreditgewährung an öffentliche Haushalte (NKÖ): (2) WR Ê KB Ê NKÖ Ë BNC Ê BBZ = B. Die linke Seite der Gleichung zeigt die Entstehung (source) der monetären Basis (B), während auf der rechten Seite deren Verwendung (use) steht. Zentralbankgeld entsteht also durch einen Ankauf von Gold, Devisen oder Sonderziehungsrechten durch die Notenbank, durch Kredite an Geschäftsbanken oder durch (Netto-)Kredite an öffentliche Haushalte; im Falle einer Verminderung einer dieser Positionen auf der Aktivseite der Notenbankbilanz wird Zentralbankgeld vernichtet. Im Bilanzbild einer Notenbank spiegelt sich die Bedeutung der einzelnen Vorgänge für die Entstehung von Zentralbankgeld wider. Als z.B. die Deutsche Bundesbank noch zur Intervention gegenüber dem US-Dollar verpflichtet war, musste sie häufig erhebliche Devisenüberschüsse aufkaufen; die damit verbundene Zentralbankgeldschaffung war also außenwirtschaftlich bedingt. In den Bilanzen schlägt sich dieser Vorgang wie folgt nieder: Aktiva Notenbank Passiva Währungsreserve Ê 1000 Einlagen von Kreditinstituten Ê 1000 54 III. Das Geldangebot Aktiva Geschäftsbanken Passiva Devisen Guthaben bei der Notenbank 1000 Ê 1000 Die Entstehung von Zentralbankgeld führt in diesem Falle also zu einer Bilanzverlängerung bei der Notenbank und zu einem Aktivtausch bei den Geschäftsbanken. Verkauft dagegen die Notenbank Devisen an die Geschäftsbanken, ändern sich jeweils die Vorzeichen. Die Vernichtung von Zentralbankgeld geht mit einer Verkürzung der Notenbankbilanz, aber ebenfalls mit einem Aktivtausch bei den Geschäftsbanken einher. Da aus dem Verkauf von Devisen (oder Gold) an die Notenbank keine Rückzahlungsverpflichtung der Geschäftsbanken resultiert, liegt (aus inländischer Sicht) eine nicht-kreditweise Schaffung von Zentralbankgeld vor. In allen übrigen Fällen – ausgenommen die „Erstausstattung‘‘ mit Zahlungsmitteln nach einer Währungsreform – lässt sich die Entstehung von Zentralbankgeld auf eine Kreditgewährung vonseiten der Notenbank zurückführen. Art und Umfang dieser Kreditgewährung sind entscheidend von institutionellen Gegebenheiten abhängig. Die Geschäftsbanken können sich bei der Notenbank im Allgemeinen durch Verpfändung von Wertpapieren (im Rahmen der Offenmarktpolitik) refinanzieren. In Deutschland wie auch in zahlreichen anderen Staaten des Euro-Raums in der Vergangenheit konnten die öffentlichen Haushalte Notenbankkredit über sog. Kassenkredite und über den Ankauf bestimmter Wertpapiere (Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen) durch die nationale Notenbank erhalten. Mit dem Beginn der zweiten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion Anfang 1994 trat dann das generelle Verbot der Kreditgewährung der Notenbanken an den öffentlichen Sektor in Kraft. Jede Zunahme der Aktivposten in der Notenbankbilanz ist mit der Entstehung zusätzlichen Zentralbankgeldes verbunden; man spricht daher auch von einer Monetisierung der Aktiva durch die Notenbank. Vermindert sich dagegen die Aktivseite der Notenbankbilanz, wird Zentralbankgeld vernichtet. Während die Entstehungsseite der monetären Basis in Gleichung (2) anzeigt, auf Grund welcher Transaktionen sich bestimmte Veränderungen in der Geldbasis ergeben haben, gibt die Verwendungsseite Aufschluss über die Aufteilung des Basisgeldes auf Geschäftsbanken und private Nichtbanken. Änderungen allein in der Verwendung schlagen sich daher nur auf der Passivseite der Notenbankbilanz nieder. Läßt sich z.B. der Exporteur, der die Devisen an seine Geschäftsbank verkauft hat, den Erlös in bar ausbezahlen und zieht die Geschäftsbank zu diesem Zweck ihr durch den bereits dargestellten Devisenverkauf an die Notenbank entstandenes Guthaben in bar ab, erhält man folgende Änderung in der Notenbankbilanz: Aktiva Notenbank Passiva Bargeldumlauf Einlagen von Kreditinstituten Ê 1000 1000 1. Geldschöpfung und Geldvernichtung 55 Eine Bank kann niemals in Zahlungsschwierigkeiten kommen, d.h. niemals illiquide werden, sofern sie alle eingegangenen Verpflichtungen in dem von ihr selbst geschaffenen Zahlungsmittel erfüllen kann. Solange also eine Notenbank jeweils in dem von ihr geschaffenen Zentralbankgeld „zahlen‘‘ kann, kann es für sie kein Liquiditätsproblem geben; ist sie dagegen verpflichtet, jederzeit Zentralbankgeld in Devisen oder Gold einzulösen, so heißt das, dass sie Leistungen in einem Aktivum erbringen muss, das sie nicht selbst schaffen kann. Das hieraus resultierende Liquiditätsproblem existiert beispielsweise bei einem festen Wechselkurs und der Verpflichtung zur freien Konvertibilität des heimischen Geldes. Als Ergebnis dieses Abschnittes lässt sich festhalten: (1) Zentralbankgeld entsteht durch Monetisierung von Aktiva durch die Notenbank. Dieser Vorgang kann mit einer Kreditgewährung an Geschäftsbanken oder öffentliche Haushalte verbunden sein, während im Falle des Ankaufs von Devisen durch die Notenbank eine nicht-kreditweise Schaffung von Zentralbankgeld vorliegt. (2) Auf der Aktivseite der Notenbankbilanz spiegelt sich die Entstehung, auf der Passivseite die Verwendung der monetären Basis wider. Entstehung und Verwendung des Basisgeldes lassen sich auch anhand einer Gleichung darstellen. (3) Zentralbankgeld wird vernichtet, wenn die Notenbank Aktiva verkauft. Die Notenbankbilanz verkürzt sich in diesem Falle, während die Schaffung von Zentralbankgeld mit einer Verlängerung der Notenbankbilanz einhergeht. b) Das Geschäftsbankengeld aa) Die aktive Schaffung von Geschäftsbankengeld Analog zur Schaffung von Zentralbankgeld kann das Geschäftsbankengeld durch Monetisierung von Aktiva durch die Geschäftsbanken entstehen. Auch dieser Vorgang beruht entweder auf einer Kreditgewährung oder das Geld wird ohne Zunahme der Kreditsumme geschaffen. Räumt eine Geschäftsbank beispielsweise einem Unternehmen einen Kontokorrentkredit in Höhe von 1000 ein, so zeigen die Bilanzen folgende Veränderungen: Aktiva Geschäftsbank Passiva Forderungen Ê 1000 Sichtverbindlichkeiten Ê 1000 Aktiva Unternehmung Passiva Sichtguthaben Ê 1000 Verbindlichkeiten Ê 1000 Hierbei wurde die sog. englische Buchungsmethode gewählt, d.h. die Bank hat dem Unternehmen den gesamten Kreditbetrag sofort auf Girokonto gutgeschrieben; gleichzeitig ist eine Forderung der Bank an das Unternehmen in Höhe des Kreditbetrages entstanden. (Nach der sog. kontinentalen Methode wird das Girokonto des Unternehmens jeweils nur in Höhe des tatsächlich in Anspruch genommenen Betrages belastet. Die englische Methode macht daher den eigentlichen Vorgang deutlicher.) 56 III. Das Geldangebot Verkauft dagegen ein Unternehmen ein Wertpapier an eine Geschäftsbank, schlägt sich dies in den Bilanzen folgendermaßen nieder: Aktiva Geschäftsbank Passiva Wertpapiere Ê 1000 Sichtverbindlichkeiten Ê 1000 Aktiva Unternehmung Passiva Wertpapiere Sichtguthaben 1000 Ê 1000 Im ersten Fall liegt also eine Bilanzverlängerung sowohl im Banken- wie im Nichtbankensektor vor, während im zweiten Fall bei der Nichtbank ein Aktivtausch stattfindet. Geld ist in beiden Fällen geschaffen worden, weil die Geschäftsbank jeweils mit einer Forderung gegen sich bezahlt, die zur Geldmenge gerechnet wird; die betreffende Nichtbank verfügt über zusätzliche Sichtguthaben, mit denen sie per Scheck oder Überweisung Zahlungen leisten kann. Zur Geldvernichtung kommt es dagegen, wenn etwa ein Kredit zurückgezahlt oder ein Wertpapier von der Geschäftsbank an eine Nichtbank verkauft wird. Die Monetisierung von Aktiva, also z.B. die Gewährung von Krediten, den Ankauf von Wertpapieren etc. bezeichnet man als Aktivgeschäft der Banken; da die Schaffung von Geschäftsbankengeld in den beiden genannten Fällen eine Ausdehnung des Aktivgeschäftes voraussetzt, spricht man hier von aktiver Schaffung des Geschäftsbankengeldes. Weil der Nichtbankensektor über zusätzliches Geld verfügen kann, muss sich die gesamte Geldmenge bei der aktiven Geldschöpfung immer erhöhen! Analog wird im Falle der Vernichtung von Geschäftsbankengeld durch Rückzahlung eines Kredites oder Kauf eines Wertpapieres durch eine Nichtbank von einem Kreditinstitut die gesamte Geldmenge vermindert. bb) Die passive Schaffung von Geschäftsbankengeld Im Verkehr mit der Notenbank können Zahlungen nur in Zentralbankgeld, also durch Verfügung über Notenbankguthaben oder Bargeld geleistet werden. Für die Beziehungen zwischen Geschäftsbanken und Nichtbankensektor müssen wir jedoch jetzt berücksichtigen, dass es zwei Geldarten, Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld gibt. Das hat zunächst zur Folge, dass Zentralbankgeld in Geschäftsbankengeld „umgewandelt‘‘ werden kann und vice versa. Zahlt etwa ein Unternehmen 1000 in bar bei der Bank ein und lässt diesen Betrag auf Sichtguthaben verbuchen, zeigt sich folgendes Bild: Aktiva Geschäftsbank Passiva Zentralbankgeld Ê 1000 Sichtverbindlichkeiten Ê 1000 Aktiva Unternehmung Passiva Bargeld Sichtguthaben 1000 Ê 1000 1. Geldschöpfung und Geldvernichtung 57 An der gesamten Geldmenge (Bargeld Ê Geschäftsbankengeld), über die der Nichtbankensektor verfügen kann, hat sich durch diesen Vorgang, anders als im Falle der aktiven Geldschöpfung, nichts geändert. Analoges gilt, wenn das Unternehmen Buchgeld in Bargeld umwandelt, also einen Betrag vom Girokonto in bar abhebt. Das Kreditinstitut verhält sich bei diesem Vorgang passiv; im Übrigen handelt es sich bei der Entgegennahme einer Einzahlung um ein Passivgeschäft. Man bezeichnet diesen Akt der Geldschöpfung daher auch als passive Schaffung von Geschäftsbankengeld. Diese ist auch dann gegeben, wenn Überweisungen von einem Girokonto auf ein Girokonto bei einer anderen Bank stattfinden. Ob die Geldmenge durch Einzahlungen bzw. Umbuchungen auf Termin- bzw. Sparguthaben verändert wird, hängt von der gewählten Geldmengendefinition ab. Geht man von der Größe M1 aus, bedeutet eine Bareinzahlung auf ein Termin- oder Sparkonto oder eine Umbuchung vom Girokonto auf ein Termin- oder Sparguthaben zunächst einmal eine Verringerung der Geldmenge, während sich etwa die Größe M3 bei derartigen Umschichtungen, entsprechende Fristigkeiten von Termin- und Spareinlagen vorausgesetzt, nicht verändert. Den weiteren Ausführungen liegt zunächst die enge Geldmengenabgrenzung M1 zugrunde. Zusammenfassung: (1) Geschäftsbankengeld wird geschaffen (vernichtet), wenn sich die Summe der Sichtguthaben der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken erhöht (vermindert). (2) Aktive Geldschöpfung liegt vor, wenn nicht-monetäre Aktiva des Nichtbankensektors durch Kreditinstitute monetisiert werden; aktive Geldschöpfung führt zu einer Erhöhung der gesamten Geldmenge. (3) Im Falle der passiven Geldschöpfung durch den Geschäftsbankensektor ändert sich die Gesamtgeldmenge nicht, da hier lediglich eine Umwandlung einer Geldart in eine andere vorgenommen wird. 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung a) Die Geldschöpfungsmöglichkeit der einzelnen Bank Kreditinstitute können Geschäftsbankengeld, aber kein Zentralbankgeld schaffen. Nachdem die Sichtguthaben bei den Geschäftsbanken jedoch jederzeit durch Scheck oder Überweisung abgerufen oder in Bargeld umgetauscht werden können, stehen die Kreditinstitute vor einem Liquiditätsproblem, da sie Zahlungen in einem Zahlungsmittel (Zentralbankgeld) leisten müssen, das sie selbst nicht schaffen können. Jede einzelne Bank hat also bei ihrer Schaffung von Geschäftsbankengeld zu beachten, dass damit gleichzeitig Ansprüche auf Umwandlung in Zentralbankgeld entstehen. Die einzelne Bank muss daher jeweils einen „Vorrat‘‘, eine Reserve an Zentralbankgeld, eine sog. Barreserve halten, die groß genug ist, um die entstehenden Verluste an Zentralbankgeld ausgleichen zu können. Welche Möglichkeiten besitzt nun die einzelne Bank, Geschäftsbankengeld zu schaffen? Angenommen, bei einer Geschäftsbank A werde ein Betrag in Höhe von 2000 in bar auf ein Girokonto eingezahlt. Die Bank schreibt dem Kunden diesen Betrag gut, es sind also 2000 Einheiten Geschäftsbankengeld (passiv) geschaffen worden. Gleichzeitig verfügt die Bank jetzt über zusätzliche 2000 Einheiten Zentralbankgeld. 58 III. Das Geldangebot

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Zusammenfassung

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Im Überblick

* Das Geld

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* Das Geldangebot

* Zinstheorie

* Geldmenge, monetäre Nachfrage, Preisniveau und Beschäftigung

* Die Liquidität

* Inflationstheorie